.

Reiseberichte
über China und Tibet,
von den Anfängen der Geschichte bis zum Jahr 2000.

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Die bibliographischen Angaben
stammen aus
Sekundärliteratur


Ergänzende Hinweise
zu
einzelnen Publikationen

Bibliographische Angaben
aus
Original-Publikation
A*
Zu den so gekennzeichneten Publikationen bietet
Jürgen C. Aschoff's : "Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaja"
ausführlichste bibliographische Angaben!
H*
Alle mit diesem Symbol gekennzeichneten
Personen werden hervorragend portraitiert in
Dietmar Henze : "Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde"

1241 wird für Europa ein Jahr des Schreckens: Ohne große Vorwarnung erscheinen die mongolischen Krieger Dschingis Khans in Polen, Schlesien, Mähren und Ungarn und schlagen das eilig zusammengezogene christliche Heer vernichtend. Die Krieger der Goldenen Horde streifen Mitteleuropas Grenzen jedoch eher zufällig, da sich die mongolischen Eroberungszüge in erster Linie gegen das chinesische Reich der Jin und die islamischen Länder Zentralasiens richten. Doch das kann in Europa niemand wissen und der erlittene Schock sitzt tief. Den europäischen Staaten wird schmerzlich bewußt, daß die Welt hinter den ihnen bekannten Grenzen offensichtlich noch weitergeht. Obwohl die Mongolen nicht mehr zurückkehren, beginnt man in Europa darüber nachzudenken, wie man sich nun verhalten soll und entscheidet sich für die erste Entsendung eines Botschafters gen Osten.

1245
 








                   1246





                   1247,

wird Johannes de Plano Carpini (auch: Giovanni del Piano Carpini, Jean de Plano Carpini) (H*) (*ca.1180,1252), ein aus Piano de Carpine bei Perugia stammender italienischer Franziskaner, von Papst Innozenz IV. zum Großkahn der Mongolen gesandt. In seinem Gepäck befindet sich ein päpstliches Schreiben, in welchem man die Mongolen bittet, keine weiteren Überfällen auf christliche Länder durchzuführen. Doch Carpini ist weitsichtig und beläßt das Schreiben an diesem Platz. Seine vornehmliche Aufgabe sieht er darin, die Pläne und Absichten der Tartaren auszuforschen. Zusammen mit Pater Benedict als Dolmetscher führt ihn die Reise über das schon von den Mongolen besetzte Kiew und das an der unteren Wolga entstandene Reich der Goldenen Horde an den Hof des Mongolenführers in Karakorum, wo er am 22. Juli 
eintrifft. Obwohl der Großkhan auf keinerlei Verhandlungen eingeht, erledigt Johannes seine selbstgestellte Aufgabe mit viel Geschick: Sein späterer Bericht beschreibt ausführlich die Bräuche, Sitten, politischen Verhältnisse und militärischen Mittel der Mongolen und gipfelt in einer Reihe von Vorschlägen, wie der Bedrohung zukünftig besser zu begegnen sei. Es ist nicht überliefert, was er bei seiner Rückkehr nach Lyon, im Jahre
mit der Rückantwort des mächtigen Großkhans macht, in der dieser dem Papst ausrichten lässt, er werde "die ganze Erde von Osten nach Westen verwüsten"

. Publikationen: l The Texts and Versions of John de Plano Carpini and
William de Rubruquis as printed for the first time by Hakluyt in 1598
.
. (C. Raymond Beazley, Hrsg.)
London 1903
Text in Latein und Englisch.
. l Historia Mongalorum. Viaggio di F. Giovanni da Pina del Carpine ai Tartari nel 1245 - 1247. .
. Giovanni de Plano Carpini (G. Pullé, Hrsg)
Firenze 1913
. l Johann de Plano Carpini.
Geschichte der Mongolen und Reisebericht 1245-1247
.
.
. Dr. Friedrich Risch
Verlag von Eduard Pfeiffer, Leipzig 1930
In: Veröffentlichungen des Forschungsinstituts für
vergleichende Religionsgeschichte an der Universität Leipzig,
II. Reihe, Heft 11. 405 Seiten.

 
. l Kunde von den Mongolen. 1245-1247. .
. (Felicitas Schmieder; Einleitung und Erläuterungen)
Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1997
(Reihe: Fremde Kulturen in alten Berichten, Band 3)
Mit zwei Karten und zahlreichen Abbildungen. 182 Seiten.


 

1253
   


    

 
 

                   1254
               



        
                  
1255

macht sich der aus Flandern stammende Franziskaner Wilhelm von Rubruk (auch: Ruysbroeck; *1215-20,ca.1270) (H*) auf den Weg, um im Auftrag des französischen Königs Ludwig IX. und Papst Innozenz IV. weitere Botschaften an den Großkhan zu überbringen. Eigentlich soll die Reise nicht weit gehen, da man vom Khan "nur" die Erlaubnis zur christlichen Missionarsarbeit in dessen Gebiet und seine Unterstützung im Kampf gegen den Islam einholen will und ihn irgendwo hinter der Krim vermutet. Die dort ansässigen Unterkhans erklären sich jedoch alle für nicht zuständig und schicken Rubruk immer weiter nach Osten. So reist er den Don hinauf und gelangt über die Seidenstraße schließlich nach Karakorum, wo er am 4. Januar 
endlich zur Audienz vorgelassen wird. Doch sein allzu bescheidenes Auftreten führt am Hof des Mongolenfürsten nur dazu, ihn und sein Begehr nicht ernstzunehmen. Rubruk nutzt die Gelegenheit und zieht erste Erkundigungen über die während der Mongolenfeldzüge nach Asien verschleppten europäischen Gefangenen und Zwangsarbeiter ein, darunter auch etliche Bergarbeiter aus Siebenbürgen, die für ihren neuen Herren nun Gold zu graben und Waffen herzustellen haben. Erst
kehrt er von seiner Mission nach Rom zurück. Durch ihn erfährt Europa erstmals von der Existenz eines Landes namens "Tibet".

. Publikationen: l (Deutsche Ausgaben:) .
. Der Bericht des Franziskaners Wilhelm von Rubruk über seine Reise in das Innere Asiens in den Jahren 1253/1255 A*
. Wilhelm von Rubruk (Hermann Herbst, Hrsg.)
Griffel-Verlag, Leipzig 1925.
Mit einer Bildtafel und einem eingedruckten Faksimile.
200 Seiten
. l Wilhelm von Rubruk.
Reise zu den Mongolen 1253-1255
.
A*
. Dr. Friedrich Risch
A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1934.
336 Seiten
.      l Reisen zum Großkhan der Mongolen.
Von Konstantinopel nach Karakorum 1253-1255
.
A*
. Wilhelm von Rubruk (D.Leich, Hrsg.)
K. Thienemann, Edition Erdmann, Stuttgart 1984.
Reihe:Alte abenteuerliche Reiseberichte;
mit 17 Illustrationen und 2 Karten; 240 Seiten

 
1270

 

                   1271.
                   1273

 

 

 

 

 

 

soll Jacob von Ancona (*1221), ein gelehrter italienisch-jüdischer Kaufmann, über Damaskus, Indien und Java nach Zaitun aufgebrochen sein, der Stadt des Lichts, dem heutigen Quanzhou an der chinesischen Ostküste gegenüber von Taiwan. Die Ankunft erfolgt nach beschwerlicher Reise 
Nach seiner Rückkehr nach Italien im Jahr
berichtet er über seine Abenteuer in einem ausführlichen Reisebericht, der 1990 vom englischen Wissenschaftler David Selbourne bei einem italienischen Privatmann gefunden, eingesehen und übersetzt wird. Die Glaubwürdigkeit dieses sensationellen Fundes wird jedoch dadurch getrübt, daß der Wissenschaftler dem Besitzer Anonymität verspricht, sich nach Abschluß der Übersetzungsarbeit mit diesem jedoch überwirft - und die Handschrift zur Überprüfung nun leider nicht mehr vorgelegt werden kann, da Selbourne dem Besitzer sein Ehrenwort auf Anonymität nicht brechen will. Das führte in Fachkreisen zu berechtigten Zweifeln. Doch der englische Wissenschaftler weist auch heute noch alle Anschuldigungen weit von sich und verteidigt seine Ehre in aller Öffentlichkeit. In seinem Buch wird die Authentizität der Handschrift in der Einleitung auf allein 13 Seiten behandelt und mit vielerlei Erklärungen versehen. Jeder der gegen ihn erhobenen Vorwürfe wird darüber hinaus noch im Kapitel "Original oder Fälschung?" aufgegriffen und sachlich ausdiskutiert. Das macht das eigene Urteil nicht leicht und führt zu vielerlei Fragen => Diskussionsforum: Original oder Fälschung ?

. Publikation: l The City of Light .
. Jacob von Ancona (David Selbourne, Hrsg.)
Little, Brown & Co., o.O. 1997
(Deutsche Ausgabe:)
. Stadt des Lichts. Ein mittelalterlicher Händler berichtet von seiner Reise nach China (1270-1273) .
. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1998
Mit Buchschmuck und einer Karte. 518 Seiten
1272

tritt Marco Polo (*1254,1324) (H*) mit Vater Niccolo und Onkel Matteo von Venedig aus seine berühmte Chinareise an. Durch Persien, über den Pamir und entlang der Seidenstraße erreichen die Reisenden Kambalu, den Sitz des regierenden Tartaren-Fürsten Kublai-khan, der von Marco Polo so beeindruckt ist, daß er ihn siebzehn Jahre lang in Dienste nimmt, mit Erkundungen nach Südwest-China betraut und sogar für drei Jahre zu seinem Statthalter in der Handelsmetropole Yangzhou einsetzt. Marco Polos Reise ist weltbekannt. Doch stimmt sie auch? Ein genaueres Studium der vorhandenen Schriften offenbart viele inhaltliche Fehler, auch die Schilderungen wirken schablonenhaft, oberflächlich und unpersönlich. Bei den Orts- und Richtungsangaben herrscht große Konfusion. Und grundlegende Dinge, die jeder Chinareisende wissen müsste, werden nicht erwähnt. Unabhängig davon spricht jedoch vor allem ein Punkt gegen die Authentizität des Geschilderten: Bei einem Aufenthalt von 17 Jahren in China und in Diensten des chinesischen Kaisers hätte Marco Polo doch Persönlicheres und Detaillierteres berichten müssen, als die überlieferten Allgemeinplätze. Seine Schilderungen sind tot, unbeteiligt, bloße Auflistung von Zahlen und Fakten. Aber kein Erlebnisbericht. 
Deshalb machte sich Dr. Dietmar Henze daran, dem legendären Reisebericht auf den Grund zu gehen. Und niemand ist hierzu fachlich berufener als der Verfasser der "Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde", der nahezu alle alten Reiseberichte weltweit gesichtet und ausgewertet hat. Henze verglich jeden Satz aus Marco Polos Reisebericht mit den Berichten späterer Reisender, analysierte das Geschilderte auf 222 Seiten en detail - und kommt abschließend zu dem eindeutigen Ergebnis, Marco Polo sei sicherlich nie in China gewesen und müsse seinen Bericht aus fremden mündlichen Schilderungen frei zusammengesetzt haben: 
"Der kolossalste Schwindel der globalen Entdeckungsgeschichte!"

. Publikationen: l Die erste Version des Reiseberichts soll dem Mitinhaftierten Rustichello 1298 während Marco Polos Gefangenschaft in Genua diktiert worden sein, doch dieses Original ging verloren. Eine verkürzte Abschrift gilt heute als authentisches Dokument und liegt als Manuskript fr.1116 in der Pariser Nationalbibliothek vor.
. (Deutsche Ausgaben:) .
. l Das Buch des edlen Ritters Marco Polo .
. (Erste deutsche Ausgabe)
Gedruckt von Fricz Creuszner zu Nurmberg 1477.
Mit Frontispiz. 58 Seiten    
. l Reisen des Venezianers Marco Polo. Die Reisen des Venezianers Marco Polo im 13. Jahrhundert. .
. (Dr. Hans Lemke, Hrsg.)
Gutenberg-Verlag, Hamburg 1907.
Reihe: Bibliothek wertvoller Memoiren 1. Band.
Mit einem Portrait von Marco Polos und Schmuckleisten von Oskar Schwindrazheim. 573 Seiten
1316 - 30

will der Franziskanermönch Odorico da Pordenone (Ulrich von Portenau *1265-86,1331) (H*) auf der Suche nach dem verborgenen Reich des Priesterkönigs Johannes per Schiff nach China gelangt und dann auf dem Landweg durch Tibet zurück nach Europa gereist sein - was aber bereits früh von Fachleuten angezweifelt wurde.
Wieder ist es Dietmar Henze, der nach einem Kongreß, den die Stadt Pordenone im Jahr 1982 zu Ehren ihres berühmten Sohnes abhält, mit genauen Recherchen beginnt. Ursache zum Zweifeln sind für ihn weniger Odorico's Fabelberichte von zweiköpfigen Tieren und einem Tal voller Geister, als vielmehr die eklatanten geographischen Irrtümer und Unstimmigkeiten, die den ganzen Reisebericht durchziehen. Über Bagdad, Bombay, Ceylon, Sumatra und Java erreicht Odorico in der Hafenstadt Canton chinesischen Boden, reist nach Hangzhou und weiter auf dem Kaiser-Kanal über Nanking nach Norden. Drei Jahre verbringt er in der Franziskanergemeinschaft in Khanbaliq [heute: Beijing] am Hofe des Großkahns, bis er mit seinem Glaubensbruder Jacobus de Hiberta die Rückreise antritt. Mit der irrtümlichen Bezeichnung einiger chinesischer Landesteile als 'Tibet', trägt Odorico zur späteren Verwirrung der Fachleute bei, die ihn für den ersten Europäer in diesem Land halten. Seinen Reisebericht diktiert er im Mai 1330 einem Mitbruder, doch das Manuskript scheint verloren. Die heutige Geschichtswissenschaft ist mit rund 130, zumeist unterschiedlichen Textversionen konfrontiert, unter denen die aus mündlicher Überlieferung stammende Handschrift des Heinrich von Glatz aus dem Jahr 1340 noch am zuverlässigsten sein dürfte.
Dietmar Henze analysiert mit viel Akribie jeden Satz des Reiseberichtes. Dabei finden sich auffällige Übereinstimmungen mit Textpassagen des 30 Jahre zuvor erschienenen Berichts von Marco Polo. Andere geographische Angaben erweisen sich als völlig unhaltbar. Hin- und Rückreise entpuppen sich letztlich als reine Fiktion und die China betreffenden Schilderungen stammen aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Berichten anderer Reisender. Im Reich der Mitte war der ehrenwerte Odorico da Pordenone ganz sicherlich nicht, so lautet Henze's Resümee - die Stadtväter werden das nicht gerne hören ...

. Publikationen: l (Aus dem Lateinischen) .
. Konrad Steckels deutsche Übertragung der Reise nach China des Odorico de Pordenone A*
. Ordorico de Pordenone (Gilbert Strasmann, Hrsg.)
Erich Schmidt Verlag, Berlin 1968.
Reihe: Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, 20. Lateinisch - Deutsch. 135 Seiten
. l Die Reise des seligen Odorich von Pordenone nach Indien und China (1314/18 - 1330) .
. Ordorico de Pordenone (Folker Reichert, Hrsg.)
Manutius Verlag Frank Würker GmbH, Heidelberg 1987
Mit 28 Abbildungen und 2 Karten. 161 Seiten.

1342


 

         
                   1346

erreicht die vorläufig letzte abendländische Gesandtschaft den chinesischen Kaiserhof: 32 Personen werden mit allen protokollarischen Ehren empfangen, unter ihnen Giovanni de Marignolli (Johannes de Marignollis *ca.1290,1358/59), Minorit aus Florenz, der darüber ausgiebig berichtet. Die Hinreise erfolgt 1338 über Konstantinopel und Serai an der Wolga nach Almalik und Hami entlang der Seidenstraße; die Rückreise
per Schiff von Zayton [das heutige Quanzhou gegenüber der Insel Taiwan] über Java, Ceylon und Ägypten. In seiner später auf Geheiß Kaiser Karls IV. herausgegebenen Chronicon Bohemiae (Geschichte Böhmens) finden sich viele Reiseerinnerungen an seine Chinamission.

