.

Reiseberichte
über China und Tibet,
von den Anfängen der Geschichte bis zum Jahr 2000.

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Die bibliographischen Angaben
stammen aus
Sekundärliteratur


Ergänzende Hinweise
zu
einzelnen Publikationen

Bibliographische Angaben
aus
Original-Publikation
A*
Zu den so gekennzeichneten Publikationen bietet
Jürgen C. Aschoff's : "Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaja"
ausführlichste bibliographische Angaben!
H*
Alle mit diesem Symbol gekennzeichneten
Personen werden hervorragend portraitiert in
Dietmar Henze : "Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde"

1241 wird für Europa ein Jahr des Schreckens: Ohne große Vorwarnung erscheinen die mongolischen Krieger Dschingis Khans in Polen, Schlesien, Mähren und Ungarn und schlagen das eilig zusammengezogene christliche Heer vernichtend. Die Krieger der Goldenen Horde streifen Mitteleuropas Grenzen jedoch eher zufällig, da sich die mongolischen Eroberungszüge in erster Linie gegen das chinesische Reich der Jin und die islamischen Länder Zentralasiens richten. Doch das kann in Europa niemand wissen und der erlittene Schock sitzt tief. Den europäischen Staaten wird schmerzlich bewußt, daß die Welt hinter den ihnen bekannten Grenzen offensichtlich noch weitergeht. Obwohl die Mongolen nicht mehr zurückkehren, beginnt man in Europa darüber nachzudenken, wie man sich nun verhalten soll und entscheidet sich für die erste Entsendung eines Botschafters gen Osten.

1245
 








                   1246





                   1247,

wird Johannes de Plano Carpini (auch: Giovanni del Piano Carpini, Jean de Plano Carpini) (H*) (*ca.1180,1252), ein aus Piano de Carpine bei Perugia stammender italienischer Franziskaner, von Papst Innozenz IV. zum Großkahn der Mongolen gesandt. In seinem Gepäck befindet sich ein päpstliches Schreiben, in welchem man die Mongolen bittet, keine weiteren Überfällen auf christliche Länder durchzuführen. Doch Carpini ist weitsichtig und beläßt das Schreiben an diesem Platz. Seine vornehmliche Aufgabe sieht er darin, die Pläne und Absichten der Tartaren auszuforschen. Zusammen mit Pater Benedict als Dolmetscher führt ihn die Reise über das schon von den Mongolen besetzte Kiew und das an der unteren Wolga entstandene Reich der Goldenen Horde an den Hof des Mongolenführers in Karakorum, wo er am 22. Juli 
eintrifft. Obwohl der Großkhan auf keinerlei Verhandlungen eingeht, erledigt Johannes seine selbstgestellte Aufgabe mit viel Geschick: Sein späterer Bericht beschreibt ausführlich die Bräuche, Sitten, politischen Verhältnisse und militärischen Mittel der Mongolen und gipfelt in einer Reihe von Vorschlägen, wie der Bedrohung zukünftig besser zu begegnen sei. Es ist nicht überliefert, was er bei seiner Rückkehr nach Lyon, im Jahre
mit der Rückantwort des mächtigen Großkhans macht, in der dieser dem Papst ausrichten lässt, er werde "die ganze Erde von Osten nach Westen verwüsten"

. Publikationen: l The Texts and Versions of John de Plano Carpini and
William de Rubruquis as printed for the first time by Hakluyt in 1598
.
. (C. Raymond Beazley, Hrsg.)
London 1903
Text in Latein und Englisch.
. l Historia Mongalorum. Viaggio di F. Giovanni da Pina del Carpine ai Tartari nel 1245 - 1247. .
. Giovanni de Plano Carpini (G. Pullé, Hrsg)
Firenze 1913
. l Johann de Plano Carpini.
Geschichte der Mongolen und Reisebericht 1245-1247
.
.
. Dr. Friedrich Risch
Verlag von Eduard Pfeiffer, Leipzig 1930
In: Veröffentlichungen des Forschungsinstituts für
vergleichende Religionsgeschichte an der Universität Leipzig,
II. Reihe, Heft 11. 405 Seiten.

 
. l Kunde von den Mongolen. 1245-1247. .
. (Felicitas Schmieder; Einleitung und Erläuterungen)
Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1997
(Reihe: Fremde Kulturen in alten Berichten, Band 3)
Mit zwei Karten und zahlreichen Abbildungen. 182 Seiten.


 

1253
   


    

 
 

                   1254
               



        
                  
1255

macht sich der aus Flandern stammende Franziskaner Wilhelm von Rubruk (auch: Ruysbroeck; *1215-20,ca.1270) (H*) auf den Weg, um im Auftrag des französischen Königs Ludwig IX. und Papst Innozenz IV. weitere Botschaften an den Großkhan zu überbringen. Eigentlich soll die Reise nicht weit gehen, da man vom Khan "nur" die Erlaubnis zur christlichen Missionarsarbeit in dessen Gebiet und seine Unterstützung im Kampf gegen den Islam einholen will und ihn irgendwo hinter der Krim vermutet. Die dort ansässigen Unterkhans erklären sich jedoch alle für nicht zuständig und schicken Rubruk immer weiter nach Osten. So reist er den Don hinauf und gelangt über die Seidenstraße schließlich nach Karakorum, wo er am 4. Januar 
endlich zur Audienz vorgelassen wird. Doch sein allzu bescheidenes Auftreten führt am Hof des Mongolenfürsten nur dazu, ihn und sein Begehr nicht ernstzunehmen. Rubruk nutzt die Gelegenheit und zieht erste Erkundigungen über die während der Mongolenfeldzüge nach Asien verschleppten europäischen Gefangenen und Zwangsarbeiter ein, darunter auch etliche Bergarbeiter aus Siebenbürgen, die für ihren neuen Herren nun Gold zu graben und Waffen herzustellen haben. Erst
kehrt er von seiner Mission nach Rom zurück. Durch ihn erfährt Europa erstmals von der Existenz eines Landes namens "Tibet".

. Publikationen: l (Deutsche Ausgaben:) .
. Der Bericht des Franziskaners Wilhelm von Rubruk über seine Reise in das Innere Asiens in den Jahren 1253/1255 A*
. Wilhelm von Rubruk (Hermann Herbst, Hrsg.)
Griffel-Verlag, Leipzig 1925.
Mit einer Bildtafel und einem eingedruckten Faksimile.
200 Seiten
. l Wilhelm von Rubruk.
Reise zu den Mongolen 1253-1255
.
A*
. Dr. Friedrich Risch
A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1934.
336 Seiten
.      l Reisen zum Großkhan der Mongolen.
Von Konstantinopel nach Karakorum 1253-1255
.
A*
. Wilhelm von Rubruk (D.Leich, Hrsg.)
K. Thienemann, Edition Erdmann, Stuttgart 1984.
Reihe:Alte abenteuerliche Reiseberichte;
mit 17 Illustrationen und 2 Karten; 240 Seiten

 
1270

 

                   1271.
                   1273

 

 

 

 

 

 

soll Jacob von Ancona (*1221), ein gelehrter italienisch-jüdischer Kaufmann, über Damaskus, Indien und Java nach Zaitun aufgebrochen sein, der Stadt des Lichts, dem heutigen Quanzhou an der chinesischen Ostküste gegenüber von Taiwan. Die Ankunft erfolgt nach beschwerlicher Reise 
Nach seiner Rückkehr nach Italien im Jahr
berichtet er über seine Abenteuer in einem ausführlichen Reisebericht, der 1990 vom englischen Wissenschaftler David Selbourne bei einem italienischen Privatmann gefunden, eingesehen und übersetzt wird. Die Glaubwürdigkeit dieses sensationellen Fundes wird jedoch dadurch getrübt, daß der Wissenschaftler dem Besitzer Anonymität verspricht, sich nach Abschluß der Übersetzungsarbeit mit diesem jedoch überwirft - und die Handschrift zur Überprüfung nun leider nicht mehr vorgelegt werden kann, da Selbourne dem Besitzer sein Ehrenwort auf Anonymität nicht brechen will. Das führte in Fachkreisen zu berechtigten Zweifeln. Doch der englische Wissenschaftler weist auch heute noch alle Anschuldigungen weit von sich und verteidigt seine Ehre in aller Öffentlichkeit. In seinem Buch wird die Authentizität der Handschrift in der Einleitung auf allein 13 Seiten behandelt und mit vielerlei Erklärungen versehen. Jeder der gegen ihn erhobenen Vorwürfe wird darüber hinaus noch im Kapitel "Original oder Fälschung?" aufgegriffen und sachlich ausdiskutiert. Das macht das eigene Urteil nicht leicht und führt zu vielerlei Fragen => Diskussionsforum: Original oder Fälschung ?

. Publikation: l The City of Light .
. Jacob von Ancona (David Selbourne, Hrsg.)
Little, Brown & Co., o.O. 1997
(Deutsche Ausgabe:)
. Stadt des Lichts. Ein mittelalterlicher Händler berichtet von seiner Reise nach China (1270-1273) .
. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1998
Mit Buchschmuck und einer Karte. 518 Seiten
1272

tritt Marco Polo (*1254,1324) (H*) mit Vater Niccolo und Onkel Matteo von Venedig aus seine berühmte Chinareise an. Durch Persien, über den Pamir und entlang der Seidenstraße erreichen die Reisenden Kambalu, den Sitz des regierenden Tartaren-Fürsten Kublai-khan, der von Marco Polo so beeindruckt ist, daß er ihn siebzehn Jahre lang in Dienste nimmt, mit Erkundungen nach Südwest-China betraut und sogar für drei Jahre zu seinem Statthalter in der Handelsmetropole Yangzhou einsetzt. Marco Polos Reise ist weltbekannt. Doch stimmt sie auch? Ein genaueres Studium der vorhandenen Schriften offenbart viele inhaltliche Fehler, auch die Schilderungen wirken schablonenhaft, oberflächlich und unpersönlich. Bei den Orts- und Richtungsangaben herrscht große Konfusion. Und grundlegende Dinge, die jeder Chinareisende wissen müsste, werden nicht erwähnt. Unabhängig davon spricht jedoch vor allem ein Punkt gegen die Authentizität des Geschilderten: Bei einem Aufenthalt von 17 Jahren in China und in Diensten des chinesischen Kaisers hätte Marco Polo doch Persönlicheres und Detaillierteres berichten müssen, als die überlieferten Allgemeinplätze. Seine Schilderungen sind tot, unbeteiligt, bloße Auflistung von Zahlen und Fakten. Aber kein Erlebnisbericht. 
Deshalb machte sich Dr. Dietmar Henze daran, dem legendären Reisebericht auf den Grund zu gehen. Und niemand ist hierzu fachlich berufener als der Verfasser der "Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde", der nahezu alle alten Reiseberichte weltweit gesichtet und ausgewertet hat. Henze verglich jeden Satz aus Marco Polos Reisebericht mit den Berichten späterer Reisender, analysierte das Geschilderte auf 222 Seiten en detail - und kommt abschließend zu dem eindeutigen Ergebnis, Marco Polo sei sicherlich nie in China gewesen und müsse seinen Bericht aus fremden mündlichen Schilderungen frei zusammengesetzt haben: 
"Der kolossalste Schwindel der globalen Entdeckungsgeschichte!"

. Publikationen: l Die erste Version des Reiseberichts soll dem Mitinhaftierten Rustichello 1298 während Marco Polos Gefangenschaft in Genua diktiert worden sein, doch dieses Original ging verloren. Eine verkürzte Abschrift gilt heute als authentisches Dokument und liegt als Manuskript fr.1116 in der Pariser Nationalbibliothek vor.
. (Deutsche Ausgaben:) .
. l Das Buch des edlen Ritters Marco Polo .
. (Erste deutsche Ausgabe)
Gedruckt von Fricz Creuszner zu Nurmberg 1477.
Mit Frontispiz. 58 Seiten    
. l Reisen des Venezianers Marco Polo. Die Reisen des Venezianers Marco Polo im 13. Jahrhundert. .
. (Dr. Hans Lemke, Hrsg.)
Gutenberg-Verlag, Hamburg 1907.
Reihe: Bibliothek wertvoller Memoiren 1. Band.
Mit einem Portrait von Marco Polos und Schmuckleisten von Oskar Schwindrazheim. 573 Seiten
1316 - 30

will der Franziskanermönch Odorico da Pordenone (Ulrich von Portenau *1265-86,1331) (H*) auf der Suche nach dem verborgenen Reich des Priesterkönigs Johannes per Schiff nach China gelangt und dann auf dem Landweg durch Tibet zurück nach Europa gereist sein - was aber bereits früh von Fachleuten angezweifelt wurde.
Wieder ist es Dietmar Henze, der nach einem Kongreß, den die Stadt Pordenone im Jahr 1982 zu Ehren ihres berühmten Sohnes abhält, mit genauen Recherchen beginnt. Ursache zum Zweifeln sind für ihn weniger Odorico's Fabelberichte von zweiköpfigen Tieren und einem Tal voller Geister, als vielmehr die eklatanten geographischen Irrtümer und Unstimmigkeiten, die den ganzen Reisebericht durchziehen. Über Bagdad, Bombay, Ceylon, Sumatra und Java erreicht Odorico in der Hafenstadt Canton chinesischen Boden, reist nach Hangzhou und weiter auf dem Kaiser-Kanal über Nanking nach Norden. Drei Jahre verbringt er in der Franziskanergemeinschaft in Khanbaliq [heute: Beijing] am Hofe des Großkahns, bis er mit seinem Glaubensbruder Jacobus de Hiberta die Rückreise antritt. Mit der irrtümlichen Bezeichnung einiger chinesischer Landesteile als 'Tibet', trägt Odorico zur späteren Verwirrung der Fachleute bei, die ihn für den ersten Europäer in diesem Land halten. Seinen Reisebericht diktiert er im Mai 1330 einem Mitbruder, doch das Manuskript scheint verloren. Die heutige Geschichtswissenschaft ist mit rund 130, zumeist unterschiedlichen Textversionen konfrontiert, unter denen die aus mündlicher Überlieferung stammende Handschrift des Heinrich von Glatz aus dem Jahr 1340 noch am zuverlässigsten sein dürfte.
Dietmar Henze analysiert mit viel Akribie jeden Satz des Reiseberichtes. Dabei finden sich auffällige Übereinstimmungen mit Textpassagen des 30 Jahre zuvor erschienenen Berichts von Marco Polo. Andere geographische Angaben erweisen sich als völlig unhaltbar. Hin- und Rückreise entpuppen sich letztlich als reine Fiktion und die China betreffenden Schilderungen stammen aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Berichten anderer Reisender. Im Reich der Mitte war der ehrenwerte Odorico da Pordenone ganz sicherlich nicht, so lautet Henze's Resümee - die Stadtväter werden das nicht gerne hören ...