. Publikation: l Johannes von Marignollis, minderen Bruders und Päbstlichen Legaten Reise in das Morgenland v. J. 1339-1353 .
. (J. G. Meinert, Hrsg.)
Abhandlungen der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, Prag 1820.
108 Seiten

 

1368 wird das in China regierende mongolische Kaiserhaus der Yüan wieder durch Chinesen gestürzt und die Ming-Dynastie wird gegründet. Das Herrscherhaus der Ming verbietet das Christentum in China. Sämtliche Spuren des römischen Christentums verschwinden so nachhaltig, daß selbst die späteren Jesuitenmissionare des 17. Jahrhunderts von ihren Franziskaner-Vorgängern aus der Yüan-Dynastie gar nichts erfahren.
Auch für Tibet bedeutet der Dynastienwechsel das Ende der Abhängigkeit vom chinesischen Reich. Die tibetischen Fürsten hatten sich 1207 Dschingis Khan friedlich unterworfen und sehen diese Bindung nun als aufgehoben an.
1517 landen die ersten Portugiesen unter Fernao Peres de Andrade in Canton und entsenden 1520 die erste portugiesische Gesandtschaft nach Peking, die jedoch ergebnislos verläuft. Die Portugiesen setzen sich in Macao als einzigem erlaubten Handelsplatz fest und gründen dort 1557 eine eigene Kolonie.

1549










                   1553

gerät der portugiesische Seemann Galiotto Pereira (auch: Galeote Pereira) in chinesische Gefangenschaft. Vor der Küste der chinesischen Provinz Fujian hatte er sich am Gewürz-Handel beteiligt, der für die ausländischen Seefahrer große Gewinne abwarf, vom Kaiserhaus der Ming jedoch verboten ist und als Schmuggel streng bestraft wird. Zusammen mit dreißig anderen Portugiesen und chinesischen Hilfskräften wird er von den chinesischen Behörden im März aufgebracht und über Land in die sieben Tagereisen entfernte Provinzhauptstadt Foochow [Fuzhou] gebracht und nach 22 Monaten Haft zum Tode verurteilt. Nur durch einen Zufall entgeht er der Hinrichtung: Eine Intrige am Kaiserhof stürzt den leitenden Zollbeamten und hebt die Hinrichtung auf. Die ausländischen Gefangenen werden daraufhin lange Zeit im Süden Chinas von Stadt zu Stadt verlegt und wieder abgeschoben, bis es Pereira schließlich im Februar
gelingt, sich durch Bestechung zur Insel Shang-ch'uan (St. John's-Island) vor der südchinesischen Küste durchzuschlagen und ein portugiesisches Schiff zu erreichen.

  . Publikationen: l

Algũas cousas sabidas da China por purtugeses que estiverão la catiuos e tudo na verdale que se tirou dum tratado que fez Galiote Pereira homem fidalgo que la esteue catiuo alguns annos e vio tudo isto passar na verdade o qual he de muito credito.

.
.

Luis Frois S. J.
Goa  [Indien] 1561
Seiten 214-226
(Teil eines Jahresberichts der indischen Jesuiten Niederlassung nach Rom)

. l South China in the Sixteenth Century. Being the narratives of Galeote Pereira; Fr. Gaspar da Cruz, O.P.; Fr. Martin de Rada, O.E.S.A. (1550-1575) .
.

C. R. Boxer (Hrsg.)
The Hakluyt Society, London 1953
Mit Abbildungen und Karten. 388 Seiten


 
1582

   

                   1601

erreicht Jesuitenpater Matteo Ricci (*1552,1610; Biographie) die portugiesische Kolonie Macao und reist schon ein Jahr später weiter nach Chao-ch'ing [das heutige Zhaoqing], die westlich von Kanton gelegene Residenzstadt des Vizekönigs, wo er - ungeachtet aller Widerstände - eine Kirche errichtet. 
bietet sich ihm endlich die Chance nach Peking zu reisen. Am kaiserlichen Hof findet er aufgrund seiner für die Chinesen erstaunlichen technischen Kenntnisse eine Anstellung und erhält den Namen "Li Ma-dou". Dank seines phänomenalen Gedächtnisses beherrscht er in kürzester Zeit nicht nur die chinesische Schrift und Sprache, sondern auch die klassische konfuzianische Literatur. Im Laufe der nächsten Jahren folgen ihm eine Vielzahl von Jesuiten nach China (darunter auch der Spanier Diego de Pantoya chin. Name: P'ang Ti-ngo; *1571,
1618) und bringen mit ihren Berichten erste Kunde vom 'Reich der Mitte' nach Europa.

. Publikation: l Histori Und eigentliche beschreibung, erstlich was gestalt, vermitelst sonderbarer Hülff und Schickung deß Allmächtigen, dann auch der Ehrwürdigsten Vätter der Societet Iesu gebrauchten Fleiß, und außgestandener Mühe, Arbeit und Gefahr, nunmehr und vor gar wenig Jahren hero, das Evangelium und Lehr Christi in dem großen und gewaltigen Königreich China eingeführt, gepflantzt und gepredigt wird. An andern, wie sie alle andere Politische und Weltliche Sachen und Gelegenheiten aldort beschaffen, befunden. Alles lustig und nutzlich zu lesen.  .
.

Diego de Pantoya (Egidium Albertinum, Übers.)
Adam Berg, München 1608
167 Seiten

. l China in the Sixteenth Century: The Journals of Matteo Ricci, 1853-1610 .
.

Louis J. Gallagher (Hrsg.)
New York 1953

. l Histoire de l'expédition chrétienne au royaume de la Chine (1852-1610) .
.

Joseph Shih (Hrsg.)
Paris 1978

1619


















                 
1666

erreicht der Kölner Jesuit Johann Adam Schall von Bell (chinesischer Name: Tang Daowei; *1592,1666; Biographie) zusammen mit Nicolas Trigault (chinesischer Name: Kin Ni-ko; *1577,1628) und anderen Ordensbrüdern die portugiesische Enklave Macao und wird schon bald wegen seiner mathematischen und astronomischen Kenntnisse an den Hof des letzten Ming-Kaisers berufen. Den Jesuiten untersteht dort die Reform des chinesischen Kalenders, der große Bedeutung als Legitimitätsbeweis für die Herrschaft des Kaisers besitzt. Nach dem Sturz der chinesischen Kaiserdynastie durch die Mandschus, kann sich die christliche Mission am Hofe der neuen Qing-Kaiser behaupten, weil auch diese das Legitimitätsprinzip des Kalenders und der Voraussage der Sternenpositionen übernehmen und dafür die europäischen Astronomen benötigen. Schall von Bell wird Lehrer und Vertrauter des ersten Mandschu-Kaisers Shunzhi, der den sechzigjährigen Pater so ins Herz schließt, daß er ihn sogar "Großvater" (mafa) nennt.  Bell wird Vorsteher des Mathematisch-Astronomischen Amtes und Mandarin der 1. Klasse. Mit dem frühen Tod des ersten Mandschukaisers wendet sich für die Jesuiten jedoch das Blatt: sie fallen in Ungnade, werden ihrer Aufgaben enthoben und nach Canton ausgewiesen. Schall von Bell, dem man ein Mitwirken am Tode Shunzhi's vorwirft, wird in Peking sogar in den Kerker geworfen. Nur durch das Einschreiten der Kaiserin-Mutter entgeht er der Vollstreckung des Todesurteils, stirbt jedoch
kurz nach seiner Freilassung und Rehabilitierung an den Folgen der Entbehrungen.

. Publikation: l Historia narratio de inito et progressu missionis societatis Jesu apud chinenses ac praesertim in regia pequinensi ex literis R.P.Joannis Adami Schall, ex eadem societate, supremi ac regii mathematum tribunalis ibidem praesichs collecta Viennae Austriae anno 1665 typis Matthaei Cosmerovii, S.C.M. aulae typographi
Johann Adam Schall von Bell
Cosmerovius, Wien 1665
Mit einem Portrait. 267 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Geschichte der chinesischen Mission unter der Leitung des Pater Johann Adam Schall, Priesters aus der Gesellschaft Jesu .
.

Johann Adam Schall (Ignaz Schumann Mannsegg, Hrsg.) Mechitaristen-Congregations-Buchhandlung, Wien 1834
461 Seiten


 
1624,
 








                 
1627

genauer gesagt am 30. März, reist António de Andrade (*1580,1634) (H*), ein portugiesischer Jesuitenpater, als erster westlicher Mensch nachweislich nach Tibet und gründet in Tsaparang, der Hauptstadt der Königreiches Guge in West-Tibet, eine Missionsstation. Anlaß für seine Reise bilden vage Berichte, die Tibeter seinen Christen-Abkömmlinge der Nestorianer oder Anhänger des sagenumwobenen Priesterkönigs Johannes. Am 8. November verfasst er in Agra bereits seinen Reisebericht und erreicht am 28. August 1625 Tsaparang zum zweiten Mal, wo er am 11. April des nächsten Jahres den Grundstein für eine christliche Kirche legt. Am 15. August 1626 verfasst er in Tsaparang den Bericht seiner zweiten Reise und muß sich dort zumindest bis September
aufgehalten haben, wie sich aus erhaltenen Korrespondenzen ergibt. 1630 ist er wieder in Goa und stirbt 1634, kurz bevor er erneut mit anderen Missionaren nach Tsaparang zurückkehren will. Während der nächsten 25 Jahre folgen mindestens 18 Missionare seinem Vorbild. Ob Andrade auch in Schigatse eine christliche Kirche oder ein Missionsgebäude erbaut hat, wie manche Quellen behaupten, ist unsicher.

. Publikationen: l

Novo descobrimento do Gram Cathayo, ou Reinos de Tibet, pello Padre Antonio de Andrade da Companhia de IESU, Portuguez, no Anno de 1624

.
. António de Andrade
Mattheus Pinheiro, Lisboa 1626.
(Deutsche Ausgabe:)
. Beschreibung einer weiten unnd gefährlichen Raiß / so ein Priester der Societet IESU P. Antonius de Andrade genant / auß der mission beym grossen Mogor in Asia / in ersuchung deß grossen Cataio und der Königreich Tibet /  den Christlichen Glauben in demselben bisher unbekandten Landen zuverkünden / einen anfang zu machen / mit unglaublücher Mühe und Arbeit im 1624. Jahr verricht. Den gutherzigen Gottes Ehr / und Christlichen Glaubens außbraitung eyferig liebenden Teutschen zugefallen. A*
.

Andream Aprerger, Augspurg 1627
"Auß Spanischer Sprach inn die Teutsche ubergesetzt".
24 Seiten

. l Letere annue del Tibet Del MDCXXVI. E della Cina Del MDCXXIV. .
.

Antonio de Andrade
Rom 1628
130 Seiten

. l Tsaparang - Königsstadt in Westtibet. Die vollständigen Berichte des Jesuitenpaters António de Andrade und eine Beschreibung vom heutigen Zustand der Klöster. A*
. Jürgen C. Aschoff
MC Verlag Jochen Knips, Eching 1989.
Mit 52 Farbfotos, 2 Zeittafeln, 1 Lageskizze. 176 Seiten

 

1624 landen die Holländer auf einer Insel vor der chinesischen Küste, die erst kurz zuvor von portugiesischen Seefahrern entdeckt und "die schöne Insel", Ilha Formosa, getauft worden ist. Die Holländer gründen daraufhin im Südwesten der Insel ihre Festung "Zeelandia" [das heutige Tainan].
1642 besiegt der Mongolen-Herrscher Guschri Khan den regierenden König von Tibet und ernennt den 5. Dalai Lama zum geistigen und weltlichen Oberhaupt Tibets. Damit beginnt hier die Theokratie, in der die Gelugpa-Sekte (Gelbmützen) Staatskirche wird und die eigentliche politische Macht übernimmt.
1644 erfolgt in China wieder ein Wechsel der Kaiserdynastie: Als aufständige Truppen in der Hauptstadt einrücken, erhängt sich der letzte Ming-Kaiser im Garten des Kaiserpalastes in Peking. Die nachfolgenden mandschurischen Eroberer gründen die neue Dynastie der QING. Viele treue Anhänger des Ming-Kaiserhauses weichen daraufhin auf die Insel Formosa aus, die die Chinesen Taiwan nennen.

1646
        












                   1647

erreicht der aus Schleswig-Holstein stammende und als Soldat in holländischem Dienst stehende Jürgen Andersen (*1620,1679) (H*) die Insel Formosa. Nach kurzem Aufenthalt in der Festung Zeelandia wird er als Begleitmannschaft für ein Handelsschiff nach Batavia abkommandiert, doch das Schiff kentert in einem Taifun vor der chinesischen Küste. Nur fünf Personen können sich retten, werden von den Chinesen aber aufgegriffen und wie Leibeigene gehalten. Andersen wird so erst nach Kanton und von da aus in die Stadt Pennamhu [Shandong] gebracht, wo er für seinen neuen Herren im chinesischen Heer gegen die aus Norden eingefallenen Mandschuren kämpfen muß. Doch das chinesische kaiserliche Heer der Ming wird geschlagen und Andersen fällt als Kriegsgefangener einem mongolischen Fürsten zu. Mit dessen Troß muß er nach Norden, acht Tagesreisen nördlich der Große Mauer ziehen. Dank seiner guten Waffenkenntnisse werden ihm vom mongolischen Fürsten einige Freiheiten zugestanden, die Andersen schon nach wenigen Wochen nutzt, um mit einem andere Mitgefangenen zu fliehen. Es gelingt ihm
westwärts durch Turckestan bis Samarchand zu gelangen. Erst Mitte 1650 endet seine Odyssee wieder in Deutschland.

. Publikation: l

Orientalische Reise=Beschreibunge Jürgen Andersen aus Schleswig der An. Christi 1644. außgezogen und 1650. wiederkommen. Und Volquard Iversen aus Holstein so An. 1655. außgezogen und 1668. wieder angelanget. Seynd beyde respective durch OstIndien / Sina / Tartrien / Persien / Türckeyen / Arabien und Palestinam gezogen: und haben zu Wasser und Land viel merckliche Dinge gesehen und erfahren; Aus deren Bericht mit lust und auch verwunderung zu vernehmen die Beschaffenheit und heutiger Zustand der Insulen / festen Länder / Städte / der Einwohner Leben / Sitten und Lehre. Wie auch Von ihren erlittenen erbärmlichen Schiffbrüchen.

.
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Adam Olearius (Hrsg.)
Fürstliche Druckerei (Schleswig-Holstein), Schleswig 1669 
Mit Frontispiz und zahlreichen Abbildungen. 223 Seiten
(Reprint:) 
Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1980
236 Seiten und Nachwort


 
1648

wird Caspar Schmalkalden, aus dem deutschen Thüringen stammend, im Dienste der Holländer erst als Söldner, dann als Landvermesser auf der "Ilha Formosa" vor der Küste Chinas stationiert und verbringt dort die nächsten drei Jahre. Er führt ein Tagebuch, in dem er all das vermerkt, was ihm hier in der exotischen Fremde begegnet. Durch glückliche Umstände bleiben seine Aufzeichnungen erhalten und führen später zu einer wundervollen

  . Publikation: l

Die wundersamen Reisen des Caspar Schmalkalden nach West- und Ostindien 1642-1652.
Nach einer bisher unveröffentlichten Handschrift bearbeitet und herausgegeben von Wolfgang Joost.

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VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig, DDR, 1983.
Mit zahlreichen Abbildungen


 
1655 - 57

entsendet die Ost-Indische Gesellschaft von Batavia aus ihre erste offizielle Gesandtschaft zum Kaiser von China, unter Führung der Kaufleute Pieter de Goyer und Jacob de Keyzer (H*), um endlich auch dieses Land für den holländischen Handel zu erschließen. Doch die Chinesen sind von den langnasigen Barbaren wenig erbaut und lassen sich nur zu der Bewilligung herab, die ausländischen Händler alle acht Jahre einmal zu empfangen. Mit zur Gesandtschaft zählt Joan Nieuhof (auch: Johann Nijhof oder Neuhof; *1618,1672) (H*) als Hofmeister und begabter Kupferstecher. Auf dieser langen Reise durch China - über Canton, den Pojang-See und den Kaiserkanal hinauf nach Peking - fertigt Nieuhof zahlreiche großformatige und detailreiche Kupferstiche von Städten, Landschaften und Volkstypen an. Die Drucke werden erst lange nach seinem Tod von dessen Bruder 1693 vollständig herausgegeben, erscheinen vorher aber schon vereinzelt in anderen Buchausgaben.