. Publikationen: l (Aus dem Lateinischen) .
. Konrad Steckels deutsche Übertragung der Reise nach China des Odorico de Pordenone A*
. Ordorico de Pordenone (Gilbert Strasmann, Hrsg.)
Erich Schmidt Verlag, Berlin 1968.
Reihe: Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, 20. Lateinisch - Deutsch. 135 Seiten
. l Die Reise des seligen Odorich von Pordenone nach Indien und China (1314/18 - 1330) .
. Ordorico de Pordenone (Folker Reichert, Hrsg.)
Manutius Verlag Frank Würker GmbH, Heidelberg 1987
Mit 28 Abbildungen und 2 Karten. 161 Seiten.

1342


 

         
                   1346

erreicht die vorläufig letzte abendländische Gesandtschaft den chinesischen Kaiserhof: 32 Personen werden mit allen protokollarischen Ehren empfangen, unter ihnen Giovanni de Marignolli (Johannes de Marignollis *ca.1290,1358/59), Minorit aus Florenz, der darüber ausgiebig berichtet. Die Hinreise erfolgt 1338 über Konstantinopel und Serai an der Wolga nach Almalik und Hami entlang der Seidenstraße; die Rückreise
per Schiff von Zayton [das heutige Quanzhou gegenüber der Insel Taiwan] über Java, Ceylon und Ägypten. In seiner später auf Geheiß Kaiser Karls IV. herausgegebenen Chronicon Bohemiae (Geschichte Böhmens) finden sich viele Reiseerinnerungen an seine Chinamission.

. Publikation: l Johannes von Marignollis, minderen Bruders und Päbstlichen Legaten Reise in das Morgenland v. J. 1339-1353 .
. (J. G. Meinert, Hrsg.)
Abhandlungen der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, Prag 1820.
108 Seiten

 

1368 wird das in China regierende mongolische Kaiserhaus der Yüan wieder durch Chinesen gestürzt und die Ming-Dynastie wird gegründet. Das Herrscherhaus der Ming verbietet das Christentum in China. Sämtliche Spuren des römischen Christentums verschwinden so nachhaltig, daß selbst die späteren Jesuitenmissionare des 17. Jahrhunderts von ihren Franziskaner-Vorgängern aus der Yüan-Dynastie gar nichts erfahren.
Auch für Tibet bedeutet der Dynastienwechsel das Ende der Abhängigkeit vom chinesischen Reich. Die tibetischen Fürsten hatten sich 1207 Dschingis Khan friedlich unterworfen und sehen diese Bindung nun als aufgehoben an.
1517 landen die ersten Portugiesen unter Fernao Peres de Andrade in Canton und entsenden 1520 die erste portugiesische Gesandtschaft nach Peking, die jedoch ergebnislos verläuft. Die Portugiesen setzen sich in Macao als einzigem erlaubten Handelsplatz fest und gründen dort 1557 eine eigene Kolonie.

1549










                   1553

gerät der portugiesische Seemann Galiotto Pereira (auch: Galeote Pereira) in chinesische Gefangenschaft. Vor der Küste der chinesischen Provinz Fujian hatte er sich am Gewürz-Handel beteiligt, der für die ausländischen Seefahrer große Gewinne abwarf, vom Kaiserhaus der Ming jedoch verboten ist und als Schmuggel streng bestraft wird. Zusammen mit dreißig anderen Portugiesen und chinesischen Hilfskräften wird er von den chinesischen Behörden im März aufgebracht und über Land in die sieben Tagereisen entfernte Provinzhauptstadt Foochow [Fuzhou] gebracht und nach 22 Monaten Haft zum Tode verurteilt. Nur durch einen Zufall entgeht er der Hinrichtung: Eine Intrige am Kaiserhof stürzt den leitenden Zollbeamten und hebt die Hinrichtung auf. Die ausländischen Gefangenen werden daraufhin lange Zeit im Süden Chinas von Stadt zu Stadt verlegt und wieder abgeschoben, bis es Pereira schließlich im Februar
gelingt, sich durch Bestechung zur Insel Shang-ch'uan (St. John's-Island) vor der südchinesischen Küste durchzuschlagen und ein portugiesisches Schiff zu erreichen.

  . Publikationen: l

Algũas cousas sabidas da China por purtugeses que estiverão la catiuos e tudo na verdale que se tirou dum tratado que fez Galiote Pereira homem fidalgo que la esteue catiuo alguns annos e vio tudo isto passar na verdade o qual he de muito credito.

.
.

Luis Frois S. J.
Goa  [Indien] 1561
Seiten 214-226
(Teil eines Jahresberichts der indischen Jesuiten Niederlassung nach Rom)

. l South China in the Sixteenth Century. Being the narratives of Galeote Pereira; Fr. Gaspar da Cruz, O.P.; Fr. Martin de Rada, O.E.S.A. (1550-1575) .
.

C. R. Boxer (Hrsg.)
The Hakluyt Society, London 1953
Mit Abbildungen und Karten. 388 Seiten


 
1582

   

                   1601

erreicht Jesuitenpater Matteo Ricci (*1552,1610; Biographie) die portugiesische Kolonie Macao und reist schon ein Jahr später weiter nach Chao-ch'ing [das heutige Zhaoqing], die westlich von Kanton gelegene Residenzstadt des Vizekönigs, wo er - ungeachtet aller Widerstände - eine Kirche errichtet. 
bietet sich ihm endlich die Chance nach Peking zu reisen. Am kaiserlichen Hof findet er aufgrund seiner für die Chinesen erstaunlichen technischen Kenntnisse eine Anstellung und erhält den Namen "Li Ma-dou". Dank seines phänomenalen Gedächtnisses beherrscht er in kürzester Zeit nicht nur die chinesische Schrift und Sprache, sondern auch die klassische konfuzianische Literatur. Im Laufe der nächsten Jahren folgen ihm eine Vielzahl von Jesuiten nach China (darunter auch der Spanier Diego de Pantoya chin. Name: P'ang Ti-ngo; *1571,
1618) und bringen mit ihren Berichten erste Kunde vom 'Reich der Mitte' nach Europa.

. Publikation: l Histori Und eigentliche beschreibung, erstlich was gestalt, vermitelst sonderbarer Hülff und Schickung deß Allmächtigen, dann auch der Ehrwürdigsten Vätter der Societet Iesu gebrauchten Fleiß, und außgestandener Mühe, Arbeit und Gefahr, nunmehr und vor gar wenig Jahren hero, das Evangelium und Lehr Christi in dem großen und gewaltigen Königreich China eingeführt, gepflantzt und gepredigt wird. An andern, wie sie alle andere Politische und Weltliche Sachen und Gelegenheiten aldort beschaffen, befunden. Alles lustig und nutzlich zu lesen.  .
.

Diego de Pantoya (Egidium Albertinum, Übers.)
Adam Berg, München 1608
167 Seiten

. l China in the Sixteenth Century: The Journals of Matteo Ricci, 1853-1610 .
.

Louis J. Gallagher (Hrsg.)
New York 1953

. l Histoire de l'expédition chrétienne au royaume de la Chine (1852-1610) .
.

Joseph Shih (Hrsg.)
Paris 1978

1619


















                 
1666

erreicht der Kölner Jesuit Johann Adam Schall von Bell (chinesischer Name: Tang Daowei; *1592,1666; Biographie) zusammen mit Nicolas Trigault (chinesischer Name: Kin Ni-ko; *1577,1628) und anderen Ordensbrüdern die portugiesische Enklave Macao und wird schon bald wegen seiner mathematischen und astronomischen Kenntnisse an den Hof des letzten Ming-Kaisers berufen. Den Jesuiten untersteht dort die Reform des chinesischen Kalenders, der große Bedeutung als Legitimitätsbeweis für die Herrschaft des Kaisers besitzt. Nach dem Sturz der chinesischen Kaiserdynastie durch die Mandschus, kann sich die christliche Mission am Hofe der neuen Qing-Kaiser behaupten, weil auch diese das Legitimitätsprinzip des Kalenders und der Voraussage der Sternenpositionen übernehmen und dafür die europäischen Astronomen benötigen. Schall von Bell wird Lehrer und Vertrauter des ersten Mandschu-Kaisers Shunzhi, der den sechzigjährigen Pater so ins Herz schließt, daß er ihn sogar "Großvater" (mafa) nennt.  Bell wird Vorsteher des Mathematisch-Astronomischen Amtes und Mandarin der 1. Klasse. Mit dem frühen Tod des ersten Mandschukaisers wendet sich für die Jesuiten jedoch das Blatt: sie fallen in Ungnade, werden ihrer Aufgaben enthoben und nach Canton ausgewiesen. Schall von Bell, dem man ein Mitwirken am Tode Shunzhi's vorwirft, wird in Peking sogar in den Kerker geworfen. Nur durch das Einschreiten der Kaiserin-Mutter entgeht er der Vollstreckung des Todesurteils, stirbt jedoch
kurz nach seiner Freilassung und Rehabilitierung an den Folgen der Entbehrungen.

. Publikation: l Historia narratio de inito et progressu missionis societatis Jesu apud chinenses ac praesertim in regia pequinensi ex literis R.P.Joannis Adami Schall, ex eadem societate, supremi ac regii mathematum tribunalis ibidem praesichs collecta Viennae Austriae anno 1665 typis Matthaei Cosmerovii, S.C.M. aulae typographi
Johann Adam Schall von Bell
Cosmerovius, Wien 1665
Mit einem Portrait. 267 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Geschichte der chinesischen Mission unter der Leitung des Pater Johann Adam Schall, Priesters aus der Gesellschaft Jesu .
.

Johann Adam Schall (Ignaz Schumann Mannsegg, Hrsg.) Mechitaristen-Congregations-Buchhandlung, Wien 1834
461 Seiten


 
1624,
 








                 
1627

genauer gesagt am 30. März, reist António de Andrade (*1580,1634) (H*), ein portugiesischer Jesuitenpater, als erster westlicher Mensch nachweislich nach Tibet und gründet in Tsaparang, der Hauptstadt der Königreiches Guge in West-Tibet, eine Missionsstation. Anlaß für seine Reise bilden vage Berichte, die Tibeter seinen Christen-Abkömmlinge der Nestorianer oder Anhänger des sagenumwobenen Priesterkönigs Johannes. Am 8. November verfasst er in Agra bereits seinen Reisebericht und erreicht am 28. August 1625 Tsaparang zum zweiten Mal, wo er am 11. April des nächsten Jahres den Grundstein für eine christliche Kirche legt. Am 15. August 1626 verfasst er in Tsaparang den Bericht seiner zweiten Reise und muß sich dort zumindest bis September
aufgehalten haben, wie sich aus erhaltenen Korrespondenzen ergibt. 1630 ist er wieder in Goa und stirbt 1634, kurz bevor er erneut mit anderen Missionaren nach Tsaparang zurückkehren will. Während der nächsten 25 Jahre folgen mindestens 18 Missionare seinem Vorbild. Ob Andrade auch in Schigatse eine christliche Kirche oder ein Missionsgebäude erbaut hat, wie manche Quellen behaupten, ist unsicher.

. Publikationen: l

Novo descobrimento do Gram Cathayo, ou Reinos de Tibet, pello Padre Antonio de Andrade da Companhia de IESU, Portuguez, no Anno de 1624

.
. António de Andrade
Mattheus Pinheiro, Lisboa 1626.
(Deutsche Ausgabe:)
. Beschreibung einer weiten unnd gefährlichen Raiß / so ein Priester der Societet IESU P. Antonius de Andrade genant / auß der mission beym grossen Mogor in Asia / in ersuchung deß grossen Cataio und der Königreich Tibet /  den Christlichen Glauben in demselben bisher unbekandten Landen zuverkünden / einen anfang zu machen / mit unglaublücher Mühe und Arbeit im 1624. Jahr verricht. Den gutherzigen Gottes Ehr / und Christlichen Glaubens außbraitung eyferig liebenden Teutschen zugefallen. A*
.

Andream Aprerger, Augspurg 1627
"Auß Spanischer Sprach inn die Teutsche ubergesetzt".
24 Seiten

. l Letere annue del Tibet Del MDCXXVI. E della Cina Del MDCXXIV. .
.

Antonio de Andrade
Rom 1628
130 Seiten

. l Tsaparang - Königsstadt in Westtibet. Die vollständigen Berichte des Jesuitenpaters António de Andrade und eine Beschreibung vom heutigen Zustand der Klöster. A*
. Jürgen C. Aschoff
MC Verlag Jochen Knips, Eching 1989.
Mit 52 Farbfotos, 2 Zeittafeln, 1 Lageskizze. 176 Seiten

 

1624 landen die Holländer auf einer Insel vor der chinesischen Küste, die erst kurz zuvor von portugiesischen Seefahrern entdeckt und "die schöne Insel", Ilha Formosa, getauft worden ist. Die Holländer gründen daraufhin im Südwesten der Insel ihre Festung "Zeelandia" [das heutige Tainan].
1642 besiegt der Mongolen-Herrscher Guschri Khan den regierenden König von Tibet und ernennt den 5. Dalai Lama zum geistigen und weltlichen Oberhaupt Tibets. Damit beginnt hier die Theokratie, in der die Gelugpa-Sekte (Gelbmützen) Staatskirche wird und die eigentliche politische Macht übernimmt.
1644 erfolgt in China wieder ein Wechsel der Kaiserdynastie: Als aufständige Truppen in der Hauptstadt einrücken, erhängt sich der letzte Ming-Kaiser im Garten des Kaiserpalastes in Peking. Die nachfolgenden mandschurischen Eroberer gründen die neue Dynastie der QING. Viele treue Anhänger des Ming-Kaiserhauses weichen daraufhin auf die Insel Formosa aus, die die Chinesen Taiwan nennen.

1646
        












                   1647

erreicht der aus Schleswig-Holstein stammende und als Soldat in holländischem Dienst stehende Jürgen Andersen (*1620,1679) (H*) die Insel Formosa. Nach kurzem Aufenthalt in der Festung Zeelandia wird er als Begleitmannschaft für ein Handelsschiff nach Batavia abkommandiert, doch das Schiff kentert in einem Taifun vor der chinesischen Küste. Nur fünf Personen können sich retten, werden von den Chinesen aber aufgegriffen und wie Leibeigene gehalten. Andersen wird so erst nach Kanton und von da aus in die Stadt Pennamhu [Shandong] gebracht, wo er für seinen neuen Herren im chinesischen Heer gegen die aus Norden eingefallenen Mandschuren kämpfen muß. Doch das chinesische kaiserliche Heer der Ming wird geschlagen und Andersen fällt als Kriegsgefangener einem mongolischen Fürsten zu. Mit dessen Troß muß er nach Norden, acht Tagesreisen nördlich der Große Mauer ziehen. Dank seiner guten Waffenkenntnisse werden ihm vom mongolischen Fürsten einige Freiheiten zugestanden, die Andersen schon nach wenigen Wochen nutzt, um mit einem andere Mitgefangenen zu fliehen. Es gelingt ihm
westwärts durch Turckestan bis Samarchand zu gelangen. Erst Mitte 1650 endet seine Odyssee wieder in Deutschland.

. Publikation: l

Orientalische Reise=Beschreibunge Jürgen Andersen aus Schleswig der An. Christi 1644. außgezogen und 1650. wiederkommen. Und Volquard Iversen aus Holstein so An. 1655. außgezogen und 1668. wieder angelanget. Seynd beyde respective durch OstIndien / Sina / Tartrien / Persien / Türckeyen / Arabien und Palestinam gezogen: und haben zu Wasser und Land viel merckliche Dinge gesehen und erfahren; Aus deren Bericht mit lust und auch verwunderung zu vernehmen die Beschaffenheit und heutiger Zustand der Insulen / festen Länder / Städte / der Einwohner Leben / Sitten und Lehre. Wie auch Von ihren erlittenen erbärmlichen Schiffbrüchen.

.
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Adam Olearius (Hrsg.)
Fürstliche Druckerei (Schleswig-Holstein), Schleswig 1669 
Mit Frontispiz und zahlreichen Abbildungen. 223 Seiten
(Reprint:) 
Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1980
236 Seiten und Nachwort


 
1648

wird Caspar Schmalkalden, aus dem deutschen Thüringen stammend, im Dienste der Holländer erst als Söldner, dann als Landvermesser auf der "Ilha Formosa" vor der Küste Chinas stationiert und verbringt dort die nächsten drei Jahre. Er führt ein Tagebuch, in dem er all das vermerkt, was ihm hier in der exotischen Fremde begegnet. Durch glückliche Umstände bleiben seine Aufzeichnungen erhalten und führen später zu einer wundervollen

  . Publikation: l

Die wundersamen Reisen des Caspar Schmalkalden nach West- und Ostindien 1642-1652.
Nach einer bisher unveröffentlichten Handschrift bearbeitet und herausgegeben von Wolfgang Joost.

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VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig, DDR, 1983.
Mit zahlreichen Abbildungen


 
1655 - 57

entsendet die Ost-Indische Gesellschaft von Batavia aus ihre erste offizielle Gesandtschaft zum Kaiser von China, unter Führung der Kaufleute Pieter de Goyer und Jacob de Keyzer (H*), um endlich auch dieses Land für den holländischen Handel zu erschließen. Doch die Chinesen sind von den langnasigen Barbaren wenig erbaut und lassen sich nur zu der Bewilligung herab, die ausländischen Händler alle acht Jahre einmal zu empfangen. Mit zur Gesandtschaft zählt Joan Nieuhof (auch: Johann Nijhof oder Neuhof; *1618,1672) (H*) als Hofmeister und begabter Kupferstecher. Auf dieser langen Reise durch China - über Canton, den Pojang-See und den Kaiserkanal hinauf nach Peking - fertigt Nieuhof zahlreiche großformatige und detailreiche Kupferstiche von Städten, Landschaften und Volkstypen an. Die Drucke werden erst lange nach seinem Tod von dessen Bruder 1693 vollständig herausgegeben, erscheinen vorher aber schon vereinzelt in anderen Buchausgaben.

. Publikationen: l Het Gezandtschap der Neêrlandtsche Oost-Indische Compagnie, aan den Grooten Tartarischen Cham, den tegenwoordigen Keizer van China .
. Joan Nieuhof (Hendrik Nieuhof, Hrsg.)
Amsterdam 1665
Mit über 150 Kupferstichen von Joan Nieuhof
(Spätere Neuausgabe:
. By Wolfgang, Waasberge, Boom, van Someren, en Goethals, Amsterdam 1693)
(Französische Ausgabe:)
. L'AMBASSADE de la COMPAGNIE ORIENTALE des PROVINCES UNIES vers l'EMPEREUR de la CHINE ou GRAND CAM de TARTARIE ou EMPEREUR de la Chine. Faite par Pierre de GOYER et Jakkcob de KEYSER 1655-1657. .
. Jacob de Meurs, Leyden 1665
Illustrée d'une tres-exacte Description des Villes, Bourgs, Villages, Ports de Mers, & autres Lieux plus considerable de la Chine; Enrichit d'un grand nombre de Tailles douces, le tout recveilli par le Mr. Jean Nieuhoff. Maitre d'Hostel de l'Ambassade, a present Gouverneuer en Coylan.
290 und 134 Seiten.
(Deutsche Ausgabe:)
. Die Gesandtschaft der Ost-Indischen Gesellschaft in den Vereinigten Niederlaendern an den Tartarischen Cham und nunmehr auch Sinischen Keiser .
. Jacob Mörs, Amsterdam 1666
Mit 34 doppelseitigen und 109 in den Text eingefügten Kupferstichen (mit teils holländischer, teils holländisch/ englischer Beschriftung). 444 Seiten zuzüglich Vorspann und Register.

 
. l Joan Nieuhof, Bilder aus China. 1655-1657 .
. Delphi Verlag, Nördlingen 1985
Mit allen Abbildungen aus dem Original von 1665 (in verkleinertem Maßstab), 124 Seiten

 
1658






                   1669







                  1688.

erreicht der Jesuitenpater Ferdinand Verbiest (chinesischer Name: Nan Huairen Dunbo; *1623,1688) China, verbringt kurze Zeit in der Provinz Shaanxi und wird dann von Johann Adam Schall von Bell, dem Präsidenten des Mathematisch-Astronomischen Amtes, nach Peking an den Kaiserhof gerufen. Als es kurze Zeit später durch Intrigen am Kaiserhof zur Christenverfolgung kommt, kann Verbiest das Vertrauen des neuen Kaisers Kangxi durch seine überzeugenden wissenschaftlichen Fähigkeiten zurückgewinnen. 
wird er zum Präsidenten des Mathematisch-Astronomischen Amtes ernannt. Um die Loyalität der Christen gegenüber dem Kaiserhof zu beweisen, baut Verbiest Kanonen, renoviert das Pekinger Observatorium, verfertigt eine Weltkarte und konstruiert mit seinen Mitbrüdern hydraulische Instrumente. Dem Kaier erteilt er Unterricht in Mathematik und Astronomie und entwickelt für ihn das erste, dokumentarisch belegte dampfgetriebene Auto. Im Gegenzug sichert Kaiser Kangxi den Bestand der christlichen Kirche in China. Verbiest bleibt Mitglied des Hofstaates bis zu seinem Tod im Jahr
    

. Publikation: l Voyages de l'empereur de la Chine dans la Tartarie, auxquels on a joint une nouvelle découverte au Mexique .
. (Pater Verbiest)
Etienne Michallet, Paris 1685
ebenfalls in:
Travels of the Jesuits, into Various Parts of the World: Compiled from their Letters
J. Lockman (Hrsg.)
John Noon, London 1743
"Illustrated with Maps and Sculptures". 
Volume II. Seiten 126 - 160


 



 

1661
    

    

    
    
 
    
    
                 
1661
   
   


                  
1664

blockieren die Holländer den Hafen von Canton. Der auf der Rückreise nach Europa befindliche österreichische Jesuitenpater, Astronom und Mathematiker Johannes Grueber (chin. Name: Bai Nai-Xin Cai-Yang; *1623,1680) (H*) und sein Glaubensbruder Albert d'Orville (chin. Name: Wu Er-Duo Shao-Bo;*1621,1662) (H*) sind deshalb gezwungen, sich einen Überlandweg nach Indien zu suchen und wählen den alten Karawanenweg über die westchinesische Stadt Sining nach "Lassa". Dort treffen sie am 6. Oktober 
ein und sind damit
die ersten westlichen Menschen, die jene Hauptstadt von "Barantola" erreichen. Nach Gruebers Skizzen ensteht später die erste bildliche Darstellung des Potala-Palastes. Über Schigatse und Kathmandu reisen sie nach Agra, wo d'Orville an Erschöpfung stirbt. Sie haben die Strecke Peking-Agra in nur 214 Tagen bewältigt. Johannes Grueber reist alleine nach Rom zurück, wo er
ankommt.

. Publikationen: l Athanasii Kircheri. China Monumentis qua Sacris qua Profanis, Nec non variis Naturae & Artis spectaculis, Aliarumque rerum memorabilium Argumentis illustrata .
. Athanasius Kircher
Jacobum a Meurs, Amstelodami 1667
Mit Frontispiz, zahlreichen großformatigen Bildbeigaben und Abbildungen im Text. 237 Seiten + Anhang.

 
. l Relations de divers voyages curieux qui n'ont point esté traduites d'Hacluyt de Purchas d'autres voyageurs .
. Melchisedech Thevenot
Paris 1666-1672
. l Johann Grueber in Lhasa. Ein Österreicher als erster Europäer in der Stadt des Dalai-Lama A*
. Bruno Zimmel (Hrsg.)
Erweiterter Sonderdruck aus "Biblos" Österreichische Zeitschrift für Buch- und Bibliothekswesen. 2. Heft 3/4
Wien 1953. Mit 2 Abbildungen. 21 Seiten
. l Als Kundschafter des Papstes nach China 1656-1664.
Die erste Durchquerung Tibets. Nach den Briefen Johannes Gruebers und den Berichten seiner Biographen Athanasius Kircher und Melchisedech Thevenot.
A*
. Franz Braumann (Hrsg.)
K. Thienemann, Edition Erdmann, Stuttgart 1985
Reihe: Alte abenteuerliche Reiseberichte. Mit
25 zeitgenössischen Abbildungen und 2 Karten. 200 Seiten

 

1661 belagert der Anführer der nach Taiwan geflohenen ehemaligen Ming-Getreuen, Kwa-shing (portugiesische Schreibweise Koxinga), zehn Monate lang den holländischen Stützpunkt Zeelandia. Unter hohen Verlusten müssen sich die Holländer geschlagen geben und werden 1662 von der Insel vertrieben. Trotz aller späterer Bemühungen wird es ihnen nicht mehr gelingen, ihre Festung noch einmal zurückzuerobern.

1662

rüstet die Ost-Indische Gesellschaft zur zweiten Gesandtschaftsreise an den chinesischen Kaiserhof und legt neben Gastgeschenken auch das Angebot vor, gemeinsam mit chinesischen Streitkräften die abtrünnigen Ming-Anhänger auf Taiwan/Formosa zu bekämpfen, die als Piraten zunehmend auch Chinas Küsten überfallen. In den beiden folgenden Jahren besiegen die Holländer die einheimischen Truppen von Taiwan - können ihre eigene Oberherrschaft auf der Insel aber nicht wieder herstellen. Was ebenso wenig gelingt, ist ihr Wunsch, Handelsbeziehungen mit China aufzubauen und eine feste Niederlassung auf chinesischem Boden zu gründen. Die Verhandlungen über mehrere Mittelsmänner sind langwierig und umständlich und Balthaser Bort, Johan von Kampen und Constantin Nobel können nur erreichen, daß holländische Handelsdelegationen zukünftig alle zwei Jahre in China geduldet werden. Es wird klar, daß erfolgreiche Verhandlungen nur in direkter Audienz mit dem chinesischen Kaiser möglich sind.

. Publikation: l Gedenkwaerdig Bedryf der Nederlandschen Oost-Indische Maetschappye op de Kuste en in het Keizerrijk van Taising of Sina .
. Amsterdam 1670 (Olfert Dapper, Hrsg.)
(Deutsche Ausgabe:)
. Gedenkwürdige Verrichtung Der Niederländischen Ost-Indischen Gesellschaft in dem Kaiserreich Taising oder Sina, durch ihre Zweyte Gesandtschaft ... Ausgeführt durch J. van Kampen und C. Nobel;... Als auch die Dritte Gesandschaft verrichtet durch P. van Hoorn. Hierbey ist gefüget Eine ausführliche Beschreibung des gantzen Sinischen Reichs. 3 Teile in 1 Band. .
. Jacob von Meurs, Amsterdam 1675 (Olfert Dapper, Hrsg.)
Mit zahlreichen Kupferstichen. Der beigefügte dritte Teil Beschreibung des Keyserthums Sina oder Taising ist ein unabhängiges Werk, das aus Auszügen anderer Werke zusammengestellt wurde. Mit mehreren Kupferstichen.336 / 76 / 164 Seiten.

 
1665









                  1667,

wird deshalb von den Hohen Räten auf Batavia beschlossen, diesmal eine wirklich große Gesandtschaft auszurüsten, um den chinesischen Kaiser endlich zu beeindrucken und die kaiserliche Einstellung bezüglich des holländischen Handels im persönlichen Gespräch umzustimmen. Angeführt von Peter von Hoorn, dem "extraordinari-Raht und Pensionarius in Indien" und dem schon erprobten Constantin Nobel, machen sich fünf Schiffe Richtung China auf. Die Vorverhandlungen dauern lange und die Chinesen versuchen sich die Barbaren vom Halse zu halten. Doch im Januar 1667 kann die Delegation von Fukiens Hauptstadt aus wahrhaftig aufbrechen und reist den Kaiserkanal nordwärts über Nanking und Tientsin Richtung Peking. Der kaiserliche Empfang erfolgt am 21. Juni
doch der Gewinn für die Holländer bleibt vage.

. Publikation: l Gedenkwürdige Verrichtung Der Niederländischen Ost-Indischen Gesellschaft in dem Kaiserreich Taising oder Sina, durch ihre Zweyte Gesandtschaft ... Ausgeführt durch J. van Kampen und C. Nobel;... Als auch die Dritte Gesandschaft verrichtet durch P. van Hoorn. Hierbey ist gefüget Eine ausführliche Beschreibung des gantzen Sinischen Reichs. 3 Teile in 1 Band.
. Jacob von Meurs, Amsterdam 1675 (Olfert Dapper, Hrsg.)
Mit zahlreichen Kupferstichen. Der beigefügte dritte Teil Beschreibung des Keyserthums Sina oder Taising ist ein unabhängiges Werk, das aus Auszügen anderer Werke zusammengestellt wurde. Mit mehreren Kupferstichen.336 / 76 / 164 Seiten.

 

1669 besetzen chinesische Truppen die Insel Taiwan und gliedern sie erstmals als neue Provinz dem chinesischen Großreich ein. 