. Publikationen: l Het Gezandtschap der Neêrlandtsche Oost-Indische Compagnie, aan den Grooten Tartarischen Cham, den tegenwoordigen Keizer van China .
. Joan Nieuhof (Hendrik Nieuhof, Hrsg.)
Amsterdam 1665
Mit über 150 Kupferstichen von Joan Nieuhof
(Spätere Neuausgabe:
. By Wolfgang, Waasberge, Boom, van Someren, en Goethals, Amsterdam 1693)
(Französische Ausgabe:)
. L'AMBASSADE de la COMPAGNIE ORIENTALE des PROVINCES UNIES vers l'EMPEREUR de la CHINE ou GRAND CAM de TARTARIE ou EMPEREUR de la Chine. Faite par Pierre de GOYER et Jakkcob de KEYSER 1655-1657. .
. Jacob de Meurs, Leyden 1665
Illustrée d'une tres-exacte Description des Villes, Bourgs, Villages, Ports de Mers, & autres Lieux plus considerable de la Chine; Enrichit d'un grand nombre de Tailles douces, le tout recveilli par le Mr. Jean Nieuhoff. Maitre d'Hostel de l'Ambassade, a present Gouverneuer en Coylan.
290 und 134 Seiten.
(Deutsche Ausgabe:)
. Die Gesandtschaft der Ost-Indischen Gesellschaft in den Vereinigten Niederlaendern an den Tartarischen Cham und nunmehr auch Sinischen Keiser .
. Jacob Mörs, Amsterdam 1666
Mit 34 doppelseitigen und 109 in den Text eingefügten Kupferstichen (mit teils holländischer, teils holländisch/ englischer Beschriftung). 444 Seiten zuzüglich Vorspann und Register.

 
. l Joan Nieuhof, Bilder aus China. 1655-1657 .
. Delphi Verlag, Nördlingen 1985
Mit allen Abbildungen aus dem Original von 1665 (in verkleinertem Maßstab), 124 Seiten

 
1658






                   1669







                  1688.

erreicht der Jesuitenpater Ferdinand Verbiest (chinesischer Name: Nan Huairen Dunbo; *1623,1688) China, verbringt kurze Zeit in der Provinz Shaanxi und wird dann von Johann Adam Schall von Bell, dem Präsidenten des Mathematisch-Astronomischen Amtes, nach Peking an den Kaiserhof gerufen. Als es kurze Zeit später durch Intrigen am Kaiserhof zur Christenverfolgung kommt, kann Verbiest das Vertrauen des neuen Kaisers Kangxi durch seine überzeugenden wissenschaftlichen Fähigkeiten zurückgewinnen. 
wird er zum Präsidenten des Mathematisch-Astronomischen Amtes ernannt. Um die Loyalität der Christen gegenüber dem Kaiserhof zu beweisen, baut Verbiest Kanonen, renoviert das Pekinger Observatorium, verfertigt eine Weltkarte und konstruiert mit seinen Mitbrüdern hydraulische Instrumente. Dem Kaier erteilt er Unterricht in Mathematik und Astronomie und entwickelt für ihn das erste, dokumentarisch belegte dampfgetriebene Auto. Im Gegenzug sichert Kaiser Kangxi den Bestand der christlichen Kirche in China. Verbiest bleibt Mitglied des Hofstaates bis zu seinem Tod im Jahr
    

. Publikation: l Voyages de l'empereur de la Chine dans la Tartarie, auxquels on a joint une nouvelle découverte au Mexique .
. (Pater Verbiest)
Etienne Michallet, Paris 1685
ebenfalls in:
Travels of the Jesuits, into Various Parts of the World: Compiled from their Letters
J. Lockman (Hrsg.)
John Noon, London 1743
"Illustrated with Maps and Sculptures". 
Volume II. Seiten 126 - 160


 



 

1661
    

    

    
    
 
    
    
                 
1661
   
   


                  
1664

blockieren die Holländer den Hafen von Canton. Der auf der Rückreise nach Europa befindliche österreichische Jesuitenpater, Astronom und Mathematiker Johannes Grueber (chin. Name: Bai Nai-Xin Cai-Yang; *1623,1680) (H*) und sein Glaubensbruder Albert d'Orville (chin. Name: Wu Er-Duo Shao-Bo;*1621,1662) (H*) sind deshalb gezwungen, sich einen Überlandweg nach Indien zu suchen und wählen den alten Karawanenweg über die westchinesische Stadt Sining nach "Lassa". Dort treffen sie am 6. Oktober 
ein und sind damit
die ersten westlichen Menschen, die jene Hauptstadt von "Barantola" erreichen. Nach Gruebers Skizzen ensteht später die erste bildliche Darstellung des Potala-Palastes. Über Schigatse und Kathmandu reisen sie nach Agra, wo d'Orville an Erschöpfung stirbt. Sie haben die Strecke Peking-Agra in nur 214 Tagen bewältigt. Johannes Grueber reist alleine nach Rom zurück, wo er
ankommt.

. Publikationen: l Athanasii Kircheri. China Monumentis qua Sacris qua Profanis, Nec non variis Naturae & Artis spectaculis, Aliarumque rerum memorabilium Argumentis illustrata .
. Athanasius Kircher
Jacobum a Meurs, Amstelodami 1667
Mit Frontispiz, zahlreichen großformatigen Bildbeigaben und Abbildungen im Text. 237 Seiten + Anhang.

 
. l Relations de divers voyages curieux qui n'ont point esté traduites d'Hacluyt de Purchas d'autres voyageurs .
. Melchisedech Thevenot
Paris 1666-1672
. l Johann Grueber in Lhasa. Ein Österreicher als erster Europäer in der Stadt des Dalai-Lama A*
. Bruno Zimmel (Hrsg.)
Erweiterter Sonderdruck aus "Biblos" Österreichische Zeitschrift für Buch- und Bibliothekswesen. 2. Heft 3/4
Wien 1953. Mit 2 Abbildungen. 21 Seiten
. l Als Kundschafter des Papstes nach China 1656-1664.
Die erste Durchquerung Tibets. Nach den Briefen Johannes Gruebers und den Berichten seiner Biographen Athanasius Kircher und Melchisedech Thevenot.
A*
. Franz Braumann (Hrsg.)
K. Thienemann, Edition Erdmann, Stuttgart 1985
Reihe: Alte abenteuerliche Reiseberichte. Mit
25 zeitgenössischen Abbildungen und 2 Karten. 200 Seiten

 

1661 belagert der Anführer der nach Taiwan geflohenen ehemaligen Ming-Getreuen, Kwa-shing (portugiesische Schreibweise Koxinga), zehn Monate lang den holländischen Stützpunkt Zeelandia. Unter hohen Verlusten müssen sich die Holländer geschlagen geben und werden 1662 von der Insel vertrieben. Trotz aller späterer Bemühungen wird es ihnen nicht mehr gelingen, ihre Festung noch einmal zurückzuerobern.

1662

rüstet die Ost-Indische Gesellschaft zur zweiten Gesandtschaftsreise an den chinesischen Kaiserhof und legt neben Gastgeschenken auch das Angebot vor, gemeinsam mit chinesischen Streitkräften die abtrünnigen Ming-Anhänger auf Taiwan/Formosa zu bekämpfen, die als Piraten zunehmend auch Chinas Küsten überfallen. In den beiden folgenden Jahren besiegen die Holländer die einheimischen Truppen von Taiwan - können ihre eigene Oberherrschaft auf der Insel aber nicht wieder herstellen. Was ebenso wenig gelingt, ist ihr Wunsch, Handelsbeziehungen mit China aufzubauen und eine feste Niederlassung auf chinesischem Boden zu gründen. Die Verhandlungen über mehrere Mittelsmänner sind langwierig und umständlich und Balthaser Bort, Johan von Kampen und Constantin Nobel können nur erreichen, daß holländische Handelsdelegationen zukünftig alle zwei Jahre in China geduldet werden. Es wird klar, daß erfolgreiche Verhandlungen nur in direkter Audienz mit dem chinesischen Kaiser möglich sind.

. Publikation: l Gedenkwaerdig Bedryf der Nederlandschen Oost-Indische Maetschappye op de Kuste en in het Keizerrijk van Taising of Sina .
. Amsterdam 1670 (Olfert Dapper, Hrsg.)
(Deutsche Ausgabe:)
. Gedenkwürdige Verrichtung Der Niederländischen Ost-Indischen Gesellschaft in dem Kaiserreich Taising oder Sina, durch ihre Zweyte Gesandtschaft ... Ausgeführt durch J. van Kampen und C. Nobel;... Als auch die Dritte Gesandschaft verrichtet durch P. van Hoorn. Hierbey ist gefüget Eine ausführliche Beschreibung des gantzen Sinischen Reichs. 3 Teile in 1 Band. .
. Jacob von Meurs, Amsterdam 1675 (Olfert Dapper, Hrsg.)
Mit zahlreichen Kupferstichen. Der beigefügte dritte Teil Beschreibung des Keyserthums Sina oder Taising ist ein unabhängiges Werk, das aus Auszügen anderer Werke zusammengestellt wurde. Mit mehreren Kupferstichen.336 / 76 / 164 Seiten.

 
1665









                  1667,

wird deshalb von den Hohen Räten auf Batavia beschlossen, diesmal eine wirklich große Gesandtschaft auszurüsten, um den chinesischen Kaiser endlich zu beeindrucken und die kaiserliche Einstellung bezüglich des holländischen Handels im persönlichen Gespräch umzustimmen. Angeführt von Peter von Hoorn, dem "extraordinari-Raht und Pensionarius in Indien" und dem schon erprobten Constantin Nobel, machen sich fünf Schiffe Richtung China auf. Die Vorverhandlungen dauern lange und die Chinesen versuchen sich die Barbaren vom Halse zu halten. Doch im Januar 1667 kann die Delegation von Fukiens Hauptstadt aus wahrhaftig aufbrechen und reist den Kaiserkanal nordwärts über Nanking und Tientsin Richtung Peking. Der kaiserliche Empfang erfolgt am 21. Juni
doch der Gewinn für die Holländer bleibt vage.

. Publikation: l Gedenkwürdige Verrichtung Der Niederländischen Ost-Indischen Gesellschaft in dem Kaiserreich Taising oder Sina, durch ihre Zweyte Gesandtschaft ... Ausgeführt durch J. van Kampen und C. Nobel;... Als auch die Dritte Gesandschaft verrichtet durch P. van Hoorn. Hierbey ist gefüget Eine ausführliche Beschreibung des gantzen Sinischen Reichs. 3 Teile in 1 Band.
. Jacob von Meurs, Amsterdam 1675 (Olfert Dapper, Hrsg.)
Mit zahlreichen Kupferstichen. Der beigefügte dritte Teil Beschreibung des Keyserthums Sina oder Taising ist ein unabhängiges Werk, das aus Auszügen anderer Werke zusammengestellt wurde. Mit mehreren Kupferstichen.336 / 76 / 164 Seiten.

 

1669 besetzen chinesische Truppen die Insel Taiwan und gliedern sie erstmals als neue Provinz dem chinesischen Großreich ein. 

1687
    
       
       
  
  
  
    
                   1688

erreichen die französischen Jesuitenmathematiker Joachim Bouvet (chin. Name: Bai Jin Ming-Yuan; *1656,1730) (H*)Jean de Fontaney (chin. Name: Hong Ruo Shi-Deng; *1643,1710) (H*), Jean-Francois Gerbillon (chin. Name: Zhang Cheng Shi-Zhai; *1654,1707) (H*), Louis-Daniel Le Comte (chin. Name: Li Ming Fou-Tch'ou; *1655,1728) (H*) und Claude de Visdelou (chin. Name: Liu Ying Sheng-Wen; *1665,1737) die Stadt Ning-po an der chinesischen Ostküste. Vom Präsidenten des Mathematisch-Astronomischen Amtes in Peking, Ferdinand Verbiest, angefordert und daraufhin durch Ludwig XIV. nach China entsandt, ziehen sie
über Hang-tschóu, Tschin-kiang, und I-tschóu zur Kaiserstadt Peking, wo sie im Februar ankommen. Während Bouvet fünf Jahre später in nur sechs Wochen von Peking nach Kanton reist (eine Strecke von allein 2500 Kilometern Luftlinie) und 1699 dann im Auftrag des Kaisers Kangxi an der großen topographischen Gesamtaufnahme des chinesischen Reiches teilnimmt, hält es Fontaney nur einen einzigen Monat in Peking, dann tritt er über Kai-feng und Nan-king eine Mission durch Nordost-China an und kehrt später wieder nach Europa zurück. Bruder Gerbillon reist mit Kaiser Kangxi oder zumindest in dessen Auftrag achtmal durch die südliche und östliche Mongolei. 

. Publikationen: l Das heutige Sina, von dem berühmten königl. Frantzöischen Mathematico R.P.Louis le Comte der Societät Jesu / Durch Curieuse .... Sendschreiben / Den Liebhabern seltener Sachen zu sonderbarer Vergnügung vorgestellet. .
. Franckfurt und Leipzig 1699
. l Route Que tinrent les Peres Bouvet, Fontaney, Gerbillon, le Comte, & Visdelou depuis le Port de Ning po jusqu'à Peking. .
. Du Halde, Paris 1735
In: Description géographique, historique, etc. de l'Empire de la Chine et de la Tartarie chinoise.
. l Father De Fontaney, to the Reverend Father De La Chaise .
. J. Lockman (Hrsg.)
John Noon, London 1743
In: Travels of the Jesuits, into Various Parts of the World: Compiled from their Letters. 
"Illustrated with Maps and Sculptures". 
Volume II. Seiten 50 - 126

 
 

 

. l The journey ... from Pe-king to Kanton ... in 1693 .
. T. Astley
London 1745-1747
(Die Reise des Paters Bouvet im Auftrag des chinesischen Kaisers nach Europa. In: Band 3; A new general collection of voyages and travels)
. l The journey ... from Pe-king to Kyang-chew, ... in 1688 .
. T. Astley
London 1745-1747
(Die Reise des Paters Fontaney in die Provinz Shanxi und nach Nanjing im Auftrag des chinesischen Kaisers. In: Band 3; A new general collection of voyages and travels)
. l Le voyage du père de Fontaney au Siam et à la Chine, 1685-1687; d'après des lettres inédites .
. Henri Bernard
Editions Cathasia, Tientsin 1942
1692
 
 
 



 
 
 
                   1693






                   1695

wohnt der deutsche Kaufmann  Eberhard Isbrand Ides (*1657,1708) (H*) gerade erst fünf Jahre in Moskau, als ihm die Ehre zuteil wird, als Gesandter Zar Peter I. nach Peking zu reisen, um mit den dortigen offiziellen Stellen über Handelsfragen zu beraten. Dies trifft sich für ihn aufs Glücklichste, denn im Jahr zuvor hat er gerade bankrottiert und mit dem Druck seiner Gläubiger im Nacken, scheint der Ausweg für ihn nun im lukrativen Chinahandel zu liegen. Er leiht sich Geld und Handelsware (vom Zaren!) und bricht im März mit seinem Begleiter Adam Brand (*~1693,1713) und großem Troß auf. Es wird eine langwierige und mühsame Reise durch weitestgehend ungebahntes Gebiet, über den Ural, quer durch Sibirien zum Baikal-See und von dort in einer weiten Schleife durch die Mongolei, bis sie nach eineinhalb Jahren im November
endlich Peking erreichen. Doch das gegenseitige Kennen der Völker steckt noch in den Kinderschuhen und so scheitert auch Ides schon im Vorfeld am chinesischen Hofzeremoniell. Ein Handelsabkommen kommt nicht zustande und auch alle anderen diplomatischen Anliegen verlaufen im Sande. Ides nutzt die Zeit mit allerlei Kauf und Verkauf, bis man nach drei Monaten die Rückreise antritt. Für einen holländischen Auftraggeber werden auch jetzt wieder ausführliche Kartenaufnahmen der ganzen Marschroute gefertigt und erst zu Beginn des Jahres
ist die Gesandtschaft in Moskau zurück. Isbrand Ides ist finanziell saniert und der holländische Auftraggeber, der Amsterdamer Bürgermeister N. Witsen, sorgt für die

. Publikation: l Driejaarige reize naar China, te lande gedaan door den Moskovischen afgezant, E. Ysbrants Ides, van Moskou af, over Groot Ustiga, Siriania, Permia, Sibirien, Daour, Groot Tartaryen tot in China .
. Evert Ysbrants Ides 
Gedrukt by François Halma, T'Amsterdam 1704
Mit zahlreichen Abbildungen. 243 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Dreyjährige Reise Nach China / Von Moscau ab zu lande durch groß Ustiga / Siriania / Permia / Sibirien / Daour / und die grosse Tartarey; gethan durch den Moscowitischen Abgesandten Hrn. E. Yßbrants Ides: Nebst einer landcharte und vielen kupfferstichen/ so von dem abgesandten selbst auff der reise auffgezeichnet worden; Wie auch Einer beschreibung von China durch einen Chineser in seiner sprache geschrieben. .
. Thomas Fritschen, Franckfurt 1707
Frontispiz, Titelvignette und 27 Kupfertafeln, teils ganzseitig, sowie eine Landkarte. 466 Seiten

. l Beschreibung Der Chinesischen Reise / welche vermittels Einer Zaaris. Gesandtschaft Durch Dero Ambassadeur / Herrn Isbrand Ao. 1693. 94 und 95 von Moscau über Groß=Ustiga / Sibirien / dauren und durch die Mongalische Tartarey verrichtet worden: Und was sich dabey begeben / aus selbst erfahrner Nachricht mitgetheilet Von .
. Adam Brand
Bey Benjamin Schillern, Hamburg 1698
. l

Beschreibung der dreijährigen Chinesischen Reise. Die russische Gesandtschaft von Moskau nach Peking 1692 bis 1695 in den Darstellungen von Eberhard Isbrand Ides und Adam Brand

. (Michael Hundt, Hrsg.)
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 364 Seiten

 
1695









                   1696

erreicht der unternehmungslustige italienische Jurist Giovanni Francesco Gemelli Careri (*1651,1725) im Rahmen seiner vor zwei Jahren begonnenen privaten Weltreise das Chinesische Reich. Durch glückliche Umstände öffnen sich ihm hier alle Türen: Die Jesuiten Missionare halten den gebildeten italienischen Reisenden für einen Gesandten des Papstes, der inkognito die Missionsstationen inspizieren soll. Gemelli Careri wird somit sehr herzlich aufgenommen und so weit unterstützt, dass er durch die Pater sogar eine Audienz beim chinesischen Kaiser vermittelt bekommt. Von Macao führt seine Reise über Canton, Nanchang und Nanking quer durch das chinesische Reich nach Peking, wo er am Laternenfest teilnimmt und später die Große Mauer besichtigt.
kehrt er zur portugiesischen Kolonie Macao im Süden Chinas zurück und setzt von dort seine Weltreise mit dem Schiff Richtung Philippinen fort.