1687
    
       
       
  
  
  
    
                   1688

erreichen die französischen Jesuitenmathematiker Joachim Bouvet (chin. Name: Bai Jin Ming-Yuan; *1656,1730) (H*)Jean de Fontaney (chin. Name: Hong Ruo Shi-Deng; *1643,1710) (H*), Jean-Francois Gerbillon (chin. Name: Zhang Cheng Shi-Zhai; *1654,1707) (H*), Louis-Daniel Le Comte (chin. Name: Li Ming Fou-Tch'ou; *1655,1728) (H*) und Claude de Visdelou (chin. Name: Liu Ying Sheng-Wen; *1665,1737) die Stadt Ning-po an der chinesischen Ostküste. Vom Präsidenten des Mathematisch-Astronomischen Amtes in Peking, Ferdinand Verbiest, angefordert und daraufhin durch Ludwig XIV. nach China entsandt, ziehen sie
über Hang-tschóu, Tschin-kiang, und I-tschóu zur Kaiserstadt Peking, wo sie im Februar ankommen. Während Bouvet fünf Jahre später in nur sechs Wochen von Peking nach Kanton reist (eine Strecke von allein 2500 Kilometern Luftlinie) und 1699 dann im Auftrag des Kaisers Kangxi an der großen topographischen Gesamtaufnahme des chinesischen Reiches teilnimmt, hält es Fontaney nur einen einzigen Monat in Peking, dann tritt er über Kai-feng und Nan-king eine Mission durch Nordost-China an und kehrt später wieder nach Europa zurück. Bruder Gerbillon reist mit Kaiser Kangxi oder zumindest in dessen Auftrag achtmal durch die südliche und östliche Mongolei. 

. Publikationen: l Das heutige Sina, von dem berühmten königl. Frantzöischen Mathematico R.P.Louis le Comte der Societät Jesu / Durch Curieuse .... Sendschreiben / Den Liebhabern seltener Sachen zu sonderbarer Vergnügung vorgestellet. .
. Franckfurt und Leipzig 1699
. l Route Que tinrent les Peres Bouvet, Fontaney, Gerbillon, le Comte, & Visdelou depuis le Port de Ning po jusqu'à Peking. .
. Du Halde, Paris 1735
In: Description géographique, historique, etc. de l'Empire de la Chine et de la Tartarie chinoise.
. l Father De Fontaney, to the Reverend Father De La Chaise .
. J. Lockman (Hrsg.)
John Noon, London 1743
In: Travels of the Jesuits, into Various Parts of the World: Compiled from their Letters. 
"Illustrated with Maps and Sculptures". 
Volume II. Seiten 50 - 126

 
 

 

. l The journey ... from Pe-king to Kanton ... in 1693 .
. T. Astley
London 1745-1747
(Die Reise des Paters Bouvet im Auftrag des chinesischen Kaisers nach Europa. In: Band 3; A new general collection of voyages and travels)
. l The journey ... from Pe-king to Kyang-chew, ... in 1688 .
. T. Astley
London 1745-1747
(Die Reise des Paters Fontaney in die Provinz Shanxi und nach Nanjing im Auftrag des chinesischen Kaisers. In: Band 3; A new general collection of voyages and travels)
. l Le voyage du père de Fontaney au Siam et à la Chine, 1685-1687; d'après des lettres inédites .
. Henri Bernard
Editions Cathasia, Tientsin 1942
1692
 
 
 



 
 
 
                   1693






                   1695

wohnt der deutsche Kaufmann  Eberhard Isbrand Ides (*1657,1708) (H*) gerade erst fünf Jahre in Moskau, als ihm die Ehre zuteil wird, als Gesandter Zar Peter I. nach Peking zu reisen, um mit den dortigen offiziellen Stellen über Handelsfragen zu beraten. Dies trifft sich für ihn aufs Glücklichste, denn im Jahr zuvor hat er gerade bankrottiert und mit dem Druck seiner Gläubiger im Nacken, scheint der Ausweg für ihn nun im lukrativen Chinahandel zu liegen. Er leiht sich Geld und Handelsware (vom Zaren!) und bricht im März mit seinem Begleiter Adam Brand (*~1693,1713) und großem Troß auf. Es wird eine langwierige und mühsame Reise durch weitestgehend ungebahntes Gebiet, über den Ural, quer durch Sibirien zum Baikal-See und von dort in einer weiten Schleife durch die Mongolei, bis sie nach eineinhalb Jahren im November
endlich Peking erreichen. Doch das gegenseitige Kennen der Völker steckt noch in den Kinderschuhen und so scheitert auch Ides schon im Vorfeld am chinesischen Hofzeremoniell. Ein Handelsabkommen kommt nicht zustande und auch alle anderen diplomatischen Anliegen verlaufen im Sande. Ides nutzt die Zeit mit allerlei Kauf und Verkauf, bis man nach drei Monaten die Rückreise antritt. Für einen holländischen Auftraggeber werden auch jetzt wieder ausführliche Kartenaufnahmen der ganzen Marschroute gefertigt und erst zu Beginn des Jahres
ist die Gesandtschaft in Moskau zurück. Isbrand Ides ist finanziell saniert und der holländische Auftraggeber, der Amsterdamer Bürgermeister N. Witsen, sorgt für die

. Publikation: l Driejaarige reize naar China, te lande gedaan door den Moskovischen afgezant, E. Ysbrants Ides, van Moskou af, over Groot Ustiga, Siriania, Permia, Sibirien, Daour, Groot Tartaryen tot in China .
. Evert Ysbrants Ides 
Gedrukt by François Halma, T'Amsterdam 1704
Mit zahlreichen Abbildungen. 243 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Dreyjährige Reise Nach China / Von Moscau ab zu lande durch groß Ustiga / Siriania / Permia / Sibirien / Daour / und die grosse Tartarey; gethan durch den Moscowitischen Abgesandten Hrn. E. Yßbrants Ides: Nebst einer landcharte und vielen kupfferstichen/ so von dem abgesandten selbst auff der reise auffgezeichnet worden; Wie auch Einer beschreibung von China durch einen Chineser in seiner sprache geschrieben. .
. Thomas Fritschen, Franckfurt 1707
Frontispiz, Titelvignette und 27 Kupfertafeln, teils ganzseitig, sowie eine Landkarte. 466 Seiten

. l Beschreibung Der Chinesischen Reise / welche vermittels Einer Zaaris. Gesandtschaft Durch Dero Ambassadeur / Herrn Isbrand Ao. 1693. 94 und 95 von Moscau über Groß=Ustiga / Sibirien / dauren und durch die Mongalische Tartarey verrichtet worden: Und was sich dabey begeben / aus selbst erfahrner Nachricht mitgetheilet Von .
. Adam Brand
Bey Benjamin Schillern, Hamburg 1698
. l

Beschreibung der dreijährigen Chinesischen Reise. Die russische Gesandtschaft von Moskau nach Peking 1692 bis 1695 in den Darstellungen von Eberhard Isbrand Ides und Adam Brand

. (Michael Hundt, Hrsg.)
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 364 Seiten

 
1695









                   1696

erreicht der unternehmungslustige italienische Jurist Giovanni Francesco Gemelli Careri (*1651,1725) im Rahmen seiner vor zwei Jahren begonnenen privaten Weltreise das Chinesische Reich. Durch glückliche Umstände öffnen sich ihm hier alle Türen: Die Jesuiten Missionare halten den gebildeten italienischen Reisenden für einen Gesandten des Papstes, der inkognito die Missionsstationen inspizieren soll. Gemelli Careri wird somit sehr herzlich aufgenommen und so weit unterstützt, dass er durch die Pater sogar eine Audienz beim chinesischen Kaiser vermittelt bekommt. Von Macao führt seine Reise über Canton, Nanchang und Nanking quer durch das chinesische Reich nach Peking, wo er am Laternenfest teilnimmt und später die Große Mauer besichtigt.
kehrt er zur portugiesischen Kolonie Macao im Süden Chinas zurück und setzt von dort seine Weltreise mit dem Schiff Richtung Philippinen fort.

. Publikation: l Giro Intorno al Mondo .
. Giovanni Francesco Gemelli Careri
1699
(Englische Ausgabe:)
.  

A voyage round the world

.
. A. and J. Churchill, London 1704
(Im 4. Band von: A collection of voyages and travels, Seiten 289-415)

Macht und Einflußbereich der neuen Qing-Dynastie weiten sich durch deren energische Militäraktionen von Jahr zu Jahr weiter aus: 1697 unterliegt das Gebiet der Äußeren Mongolei und 1698 tritt Russland, im Friedensschluß von Nertschinsk, weite Gebiete nördlich des Amur an China ab. Außerdem stecken beide Staaten die Grenzen der heutigen "Äußeren Mongolei" zu Sibirien hin erstmals ab. Tibet und Ostturkestan gehören noch nicht zum chinesischen Reich.

1701

wird der nach Europa zurückgekehrte Jesuitenpater Jean de Fontaney (chin. Name: Hong Ruo Shi-Deng; *1643,1710) (H*) vom österreichischen Kaiser wieder als Gesandter an den Hof des chinesischen Kaisers geschickt. Zusammen mit elf weiteren Jesuiten, darunter der österreichische Pater Hieronymus Franchi (*1667,1718), erreicht die Delegation Kanton und wird vom örtlichen Mandarin sehr wohlwollend aufgenommen. Die Weiterreise erfolgt mit 16 Booten auf dem klassischen Weg: Zuerst landeinwärts getreidelt und dann mit dem Tragstuhl über Land. Während ein Teil der Jesuiten in einer Missionsstation der Stadt Nantschang verbleibt, reist Fontaney weiter an den Hof des Sohn des Himmels.

. Publikation: l Brief des Paters Franchi an Pater Studena in Austria
In: Der neue Weltbott
.
. (Joseph Stöcklein , Hrsg.)
Augsburg - Wien, 1726- 1758
10 Bände mit Briefen von Missionaren aus aller Welt.
(Wiedergabe des Briefes ebenfalls in:
Im Fernen Osten. Verlag Erdmann, Tübingen 1978)


  

1710

                   1711



                   1723.

erreicht der italienische Jesuit Matteo Ripa (*1682,1746) die portugiesische Enklave Macao und reist sogleich weiter nach Peking, wo er 
am Hof des chinesischen Kaisers Kangxi ankommt und im Kreis der jesuitischen Berater tätig wird. Als der Kaiser elf Jahre später stirbt, weist der Thronfolger alle Jesuiten aus, da sie infolge palastinterner Intrigen verdächtigt werden, am Tod des Kaisers mitverantwortlich zu sein. Ripa verlässt China deshalb
 

. Publikation: l Memoires of Father Ripa during Thirteen Years' Residence at the Court of Peking in the Service of the Emperor of China; with an Account of the Foundation of the College for the Education of Young Chinese at Naples. .
.

Dieses Buch
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(Fortunato Prandi, Hrsg.)
Willey & Putnam, New York 1846
174 Seiten
1715





                   1719








                   1727


                   1736

startet der schwedische Offizier in russischen Diensten Lorenz Lange zur ersten seiner insgesamt vier Karawanenreisen nach China. Sein Auftrag besteht alleinig darin, chinesische Verzierungen für ein Lustschloss des russischen Zaren Peters I. zu beschaffen. Während An- und Abreise aufwändig und anstrengend sind, können die Einkäufe nicht groß gewesen sein, denn bereits nach zwei Monaten wird die Rückreise angetreten.
erfolgt die zweite Reise, diesmal unter der Leitung des russischen Asien-Reisenden Leo Wasiliewitsch Ismailow, der eine Gesandtschaft des Zaren an den Kaiserhof nach Peking führt. Vom Baikal-See geht es vorbei an Selenginsk und Kjachta über die sibirisch-mongolische Grenze nach Urga, von wo aus man dann in südlicher Richtung die Wüste Gobi durchquert. Mit von der Partie ist der englische Arzt John Bell (*1691
,1780); Lorenz Lange ist Sekretär der Delegation und es muss den Sendboten gut in der Hauptstadt des Chinesischen Reiches gefallen haben, denn sie bleiben für volle drei Jahre an Ort und Stelle. Auch Zar Peter muss mit dem Geleisteten zufrieden gewesen sein, denn
wird Lorenz Lange, nunmehr selbst der Alleinverantwortliche, zum dritten Mal auf den Weg geschickt, wieder über Kjachta und Urga durch die Gobi. Bis 1728 ist er mit diesem Auftrag beschäftigt.
folgt die vierte und letzte Mission, diesmal von Zuruchaitu aus östlich an Urga vorbei durch die Wüste Gobi nach Peking. Genauere Auskünfte über seine Reisen geben die

. Publikationen: l Die Gesandtschafft Ihro Käyserl. Majest. von Gross-Russland an den Sinesischen Käyser, wie solche anno 1719 aus St. Petersburg nach der Sinesischen Haupt- und Residentz-Stadt Pekin abgefertiget: bey dessen Erzehlung die Sitten und Gebräuche der Chineser, Mongalen und anderer Tartarischen Völcker zugleich beschrieben, und mit einigen Kupffer-Stücken vorgestellet werden. .
. Georg Johann Unverzagt
Johann Christian Schmidt, Lübeck 1725
. l

Journal de la résidence du sieur Lange, agent de sa Majesté imperiale de la grande Russie à la cour de la Chine: dans les années 1721 & 1722

.
. Lorenz Lange
Chez Abraham Kallewier, Leyde 1726
. l

Tagebuch einer in den Jahren 1727 und 1728 über Kjachta nach Peking unter Anführung des  Agenten Lorenz Lange gethanen Karawanenreise

.
. Lorenz Lange
St. Petersburg und Leipzig 1781
In: Neue Nordische Beyträge. 2.Band
. l

Tagebuch einer im Jahre 1736 unter Anführung des Kanzleyraths Lange und des Commisars Firsof von Zuruchaitu durch die Mongoley nach Peking verrichteten Karawanenreise

.
. Lorenz Lange
St. Petersburg und Leipzig 1781
In: Neue Nordische Beyträge. 2.Band
. Neuausgabe: Reise nach China .
. Lorenz Lange
Akademie-Verlag, Berlin 1986
Mit 12 zeitgenössischen Illustrationen und 1 Karte.120 Seiten

 
. l Travels from St. Petersburgh in Russia, to various parts of Asia .
.

Teil I
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Teil II
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John Bell of Antermony (Hrsg.)
Glasgow 1763
(Textsammlung in zwei Teilen. Enthält u.a. "A journey from St. Petersburg in Russia, to Pekin in China" sowie "Journal of Mr. de Lange")

 
. Neuausgabe: A Journey From St. Petersburg To Pekin 1719 - 22 by J. B. of Antermony .
. (J.L. Stevenson, Hrsg.)
Edinburgh 1965
(Deutsche Ausgabe:)
.

Dr. Johann Bells Reisen von Petersburg in verschiedene Gegenden Asiens nach Persien, Sina u.s.w.

.
. Hamburg 1787
In: Neue Sammlung von Reisebeschreibungen. 9. Theil
1716       



 
                   1721

haben die Jesuitenmönche Emanuel Freyre und Ippolito Desideri (*1684,1733) (H*) eine siebenmonatige Reise von Leh in Ladakh, über Gartok, den Manasarovar-See und das Tsangpo-Tal hinunter bis nach Lhasa hinter sich, als sie dort am 18. März 1716 ankommen. Aufgrund seiner umfangreichen und gründlichen Studien kann Desideri als Begründer der abendländischen Tibetologie angesehen werden. Er bleibt bis
im Kloster Sera bei Lhasa und muß Tibet schließlich verlassen, weil Rom das tibetische Missionsgebiet 1718 den Kapuzinern zugesprochen hat. In Nepal und Indien läßt er sich sechs Jahre Zeit, bevor er um das Kap der guten Hoffnung herum über Paris, Marseilles und schließlich Neapel die Heimreise antritt, um dann in Rom 1728 Bericht zu erstatten. Das 500seitige Manuskript Desideris wird erst im Jahr 1875 vom Sekretär der Italienischen Geographischen Gesellschaft, Professor Puini, in der Privatbibliothek des Cavaliere Rossi-Cassigoli in Pistoia aufgefunden und 29 Jahre später in Auszügen veröffentlicht.

. Publikationen: l Relazione e Notizie Istoriche del Thibet  e Memorie de' Viaggi e Missioni ivi fatti dal P. Ippolito Desideri della Compagnia di Giesù.
Ippolito Desideri
(Manuskript)
(Neuausgabe durch Carlo Puini,
Società geografica italiana, Rom 1904)
.
. l Zur Geschichte der Erforschung Tibets A*
. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart 1876
In : Das Ausland. Ueberschau der neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Natur-, Erd- und Völkerkunde. 46 Seiten
. l An Account of Tibet. The Travels of Ippolito Desideri of Pistoia, S.J., 1712-1727 .
. Filippo di Filippi (Hrsg.)
Routledge, London 1932
474 Seiten
. l A Missionary in Tibet. Letters and other papers of Fr. Ippolito Desideri, S.J. (1713-21) .
. (H. Hosten, Hrsg.)
Cosmo Publications, India 1998
1716




 
                 
1745

treten Francesco Orazio Della Penna (auch: die Billa *1680,1745) (H*) und andere Kapuziner die Nachfolge der Jesuiten in Lhasa an, dürfen dort sogar eine Kapelle und ein Hospiz erbauen, bekehren aber in 26 Jahren nur wenige Tibeter zum Christentum. Als einige dieser Konvertiten daraufhin das Sakrileg begehen, den Segen des Dalai Lama demonstrativ ablehen, schreitet die tibetische Regierung ein, lässt sie öffentlich auspeitschen und die Kapuziner kurz darauf
ausweisen. Della Penna stirbt wenige Monate später in Patan/Nepal.

  . Publikation: l Missio Apostolica, Thibetano-seraphica. Das ist: Neue durch Päbstlichen Gewalt in dem Grossen Thibetanischen Reich von denen P. P. Capucineren aufgerichtete Mission. Und über solche von R. P. Francisco Horatio della Penna, Praefecto Missionis, der Heil. Congregation de propaganda Fide, Anno 1738. Allen des Catholischen Glaubens eyfrigen Seelen zu Lieb aus dem Welschen in das Teutsche und dise Geschichts-Form übersetzet. A*
. Francesco Orazio della Penna
Johann Jacob Voetter, München 1740.
Mit 2 Kupfern und einem gestochenen Frontispiz und
2 doppelblattgroßen Kupfertafeln. 352 Seiten
. l

Alphabetum Tibetanum

.
.

Agostino António Giorgi (Georgius)
1762-63

1720 vertreibt das vom tibetischen Regenten herbeigerufene Heer des chinesischen Kaisers Kangxi die Truppen der Dsungaren, die 1717 in Tibet eingefallen waren und das Land terrorisierten. Die Chinesen nutzen diese Stärke und stationieren nun für die nächsten drei Jahre Truppen in Tibet. Außerdem setzen sie in Lhasa zwei Sonderbevollmächtigte ein, die als dauernde Institution China hier für fast zweihundert Jahre vertreten werden, die Ambane.

1722

bricht der französische Jesuit Antoine Gaubil (chin. Name: Song Jun-Rong Qi Ying; *1689,1759) (H*) von Canton auf und zieht auf dem Landweg nach Peking, wo er im April des Folgejahres ankommt. Den  wissenschaftlichen Akademien von Paris, London und St. Petersburg wird er in den nächsten Jahren viele Daten, Fakten und neues Kartenmaterial übersenden.

. Publikationen: l The journey ... from Kanton to Pe-king, in 1722. .
. T. Astley
London 1745-1747
(In: Band 3; A new general collection of voyages and travels)
. l

Correspondance de Pékin 1722-1759

.
.

Antoine Gaubil S.F. (Renée Simon, Hrsg.)
Librairie Droz, Genève 1970
(342 Briefe und eine Auflistung seiner Arbeiten). 1001 Seiten

1732




                   1733

erreicht Colin Campbell (*1686,1757) nach 6½ Monaten Seereise die südchinesische Hafenstadt Canton. Als Direktor der Swedish East India Company begleitet er die erste Fahrt eines Handelsschiffes seiner Gesellschaft nach Ostasien. Vier Monate werden für den Einkauf von 60 Tonnen an vorwiegend Porzellan, Tee und Seidenstoffen benötigt, bevor
die Rückreise nach Göteborg erfolgt. In den Jahren 1735-36 und 1738-39 wird Colin Campbell erneut nach Canton reisen.

. Publikation: l A Passage to China. Colin Campbell's Diary of the First Swedish East India Company Expedition to Canton, 1732-33.
.

(Paul Hallberg / Christian Koninckx, Hrsg.)
Royal Society of Arts and Sciences, Göteborg 1996
Mit 20 Abbildungen. 260 Seiten


 
1738

                   1740

macht sich der Missionar Cassiano Beligatti (*1708,U1785) nach Tibet auf, wo er bis zum Jahr
bleibt. Über Nepal und Bengalen kommt er 1756 wieder in Italien an.

. Publikation: l Relazione Inedita di un Viaggio al Tibet .
.

(A. Magnaghi, Hrsg.)
Revista Geografica Italiana VIII, 1901
Revista Geografica Italiana IX, 1902

1745 stellt die katholische Kirche die erfolglosen Missionierungsversuche in Tibet ein.
1745 erlässt der chinesische Kaiser Kien Long (auch: Ch'ien-lung oder Qianlong) das Edikt, nach dem jeglicher Handel mit ausländischen Kaufleuten nur über die Stadt Kanton in Südchina abgewickelt werden darf. Alle anderen Häfen und Handelsplätze bleiben für Ausländer verschlossen.

1774 - 75

reist der erst 28-jährige George Bogle (*1746,1781) (H*) im Auftrag von Warren Hastings, dem Gouverneur von Bengalen, ins südtibetische Shigatse, um den "Teshu Lama"(Panchen Lama) seine Aufwartung zu machen. Der Panchen Lama hatte Hastings einen Brief und Geschenke übersandt, was dieser im Gegenzug nun geschickt nutzt, um für die britische East India Company neue Handelsmöglichkeiten zu erschließen. Bogle und der Arzt Dr. Alex Hamilton sollen deshalb Pflanzensamen und Tiere, alle möglichen "Wunderlichkeiten" wie Naturprodukte, Fabrikate oder Malereien mitbringen und Informationen über die Leute, das Land, das Klima, den Reiseweg, Sitten und Gebräuche, Gebäude und Kochkunst - kurz: über alles einholen. Der Besuch bildet das erste offizielle Treffen zwischen einem Vertreter Indiens und der tibetischen Regierung. Erst hundert Jahre später erscheinen die Tagebücher und Aufzeichnungen George Bogles als

. Publikation: l Narratives of the Mission of George Bogle to Tibet, and of the Journey of Thomas Manning to Lhasa.
Edited with Notes, and Introduction, and Lives of Mr. Bogle and Mr. Manning.
.
. Clements R. Markham (Hrsg.)
Trübner and Co., London 1876
Mit 10 Abbildungen und 4 Karten. 161 Seiten Einführung und 354 Textseiten.
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Aus dem Lande der lebenden Buddhas. Die Erzählungen von der Mission George Bogle's nach Tibet und Thomas Mannings's Reise nach Lhasa (1774 und 1812) A*
.

Gutenberg-Verlag, Hamburg 1909.
Reihe: Bibliothek denkwürdiger Reisen, 3. Band.
Mit 4 Bildern, Schmuckleisten und 1 Karte. 480 Seiten


 
1774 - 81

begibt sich auch der französische Reisende Pierre Sonnerat (*1745,1814) (H*) "auf Befehl des Königs" nach Ostindien und China, wohl um sich umzuschauen und dem interessierten Monarchen Bericht zu erstatten. Was er auch tut und auf seinem Weg die Koromandelküste, das Kap der Guten Hoffnung, die Philippinen, Molukken und Neu-Guinea besucht.

. Publikation: l Voyage aux Indes Orientales et à la Chine: fait par ordre du roi, depuis 1774 jusqu'en 1781 (...) .
. Pierre Sonnerat
Paris 1782
(Deutsche Ausgabe:)
. Reise nach Ostindien und China, auf Befehl des Königs unternommen vom Jahr 1774 bis 1781 .
.

Orell, Geßner, Füßli und Kompagnie, Zürich 1783
Zwei Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten und 140 Kupfertafeln. 268 / 214 Seiten

1779 - 93

unternimmt der Schweizer Charles de Constant (*1762,U1835) insgesamt drei Reisen nach Canton, anfangs mit siebzehn Jahren noch in der Ausbildung, zuletzt dann als Angestellter der französischen Handelsgesellschaft Compagnie des Indes.

. Publikation: l Recit de trois voyages á la Chine (1779-1793) .
.

Charles de Constant
Universität Yenching, Pékin 1939
"Petite Collection "Chine-France" de L'ami Revue Mensuelle" 
Mit 2 Abbildungen. 58 Seiten



 
1783




                   1784

wird Captain Samuel Turner (*1749,1802) (H*) im Auftrag der East India Company von Bengalen aus nach Shiggatzee in Südtibet geschickt, um der Reinkarnation des Teshoo Lamas, einem erst 18 Monate alten Jungen, seine Aufwartung zu machen und damit die "guten Beziehungen" zu Tibet etwas voranzubringen. Er wird begleitet vom Arzt Dr. Robert Saunders und Lieutenant Samuel Davis und kehrt
wieder nach Indien zurück.

. Publikationen: l An Account of an Embassy to the Court of the Teshoo Lama, in Tibet; containing a Narrative of a Journey Through Bootan, and Part of Tibet .
. Samuel Turner
Printed by W. Bulmer and Co., London 1800
Mit 13 Abbildungen und einer Karte. 473 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Samuel Turner's, Captains in Diensten der ostind. Compagnie, Gesandtschaftsreise an den Hof des Teshoo Lama durch Bootan und einen Theil von Tibet A*
. (M. C. Sprengel, Hrsg.)
Benjamin Gottlob Hoffmann, Hamburg 1801.
Reihe: Neuere Geschichte der See- und Land-Reisen, 14. Band. Mit 1 Karte und 6 Abbildungen. 489 Seiten.
Auch:
Reihe: Bibliothek der neuesten und interessantesten Reisebeschreibungen, 7. Band.
Mit 1 Karte und 4 Kupfern. 391 Seiten.
 




. l

Robert Saunder's, Wundarztes zu Boglepuhr in Bengalen, mineralogische und botanische Reise nach Butan und Tibet

A*
. Christian Friedrich Voß und Sohn, Berlin 1790.
Magazin von merkwürdigen neuen Reisebeschreibungen, aus fremden Sprachen übersetzt. 42 Seiten
1786


                   1788
                   1790
                   1794.

wird Major Samuel Shaw (*1754,1794) durch Beschluß des Kongresses der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu deren erstem Konsul in China mit Sitz in Canton gewählt. Noch im gleichen Jahr tritt er seine erste Amtsreise an und kehrt erst
nach Amerika zurück. Sein zweiter Aufenthalt im Jahr
dauert sechs Monate. Auf seiner dritten Amtsreise verstirbt er im Jahr
Posthum werden die Tagebuchaufzeichnungen seiner Dienstzeit veröffentlicht.

. Publikation: l The Journals of Major Samuel Shaw, the first American Consul at Canton. With a Life of the Author. .
.

Josiah Quincy
W. M. Crosby and H. P. Nichols, Boston 1847
Mit Portrait des Verfassers als Frontispiz. 360 Seiten


 

1791 marschieren hinduistische Gurkha-Truppen in Tibet ein und plündern das Kloster des Pantschen Lama in Schigatse. Sie werden von tibetischen und chinesischen Truppen zurückgeschlagen, was den politischen und militärischen Einfluß der Mandschu-Kaiser auf  Tibet erneut stärkt.

1793

führt George, Earl of Macartney, seines Zeichens Viscount of Dervock, Baron of Lissanoure und Baron of Parkhurst and of Auchinleck (*1737,1806) (H*) eine knapp hundertköpfige Gesandtschaft des englischen Königs George III. zum Hof des Kaisers Chien-long nach Jehol, darunter seinen Kammerdiener Aeneas Anderson, den Rechnungsführer John Barrow (*1764,1848), den Gesandtschaftssekretär Sir George Leonhard Staunton (*1737,1801) und dessen Sohn, für den extra ein deutscher Lehrer aus Sachsen, namens Johann Christian Hüttner (*1766,1847) (H*), engagiert worden ist. Großbritannien sucht nach diplomatischen Beziehungen und verbesserten Handelskontakten zum Reich der Qing-Dynastie, das im Augenblick noch die dominierende Großmacht in Fernost darstellt. Größtes Problem der Mission bildet die Frage, in welcher Form sich Lord Macartney vor dem Kaiser zu verbeugen hat. Ansonsten ist die von der Ostindischen Kompanie finanzierte Gesandtschaft ein glatter Misserfolg, denn der Kaiser gibt Macartney noch eine legendäre Botschaft an den englischen König mit auf den Weg, die mit der für europäische Ohren wenig schmeichelhaften Stereotype endet: "Zittert und gehorcht!". Lediglich die lange Rückreise von Peking über Land durch das ganze chinesische Reich bis Canton [Guangzhou] erweitert die europäischen Kenntnisse vom Reich der Mitte ganz erheblich. Die Route führt erst vier Wochen lang den Kaiserkanal hinab nach Süden, bis Hangchow [Hangzhou], dann abwechselnd über Land und auf Flüssen südwestlich durch die Küstenprovinzen und über den Meling-Pass nach Chinas größter südlichen Hafenstadt am Perlfluss.