. Publikation: l Giro Intorno al Mondo .
. Giovanni Francesco Gemelli Careri
1699
(Englische Ausgabe:)
.  

A voyage round the world

.
. A. and J. Churchill, London 1704
(Im 4. Band von: A collection of voyages and travels, Seiten 289-415)

Macht und Einflußbereich der neuen Qing-Dynastie weiten sich durch deren energische Militäraktionen von Jahr zu Jahr weiter aus: 1697 unterliegt das Gebiet der Äußeren Mongolei und 1698 tritt Russland, im Friedensschluß von Nertschinsk, weite Gebiete nördlich des Amur an China ab. Außerdem stecken beide Staaten die Grenzen der heutigen "Äußeren Mongolei" zu Sibirien hin erstmals ab. Tibet und Ostturkestan gehören noch nicht zum chinesischen Reich.

1701

wird der nach Europa zurückgekehrte Jesuitenpater Jean de Fontaney (chin. Name: Hong Ruo Shi-Deng; *1643,1710) (H*) vom österreichischen Kaiser wieder als Gesandter an den Hof des chinesischen Kaisers geschickt. Zusammen mit elf weiteren Jesuiten, darunter der österreichische Pater Hieronymus Franchi (*1667,1718), erreicht die Delegation Kanton und wird vom örtlichen Mandarin sehr wohlwollend aufgenommen. Die Weiterreise erfolgt mit 16 Booten auf dem klassischen Weg: Zuerst landeinwärts getreidelt und dann mit dem Tragstuhl über Land. Während ein Teil der Jesuiten in einer Missionsstation der Stadt Nantschang verbleibt, reist Fontaney weiter an den Hof des Sohn des Himmels.

. Publikation: l Brief des Paters Franchi an Pater Studena in Austria
In: Der neue Weltbott
.
. (Joseph Stöcklein , Hrsg.)
Augsburg - Wien, 1726- 1758
10 Bände mit Briefen von Missionaren aus aller Welt.
(Wiedergabe des Briefes ebenfalls in:
Im Fernen Osten. Verlag Erdmann, Tübingen 1978)


  

1710

                   1711



                   1723.

erreicht der italienische Jesuit Matteo Ripa (*1682,1746) die portugiesische Enklave Macao und reist sogleich weiter nach Peking, wo er 
am Hof des chinesischen Kaisers Kangxi ankommt und im Kreis der jesuitischen Berater tätig wird. Als der Kaiser elf Jahre später stirbt, weist der Thronfolger alle Jesuiten aus, da sie infolge palastinterner Intrigen verdächtigt werden, am Tod des Kaisers mitverantwortlich zu sein. Ripa verlässt China deshalb
 

. Publikation: l Memoires of Father Ripa during Thirteen Years' Residence at the Court of Peking in the Service of the Emperor of China; with an Account of the Foundation of the College for the Education of Young Chinese at Naples. .
.

Dieses Buch
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(Fortunato Prandi, Hrsg.)
Willey & Putnam, New York 1846
174 Seiten
1715





                   1719








                   1727


                   1736

startet der schwedische Offizier in russischen Diensten Lorenz Lange zur ersten seiner insgesamt vier Karawanenreisen nach China. Sein Auftrag besteht alleinig darin, chinesische Verzierungen für ein Lustschloss des russischen Zaren Peters I. zu beschaffen. Während An- und Abreise aufwändig und anstrengend sind, können die Einkäufe nicht groß gewesen sein, denn bereits nach zwei Monaten wird die Rückreise angetreten.
erfolgt die zweite Reise, diesmal unter der Leitung des russischen Asien-Reisenden Leo Wasiliewitsch Ismailow, der eine Gesandtschaft des Zaren an den Kaiserhof nach Peking führt. Vom Baikal-See geht es vorbei an Selenginsk und Kjachta über die sibirisch-mongolische Grenze nach Urga, von wo aus man dann in südlicher Richtung die Wüste Gobi durchquert. Mit von der Partie ist der englische Arzt John Bell (*1691
,1780); Lorenz Lange ist Sekretär der Delegation und es muss den Sendboten gut in der Hauptstadt des Chinesischen Reiches gefallen haben, denn sie bleiben für volle drei Jahre an Ort und Stelle. Auch Zar Peter muss mit dem Geleisteten zufrieden gewesen sein, denn
wird Lorenz Lange, nunmehr selbst der Alleinverantwortliche, zum dritten Mal auf den Weg geschickt, wieder über Kjachta und Urga durch die Gobi. Bis 1728 ist er mit diesem Auftrag beschäftigt.
folgt die vierte und letzte Mission, diesmal von Zuruchaitu aus östlich an Urga vorbei durch die Wüste Gobi nach Peking. Genauere Auskünfte über seine Reisen geben die

. Publikationen: l Die Gesandtschafft Ihro Käyserl. Majest. von Gross-Russland an den Sinesischen Käyser, wie solche anno 1719 aus St. Petersburg nach der Sinesischen Haupt- und Residentz-Stadt Pekin abgefertiget: bey dessen Erzehlung die Sitten und Gebräuche der Chineser, Mongalen und anderer Tartarischen Völcker zugleich beschrieben, und mit einigen Kupffer-Stücken vorgestellet werden. .
. Georg Johann Unverzagt
Johann Christian Schmidt, Lübeck 1725
. l

Journal de la résidence du sieur Lange, agent de sa Majesté imperiale de la grande Russie à la cour de la Chine: dans les années 1721 & 1722

.
. Lorenz Lange
Chez Abraham Kallewier, Leyde 1726
. l

Tagebuch einer in den Jahren 1727 und 1728 über Kjachta nach Peking unter Anführung des  Agenten Lorenz Lange gethanen Karawanenreise

.
. Lorenz Lange
St. Petersburg und Leipzig 1781
In: Neue Nordische Beyträge. 2.Band
. l

Tagebuch einer im Jahre 1736 unter Anführung des Kanzleyraths Lange und des Commisars Firsof von Zuruchaitu durch die Mongoley nach Peking verrichteten Karawanenreise

.
. Lorenz Lange
St. Petersburg und Leipzig 1781
In: Neue Nordische Beyträge. 2.Band
. Neuausgabe: Reise nach China .
. Lorenz Lange
Akademie-Verlag, Berlin 1986
Mit 12 zeitgenössischen Illustrationen und 1 Karte.120 Seiten

 
. l Travels from St. Petersburgh in Russia, to various parts of Asia .
.

Teil I
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Teil II
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John Bell of Antermony (Hrsg.)
Glasgow 1763
(Textsammlung in zwei Teilen. Enthält u.a. "A journey from St. Petersburg in Russia, to Pekin in China" sowie "Journal of Mr. de Lange")

 
. Neuausgabe: A Journey From St. Petersburg To Pekin 1719 - 22 by J. B. of Antermony .
. (J.L. Stevenson, Hrsg.)
Edinburgh 1965
(Deutsche Ausgabe:)
.

Dr. Johann Bells Reisen von Petersburg in verschiedene Gegenden Asiens nach Persien, Sina u.s.w.

.
. Hamburg 1787
In: Neue Sammlung von Reisebeschreibungen. 9. Theil
1716       



 
                   1721

haben die Jesuitenmönche Emanuel Freyre und Ippolito Desideri (*1684,1733) (H*) eine siebenmonatige Reise von Leh in Ladakh, über Gartok, den Manasarovar-See und das Tsangpo-Tal hinunter bis nach Lhasa hinter sich, als sie dort am 18. März 1716 ankommen. Aufgrund seiner umfangreichen und gründlichen Studien kann Desideri als Begründer der abendländischen Tibetologie angesehen werden. Er bleibt bis
im Kloster Sera bei Lhasa und muß Tibet schließlich verlassen, weil Rom das tibetische Missionsgebiet 1718 den Kapuzinern zugesprochen hat. In Nepal und Indien läßt er sich sechs Jahre Zeit, bevor er um das Kap der guten Hoffnung herum über Paris, Marseilles und schließlich Neapel die Heimreise antritt, um dann in Rom 1728 Bericht zu erstatten. Das 500seitige Manuskript Desideris wird erst im Jahr 1875 vom Sekretär der Italienischen Geographischen Gesellschaft, Professor Puini, in der Privatbibliothek des Cavaliere Rossi-Cassigoli in Pistoia aufgefunden und 29 Jahre später in Auszügen veröffentlicht.

. Publikationen: l Relazione e Notizie Istoriche del Thibet  e Memorie de' Viaggi e Missioni ivi fatti dal P. Ippolito Desideri della Compagnia di Giesù.
Ippolito Desideri
(Manuskript)
(Neuausgabe durch Carlo Puini,
Società geografica italiana, Rom 1904)
.
. l Zur Geschichte der Erforschung Tibets A*
. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart 1876
In : Das Ausland. Ueberschau der neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Natur-, Erd- und Völkerkunde. 46 Seiten
. l An Account of Tibet. The Travels of Ippolito Desideri of Pistoia, S.J., 1712-1727 .
. Filippo di Filippi (Hrsg.)
Routledge, London 1932
474 Seiten
. l A Missionary in Tibet. Letters and other papers of Fr. Ippolito Desideri, S.J. (1713-21) .
. (H. Hosten, Hrsg.)
Cosmo Publications, India 1998
1716




 
                 
1745

treten Francesco Orazio Della Penna (auch: die Billa *1680,1745) (H*) und andere Kapuziner die Nachfolge der Jesuiten in Lhasa an, dürfen dort sogar eine Kapelle und ein Hospiz erbauen, bekehren aber in 26 Jahren nur wenige Tibeter zum Christentum. Als einige dieser Konvertiten daraufhin das Sakrileg begehen, den Segen des Dalai Lama demonstrativ ablehen, schreitet die tibetische Regierung ein, lässt sie öffentlich auspeitschen und die Kapuziner kurz darauf
ausweisen. Della Penna stirbt wenige Monate später in Patan/Nepal.

  . Publikation: l Missio Apostolica, Thibetano-seraphica. Das ist: Neue durch Päbstlichen Gewalt in dem Grossen Thibetanischen Reich von denen P. P. Capucineren aufgerichtete Mission. Und über solche von R. P. Francisco Horatio della Penna, Praefecto Missionis, der Heil. Congregation de propaganda Fide, Anno 1738. Allen des Catholischen Glaubens eyfrigen Seelen zu Lieb aus dem Welschen in das Teutsche und dise Geschichts-Form übersetzet. A*
. Francesco Orazio della Penna
Johann Jacob Voetter, München 1740.
Mit 2 Kupfern und einem gestochenen Frontispiz und
2 doppelblattgroßen Kupfertafeln. 352 Seiten
. l

Alphabetum Tibetanum

.
.

Agostino António Giorgi (Georgius)
1762-63

1720 vertreibt das vom tibetischen Regenten herbeigerufene Heer des chinesischen Kaisers Kangxi die Truppen der Dsungaren, die 1717 in Tibet eingefallen waren und das Land terrorisierten. Die Chinesen nutzen diese Stärke und stationieren nun für die nächsten drei Jahre Truppen in Tibet. Außerdem setzen sie in Lhasa zwei Sonderbevollmächtigte ein, die als dauernde Institution China hier für fast zweihundert Jahre vertreten werden, die Ambane.

1722

bricht der französische Jesuit Antoine Gaubil (chin. Name: Song Jun-Rong Qi Ying; *1689,1759) (H*) von Canton auf und zieht auf dem Landweg nach Peking, wo er im April des Folgejahres ankommt. Den  wissenschaftlichen Akademien von Paris, London und St. Petersburg wird er in den nächsten Jahren viele Daten, Fakten und neues Kartenmaterial übersenden.

. Publikationen: l The journey ... from Kanton to Pe-king, in 1722. .
. T. Astley
London 1745-1747
(In: Band 3; A new general collection of voyages and travels)
. l

Correspondance de Pékin 1722-1759

.
.

Antoine Gaubil S.F. (Renée Simon, Hrsg.)
Librairie Droz, Genève 1970
(342 Briefe und eine Auflistung seiner Arbeiten). 1001 Seiten

1732




                   1733

erreicht Colin Campbell (*1686,1757) nach 6½ Monaten Seereise die südchinesische Hafenstadt Canton. Als Direktor der Swedish East India Company begleitet er die erste Fahrt eines Handelsschiffes seiner Gesellschaft nach Ostasien. Vier Monate werden für den Einkauf von 60 Tonnen an vorwiegend Porzellan, Tee und Seidenstoffen benötigt, bevor
die Rückreise nach Göteborg erfolgt. In den Jahren 1735-36 und 1738-39 wird Colin Campbell erneut nach Canton reisen.

. Publikation: l A Passage to China. Colin Campbell's Diary of the First Swedish East India Company Expedition to Canton, 1732-33.
.

(Paul Hallberg / Christian Koninckx, Hrsg.)
Royal Society of Arts and Sciences, Göteborg 1996
Mit 20 Abbildungen. 260 Seiten


 
1738

                   1740

macht sich der Missionar Cassiano Beligatti (*1708,U1785) nach Tibet auf, wo er bis zum Jahr
bleibt. Über Nepal und Bengalen kommt er 1756 wieder in Italien an.

. Publikation: l Relazione Inedita di un Viaggio al Tibet .
.

(A. Magnaghi, Hrsg.)
Revista Geografica Italiana VIII, 1901
Revista Geografica Italiana IX, 1902

1745 stellt die katholische Kirche die erfolglosen Missionierungsversuche in Tibet ein.
1745 erlässt der chinesische Kaiser Kien Long (auch: Ch'ien-lung oder Qianlong) das Edikt, nach dem jeglicher Handel mit ausländischen Kaufleuten nur über die Stadt Kanton in Südchina abgewickelt werden darf. Alle anderen Häfen und Handelsplätze bleiben für Ausländer verschlossen.

1774 - 75

reist der erst 28-jährige George Bogle (*1746,1781) (H*) im Auftrag von Warren Hastings, dem Gouverneur von Bengalen, ins südtibetische Shigatse, um den "Teshu Lama"(Panchen Lama) seine Aufwartung zu machen. Der Panchen Lama hatte Hastings einen Brief und Geschenke übersandt, was dieser im Gegenzug nun geschickt nutzt, um für die britische East India Company neue Handelsmöglichkeiten zu erschließen. Bogle und der Arzt Dr. Alex Hamilton sollen deshalb Pflanzensamen und Tiere, alle möglichen "Wunderlichkeiten" wie Naturprodukte, Fabrikate oder Malereien mitbringen und Informationen über die Leute, das Land, das Klima, den Reiseweg, Sitten und Gebräuche, Gebäude und Kochkunst - kurz: über alles einholen. Der Besuch bildet das erste offizielle Treffen zwischen einem Vertreter Indiens und der tibetischen Regierung. Erst hundert Jahre später erscheinen die Tagebücher und Aufzeichnungen George Bogles als

. Publikation: l Narratives of the Mission of George Bogle to Tibet, and of the Journey of Thomas Manning to Lhasa.
Edited with Notes, and Introduction, and Lives of Mr. Bogle and Mr. Manning.
.
. Clements R. Markham (Hrsg.)
Trübner and Co., London 1876
Mit 10 Abbildungen und 4 Karten. 161 Seiten Einführung und 354 Textseiten.
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Aus dem Lande der lebenden Buddhas. Die Erzählungen von der Mission George Bogle's nach Tibet und Thomas Mannings's Reise nach Lhasa (1774 und 1812) A*
.