. Publikationen: l A Narrative of the British Embassy to China, in the Years 1792, 1793, and 1794; containing the Various Circumstances of the Embassy, with Accounts of Customs and Manners of the Chinese; and a Description of the Country, Towns, Cities, &c.&c. .
. Aeneas Anderson
J. J. Tourneisen, Basil MDCCXCV
336 Seiten und Anhang
Auch:
Printed by T. and J. Swords, for Rogers and Berry,
New York 1795
328 Seiten
Auch:
Printed by William Porter, for P. Wogan, P. Byrne, W. Jones, B. Dugdale, G. Folingsby, and J. Potts, Jun, Dublin 1795 
Auch:
Printed for J. Debrett, London 1795
Auch:
Printed for Vernor and Hood, London 1795  
Auch:
Printed by T. Dobson at the stone-house, Philadelphia 1795
393 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Erzählung der Reise und Gesandtschaft des Lord Macartney nach China und von da zurück nach England in den Jahren 1792 bis 1794 .
. Walthersche Buchhandlung, Erlangen 1795
190 Seiten
. l Nachricht von der Brittischen Gesandtschaftsreise durch China und einen Theil der Tartarei .
. Johann Christian Hüttner (Carl Böttiger, Hrsg.)
Vossische Buchhandlung, Berlin 1797
Mit Titelkupfer. 190 Seiten
Neuausgabe:
. Nachricht von der britischen Gesandtschaftsreise nach China 1792-94
. Johann Christian Hüttner (Sabine Dabringhaus, Hrsg.)
Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1996
Reihe: Fremde Kulturen in alten Berichten, Band 1;
Mit 1 Karte und 25 Abbildungen, 235 Seiten

 
. l An Authentic Account of an Embassy from the King of Great Britain to the Emperor of China (...)  .
. Sir George Leonhard Staunton
Printed by W. Bulmer and Co., for G. Nicol, London 1797
Zwei Bände
(Deutsche Ausgabe:)
. Reise der brittischen Gesandtschaft unter dem Lord Macartney an den Kayser von China .
. (M. C. Spengel, Hrsg.)
Halle 1798, 2 Bände
. l The journal of Mr. Samuel Holmes, serjeant-major of the XIth light dragoons, during his attendance, as one of the guard on Lord Macarney's embassy to China and Tartary, 1792-3 .
. Samuel Holmes
W. Bulmer and Co., London 1798
(Deutsche Ausgabe:)
. Tagebuch einer Reise nach Sina und in die Tartarei mit der Brittischen Gesandtschaft in den Jahren 1792 und 1793 .
. Verlag des F. S. priv. Landes-Industrie-Comptoirs
Weimar 1805
200 Seiten
. l

Travels in China, Containing Descriptions, Observations, and Comparisons, Made and Collected in the Course of a Short Residence at the Imperial Palace of Yuen-Min-Yuen, and on a Subsequent Journey Through the Country from Pekin to Canton

.
. John Barrow
T. Cadell and W. Davies, London 1804
(Deutsche Ausgaben:)
. John Barrow's Reise durch China von Peking nach Canton im Gefolge der Großbrittanischen Gesandtschaft in den Jahren 1793 und 1794 .
. (Johann Christian Hüttner, Hrsg.)
Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1804.
Bände 14 und 16 der Reihe: Bibliothek der neuesten und wichtigsten Reisebeschreibungen und geographischen Nachrichten, mit Frontispiz, mehreren Abbildungen im Text und 7 Karten. 428 / 317 Seiten.
. Barrow's Reisen in China .
. Benjamin Gottlob Hoffmann, Hamburg 1805
Band 1: Mit einem Kupfer, 274 Seiten.
Band 2: Mit einem Kupfer, 412 Seiten.

 
. l Biographical Memoir of James Dinwiddie L.L.D., Astronomer in the British Embassy to China, 1792,'3,'4: Compiled from His Notes and Correspondence .
. (William Jardine Proudfoot, Hrsg.)
Liverpool 1868
. l An Embassy to China. Being the journal kept by Lord Macartney during his embassy to the Emperor Ch'ien- lung 1793-1794 .
. (J. L. Cranmer-Byng, Hrsg.)
Longmans, London 1962
Mit zwei Abbildungen und zwei Karten. 421 Seiten

 
1794

rüsten die Holländer zur nächsten Gesandtschaftsreise an den Hof des chinesischen Kaisers. Mit zum Troß der Honoranten gehört auch der Sinologe Chrétien-Louis-Joseph de Guignes (*1759,1845) (H*), Frankreichs Konsul in Kanton.

. Publikationen: l Voyages à la Peking, Manille et l'île de France, faits dans l'intervalle des années 1784 à 1801 .
. M. De Guignes, Résident de France á la Chine.
Imprimerie Impériale, Paris M.DCCC.VIII
3 Bände und Atlas, mit 92 Kupfern und 6 Kupferstichkarten.
(Deutsche Ausgabe:)
. Reisen nach Peking, Manila und Isle de France in den Jahren 1794 bis 1801 .
. Hinrichs, Leipzig 1810
Zwei Bände.
1) Reise nach Peking; Reise nach Manila und Isle de France 326 Seiten. 2) 326 Seiten.
Mit 10 Kupfertafeln und einer grenzkolorierten Karte.
. l Voyage de l'ambassade de la Compagnie des Indes orientales hollandaises, vers l'empereur de la Chine, dans les années 1794 & 1795 (...) .
. André Everard van Braam Houckgeest
Garnery, Paris 1798
"orné de cartes & de gravures".

(Deutsche Ausgabe:)
. Reise der Gesandtschaft der Holländisch-ostindischen Gesellschaft an den Kaiser von China in den Jahren 1794 und 1795, worin man eine Beschreibung von mehreren den Europäern unbekannten Theilen dieses Reiches findet .
.

M.L. E.Moreau von Saint-Mery (Hrsg.)
Johann Samuel Heinsius, Leipzig 1798-99
2 Bände. Teil 1 mit 320 Seiten, Teil 2 mit 252 Seiten.

1805,

noch kurz vor Jahresende, überschreitet die Gesandtschaft des frisch gekrönten russischen Zaren Alexander I. die chinesische Grenze zur Mongolei. Unter Leitung des Grafen Jurij Alexandrovic Golovkin (*1762,1846) sollen die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Großreichen weiter ausgebaut werden. Im Gefolge der insgesamt 124 Mann starken Delegation befinden sich auch der Orientalist Julius Heinrich von Klaproth (*1783,1835), der Geodät und Astronom Alexander Amantus Thesloff (*1778,1847) und der deutsche Arzt Joseph Rehmann (*1779,1831). Nach dreizehn Reisetagen erreicht man Yeke Küriye, die Hauptstadt der Mongolei [das spätere Urga und heutige Ulan Bator]. Völlig überraschend scheitert hier die Weiterreise der Gesandtschaft an den chinesischen Kaiserhof in Peking: Das bereits hier vor Ort vom Mandschu-Statthalter geforderte Höflichkeitszeremoniell vor den Insignien des chinesischen Kaiserhauses erscheint den Russen überzogen und unannehmbar. Und so tritt man unverrichteter Dinge wieder die Rückreise an.

. Publikationen: l Reise von St. Petersburg durch das östliche Russland und Sibirien in die chinesische Mongoley .
. Joseph Rehmann
(Nicht veröffentlichtes Fragment. 121 Seiten)
Beigefügt ist eine Mappe mit 65 Aquarellen.
. l Tagebuch von der Chinesischen Reise 1805-1806 .
. Alexander Amantus Thesloff
(Nicht veröffentlichte Handschrift)
. l Mémoires relatif à l'Asie .
. Julius Heinrich von Klaproth
Paris 1824-26
. l Mongolenreise zur spaeten Goethezeit. Berichte und Bilder des J. Rehmann und A. Thesloff von der russischen Gesandtschaftsreise 1805 / 06. .
. Walter Heissig (Hrsg.)
Franz Steiner Verlag GmbH, Wiesbaden 1971
(Reihe: Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland; Supplementband 13)
Mit 18 Abbildungen im Text und 44 Farbtafeln. 177 Seiten

 
1811

macht sich Thomas Manning (*1772,1840) (H*), ein exzentrischer britischer Reisender, als Chinese verkleidet auf, um nach Lhasa zu gelangen. Dies gelingt ihm auch (als erstem Engländer) und er wird sogar vom damals siebenjährigen Dalai Lama in Audienz empfangen. Er bleibt längere Zeit in Lhasa und betätigt sich als Arzt. Seinen ursprünglichen Plan, nach China weiterzureisen, kann er nicht umsetzen und kehrt deshalb nach Kalkutta zurück. Sven Hedin bezeichnet ihn als "kühn, aber sehr unwissend" und "sein Bericht ist ein Wunder an Inhaltslosigkeit und Einfältigkeit." Eventuell werden seine Tagebücher und Aufzeichnungen deshalb erst ein halbes Jahrhundert später von fremder Hand herausgegeben.

. Publikation: l Narratives of the Mission of George Bogle to Tibet, and of the Journey of Thomas Manning to Lhasa.
Edited with Notes, and Introduction, and Lives of Mr. Bogle and Mr. Manning.
.
. Clements R. Markham (Hrsg.)
Trübner and Co., London 1876
Mit 10 Abbildungen und 4 Karten. 161 Seiten Einführung und 354 Textseiten.
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Aus dem Lande der lebenden Buddhas. Die Erzählungen von der Mission George Bogle's nach Tibet und Thomas Mannings's Reise nach Lhasa (1774 und 1812) A*
.

Gutenberg-Verlag, Hamburg 1909.
Reihe: Bibliothek denkwürdiger Reisen, 3. Band.
Mit 4 Bildern, Schmuckvignetten und 1 Karte. 480 Seiten


 
1812

kommt William Moorcroft (*1767,1825; Biographie) (H*) mit Hauptmann Hyder Young Hearsay (*1782,1840) (H*) von Indien aus nach Ladak und überquert dann, als Hindu verkleidet, die tibetische Grenze. Er möchte dem englischen Handel neue Absatzmärkte erschließen und prüfen, welche Möglichkeiten sich hierfür jenseits des Himalayas bieten. Eine genauere geographische Erforschung dieser Gegend soll der erste Schritt hierzu sein. Durch glückliche Umstände werden sie in der tibetischen Distrikthauptstadt Gartok nicht als Europäer erkannt und können so unbehelligt bis zum Manasarovar-See weiterziehen. Sie sind damit die ersten europäischen Forschungsreisenden, die bis hierher gelangen. Der Winter zwingt sie zur Umkehr, doch ihre Karten und Beobachtungen sind für die geographische Forschung äußerst aufschlußreich.
(Der Tod von William Moorcroft auf einer seiner späteren Reisen bleibt lange Zeit ein Rätsel. Er stirbt 1825 in Buchara und wird auch dort begraben. Die 20 Jahre später durch Tibet reisenden Lazaritenpater Huc und Gabet berichten nach ihrer Rückkehr jedoch, Moorcroft habe nach 1825 noch lange Zeit als indischer Händler verkleidet in Lhasa gelebt und Handel getrieben, bis er im Jahr 1838 auf dem Weg nach Ladakh überfallen und getötet wurde. Als Beleg führen sie authentische Skizzen und Aufzeichnungen von Moorcroft an, die bei der Leiche gefunden wurden. Heute geht man davon aus, daß die den Patern vorgelegten persönlichen Unterlagen zwar wirklich von Moorcroft stammten, jedoch nach 1825 aus dessen Grab in Buchara gestohlen wurden, nach Lhasa gelangten und der Inhaber der Papiere dann, 13 Jahre später, auf dem Weg nach Ladakh ums Leben kam, weshalb man ihn dann - rein aufgrund der bei ihm gefundenen Papiere - irrtümlich für Moorcroft hielt.)

. Publikation: l A Journey to Lake Mánasaróvara in U'n-dés, a Province of Little Tibet .
. H. T. Colebrooke
Calcutta Gazette Office, London 1818
In: Asiatick Researches. Vol. XII

1815. Nach dem Sieg über Napoleon (Schlacht bei Waterloo 1815) kann sich England wieder verstärkt dem Handel mit Fernost zuwenden. Nach Indien wird nun China zum neuen Interessengebiet.

1816

führt William Pitt Amherst, Earl of Arracan (*1773,1857) (H*) eine Gesandtschaft der Britisch-Ostindischen Kompanie nach China, um die Handelsverbindungen zu festigen und Zugang zu weiteren Häfen zu erbitten. Der englische Arzt Clarke Abel (*1789, 1826) begleitet die Delegation als Geologe und Botaniker. Die Anreise erfolgt mit dem Schiff bis zur Mündung des Peiho im Gelben Meer (die Gesandtschafts-Schiffe Alceste und Lyra erforschen dann die Küstenlinie des noch unbekannten Gelben Meeres und finden im Nordosten einen Zipfel Land, den man später Korea nennen wird). Der Empfang durch die Qing nimmt eine gänzlich unvorhergesehene Wende: In ungeduldiger Erwartung des zeremoniellen Unterwerfungsritus drängen die Chinesen den von der Reise erschöpften Lord unmittelbar nach dessen Ankunft in Peking, sofort seine Aufwartung zu machen. Als dieser um eine kurze Ruhepause bittet, wird er erst bedroht und dann mit Schimpf und Schande sofort aus dem Land gejagt. Für die Ausreise wird der traditionelle Flußweg nach Kanton vorgeschrieben, über den Kaiserkanal, ein Stück den Yang-tzse hinauf und dann vom Pojang-See südwärts bis zur Küste. 