Gutenberg-Verlag, Hamburg 1909.
Reihe: Bibliothek denkwürdiger Reisen, 3. Band.
Mit 4 Bildern, Schmuckleisten und 1 Karte. 480 Seiten


 
1774 - 81

begibt sich auch der französische Reisende Pierre Sonnerat (*1745,1814) (H*) "auf Befehl des Königs" nach Ostindien und China, wohl um sich umzuschauen und dem interessierten Monarchen Bericht zu erstatten. Was er auch tut und auf seinem Weg die Koromandelküste, das Kap der Guten Hoffnung, die Philippinen, Molukken und Neu-Guinea besucht.

. Publikation: l Voyage aux Indes Orientales et à la Chine: fait par ordre du roi, depuis 1774 jusqu'en 1781 (...) .
. Pierre Sonnerat
Paris 1782
(Deutsche Ausgabe:)
. Reise nach Ostindien und China, auf Befehl des Königs unternommen vom Jahr 1774 bis 1781 .
.

Orell, Geßner, Füßli und Kompagnie, Zürich 1783
Zwei Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten und 140 Kupfertafeln. 268 / 214 Seiten

1779 - 93

unternimmt der Schweizer Charles de Constant (*1762,U1835) insgesamt drei Reisen nach Canton, anfangs mit siebzehn Jahren noch in der Ausbildung, zuletzt dann als Angestellter der französischen Handelsgesellschaft Compagnie des Indes.

. Publikation: l Recit de trois voyages á la Chine (1779-1793) .
.

Charles de Constant
Universität Yenching, Pékin 1939
"Petite Collection "Chine-France" de L'ami Revue Mensuelle" 
Mit 2 Abbildungen. 58 Seiten



 
1783




                   1784

wird Captain Samuel Turner (*1749,1802) (H*) im Auftrag der East India Company von Bengalen aus nach Shiggatzee in Südtibet geschickt, um der Reinkarnation des Teshoo Lamas, einem erst 18 Monate alten Jungen, seine Aufwartung zu machen und damit die "guten Beziehungen" zu Tibet etwas voranzubringen. Er wird begleitet vom Arzt Dr. Robert Saunders und Lieutenant Samuel Davis und kehrt
wieder nach Indien zurück.

. Publikationen: l An Account of an Embassy to the Court of the Teshoo Lama, in Tibet; containing a Narrative of a Journey Through Bootan, and Part of Tibet .
. Samuel Turner
Printed by W. Bulmer and Co., London 1800
Mit 13 Abbildungen und einer Karte. 473 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Samuel Turner's, Captains in Diensten der ostind. Compagnie, Gesandtschaftsreise an den Hof des Teshoo Lama durch Bootan und einen Theil von Tibet A*
. (M. C. Sprengel, Hrsg.)
Benjamin Gottlob Hoffmann, Hamburg 1801.
Reihe: Neuere Geschichte der See- und Land-Reisen, 14. Band. Mit 1 Karte und 6 Abbildungen. 489 Seiten.
Auch:
Reihe: Bibliothek der neuesten und interessantesten Reisebeschreibungen, 7. Band.
Mit 1 Karte und 4 Kupfern. 391 Seiten.
 




. l

Robert Saunder's, Wundarztes zu Boglepuhr in Bengalen, mineralogische und botanische Reise nach Butan und Tibet

A*
. Christian Friedrich Voß und Sohn, Berlin 1790.
Magazin von merkwürdigen neuen Reisebeschreibungen, aus fremden Sprachen übersetzt. 42 Seiten
1786


                   1788
                   1790
                   1794.

wird Major Samuel Shaw (*1754,1794) durch Beschluß des Kongresses der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu deren erstem Konsul in China mit Sitz in Canton gewählt. Noch im gleichen Jahr tritt er seine erste Amtsreise an und kehrt erst
nach Amerika zurück. Sein zweiter Aufenthalt im Jahr
dauert sechs Monate. Auf seiner dritten Amtsreise verstirbt er im Jahr
Posthum werden die Tagebuchaufzeichnungen seiner Dienstzeit veröffentlicht.

. Publikation: l The Journals of Major Samuel Shaw, the first American Consul at Canton. With a Life of the Author. .
.

Josiah Quincy
W. M. Crosby and H. P. Nichols, Boston 1847
Mit Portrait des Verfassers als Frontispiz. 360 Seiten


 

1791 marschieren hinduistische Gurkha-Truppen in Tibet ein und plündern das Kloster des Pantschen Lama in Schigatse. Sie werden von tibetischen und chinesischen Truppen zurückgeschlagen, was den politischen und militärischen Einfluß der Mandschu-Kaiser auf  Tibet erneut stärkt.

1793

führt George, Earl of Macartney, seines Zeichens Viscount of Dervock, Baron of Lissanoure und Baron of Parkhurst and of Auchinleck (*1737,1806) (H*) eine knapp hundertköpfige Gesandtschaft des englischen Königs George III. zum Hof des Kaisers Chien-long nach Jehol, darunter seinen Kammerdiener Aeneas Anderson, den Rechnungsführer John Barrow (*1764,1848), den Gesandtschaftssekretär Sir George Leonhard Staunton (*1737,1801) und dessen Sohn, für den extra ein deutscher Lehrer aus Sachsen, namens Johann Christian Hüttner (*1766,1847) (H*), engagiert worden ist. Großbritannien sucht nach diplomatischen Beziehungen und verbesserten Handelskontakten zum Reich der Qing-Dynastie, das im Augenblick noch die dominierende Großmacht in Fernost darstellt. Größtes Problem der Mission bildet die Frage, in welcher Form sich Lord Macartney vor dem Kaiser zu verbeugen hat. Ansonsten ist die von der Ostindischen Kompanie finanzierte Gesandtschaft ein glatter Misserfolg, denn der Kaiser gibt Macartney noch eine legendäre Botschaft an den englischen König mit auf den Weg, die mit der für europäische Ohren wenig schmeichelhaften Stereotype endet: "Zittert und gehorcht!". Lediglich die lange Rückreise von Peking über Land durch das ganze chinesische Reich bis Canton [Guangzhou] erweitert die europäischen Kenntnisse vom Reich der Mitte ganz erheblich. Die Route führt erst vier Wochen lang den Kaiserkanal hinab nach Süden, bis Hangchow [Hangzhou], dann abwechselnd über Land und auf Flüssen südwestlich durch die Küstenprovinzen und über den Meling-Pass nach Chinas größter südlichen Hafenstadt am Perlfluss.

. Publikationen: l A Narrative of the British Embassy to China, in the Years 1792, 1793, and 1794; containing the Various Circumstances of the Embassy, with Accounts of Customs and Manners of the Chinese; and a Description of the Country, Towns, Cities, &c.&c. .
. Aeneas Anderson
J. J. Tourneisen, Basil MDCCXCV
336 Seiten und Anhang
Auch:
Printed by T. and J. Swords, for Rogers and Berry,
New York 1795
328 Seiten
Auch:
Printed by William Porter, for P. Wogan, P. Byrne, W. Jones, B. Dugdale, G. Folingsby, and J. Potts, Jun, Dublin 1795 
Auch:
Printed for J. Debrett, London 1795
Auch:
Printed for Vernor and Hood, London 1795  
Auch:
Printed by T. Dobson at the stone-house, Philadelphia 1795
393 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Erzählung der Reise und Gesandtschaft des Lord Macartney nach China und von da zurück nach England in den Jahren 1792 bis 1794 .
. Walthersche Buchhandlung, Erlangen 1795
190 Seiten
. l Nachricht von der Brittischen Gesandtschaftsreise durch China und einen Theil der Tartarei .
. Johann Christian Hüttner (Carl Böttiger, Hrsg.)
Vossische Buchhandlung, Berlin 1797
Mit Titelkupfer. 190 Seiten
Neuausgabe:
. Nachricht von der britischen Gesandtschaftsreise nach China 1792-94
. Johann Christian Hüttner (Sabine Dabringhaus, Hrsg.)
Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1996
Reihe: Fremde Kulturen in alten Berichten, Band 1;
Mit 1 Karte und 25 Abbildungen, 235 Seiten

 
. l An Authentic Account of an Embassy from the King of Great Britain to the Emperor of China (...)  .
. Sir George Leonhard Staunton
Printed by W. Bulmer and Co., for G. Nicol, London 1797
Zwei Bände
(Deutsche Ausgabe:)
. Reise der brittischen Gesandtschaft unter dem Lord Macartney an den Kayser von China .
. (M. C. Spengel, Hrsg.)
Halle 1798, 2 Bände
. l The journal of Mr. Samuel Holmes, serjeant-major of the XIth light dragoons, during his attendance, as one of the guard on Lord Macarney's embassy to China and Tartary, 1792-3 .
. Samuel Holmes
W. Bulmer and Co., London 1798
(Deutsche Ausgabe:)
. Tagebuch einer Reise nach Sina und in die Tartarei mit der Brittischen Gesandtschaft in den Jahren 1792 und 1793 .
. Verlag des F. S. priv. Landes-Industrie-Comptoirs
Weimar 1805
200 Seiten
. l

Travels in China, Containing Descriptions, Observations, and Comparisons, Made and Collected in the Course of a Short Residence at the Imperial Palace of Yuen-Min-Yuen, and on a Subsequent Journey Through the Country from Pekin to Canton

.
. John Barrow
T. Cadell and W. Davies, London 1804
(Deutsche Ausgaben:)
. John Barrow's Reise durch China von Peking nach Canton im Gefolge der Großbrittanischen Gesandtschaft in den Jahren 1793 und 1794 .
. (Johann Christian Hüttner, Hrsg.)
Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1804.
Bände 14 und 16 der Reihe: Bibliothek der neuesten und wichtigsten Reisebeschreibungen und geographischen Nachrichten, mit Frontispiz, mehreren Abbildungen im Text und 7 Karten. 428 / 317 Seiten.
. Barrow's Reisen in China .
. Benjamin Gottlob Hoffmann, Hamburg 1805
Band 1: Mit einem Kupfer, 274 Seiten.
Band 2: Mit einem Kupfer, 412 Seiten.

 
. l Biographical Memoir of James Dinwiddie L.L.D., Astronomer in the British Embassy to China, 1792,'3,'4: Compiled from His Notes and Correspondence .
. (William Jardine Proudfoot, Hrsg.)
Liverpool 1868
. l An Embassy to China. Being the journal kept by Lord Macartney during his embassy to the Emperor Ch'ien- lung 1793-1794 .
. (J. L. Cranmer-Byng, Hrsg.)
Longmans, London 1962
Mit zwei Abbildungen und zwei Karten. 421 Seiten

 
1794

rüsten die Holländer zur nächsten Gesandtschaftsreise an den Hof des chinesischen Kaisers. Mit zum Troß der Honoranten gehört auch der Sinologe Chrétien-Louis-Joseph de Guignes (*1759,1845) (H*), Frankreichs Konsul in Kanton.

. Publikationen: l Voyages à la Peking, Manille et l'île de France, faits dans l'intervalle des années 1784 à 1801 .
. M. De Guignes, Résident de France á la Chine.
Imprimerie Impériale, Paris M.DCCC.VIII
3 Bände und Atlas, mit 92 Kupfern und 6 Kupferstichkarten.
(Deutsche Ausgabe:)
. Reisen nach Peking, Manila und Isle de France in den Jahren 1794 bis 1801 .
. Hinrichs, Leipzig 1810
Zwei Bände.
1) Reise nach Peking; Reise nach Manila und Isle de France 326 Seiten. 2) 326 Seiten.
Mit 10 Kupfertafeln und einer grenzkolorierten Karte.
. l Voyage de l'ambassade de la Compagnie des Indes orientales hollandaises, vers l'empereur de la Chine, dans les années 1794 & 1795 (...) .
. André Everard van Braam Houckgeest
Garnery, Paris 1798
"orné de cartes & de gravures".

(Deutsche Ausgabe:)
. Reise der Gesandtschaft der Holländisch-ostindischen Gesellschaft an den Kaiser von China in den Jahren 1794 und 1795, worin man eine Beschreibung von mehreren den Europäern unbekannten Theilen dieses Reiches findet .
.

M.L. E.Moreau von Saint-Mery (Hrsg.)
Johann Samuel Heinsius, Leipzig 1798-99
2 Bände. Teil 1 mit 320 Seiten, Teil 2 mit 252 Seiten.

1805,

noch kurz vor Jahresende, überschreitet die Gesandtschaft des frisch gekrönten russischen Zaren Alexander I. die chinesische Grenze zur Mongolei. Unter Leitung des Grafen Jurij Alexandrovic Golovkin (*1762,1846) sollen die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Großreichen weiter ausgebaut werden. Im Gefolge der insgesamt 124 Mann starken Delegation befinden sich auch der Orientalist Julius Heinrich von Klaproth (*1783,1835), der Geodät und Astronom Alexander Amantus Thesloff (*1778,1847) und der deutsche Arzt Joseph Rehmann (*1779,1831). Nach dreizehn Reisetagen erreicht man Yeke Küriye, die Hauptstadt der Mongolei [das spätere Urga und heutige Ulan Bator]. Völlig überraschend scheitert hier die Weiterreise der Gesandtschaft an den chinesischen Kaiserhof in Peking: Das bereits hier vor Ort vom Mandschu-Statthalter geforderte Höflichkeitszeremoniell vor den Insignien des chinesischen Kaiserhauses erscheint den Russen überzogen und unannehmbar. Und so tritt man unverrichteter Dinge wieder die Rückreise an.

. Publikationen: l Reise von St. Petersburg durch das östliche Russland und Sibirien in die chinesische Mongoley .
. Joseph Rehmann
(Nicht veröffentlichtes Fragment. 121 Seiten)
Beigefügt ist eine Mappe mit 65 Aquarellen.
. l Tagebuch von der Chinesischen Reise 1805-1806 .
. Alexander Amantus Thesloff
(Nicht veröffentlichte Handschrift)
. l Mémoires relatif à l'Asie .
. Julius Heinrich von Klaproth
Paris 1824-26
. l Mongolenreise zur spaeten Goethezeit. Berichte und Bilder des J. Rehmann und A. Thesloff von der russischen Gesandtschaftsreise 1805 / 06. .
. Walter Heissig (Hrsg.)
Franz Steiner Verlag GmbH, Wiesbaden 1971
(Reihe: Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland; Supplementband 13)
Mit 18 Abbildungen im Text und 44 Farbtafeln. 177 Seiten

 
1811

macht sich Thomas Manning (*1772,1840) (H*), ein exzentrischer britischer Reisender, als Chinese verkleidet auf, um nach Lhasa zu gelangen. Dies gelingt ihm auch (als erstem Engländer) und er wird sogar vom damals siebenjährigen Dalai Lama in Audienz empfangen. Er bleibt längere Zeit in Lhasa und betätigt sich als Arzt. Seinen ursprünglichen Plan, nach China weiterzureisen, kann er nicht umsetzen und kehrt deshalb nach Kalkutta zurück. Sven Hedin bezeichnet ihn als "kühn, aber sehr unwissend" und "sein Bericht ist ein Wunder an Inhaltslosigkeit und Einfältigkeit." Eventuell werden seine Tagebücher und Aufzeichnungen deshalb erst ein halbes Jahrhundert später von fremder Hand herausgegeben.

. Publikation: l Narratives of the Mission of George Bogle to Tibet, and of the Journey of Thomas Manning to Lhasa.
Edited with Notes, and Introduction, and Lives of Mr. Bogle and Mr. Manning.
.
. Clements R. Markham (Hrsg.)
Trübner and Co., London 1876
Mit 10 Abbildungen und 4 Karten. 161 Seiten Einführung und 354 Textseiten.
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Aus dem Lande der lebenden Buddhas. Die Erzählungen von der Mission George Bogle's nach Tibet und Thomas Mannings's Reise nach Lhasa (1774 und 1812) A*
.

Gutenberg-Verlag, Hamburg 1909.
Reihe: Bibliothek denkwürdiger Reisen, 3. Band.
Mit 4 Bildern, Schmuckvignetten und 1 Karte. 480 Seiten


 
1812

kommt William Moorcroft (*1767,1825; Biographie) (H*) mit Hauptmann Hyder Young Hearsay (*1782,1840) (H*) von Indien aus nach Ladak und überquert dann, als Hindu verkleidet, die tibetische Grenze. Er möchte dem englischen Handel neue Absatzmärkte erschließen und prüfen, welche Möglichkeiten sich hierfür jenseits des Himalayas bieten. Eine genauere geographische Erforschung dieser Gegend soll der erste Schritt hierzu sein. Durch glückliche Umstände werden sie in der tibetischen Distrikthauptstadt Gartok nicht als Europäer erkannt und können so unbehelligt bis zum Manasarovar-See weiterziehen. Sie sind damit die ersten europäischen Forschungsreisenden, die bis hierher gelangen. Der Winter zwingt sie zur Umkehr, doch ihre Karten und Beobachtungen sind für die geographische Forschung äußerst aufschlußreich.
(Der Tod von William Moorcroft auf einer seiner späteren Reisen bleibt lange Zeit ein Rätsel. Er stirbt 1825 in Buchara und wird auch dort begraben. Die 20 Jahre später durch Tibet reisenden Lazaritenpater Huc und Gabet berichten nach ihrer Rückkehr jedoch, Moorcroft habe nach 1825 noch lange Zeit als indischer Händler verkleidet in Lhasa gelebt und Handel getrieben, bis er im Jahr 1838 auf dem Weg nach Ladakh überfallen und getötet wurde. Als Beleg führen sie authentische Skizzen und Aufzeichnungen von Moorcroft an, die bei der Leiche gefunden wurden. Heute geht man davon aus, daß die den Patern vorgelegten persönlichen Unterlagen zwar wirklich von Moorcroft stammten, jedoch nach 1825 aus dessen Grab in Buchara gestohlen wurden, nach Lhasa gelangten und der Inhaber der Papiere dann, 13 Jahre später, auf dem Weg nach Ladakh ums Leben kam, weshalb man ihn dann - rein aufgrund der bei ihm gefundenen Papiere - irrtümlich für Moorcroft hielt.)

. Publikation: l A Journey to Lake Mánasaróvara in U'n-dés, a Province of Little Tibet .
. H. T. Colebrooke
Calcutta Gazette Office, London 1818
In: Asiatick Researches. Vol. XII

1815. Nach dem Sieg über Napoleon (Schlacht bei Waterloo 1815) kann sich England wieder verstärkt dem Handel mit Fernost zuwenden. Nach Indien wird nun China zum neuen Interessengebiet.

1816

führt William Pitt Amherst, Earl of Arracan (*1773,1857) (H*) eine Gesandtschaft der Britisch-Ostindischen Kompanie nach China, um die Handelsverbindungen zu festigen und Zugang zu weiteren Häfen zu erbitten. Der englische Arzt Clarke Abel (*1789, 1826) begleitet die Delegation als Geologe und Botaniker. Die Anreise erfolgt mit dem Schiff bis zur Mündung des Peiho im Gelben Meer (die Gesandtschafts-Schiffe Alceste und Lyra erforschen dann die Küstenlinie des noch unbekannten Gelben Meeres und finden im Nordosten einen Zipfel Land, den man später Korea nennen wird). Der Empfang durch die Qing nimmt eine gänzlich unvorhergesehene Wende: In ungeduldiger Erwartung des zeremoniellen Unterwerfungsritus drängen die Chinesen den von der Reise erschöpften Lord unmittelbar nach dessen Ankunft in Peking, sofort seine Aufwartung zu machen. Als dieser um eine kurze Ruhepause bittet, wird er erst bedroht und dann mit Schimpf und Schande sofort aus dem Land gejagt. Für die Ausreise wird der traditionelle Flußweg nach Kanton vorgeschrieben, über den Kaiserkanal, ein Stück den Yang-tzse hinauf und dann vom Pojang-See südwärts bis zur Küste. 

. Publikationen: l Journal of the Proceedings of the late Embassy to China; Comprising a Correct Narrative of the Public Transactions of the Embassy, of the Voyage to and from China, and of the Journey from the Mouth of the Pei-Ho, to the Return to Canton. Interspersed with Observations upon the Face of the Country, the Polity, Moral Character and Manners of the Chinese Nation .
. Henry Ellis
John Murray, London 1817
Mit 7 kolorierten Tafeln, 1 Porträt und 3 Karten. 326 Seiten.
(Deutsche Ausgabe:)
. Des britischen Lord Amherst Gesandtschaftsreise nach China, im Jahre 1816 .
. Henry Ellis (Harnisch, Hrsg.)
Leipzig 1829
Reihe: Die wichtigsten neuern Land- und Seereisen, 5. Teil.
Mit einer Karte und einer kolorierten Kupfertafel. 346 Seiten
. l Narrative of a Journey in the Interior of China, and of a Voyage to and from that Country, in the Years 1816 and 1817; Containing an Account of the most interesting Transactions of Lord Amherst's Embassy to the Court of Pekin, and Observations on the Countries which it visited. .
. Clarke Abel
Longman, Hurst, Rees, Orme, and Brown, London 1818
"Illustrated by maps and other engravings."
.


 
1820




 


                   1821

"Das Schicksal verschönerte mein Leben durch ein seltenes, unvergeßliches Ereignis: ich sah China." Mit diesen Worten beginnen die Aufzeichnungen im Reise-Tagebuch von Georg Timkowski (Egor Fedorovitch Timkovski) (*1790,1875) (H*), der am 12. September
einige Mitglieder der russischen Mission in die Hauptstadt Chinas begleiten soll. Aufgrund eines Sondervertrages zwischen den beiden Staaten sind russische Bürger die einzigen westlichen Ausländer, die zu dieser Zeit auf dem Landweg einreisen dürfen. Vom sibirischen Kiachta, dem günstigsten Ausgangspunkt nördlich der Mongolei, führt ihr Weg direkt südlich nach Urga, dann durch die Wüste Gobi bis zur Karawanenstadt Kalgan und von dort aus in acht Tagen nach Peking, wo sie am 14. Dezember eintreffen. Sechs Monate bleiben Timkowski Zeit, bis er mit anderen Missionaren Mitte
die Rückreise antritt. Auf "kaiserlichen Befehl und Kosten der Schatzkammer" wird sein Reisebericht 1824 in St. Petersburg herausgegeben. Zwei Jahre darauf erscheint die deutsche

. Publikationen: l Putesestvie v Kitaj crez Mongoliju v 1820 i 1821 .
. Egor Timkovskij
Tipografij Medicinskago Departamenta Ministerstva Vnytrennich, St. Petersburg 1824
3 Bände. Illustriert mit Karten.
388 / ? /  433 Seiten
. l Reise nach China durch die Mongoley, in den Jahren 1820 und 1821 .
. Georg Timkowski
Verlag Anton Strauß, Wien 1826
Reihe: Bibliothek der neuesten Entdeckungsreisen nebst den wichtigsten Beyträgen des 19. Jahrhunderts, zur Bereicherung sowohl der Länder- und Völkerkunde überhaupt, als der europäischen insbesondere. Zweyter Jahrgang. Zwei Teile in einem Band. 156, 251 Seiten.
Weitere Ausgabe:
Kaulfuß und Krammer, Wien 1826
Reihe: Museum der neuesten und interessantesten Reisebeschreibungen Bände 11-13. Drei Teile in einem Band.
Mit 3 Kupfertafeln und 2 Karten. 220, 179, 84 Seiten.









1825 machen chinesische Beamte das Kaiserhaus zum ersten Mal auf die steigende Einfuhr von Opium durch englische Händler aufmerksam. Sie warnen vor dem hohen Abfluß an Silber, mit dem die Droge bezahlt wird, und weisen auf die gesundheitlichen Folgen für die chinesische Bevölkerung hin.

1831








                   1832





                   1833






                   1834





                   1840




                   1841

        

sagt sich der preußische Missionar Karl Friedrich August Gützlaff (*1803,1851) von seiner Missionsgesellschaft los, um als Freimissionar auf eigene Faust China zu bekehren. Seine Methoden sind ebenso selbstbewußt wie eigenwillig: Mehrere chinesische Dialekte sprechend, kleidet er sich in chinesische Tracht und lässt sich von einer chinesischen Familie adoptieren, um sodann als Kuo Shi-li ohne Erlaubnis und entgegen allen Bestimmungen per Schiff nach Xiamen aufzubrechen, dem Haupthafen der chinesischen Provinz Fujian. Von dort aus reist er nach Shanghai (das er somit als erster Europäer betritt) und nach Tianjin. Überall bemüht er sich darum, Einheimische anzuwerben, die das Christentum im Land weiterverbreiten sollen.
begleitet er deshalb den englischen Segler "Lord Amherst", der unter falscher Flagge in chinesischen Seehäfen englische Waren verkaufen soll, als Dolmetscher. Er missioniert erneut in Xiamen, Ningbo und Shanghai und schildert in seinen ausführlichen Reiseberichten den desolaten Zustand der chinesischen Militärfestungen. Seine Angaben ermutigen die britische Admiralität in der wenig später einsetzenden bewaffneten Auseinandersetzung mit China in den "Opium-Krieg" einzutreten.
erhält er vom englischen Handelshaus Jardin&Matheson das Angebot, ihr mit Opium beladenes Schiff als Dolmetscher in die nördlichen Häfen Chinas zu führen. Nach kurzer Abwägung seiner dadurch verbesserten Chancen für die Missionstätigkeit akzeptiert er den Vorschlag. Da die Reise ohne jede Komplikation und zur Zufriedenheit aller verläuft, wiederholt er das Unternehmen noch im gleichen Jahr. Durch diese Erfolge ermutigt, nimmt der englische Opiumhandel in den nächsten Jahren gigantische Ausmaße an.
begleitet er eine britische Delegation aus Kalkutta ins Innere der chinesischen Provinz Fujian, um das Verfahren des Teeanbaus zu erkunden. Da die Einreise illegal und mit bewaffneter Eskorte erfolgt, werden sie von chinesischem Militär unter Beschuß zur Ausreise gezwungen. Mehrere offizielle chinesische Erlasse gegen Ausländer wegen "Reisen in Verkleidung" und "geheimer Verteilung von Schriften, die das Herz zerstören" sind die Konsequenz diese eigenmächtigen Handelns.
begleitet er dann bereits als angestellter Dolmetscher und Informationsoffizier die englische Flotte unter Admiral Elliot, der die Öffnung Chinas für den internationalen Handel mit Waffengewalt erzwingen will. Als die Engländer die Insel Zhoushan kurzfristig annektieren, stellt sich Gützlaff für sechs Monate als britischer Statthalter zur Verfügung. Um seine Missionsarbeit weiter auszubauen, ist er auch
wieder dabei, als die Engländer mit noch mehr Nachdruck den Vertrag von Nanking erzwingen. Gützlaff wird nun britischer Statthalter von Ningbo. Zwei Jahre später bekleidet er dann die Stelle des Chinese Secretary of the Governor of Hong Kong. Er verfasst zahlreiche Publikationen über China und entfacht mit seiner naiv-beschönigenden Sicht besonders unter den protestantischen Gemeinden in den USA eine wahre China-Missionierungs-Euphorie. Schon kurze Zeit später zeigt sich jedoch, daß das von ihm gegründete Institut zur Ausbildung chinesischer Missionare nur vordergründige Erfolge erzielt. Seine missionarische Tätigkeit hinterlässt nach seinem Tod keinerlei Wirkung.

. Publikation: l Journal of Three Voyages along the Coast of China, in 1831, 1832 & 1833, with notices of Siam, Corea, and the Loo-Choo Islands .
. Charles Gutzlaff
Frederick Westley and A. H. Davis, London 1834
Mit einem Titelkupfer und einer Karte. 347 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

. Missionar Karl Gützlaff's ausführlicher Bericht von seinem dreijährigen Aufenthalt in Siam und seiner Reise längs der Küste von China bis nach Mantschu-Tartarei. Nach dem zu Canton in China gedruckten Engl. Original übersetzt. Mit einer gedrängten Lebensgeschichte Gützlaff's. .
. Karl Gützlaff
Wilhelm Hassel, Elberfeld 1834
120 Seiten

. Neuausgabe: Gützlaffs Bericht über drei Reisen in den Seeprovinzen Chinas 1831-1833 .
. Mit einem sehr informativen biographischen Essay über den Verfasser von Winfried Scharlau.
Albera Verlag, Hamburg 1997
Mit einer Abbildung und einer Karte. 214 Seiten

1839
                 

 
                   1854

kommt der protestantische Missionar William Charles Milne (*geboren auf dem Meer zwischen Guangzhou und Macau 1815,1863) im Auftrag der London Missionary Society nach China und folgt damit der Tradition seines Vaters, der bereits 1813 als zweiter protestantischer Missionar nach China ging. In den Jahre bis
besucht er Hong-Kong, Canton, die Insel Choosan, Ningpo sowie Shanghai und unternimmt drei große Überlandreisen durch die Provinzen Chihkiang [Zhejiang], Kiangse [Jiangxi] und Canton [Guangdong] .

. Publikation: l Life in China .
.

William Charles Milne
G. Routledge & Co., London 1858
Mit Frontispiz, 10 Abbildungen und 4 Karten. 546 Seiten


Geschichte der Opium-Kriege
Da die Auswirkungen der sogenannten "Opium-Kriege"für die weitere chinesische Geschichte von entscheidender Bedeutung sind, werden die Ursachen und Umstände hier ausführlicher dargestellt (Die in den chronologischen Gesamttext eingefügten Teiltexte wurden zum leichteren Lesen miteinander verlinkt.)

1834 fällt das Monopol der Ostindischen Kompanie für den Ostasienhandel. Sofort übernehmen bisherige Handelsagenten das lukrative Geschäft und steigern die Einfuhr von bengalischem Opium, allen voran William Jardine (*1784,1843), Mitinhaber des frisch gegründeten Handelshauses Jardine, Matheson and Company.
1838
. Die steigende Opiumeinfuhr ist für China zu einem drückenden Problem geworden. Der starke Geldabfluß gefährdet zunehmend die chinesischen Staatsfinanzen und auch die katastrophalen gesundheitlichen Folgen bei der Bevölkerung zeichnen sich immer deutlicher ab. Englische Schiffe führen Anfang des Jahrhunderts bereits Opium für rund eine Million Süchtige ein. Vom Kaiserhaus wird deshalb ein Handelsverbot für Opium erlassen und der zuverlässige Mandarin Lin Zexu damit beauftragt, für die Einhaltung des kaiserlichen Edikts zu sorgen. Seine an sich unanfechtbare Rechtsposition gleitet Lin Zexu durch eine Unbedachtsamkeit aus den Händen: Anstatt die ausländischen Opiumhändler zu zwingen, die in ihren Depots lagernde Droge außer Landes zu schaffen, beschlagnahmt er das Opium und vernichtet insgesamt 1,4 Millionen Kilogramm. Eine Fehlentscheidung von weltgeschichtlicher Tragweite! Denn die englischen Opiumhändler waren gerissen und hatten ihr Opium kurz vor der Beschlagnahmung noch schnell an den örtlichen Bevollmächtigten der britischen Krone "in Sicherheitsverwahrung übergeben". Durch die Vernichtung des Opiums ist nun Besitz der britischen Krone betroffen, die Opiumhändler fordern Schadenersatz und schüren so einen Krieg ihres Mutterlandes gegen China, auch um die Wiederaufnahme ihrers Opiumhandels zu erzwingen.
1840 ist das englische Parlament aber in keinster Weise bereit, wegen dem finanziellen Vorteil einzelner Händler in einen Krieg mit China einzutreten. Der englische Admiral George Elliot wird deshalb mit Verhandlungen beauftragt und erzwingt nach einer militärischen Machtdemonstration den Entwurf eines "Abkommens" mit China. China muß darin die Insel Hongkong abtreten, 6 Millionen Silberdollars Kostenentschädigung zahlen und zukünftige Kontakte mit Großbritannienen eingehen. Die Problematik der Opiumeinfuhr nach China wird von englischer Seite aus den Verhandlungen ausgeklammert.
Chinas Vormachtstellung in Ostasien ist damit gebrochen. Das Kaiserreich wird in den nächsten Jahrzehnten zunehmend in halbkoloniale Verhältnisse herabgewürdigt und damit auch innenpolitisch jeder Stabilität beraubt.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1840

nehmen auch Lord Robert Jocelyn (*1816,1854) und der Arzt D. McPherson an der englischen Militärexpedition von Admiral George Elliot gegen China teil und können die anschließenden Verhandlungen mitverfolgen.