. Publikationen: l Journal of the Proceedings of the late Embassy to China; Comprising a Correct Narrative of the Public Transactions of the Embassy, of the Voyage to and from China, and of the Journey from the Mouth of the Pei-Ho, to the Return to Canton. Interspersed with Observations upon the Face of the Country, the Polity, Moral Character and Manners of the Chinese Nation .
. Henry Ellis
John Murray, London 1817
Mit 7 kolorierten Tafeln, 1 Porträt und 3 Karten. 326 Seiten.
(Deutsche Ausgabe:)
. Des britischen Lord Amherst Gesandtschaftsreise nach China, im Jahre 1816 .
. Henry Ellis (Harnisch, Hrsg.)
Leipzig 1829
Reihe: Die wichtigsten neuern Land- und Seereisen, 5. Teil.
Mit einer Karte und einer kolorierten Kupfertafel. 346 Seiten
. l Narrative of a Journey in the Interior of China, and of a Voyage to and from that Country, in the Years 1816 and 1817; Containing an Account of the most interesting Transactions of Lord Amherst's Embassy to the Court of Pekin, and Observations on the Countries which it visited. .
. Clarke Abel
Longman, Hurst, Rees, Orme, and Brown, London 1818
"Illustrated by maps and other engravings."
.


 
1820




 


                   1821

"Das Schicksal verschönerte mein Leben durch ein seltenes, unvergeßliches Ereignis: ich sah China." Mit diesen Worten beginnen die Aufzeichnungen im Reise-Tagebuch von Georg Timkowski (Egor Fedorovitch Timkovski) (*1790,1875) (H*), der am 12. September
einige Mitglieder der russischen Mission in die Hauptstadt Chinas begleiten soll. Aufgrund eines Sondervertrages zwischen den beiden Staaten sind russische Bürger die einzigen westlichen Ausländer, die zu dieser Zeit auf dem Landweg einreisen dürfen. Vom sibirischen Kiachta, dem günstigsten Ausgangspunkt nördlich der Mongolei, führt ihr Weg direkt südlich nach Urga, dann durch die Wüste Gobi bis zur Karawanenstadt Kalgan und von dort aus in acht Tagen nach Peking, wo sie am 14. Dezember eintreffen. Sechs Monate bleiben Timkowski Zeit, bis er mit anderen Missionaren Mitte
die Rückreise antritt. Auf "kaiserlichen Befehl und Kosten der Schatzkammer" wird sein Reisebericht 1824 in St. Petersburg herausgegeben. Zwei Jahre darauf erscheint die deutsche

. Publikationen: l Putesestvie v Kitaj crez Mongoliju v 1820 i 1821 .
. Egor Timkovskij
Tipografij Medicinskago Departamenta Ministerstva Vnytrennich, St. Petersburg 1824
3 Bände. Illustriert mit Karten.
388 / ? /  433 Seiten
. l Reise nach China durch die Mongoley, in den Jahren 1820 und 1821 .
. Georg Timkowski
Verlag Anton Strauß, Wien 1826
Reihe: Bibliothek der neuesten Entdeckungsreisen nebst den wichtigsten Beyträgen des 19. Jahrhunderts, zur Bereicherung sowohl der Länder- und Völkerkunde überhaupt, als der europäischen insbesondere. Zweyter Jahrgang. Zwei Teile in einem Band. 156, 251 Seiten.
Weitere Ausgabe:
Kaulfuß und Krammer, Wien 1826
Reihe: Museum der neuesten und interessantesten Reisebeschreibungen Bände 11-13. Drei Teile in einem Band.
Mit 3 Kupfertafeln und 2 Karten. 220, 179, 84 Seiten.









1825 machen chinesische Beamte das Kaiserhaus zum ersten Mal auf die steigende Einfuhr von Opium durch englische Händler aufmerksam. Sie warnen vor dem hohen Abfluß an Silber, mit dem die Droge bezahlt wird, und weisen auf die gesundheitlichen Folgen für die chinesische Bevölkerung hin.

1831








                   1832





                   1833






                   1834





                   1840




                   1841

        

sagt sich der preußische Missionar Karl Friedrich August Gützlaff (*1803,1851) von seiner Missionsgesellschaft los, um als Freimissionar auf eigene Faust China zu bekehren. Seine Methoden sind ebenso selbstbewußt wie eigenwillig: Mehrere chinesische Dialekte sprechend, kleidet er sich in chinesische Tracht und lässt sich von einer chinesischen Familie adoptieren, um sodann als Kuo Shi-li ohne Erlaubnis und entgegen allen Bestimmungen per Schiff nach Xiamen aufzubrechen, dem Haupthafen der chinesischen Provinz Fujian. Von dort aus reist er nach Shanghai (das er somit als erster Europäer betritt) und nach Tianjin. Überall bemüht er sich darum, Einheimische anzuwerben, die das Christentum im Land weiterverbreiten sollen.
begleitet er deshalb den englischen Segler "Lord Amherst", der unter falscher Flagge in chinesischen Seehäfen englische Waren verkaufen soll, als Dolmetscher. Er missioniert erneut in Xiamen, Ningbo und Shanghai und schildert in seinen ausführlichen Reiseberichten den desolaten Zustand der chinesischen Militärfestungen. Seine Angaben ermutigen die britische Admiralität in der wenig später einsetzenden bewaffneten Auseinandersetzung mit China in den "Opium-Krieg" einzutreten.
erhält er vom englischen Handelshaus Jardin&Matheson das Angebot, ihr mit Opium beladenes Schiff als Dolmetscher in die nördlichen Häfen Chinas zu führen. Nach kurzer Abwägung seiner dadurch verbesserten Chancen für die Missionstätigkeit akzeptiert er den Vorschlag. Da die Reise ohne jede Komplikation und zur Zufriedenheit aller verläuft, wiederholt er das Unternehmen noch im gleichen Jahr. Durch diese Erfolge ermutigt, nimmt der englische Opiumhandel in den nächsten Jahren gigantische Ausmaße an.
begleitet er eine britische Delegation aus Kalkutta ins Innere der chinesischen Provinz Fujian, um das Verfahren des Teeanbaus zu erkunden. Da die Einreise illegal und mit bewaffneter Eskorte erfolgt, werden sie von chinesischem Militär unter Beschuß zur Ausreise gezwungen. Mehrere offizielle chinesische Erlasse gegen Ausländer wegen "Reisen in Verkleidung" und "geheimer Verteilung von Schriften, die das Herz zerstören" sind die Konsequenz diese eigenmächtigen Handelns.
begleitet er dann bereits als angestellter Dolmetscher und Informationsoffizier die englische Flotte unter Admiral Elliot, der die Öffnung Chinas für den internationalen Handel mit Waffengewalt erzwingen will. Als die Engländer die Insel Zhoushan kurzfristig annektieren, stellt sich Gützlaff für sechs Monate als britischer Statthalter zur Verfügung. Um seine Missionsarbeit weiter auszubauen, ist er auch
wieder dabei, als die Engländer mit noch mehr Nachdruck den Vertrag von Nanking erzwingen. Gützlaff wird nun britischer Statthalter von Ningbo. Zwei Jahre später bekleidet er dann die Stelle des Chinese Secretary of the Governor of Hong Kong. Er verfasst zahlreiche Publikationen über China und entfacht mit seiner naiv-beschönigenden Sicht besonders unter den protestantischen Gemeinden in den USA eine wahre China-Missionierungs-Euphorie. Schon kurze Zeit später zeigt sich jedoch, daß das von ihm gegründete Institut zur Ausbildung chinesischer Missionare nur vordergründige Erfolge erzielt. Seine missionarische Tätigkeit hinterlässt nach seinem Tod keinerlei Wirkung.

. Publikation: l Journal of Three Voyages along the Coast of China, in 1831, 1832 & 1833, with notices of Siam, Corea, and the Loo-Choo Islands .
. Charles Gutzlaff
Frederick Westley and A. H. Davis, London 1834
Mit einem Titelkupfer und einer Karte. 347 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

. Missionar Karl Gützlaff's ausführlicher Bericht von seinem dreijährigen Aufenthalt in Siam und seiner Reise längs der Küste von China bis nach Mantschu-Tartarei. Nach dem zu Canton in China gedruckten Engl. Original übersetzt. Mit einer gedrängten Lebensgeschichte Gützlaff's. .
. Karl Gützlaff
Wilhelm Hassel, Elberfeld 1834
120 Seiten

. Neuausgabe: Gützlaffs Bericht über drei Reisen in den Seeprovinzen Chinas 1831-1833 .
. Mit einem sehr informativen biographischen Essay über den Verfasser von Winfried Scharlau.
Albera Verlag, Hamburg 1997
Mit einer Abbildung und einer Karte. 214 Seiten

1839
                 

 
                   1854

kommt der protestantische Missionar William Charles Milne (*geboren auf dem Meer zwischen Guangzhou und Macau 1815,1863) im Auftrag der London Missionary Society nach China und folgt damit der Tradition seines Vaters, der bereits 1813 als zweiter protestantischer Missionar nach China ging. In den Jahre bis
besucht er Hong-Kong, Canton, die Insel Choosan, Ningpo sowie Shanghai und unternimmt drei große Überlandreisen durch die Provinzen Chihkiang [Zhejiang], Kiangse [Jiangxi] und Canton [Guangdong] .

. Publikation: l Life in China .
.

William Charles Milne
G. Routledge & Co., London 1858
Mit Frontispiz, 10 Abbildungen und 4 Karten. 546 Seiten


Geschichte der Opium-Kriege
Da die Auswirkungen der sogenannten "Opium-Kriege"für die weitere chinesische Geschichte von entscheidender Bedeutung sind, werden die Ursachen und Umstände hier ausführlicher dargestellt (Die in den chronologischen Gesamttext eingefügten Teiltexte wurden zum leichteren Lesen miteinander verlinkt.)

1834 fällt das Monopol der Ostindischen Kompanie für den Ostasienhandel. Sofort übernehmen bisherige Handelsagenten das lukrative Geschäft und steigern die Einfuhr von bengalischem Opium, allen voran William Jardine (*1784,1843), Mitinhaber des frisch gegründeten Handelshauses Jardine, Matheson and Company.
1838
. Die steigende Opiumeinfuhr ist für China zu einem drückenden Problem geworden. Der starke Geldabfluß gefährdet zunehmend die chinesischen Staatsfinanzen und auch die katastrophalen gesundheitlichen Folgen bei der Bevölkerung zeichnen sich immer deutlicher ab. Englische Schiffe führen Anfang des Jahrhunderts bereits Opium für rund eine Million Süchtige ein. Vom Kaiserhaus wird deshalb ein Handelsverbot für Opium erlassen und der zuverlässige Mandarin Lin Zexu damit beauftragt, für die Einhaltung des kaiserlichen Edikts zu sorgen. Seine an sich unanfechtbare Rechtsposition gleitet Lin Zexu durch eine Unbedachtsamkeit aus den Händen: Anstatt die ausländischen Opiumhändler zu zwingen, die in ihren Depots lagernde Droge außer Landes zu schaffen, beschlagnahmt er das Opium und vernichtet insgesamt 1,4 Millionen Kilogramm. Eine Fehlentscheidung von weltgeschichtlicher Tragweite! Denn die englischen Opiumhändler waren gerissen und hatten ihr Opium kurz vor der Beschlagnahmung noch schnell an den örtlichen Bevollmächtigten der britischen Krone "in Sicherheitsverwahrung übergeben". Durch die Vernichtung des Opiums ist nun Besitz der britischen Krone betroffen, die Opiumhändler fordern Schadenersatz und schüren so einen Krieg ihres Mutterlandes gegen China, auch um die Wiederaufnahme ihrers Opiumhandels zu erzwingen.
1840 ist das englische Parlament aber in keinster Weise bereit, wegen dem finanziellen Vorteil einzelner Händler in einen Krieg mit China einzutreten. Der englische Admiral George Elliot wird deshalb mit Verhandlungen beauftragt und erzwingt nach einer militärischen Machtdemonstration den Entwurf eines "Abkommens" mit China. China muß darin die Insel Hongkong abtreten, 6 Millionen Silberdollars Kostenentschädigung zahlen und zukünftige Kontakte mit Großbritannienen eingehen. Die Problematik der Opiumeinfuhr nach China wird von englischer Seite aus den Verhandlungen ausgeklammert.
Chinas Vormachtstellung in Ostasien ist damit gebrochen. Das Kaiserreich wird in den nächsten Jahrzehnten zunehmend in halbkoloniale Verhältnisse herabgewürdigt und damit auch innenpolitisch jeder Stabilität beraubt.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1840

nehmen auch Lord Robert Jocelyn (*1816,1854) und der Arzt D. McPherson an der englischen Militärexpedition von Admiral George Elliot gegen China teil und können die anschließenden Verhandlungen mitverfolgen.

. Publikationen: l Six Months with the Chinese expedition; or, Leaves from a Soldier's Note-book .
. Robert Jocelyn
John Murray, London 1841
Mit 2 Abbildungen. 155 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Sechs Monate bei der chinesischen Expedition, oder Blätter aus dem Tagebuche eines Soldaten
Braunschweig 1843
159 Seiten

 
. l Two Years in China. Narrative of the Chinese Expedition from its Formation in April, 1840, to the Treaty of Peace in August, 1842. With an Appedix, Containing the Most Important of the General Orders & Despatches Published During the Above Period. .
. D. McPherson
Saunders and Otley, London 1843
391 Seiten


1841 regt sich bei beiden Vertragsparteien Unmut über das von England diktierte Abkommenen: der chinesische Kaiser Daoguang (*1789,1856) entlässt seinen chinesischen Unterhändler und weigert sich das Abkommen zu ratifizieren.Und auch der britische Premierminister tadelt Admiral Elliot, er habe aus der günstigen Situation für England nicht genügend herausgeschlagen. So wird Charles Elliot abgesetzt und Sir Henry Pottinger (*1789,1856) nach China entsandt, diesmal mit der britischen Legitimierung zur Kriegserklärung an China. Die englische Flotte besetzt die chinesischen Häfen Amoy [Xiamen], Ningbo und Shanghai, legt den Transport auf dem Kaiserkanal lahm und greift schließlich Nanking an. China muß sich dieser militärtechnischen Übermacht beugen und kapituliert.
1842
wird somit im Friedensvertrag von Nanking zusätzlich zu den Forderungen aus dem Jahr 1938 die Öffnung von fünf chinesischen Häfen für den Freihandel festgelegt (Kanton [Guangzhou], Fuzhou, Amoy [Xiamen], Ningbo und Shanghai), in denen die ausländischen Händler auch Wohnrecht genießen. Außerdem muß China weitere 15 Millionen Silberdollar Kriegsentschädigung zahlen. 
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)
                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1842 - 47

nutzt Schiffskommandant Lieutenant Frederick E. Forbes seine Stationierung in Shanghae und Ningpo, um von dort aus das Hinterland zu bereisen und eine chinesische Münzsammlung anzulegen. Mit dem Tragstuhl reist er durch das Bohea-Teeanbau-gebiet und besucht die unweit der Küste gelegene Klosterinsel Poo-too.