. Publikationen: l Six Months with the Chinese expedition; or, Leaves from a Soldier's Note-book .
. Robert Jocelyn
John Murray, London 1841
Mit 2 Abbildungen. 155 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Sechs Monate bei der chinesischen Expedition, oder Blätter aus dem Tagebuche eines Soldaten
Braunschweig 1843
159 Seiten

 
. l Two Years in China. Narrative of the Chinese Expedition from its Formation in April, 1840, to the Treaty of Peace in August, 1842. With an Appedix, Containing the Most Important of the General Orders & Despatches Published During the Above Period. .
. D. McPherson
Saunders and Otley, London 1843
391 Seiten


1841 regt sich bei beiden Vertragsparteien Unmut über das von England diktierte Abkommenen: der chinesische Kaiser Daoguang (*1789,1856) entlässt seinen chinesischen Unterhändler und weigert sich das Abkommen zu ratifizieren.Und auch der britische Premierminister tadelt Admiral Elliot, er habe aus der günstigen Situation für England nicht genügend herausgeschlagen. So wird Charles Elliot abgesetzt und Sir Henry Pottinger (*1789,1856) nach China entsandt, diesmal mit der britischen Legitimierung zur Kriegserklärung an China. Die englische Flotte besetzt die chinesischen Häfen Amoy [Xiamen], Ningbo und Shanghai, legt den Transport auf dem Kaiserkanal lahm und greift schließlich Nanking an. China muß sich dieser militärtechnischen Übermacht beugen und kapituliert.
1842
wird somit im Friedensvertrag von Nanking zusätzlich zu den Forderungen aus dem Jahr 1938 die Öffnung von fünf chinesischen Häfen für den Freihandel festgelegt (Kanton [Guangzhou], Fuzhou, Amoy [Xiamen], Ningbo und Shanghai), in denen die ausländischen Händler auch Wohnrecht genießen. Außerdem muß China weitere 15 Millionen Silberdollar Kriegsentschädigung zahlen. 
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)
                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1842 - 47

nutzt Schiffskommandant Lieutenant Frederick E. Forbes seine Stationierung in Shanghae und Ningpo, um von dort aus das Hinterland zu bereisen und eine chinesische Münzsammlung anzulegen. Mit dem Tragstuhl reist er durch das Bohea-Teeanbau-gebiet und besucht die unweit der Küste gelegene Klosterinsel Poo-too.

. Publikation: l Five Years in China; from 1842 to 1847. With an account of the occupation of the islands of Labuan and Borneo by Her Majesty's forces. .
. Frederick E. Forbes
Richard Bentley, London 1848
Mit farbigem Frontispiz und 21 Abbildungen im Text.
405 Seiten

 
1842  
 

    
 
  





                  
1844











                  
1852

machen sich der französische Lazaristenpater Régis Évariste Huc (*1813,1860) (H*) und sein Glaubensbruder Joseph Gabet (*1808,1853) (H*) von Macao aus auf den Weg, um das von der katholischen Kirche neu gegründete Vicariat in der Mongolei zu besetzen. Schon 1838 hatte Huc den Boden Chinas betreten und sich auf seinen späteren Einsatz im Reich der Mitte vorbereitet. Da die Missionierung aber vom chinesischen Kaiserhaus nicht erlaubt ist, müssen christliche Missionsstationen vorerst jenseits der Landesgrenze erfolgen. Außerdem muß ihre Reise auf dem Landweg auch illegal und in Verkleidung erfolgen, denn noch ist Ausländern das freie Reisen in China nicht erlaubt .
erhalten sie den Auftrag, das Missionsfeld nach Norden und Westen zu erweitern. Sie ziehen los und entscheiden sich nach kurzer Zeit eigenmächtig für Lhasa als Reiseziel. Von Tolon Noor [Lama Miao] aus geht es in einer ersten Etappe zum Kloster Kumbum, wo sie sich einer größeren Karawane anschließen und unter äußerst schwierigen Bedingungen auch tatsächlich am 29. Januar 1846 Lhasa erreichen. Auf Betreiben der dortigen kaiserlich-chinesischen Ambane werden sie von der tibetischen Regierung jedoch nach kurzer Zeit höchst diplomatisch hinaus komplimentiert und sind damit die beiden letzten westlichen Besucher in Lhasa bis 1904. Die Ausreise kann, entgegen ihren Wünschen, nicht über Sikkim nach Indien erfolgen, sondern wird mit einer zehnmal so langen Route durch Osttibet und Zentralchina nach Macao festgelegt. Huc nutzt die Zeit und schildert Sitten, Gebräuche, Staatsordnung und seine Erlebnisse mit den Chinesen sehr anschaulich. Erst
verläßt er das Reich der Mitte.

. Publikationen: l Souvenirs d'un voyage dans la Tartarie, le Thibet et la Chine pendant les années 1844, 1845 et 1846, par M. Huc, prêtre-missionaire de la congrégation de St. Lazare. .
.

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Régis Évariste Huc. 
Librairie d'Adrien Le Clere et Cie., Paris 1850
Zwei Bände mit einer Übersichtskarte. 426 / 516 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Wanderungen durch die Mongolei nach Thibet zur Hauptstadt des Tale Lama A*
.

(Dr. Karl Andree, Hrsg.)
Verlagsbuchhandlung von Carl B. Lorck ,Leipzig 1855 Reihe: Hausbibliothek für Länder und Völkerkunde, Siebenter Band. 355 Seiten.
(Neuauflage:)
Wanderungen durch die Mongolei nach Tibet 1844-1846
(Hans Walz, Hrsg.)
Steingrüben Verlag Stuttgart, 1966
Mit einem Vorwort von Dr. Ernst Schäfer. Reihe: Bibliothek klassischer Reiseberichte. 386 Seiten und eine Karte.


 




A*

. l L'Empire chinois .
.

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Régis Évariste Huc. 
Gaume, Paris 1854
Zwei Bände mit einer Übersichtskarte
471 / 487 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Wanderungen durch das Chinesische Reich .
.

(Dr. Karl Andree, Hrsg.)
Verlagsbuchhandlung von Carl B. Lorck ,Leipzig 1855 Reihe: Hausbibliothek für Länder und Völkerkunde, Achter Band. 364 Seiten.


 
. l Joseph Gabet - Èvariste Huc.
Lettres de Chine et d'ailleurs. 1835 - 1860
.
.

(Jacqueline Thevenet, Hrsg.)
Les Indes savantes, Paris 2005
Mit einigen Abbildungen. 474 Seiten.


1843 fordern die Vereinigten Staaten von Nordamerika von China die gleichen Konditionen, wie für sie England im Friedensvertrag von Nanking festgelegt wurden. Da China seine schwache Verhandlungsposition sieht, willigt es ein und gewährt sogar noch die Zusage, daß Missionare ab sofort frei in China reisen und die christliche Lehre verbreiten dürfen. Die Missionare werden unter den ausdrücklichen Schutz des Kaisers gestellt (was später zu endlosen "Schadenersatzforderungen" der ausländischen Staaten führen wird). 
Durch einen sinnreichen Zusatz im Friedensvertrag von Nanking wird England durch diese amerikanische Verhandlung unmittelbar in die gleichen Sonderrechte eingesetzt, denn der Vertragszusatz besagt, daß jede zukünftige Gewährung von Rechten an fremde Nationen automatisch auch für England gilt!
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1843
 


 

                   1845

wird der schottische Botaniker Robert Fortune (*1812,1880) (H*) von der Royal Horticultural Society nach China gesandt, um unbekannte Pflanzen für die englischen Gärten zu sammeln. Er reist nach Shang-hae, findet dort aber seine Möglichkeiten begrenzt, denn er spricht kein Chinesisch und die neu erworbenen Rechte der Ausländer berechtigen nur, sich eine Tagesreise weit von den Vertragshäfen landeinwärts zu begeben. So bereist er bis
verschiedene Küstenstädte und Inseln zwischen Hong-kong und Schang-hae, verkleidet sich dann und dringt mit chinesischen Bootsleuten erstmals auf dem Min-Fluß in die Provinz Fokien [Fujian] vor, wo er das Anbaugebiet des chinesischen Schwarztees findet. Fortune ahnt die wirtschaftliche Bedeutung, die eine Ausfuhr von Teepflanzen und deren Anbau in Indien haben könnte. Doch das ist Zukunftsmusik. Von dieser Reise bringt er neben der Fächerpalme auch erstmals Kunde von kleinen Zwergbäumchen nach Europa, den "Bon-sai".

. Publikation: l Three Years' Wanderings in the Northern Provinces of China, including a Visit to the Tea, Silk, and Cotton Countries: With an Account of the Agriculture and Horticulture of the Chinese, New Plants, etc.  .
.

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Robert Fortune
John Murray, London 1847
Frontispiz, 16 Abbildungen und eine Karte. 406 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

. Dreijährige Wanderungen in den Nord-Provinzen von China .
. Verlag von Bandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1853
308 Seiten
(Online-Version des
Göttinger Digitalisierungszentrum)

1844 fordert Frankreich die gleichen Konditionen, wie sie den Vereinigten Staaten von Nordamerika ein jahr zuvor zugestanden wurden.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1844





                   1845

trifft eine Delegation des französischen Außenministeriums mit dem Handelsdelegierten Auguste Haussmann auf ihrem Besuch verschiedener Länder Ostasiens in der chinesischen Hafenstadt Canton ein. Der Ausbau der französischen Handelsbeziehungen ist ihr Ziel und so werden die vier neu durch den Vertrag von Nanking für den Außenhandel geöffneten Häfen in Südchina angelaufen: die Inseln Chusan und Amoy und die Hafenstädte Changhai [Shanghai] und Ningpo. Bis
dauern die Verhandlungen, dann segelt man weiter nach Java. 

. Publikation: l Voyage en Chine, Cochinchine, Inde et Malaisie .
.

Auguste Haussmann
Desessart, Paris 1847-48
Band I-III. 482, 418 und 489 Seiten

. l Voyage en Chine .
.

M. C. Lavollée
Just Rouvier / A. Ledoyen, Paris 1853
466 Seiten


 
1844 - 45

wird Friedrich Wilhelm Grube (*1795,1845) als preußischer Beamter nach Ostasien entsandt, um dort vor Ort die Handelsmöglichkeiten für sein Heimatland zu erkunden. Unterstützt von dem deutschen Misionar Gutzlaff bereist er die Küstenstädte Amoy, Ningpo und Schanghai, erkrankt im zweiten Reisejahr und stirbt noch auf der Rückreise nach Europa.

. Publikation: l Friedrich Wilhelm Grube und seine Reise nach China und Indien .
. Elisabeth Grube
Funcke & Müller, Crefeld 1848
337 Seiten

 
1844 - 46

ist der amerikanische Reverend George Smith (*1815,1871) einer von vielen, die im Auftrag ihrer Kirche nach China reisen, um sich in den fünf dem Westen geöffneten Hafenstädten umzusehen und erste Vorbereitungen zur späteren Missionsarbeit zu treffen. Von Hong Kong aus fährt er nach Canton, Shanghai, Ningpo und Chusan, zur Klosterinsel Pootoo, Foo-chow und Amoy.

. Publikation: l A Narrative of an Exploratory Visit to each of the Consular Cities of China, and to the Islands of Hong Kong and Chusan, in Behalf of the Church Missionary Society, in the Years 1844, 1845, 1846 .
.

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George Smith
Seeley, Burnside, & Seeley, London 1847
Mit 12 Abbildungen und einer Karte. 532 Seiten


 
1845

unternimmt der Missionar und Verleger Walter Henry Medhurst (chinesischer Name: Mai Dousi; *1796,1857) einen Streifzug durch das Hinterland von Shanghae. Mit seinem Dolmetscher reist er in Verkleidung und mit falschem Zopf und schildert ausführlich die Seidenraupenzucht.

. Publikation: l A Glance at the Interior of China Obtained During a Journey Through the Silk and Green Tea Districts. Taken in 1845 .
. (Walter Henry Medhurst)
[J. Snow, London 1850]
Mit 17 Abbildungen und 2 Karten. 192 Seiten
1846

reist Lieutenant Henry Strachey (H*) zum Manasarovar-See, um vor Ort die in Fachkreisen heftig diskutierte Frage zu klären, wie die Hochgebirgs-Seen und -Flüsse des Himalaya hydrographisch zusammenhängen und wo die Quellen von Indus, Ganges, Karnali und Satlej zu finden sind. Seine Berichte werden in den Folgejahren von anderen Forschern in Frage gestellt, weil diese bei ihren Recherchen vor Ort ganz andere Verhältnisse vorfinden. Der wissenschaftliche Disput klärt sich erst später durch die Erkenntnis verdeckter Abflüsse und periodisch schwankender Wasserstände.

. Publikation: l Narrative of a Journey to Cho-Lagan (Rákas Tal), Cho Mapan (Mánasarówar), and the valley of Purang in Gnari, Húndés, in September and October 1846 .
. Calcutta 1848
In: Journal of the Asiatic Society of Bengal, Vol. XVII, Part II
1847

erreicht die Wienerin Ida Pfeiffer (*1797,U1858) auf ihrer Weltreise die Südküste von China und verbringt fünf Wochen in Canton.

. Publikation: l Eine Frauenfahrt um die Welt. Reise von Wien nach Brasilien, Chili, Otahaiti, China, Ost-Indien, Persien und Kleinasien .
.

Ida Pfeiffer
Carl Gerold, Wien 1850
(3 Bände) Band II. [China,Ost-Indien,Bengalen]. 226 Seiten


 
1847 - 59

verbringt John Scarth in China, bereist die Küstenregionen im Süden, die Seiden- und Teeanbaugebiete, die Städte Foochow, Swatow und den Nordosten der Provinz Kwang-tung. Die Zeit der Opiumkriege und des Taiping-Aufstands schildert er ein Jahr später in seiner

. Publikation: l Twelve Years in China. The people, the rebels, and the mandarins .
.

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John Scarth
Thomas Constable & Co., Edinburgh 1860
Mit Frontispiz, 11 Farblitographien, 15 Holzschnitten und einer Karte. 328 Seiten

 
1848

reist Richard Strachey (*1817,1908) (H*) an die Seen Manasarowar und Rakas-Tal in Südtibet, um die Beobachtungen seinen Bruders zu komplettieren. Der Bericht hierüber erscheint erst 52 Jahre später als

. Publikation: l Narrative of a Journey to the Lakes Rakas-tal and Manasarowar, in Western Tibet, Undertaken in September 1848 .
. 1900
In Geographical Journal, Vol. XV
1848

bringt die Korvette "La Bayonnaise" den französischen Konsul in die neu eingerichtete diplomatische Vertretung nach Canton. Durch den Opium-Krieg wurde China zur Öffnung mehrerer Seehäfen für den internationalen Handel gezwungen und so besucht Kommandant Jurien de la Gravière im Rahmen seiner Stationierung in Ostasien auch Shang-hai, Ning-po, die Insel Chou-san und Amoy.

. Publikation: l Voyage en Chine et dans les mers et archipels de cet empire pendant les annèes 1847, 1848, 1849, 1850 .
. Jurien de la Gravière
Meline, Cans et Compagnie, Bruxelles (o.J., ca. 1852)
Drei kleine Bände, mit je zwei Kupferstichen
284/289/290 Seiten

 
1848
 



















                   1851

wird zu einem bedeutsamen Datum in der Geschichte des Tees und gleichzeitig das Jahr der ersten 'Industriespionage': Robert Fortune (*1812,1880) (H*) wird zum zweiten Mal nach China gesandt, diesmal im Auftrag der East India Company, um das Geheimnis des Teeanbaus zu lüften und geeignete Pflanzen und Samen zur Kultivierung nach Indien zu bringen. Der englischen Handelsgesellschaft ist dies ein existentielles Bedürfnis, denn die Chinesen akzeptieren nur teures Silber im Tausch für die im Westen so heißbegehrte Ware und für Englands Kolonien würden sich ungeahnte Möglichkeiten für den Teeanbau eröffnen. Um ins verschlossene Landesinnere vorzudringen, ist Fortune gezwungen, in Verkleidung zu reisen: Er lernt Chinesisch, rasiert sich den Kopf, legt Landestracht an und versieht sich mit zwei Dienern - ja er geht sogar so weit, sich als ein chinesischer Mandarin aus dem Norden Chinas auszugeben, um so schneller an Informationen zu gelangen. Von Shanghai aus reist er mit Boot und Sänfte zuerst in das westlich gelegene Teeanbaugebiet Huang Shan, wo er sich Grüntee-Setzlinge besorgt. Ein paar Monate später glückt es ihm, auch in der Provinz Anhui, die für ihren Schwarztee berühmt ist, Teesamen einzusammeln. Erst jetzt erfährt die Welt durch ihn, daß Grün- und Schwarztee von ein und der selben Pflanze stammt und nur durch unterschiedliche Verarbeitungsmethoden gewonnen wird. Und (mit einiger Bestürzung) erfährt der Westen auch, daß die chinesischen Teehändler dem Grüntee Berliner Blau (eine giftige Mischung von Blausäure und Eisen) beigeben, um die in Europa gewünschte Farbe des Teeaufgusses zu erzielen! Mit 2.000 Teepflanzen und 17.000 Samen kehrt er schließlich
von Ningpo nach Hongkong zurück und bereitet dort alles für deren Verschiffung nach Indien vor. Noch ohne es zu ahnen, hat China damit sein Tee-Monopol verloren.

. Publikationen: l A Journey to the Tea Countries of China; including Sung-Lo and the Bohea Hills; with a short notice of the East India Company's tea plantations in the Himalaya Mountains. .
.

Robert Fortune
John Murray, London 1852
Mit 15 Abbildungen und einer Kartenseite. 398 Seiten

. l Two Visits to the Tea Countries of China, and the British Tea Plantations in the Himalaya; With a Narrative of Adventures, and a Full Description of the Culture of the Tea Plant, the Agriculture, Horticulture, and Botany of China. .
.

Robert Fortune
John Murray, London 1853
Band 1: Mit 12 Kupferstichen und einer Karte. 315 Seiten
Band 2: Mit 15 Kupferstichen. 298 Seiten 
(Deutsche Ausgabe:)


 
. Robert Fortunes Wanderungen in China waehrend der Jahre 1843-1845 nebst dessen Reisen in die Theegegenden China's und Indiens 1848 - 1851.
. (Dr. Julius Theodor Zenker, Hrsg.)
Dyk'sche Buchhandlung, Leipzig 1854
Mit 12 Abbildungen und 2 Karten. 413 Seiten
1849

erreicht der Engländer Julius Berncastle (1870) den Hafen von Hong Kong und besucht von dort aus fünf Monate lang die Hafenstädte Whampoa, Canton und Macao.

. Publikation: l A Voyage to China; Including a Visit to the Bombay Presidency; the Mahratta Country; the Cave Temples of Western India, Singapore, the Straits of Malacca and Sunda, and the Cape of Good Hope .
. Julius Berncastle
William Shoberl, London 1851
Zwei Bände mit 2 bzw. 1 Abbildung und 294 bzw. 284 Seiten

 

1850 breitet sich in China der Taiping-Aufstand aus. Unter Führung eines chinesischen Christen, der sich als "von Gott gesandt" versteht, wird der verhassten Mandschu-Dynastie der Kampf angesagt. Von der Südprovinz Kwangsi [Guangxi] ausgehend, greift die Erhebung wie ein Flächenbrand um sich und bringt die kaiserliche Regierung in starke Bedrängnis. 1853 ist ganz Südchina einschließlich Nanking von den Aufständischen erobert, d.h. dem Erdboden gleichgemacht. Die Schangmaos "Langhaarigen" oder Taiping "Bürger des Reiches der großen Glücksseligkeit" gehen mit äußerster Grausamkeit vor. Der Aufstand der Taiping führt zur zusätzlichen innenpolitischen Lähmung Chinas.

1850 - 98

verbringt der Amerikaner William Alexander Parsons Martin (*1827,1916) in China, davon die ersten zehn Jahre als presbyterianischer Missionar in Ningpo. Nach zwei Jahren kriegsbedingtem Auslandsaufenthalt kehrt er 1862 zurück und wird in Peking als Leiter einer Dolmetscherschule tätig. Von dort aus bereist er das nördliche Umland und besucht Kiu-fu [Qifu], den Geburtsort des Konfuzius, sowie eine jüdische Gemeinde in der 450 Meilen entfernten Provinz Honan. Im Rahmen der kaiserlichen Reformen wird Martin 1869 schließlich vom chinesischen Außenministerium zum Präsident des neu gegründeten Tungwen-Collegs in Peking ernannt, welches Mitarbeiter für den Diplomatischen Dienst ausbilden soll. Als die Kaiserin-Witwe Cixi den jungen Kaiser 1898 durch einen Coup d'Etat entmachtet und alle Reformen stoppt, verliert auch Martin seine Stellung.

. Publikation: l A Cycle of Cathay. Or, China, South and North. .
. Dieses Buch
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W. A. P. Martin
Fleming H. Revell Company, New York/Chicago/Toronto 1896 (Neuauflage 1900)
Mit 70 Abbildungen und einer Karte. 464 Seiten

 
1852
 
                   1854

versucht Abbé Nicolas-Michel Krick (H*) vom nordindischen Assam aus ins unbekannte Südtibet vorzudringen. Im indisch-tibetischen Grenzgebiet wird er
von einheimischen Mischmi, einem äußerst wilden und bösartigen Eingeborenenstamm, im Tal des Zayul getötet.

. Publikation: l Relation d'un voyage au Thibet en 1852 et d'un voyage chez les Abors en 1853 .
. Nicolas-Michel Krick
A. Vaton, Paris 1854
224 Seiten
1853
 
      








                   1856

reist Robert Fortune (*1812,1880) (H*) zum dritten Mal nach China, wie schon zuvor auch jetzt wieder im Auftrag der East India Company. Und auch diesmal geht es wieder um Tee: Nachdem ihm fünf Jahre zuvor in geheimer Mission die Ausfuhr von Teepflanzen und Teesamen aus China gelungen war, soll er nun noch chinesische Fachleute anwerben, die in Nordindien dringend zur Pflege der neu angelegten englischen Teeplantagen benötigt werden. Denn mit der fachgerechten Aufzucht der Teesträucher und der Weiterverarbeitung der Blätter zum fertigen Schwarztee haben die Engländer noch keinerlei Erfahrung, ihr Teeanbau steckt noch in den Kinderschuhen. Neben dieser Hauptaufgabe widmet sich Fortune auch weiterhin dem Botanisieren und schickt viele für Europa noch unbekannte Blumen, Sträucher und selbst kleine Bäume auf den langen Schiffsweg nach England. Im Februar
gehen schließlich rund 24.000 neue Teepflanzen mit ihm von Hong-kong aus auf die Seereise nach Calcutta und ebenso 17 Chinesen aus Fokien, dem chinesischen Zentrum des Schwarztee-Anbaus.

. Publikation: l A Residence Among the Chinese: Inland, on the Coast, and at Sea. Being a narrative of scenes and adventures during a third visit to China, from 1853 to 1856.  .
. Robert Fortune
John Murray, London 1857
Mit 22 Abbildungen. 440 Seiten

1854 zwingen die Engländer die chinesische Regierung zu neuen Verhandlungen. Ungeachtet des offiziellen Friedensschlusses mit dem Mandschu-Kaiserhaus dringt England auf eine Ausweitung der bestehenden Verträge zu Gunsten der Westmächte und wird hierin von den USA und Frankreich unterstützt. Doch die chinesischen Regierungsvertreter weigern sich.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1855

starten die Brüder Adolph (*1829,1857) (H*), Robert (*1833,1885) (H*), Emil (*1835,1904) (H*) und Hermann Schlagintweit (*1826,1882) (H*) von Badrinath, Indien, aus zu einer Reise durch das westliche Tibet bis zum Tarimbecken. Adolph Schlagintweit wird 1857 in der Nähe von Kaschgar von einem Räuber überfallen und enthauptet.

. Publikation: l

Reisen in Indien und Hochasien.
Eine Darstellung der Landschaft, der Cultur und Sitten der Bewohner, in Verbindung mit klimatischen und geologischen Verhältnissen. Basirt auf die Resultate der wissenschaftlichen Mission von Hermann, Adolph und Robert von Schlagintweit ausgeführt in den Jahren 1854-1858.

A*
. Hermann von Schlagintweit-Sakünlünski
Hermann Costenoble, Jena 1869-1880.
4 Bände. Erster Band mit 2 Karten, 7 landschaftlichen Ansichten und 2 Gruppenbildern von Eingeborenen in Tondruck, 590 Seiten.

 
1855











                  
1897

sind die Missionare August Wilhelm Heyde (*1825,1907) und Johann L. E. Pagell von der Herrenhuter Missionsgemeinde schon zwei Jahre auf indischem Boden, bevor sie Ende März in Leh eintreffen. Ihr Ziel ist die Mongolei. Die Reisepässe für den Weg über Südrußland waren ihnen von der russischen Regierung verweigert worden, weshalb die Anreise um Afrika herum erfolgen musste. Wo genau die Mongolen leben sollen, ist ihnen nicht bekannt. In Nordindien finden sie sie nicht, weshalb sie sich entschließen, die Grenze nach Tibet zu überschreiten, um sich zu den Wohngebieten der Mongolen durchzufragen. Nach nur wenigen Tagen werden sie von tibetischen Grenzwachen aufgehalten und zurückgewiesen. Mehrere Versuche, die Grenze an anderen Stellen zu überschreiten, schlagen ebenso fehl. Mit Genehmigung der Missionsleitung bleiben Heyde und Pagell (später auch noch Heinrich H. Jäschke) im nordindischen Kyelang und gründen dort eine Missionsstation, die Heyde bis
leitet.

. Publikation: l Fünfzig Jahre unter Tibetern. Lebensbild des Wilhelm und der Maria Heyde, dargestellt von Gerhart Heyde A*
.

Verlag der Missionsbuchhandlung, Herrenhut 1921
Mit 17 Abbildungen und einer Karte. 80 Seiten

1857 versuchen die Engländer erneut, die früheren Verträge mit China zu verändern. Als Vorwand dient die Inhaftierung von chinesischen Matrosen, die, auf einem chinesischen Schiff unter britischer Flagge, vom chinesischen Zoll wegen des Verdachts auf Opiumhandel inhaftiert und trotz Verlangens Großbritanniens nicht freigelassen werden. Die Briten erklärten China daraufhin den Krieg und Frankreich schließt sich an.
Die alliierten Truppen erobern unter der Leitung des Earl of Elgin die südchinesische Hafenstadt Kanton [Guangzhou] und segeln 1858 weiter nach Norden, wo sie im Gelben Meer die Forts an der Mündung des Pei-ho in Schutt und Asche legen, die stärksten Festungsanlagen der Chinesen, die den Zugang zur Hauptstadt abriegeln. Die Alliierten haben leichtes Spiel - China kapituliert zum zweiten Mal. Im Vertrag von Tientsin, den neben England und Frankreich übrigens auch Russland und die USA unterschreiben, werden unter anderem zehn weitere chinesische Häfen für den Außenhandel geöffnet und eine generelle Reisemöglichkeit für Ausländer in 50 Kilometer Umkreis um die Vertragshäfen vereinbart. Inhaber von speziellen Pässen können sogar das ganze Land bereisen, was auch für Missionare und ihre Tätigkeit gilt. Außerdem wird die Zahlung hoher Kriegsentschädigungen an die Westmächte festgesetzt. Und der Opiumhandel wird auf Betreiben der britischen Seite wieder legalisiert!
Einen letzten Punkt der Vereinbarung bildet die Einsetzung eines britischen Botschafters in Peking, für den die chinesische Regierung dort eine Unterkunft stellen muss. Besonders gegen diesen Punkt sperren sich die chinesischen Behörden bis zuletzt.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1858

hat der Earl of Elgin (*1811,1863) leichtes Spiel und kann China nach einer schnellen militärischen Niederlage den einseitigen Vertrag von Tientsin diktieren. Über den China-Feldzug berichten vor allem die Privatsekretäre der kriegsführenden Generäle, der britische Weltreisende Laurence Oliphant (*1829,1888) (H*) und der französische Joseph Alfred Ludovic, Marquis de Moges.

. Publikationen: l China: Being "The Times" special correspondence from China in the Years 1857-58 .
. George Wingrove Cooke
G. Routledge & Co., London 1858
Mit Frontispiz und zwei kolorierten Karten. 457 Seiten
(Reprint: Scholary Resources Inc., Wilmington 1972)

 
. l Narrative of the Earl of Elgin's Mission to China and Japan in the Years 1857, '58, '59 .
.

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Laurence Oliphant
William Blackwood & Sons, Edinburgh and London 1859
Zwei Bände. Mit 20 Farbabbildungen, 50 Kupferstichen im Text und 5 Karten. 492 / 496 Seiten

. l Souvenirs d'une Ambassade en Chine et au Japon en 1857 et 1858 .
. Joseph Alfred Ludovic , Marquis de Moges
Hachette, Paris 1860
350 Seiten


. l Three Years' Service .
. (Lt.-Colonel) Fisher
Richard Bentley, London 1863
Mit 7 Abbildungen und zwei Karten. 420 Seiten

. l Mémoires sur la Chine .
.

Comte d'Escayrac de Lauture
Librairie du Magazin Pittoresque, Paris 1865
Mit zahlreichen Abbildungen und Plänen. 100 + 129 + 127 + 79 + 93 Seiten


1859 lehnt sich der chinesische Kaiser nochmals gegen die Einrichtung ausländischer Vertretungen in Peking auf, was von den europäischen Mächten als offener Bruch der geschlossenen Verträge nicht hingenommen wird. England und Frankreich rüsten erneut ihre Armeen, diesmal besteht die Streitmacht aus 11.000 Briten/Indern und 6.700 Franzosen.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1859

bricht der deutsche Romancier und Schriftsteller Rudolf Lindau (*1829,1910) von Marseilles über Ceylon nach China auf. "Ich hatte mir weder die Entdeckung der Nilquellen noch die der Nordpol-Durchfahrt zur Aufgabe gestellt. Meine Sache war viel einfacher: ich wollte auf belebten Straßen nach Ländern ziehen, nach denen viele andere vor mir gegangen waren und von denen man im allgemeinen wohlbehalten zurückkam." Doch im Laufe der Zeit, die ihm anscheinend reichlich zur Verfügung steht, ändert sich das ein wenig. In Cochinchina nimmt er an den ersten Gefechten gegen die Anamiten teil und erstürmt mit französischen Truppen ein einheimisches Fort in der Nähe Saigons. In Schanghai verfolgt er 1860 die Angriffe der Taiping-Rebellen auf die Fremdenniederlassung und deren Hinrichtung nach der Gefangennahme. Ein Jahr später begibt er sich gar in das Gebiet der Taiping und trifft deren Vicekönig in der gerade eroberten Großstadt Sutschau [Suzhou].

. Publikation: l Aus China und Japan .
.

Rudolf Lindau
F. Fontane & Co., Berlin W. 1896
405 Seiten


 
1859

bereist der englische Naturforscher Arthur Adams (*1820,1878) die chinesische Küste von Hong Kong bis nach Shanghai, den Yang-tsze ein Stück hinauf und dann die nördliche Ebene bei Peking bis zur Großen Mauer. Sein Interesse gilt dabei jedoch weniger dem Land als vielmehr der hier zu findenden Tierwelt.

. Publikation: l Travels of a Naturalist in Japan and Manchuria .
.

Arthur Adams
Hurst and Blackett, London 1870
Mit Frontispiz. 334 Seiten


 

1860 werden von englischen und französischen Truppen die Taku Forts erneut gestürmt, um die chinesische Regierung zur Einhaltung des Vertrag von Tientsin zu zwingen. Kurz darauf fällt auch Peking. Der chinesische Kaiser flieht ins nordöstlich gelegene Jehol [Chengde] und überlasst seinem Bruder, Prinz Kong, alle Verhandlungsbefugnisse. Da die Chinesen zuvor westliche Emissäre hinrichten ließen, beschließt man ein Exempel zu statuieren und den kaiserlichen Sommerpalast Yuan Ming Yuan zu zerstören. Drei Tage lang erhalten die alliierten Truppen Zeit zur Plünderung - dann werden alle Gebäude niedergebrannt. Unermessliche Kunstschätze gehen dabei verloren. Im Vertrag von Nanking müssen die Chinesen erneut allen westlichen Forderungen zustimmen und England lässt sich für die Verzögerung der Ausführung des Vertrags von Tientsin auch die Hong Kong vorgelagerte Halbinsel Kowloon abtreten. Um ihre so erreichten Privilegien ungestört nutzen zu können, unterstützen die Westmächte nun den Kampf der Qing-Dynastie gegen die Taiping-Rebellen und sorgen für die Niederschlagung des Aufstands. 
(Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1860

leitet