. Publikation: l Five Years in China; from 1842 to 1847. With an account of the occupation of the islands of Labuan and Borneo by Her Majesty's forces. .
. Frederick E. Forbes
Richard Bentley, London 1848
Mit farbigem Frontispiz und 21 Abbildungen im Text.
405 Seiten

 
1842  
 

    
 
  





                  
1844











                  
1852

machen sich der französische Lazaristenpater Régis Évariste Huc (*1813,1860) (H*) und sein Glaubensbruder Joseph Gabet (*1808,1853) (H*) von Macao aus auf den Weg, um das von der katholischen Kirche neu gegründete Vicariat in der Mongolei zu besetzen. Schon 1838 hatte Huc den Boden Chinas betreten und sich auf seinen späteren Einsatz im Reich der Mitte vorbereitet. Da die Missionierung aber vom chinesischen Kaiserhaus nicht erlaubt ist, müssen christliche Missionsstationen vorerst jenseits der Landesgrenze erfolgen. Außerdem muß ihre Reise auf dem Landweg auch illegal und in Verkleidung erfolgen, denn noch ist Ausländern das freie Reisen in China nicht erlaubt .
erhalten sie den Auftrag, das Missionsfeld nach Norden und Westen zu erweitern. Sie ziehen los und entscheiden sich nach kurzer Zeit eigenmächtig für Lhasa als Reiseziel. Von Tolon Noor [Lama Miao] aus geht es in einer ersten Etappe zum Kloster Kumbum, wo sie sich einer größeren Karawane anschließen und unter äußerst schwierigen Bedingungen auch tatsächlich am 29. Januar 1846 Lhasa erreichen. Auf Betreiben der dortigen kaiserlich-chinesischen Ambane werden sie von der tibetischen Regierung jedoch nach kurzer Zeit höchst diplomatisch hinaus komplimentiert und sind damit die beiden letzten westlichen Besucher in Lhasa bis 1904. Die Ausreise kann, entgegen ihren Wünschen, nicht über Sikkim nach Indien erfolgen, sondern wird mit einer zehnmal so langen Route durch Osttibet und Zentralchina nach Macao festgelegt. Huc nutzt die Zeit und schildert Sitten, Gebräuche, Staatsordnung und seine Erlebnisse mit den Chinesen sehr anschaulich. Erst
verläßt er das Reich der Mitte.

. Publikationen: l Souvenirs d'un voyage dans la Tartarie, le Thibet et la Chine pendant les années 1844, 1845 et 1846, par M. Huc, prêtre-missionaire de la congrégation de St. Lazare. .
.

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Régis Évariste Huc. 
Librairie d'Adrien Le Clere et Cie., Paris 1850
Zwei Bände mit einer Übersichtskarte. 426 / 516 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Wanderungen durch die Mongolei nach Thibet zur Hauptstadt des Tale Lama A*
.

(Dr. Karl Andree, Hrsg.)
Verlagsbuchhandlung von Carl B. Lorck ,Leipzig 1855 Reihe: Hausbibliothek für Länder und Völkerkunde, Siebenter Band. 355 Seiten.
(Neuauflage:)
Wanderungen durch die Mongolei nach Tibet 1844-1846
(Hans Walz, Hrsg.)
Steingrüben Verlag Stuttgart, 1966
Mit einem Vorwort von Dr. Ernst Schäfer. Reihe: Bibliothek klassischer Reiseberichte. 386 Seiten und eine Karte.


 




A*

. l L'Empire chinois .
.

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Régis Évariste Huc. 
Gaume, Paris 1854
Zwei Bände mit einer Übersichtskarte
471 / 487 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Wanderungen durch das Chinesische Reich .
.

(Dr. Karl Andree, Hrsg.)
Verlagsbuchhandlung von Carl B. Lorck ,Leipzig 1855 Reihe: Hausbibliothek für Länder und Völkerkunde, Achter Band. 364 Seiten.


 
. l Joseph Gabet - Èvariste Huc.
Lettres de Chine et d'ailleurs. 1835 - 1860
.
.

(Jacqueline Thevenet, Hrsg.)
Les Indes savantes, Paris 2005
Mit einigen Abbildungen. 474 Seiten.


1843 fordern die Vereinigten Staaten von Nordamerika von China die gleichen Konditionen, wie für sie England im Friedensvertrag von Nanking festgelegt wurden. Da China seine schwache Verhandlungsposition sieht, willigt es ein und gewährt sogar noch die Zusage, daß Missionare ab sofort frei in China reisen und die christliche Lehre verbreiten dürfen. Die Missionare werden unter den ausdrücklichen Schutz des Kaisers gestellt (was später zu endlosen "Schadenersatzforderungen" der ausländischen Staaten führen wird). 
Durch einen sinnreichen Zusatz im Friedensvertrag von Nanking wird England durch diese amerikanische Verhandlung unmittelbar in die gleichen Sonderrechte eingesetzt, denn der Vertragszusatz besagt, daß jede zukünftige Gewährung von Rechten an fremde Nationen automatisch auch für England gilt!
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1843
 


 

                   1845

wird der schottische Botaniker Robert Fortune (*1812,1880) (H*) von der Royal Horticultural Society nach China gesandt, um unbekannte Pflanzen für die englischen Gärten zu sammeln. Er reist nach Shang-hae, findet dort aber seine Möglichkeiten begrenzt, denn er spricht kein Chinesisch und die neu erworbenen Rechte der Ausländer berechtigen nur, sich eine Tagesreise weit von den Vertragshäfen landeinwärts zu begeben. So bereist er bis
verschiedene Küstenstädte und Inseln zwischen Hong-kong und Schang-hae, verkleidet sich dann und dringt mit chinesischen Bootsleuten erstmals auf dem Min-Fluß in die Provinz Fokien [Fujian] vor, wo er das Anbaugebiet des chinesischen Schwarztees findet. Fortune ahnt die wirtschaftliche Bedeutung, die eine Ausfuhr von Teepflanzen und deren Anbau in Indien haben könnte. Doch das ist Zukunftsmusik. Von dieser Reise bringt er neben der Fächerpalme auch erstmals Kunde von kleinen Zwergbäumchen nach Europa, den "Bon-sai".

. Publikation: l Three Years' Wanderings in the Northern Provinces of China, including a Visit to the Tea, Silk, and Cotton Countries: With an Account of the Agriculture and Horticulture of the Chinese, New Plants, etc.  .
.

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Robert Fortune
John Murray, London 1847
Frontispiz, 16 Abbildungen und eine Karte. 406 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

. Dreijährige Wanderungen in den Nord-Provinzen von China .
. Verlag von Bandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1853
308 Seiten
(Online-Version des
Göttinger Digitalisierungszentrum)

1844 fordert Frankreich die gleichen Konditionen, wie sie den Vereinigten Staaten von Nordamerika ein jahr zuvor zugestanden wurden.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1844





                   1845

trifft eine Delegation des französischen Außenministeriums mit dem Handelsdelegierten Auguste Haussmann auf ihrem Besuch verschiedener Länder Ostasiens in der chinesischen Hafenstadt Canton ein. Der Ausbau der französischen Handelsbeziehungen ist ihr Ziel und so werden die vier neu durch den Vertrag von Nanking für den Außenhandel geöffneten Häfen in Südchina angelaufen: die Inseln Chusan und Amoy und die Hafenstädte Changhai [Shanghai] und Ningpo. Bis
dauern die Verhandlungen, dann segelt man weiter nach Java. 

. Publikation: l Voyage en Chine, Cochinchine, Inde et Malaisie .
.

Auguste Haussmann
Desessart, Paris 1847-48
Band I-III. 482, 418 und 489 Seiten

. l Voyage en Chine .
.

M. C. Lavollée
Just Rouvier / A. Ledoyen, Paris 1853
466 Seiten


 
1844 - 45

wird Friedrich Wilhelm Grube (*1795,1845) als preußischer Beamter nach Ostasien entsandt, um dort vor Ort die Handelsmöglichkeiten für sein Heimatland zu erkunden. Unterstützt von dem deutschen Misionar Gutzlaff bereist er die Küstenstädte Amoy, Ningpo und Schanghai, erkrankt im zweiten Reisejahr und stirbt noch auf der Rückreise nach Europa.

. Publikation: l Friedrich Wilhelm Grube und seine Reise nach China und Indien .
. Elisabeth Grube
Funcke & Müller, Crefeld 1848
337 Seiten

 
1844 - 46

ist der amerikanische Reverend George Smith (*1815,1871) einer von vielen, die im Auftrag ihrer Kirche nach China reisen, um sich in den fünf dem Westen geöffneten Hafenstädten umzusehen und erste Vorbereitungen zur späteren Missionsarbeit zu treffen. Von Hong Kong aus fährt er nach Canton, Shanghai, Ningpo und Chusan, zur Klosterinsel Pootoo, Foo-chow und Amoy.

. Publikation: l A Narrative of an Exploratory Visit to each of the Consular Cities of China, and to the Islands of Hong Kong and Chusan, in Behalf of the Church Missionary Society, in the Years 1844, 1845, 1846 .
.

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George Smith
Seeley, Burnside, & Seeley, London 1847
Mit 12 Abbildungen und einer Karte. 532 Seiten


 
1845

unternimmt der Missionar und Verleger Walter Henry Medhurst (chinesischer Name: Mai Dousi; *1796,1857) einen Streifzug durch das Hinterland von Shanghae. Mit seinem Dolmetscher reist er in Verkleidung und mit falschem Zopf und schildert ausführlich die Seidenraupenzucht.

. Publikation: l A Glance at the Interior of China Obtained During a Journey Through the Silk and Green Tea Districts. Taken in 1845 .
. (Walter Henry Medhurst)
[J. Snow, London 1850]
Mit 17 Abbildungen und 2 Karten. 192 Seiten
1846

reist Lieutenant Henry Strachey (H*) zum Manasarovar-See, um vor Ort die in Fachkreisen heftig diskutierte Frage zu klären, wie die Hochgebirgs-Seen und -Flüsse des Himalaya hydrographisch zusammenhängen und wo die Quellen von Indus, Ganges, Karnali und Satlej zu finden sind. Seine Berichte werden in den Folgejahren von anderen Forschern in Frage gestellt, weil diese bei ihren Recherchen vor Ort ganz andere Verhältnisse vorfinden. Der wissenschaftliche Disput klärt sich erst später durch die Erkenntnis verdeckter Abflüsse und periodisch schwankender Wasserstände.

. Publikation: l Narrative of a Journey to Cho-Lagan (Rákas Tal), Cho Mapan (Mánasarówar), and the valley of Purang in Gnari, Húndés, in September and October 1846 .
. Calcutta 1848
In: Journal of the Asiatic Society of Bengal, Vol. XVII, Part II
1847

erreicht die Wienerin Ida Pfeiffer (*1797,U1858) auf ihrer Weltreise die Südküste von China und verbringt fünf Wochen in Canton.

. Publikation: l Eine Frauenfahrt um die Welt. Reise von Wien nach Brasilien, Chili, Otahaiti, China, Ost-Indien, Persien und Kleinasien .
.

Ida Pfeiffer
Carl Gerold, Wien 1850
(3 Bände) Band II. [China,Ost-Indien,Bengalen]. 226 Seiten


 
1847 - 59

verbringt John Scarth in China, bereist die Küstenregionen im Süden, die Seiden- und Teeanbaugebiete, die Städte Foochow, Swatow und den Nordosten der Provinz Kwang-tung. Die Zeit der Opiumkriege und des Taiping-Aufstands schildert er ein Jahr später in seiner

. Publikation: l Twelve Years in China. The people, the rebels, and the mandarins .
.

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John Scarth
Thomas Constable & Co., Edinburgh 1860
Mit Frontispiz, 11 Farblitographien, 15 Holzschnitten und einer Karte. 328 Seiten

 
1848

reist Richard Strachey (*1817,1908) (H*) an die Seen Manasarowar und Rakas-Tal in Südtibet, um die Beobachtungen seinen Bruders zu komplettieren. Der Bericht hierüber erscheint erst 52 Jahre später als

. Publikation: l Narrative of a Journey to the Lakes Rakas-tal and Manasarowar, in Western Tibet, Undertaken in September 1848 .
. 1900
In Geographical Journal, Vol. XV
1848

bringt die Korvette "La Bayonnaise" den französischen Konsul in die neu eingerichtete diplomatische Vertretung nach Canton. Durch den Opium-Krieg wurde China zur Öffnung mehrerer Seehäfen für den internationalen Handel gezwungen und so besucht Kommandant Jurien de la Gravière im Rahmen seiner Stationierung in Ostasien auch Shang-hai, Ning-po, die Insel Chou-san und Amoy.

. Publikation: l Voyage en Chine et dans les mers et archipels de cet empire pendant les annèes 1847, 1848, 1849, 1850 .
. Jurien de la Gravière
Meline, Cans et Compagnie, Bruxelles (o.J., ca. 1852)
Drei kleine Bände, mit je zwei Kupferstichen
284/289/290 Seiten

 
1848
 



















                   1851

wird zu einem bedeutsamen Datum in der Geschichte des Tees und gleichzeitig das Jahr der ersten 'Industriespionage': Robert Fortune (*1812,1880) (H*) wird zum zweiten Mal nach China gesandt, diesmal im Auftrag der East India Company, um das Geheimnis des Teeanbaus zu lüften und geeignete Pflanzen und Samen zur Kultivierung nach Indien zu bringen. Der englischen Handelsgesellschaft ist dies ein existentielles Bedürfnis, denn die Chinesen akzeptieren nur teures Silber im Tausch für die im Westen so heißbegehrte Ware und für Englands Kolonien würden sich ungeahnte Möglichkeiten für den Teeanbau eröffnen. Um ins verschlossene Landesinnere vorzudringen, ist Fortune gezwungen, in Verkleidung zu reisen: Er lernt Chinesisch, rasiert sich den Kopf, legt Landestracht an und versieht sich mit zwei Dienern - ja er geht sogar so weit, sich als ein chinesischer Mandarin aus dem Norden Chinas auszugeben, um so schneller an Informationen zu gelangen. Von Shanghai aus reist er mit Boot und Sänfte zuerst in das westlich gelegene Teeanbaugebiet Huang Shan, wo er sich Grüntee-Setzlinge besorgt. Ein paar Monate später glückt es ihm, auch in der Provinz Anhui, die für ihren Schwarztee berühmt ist, Teesamen einzusammeln. Erst jetzt erfährt die Welt durch ihn, daß Grün- und Schwarztee von ein und der selben Pflanze stammt und nur durch unterschiedliche Verarbeitungsmethoden gewonnen wird. Und (mit einiger Bestürzung) erfährt der Westen auch, daß die chinesischen Teehändler dem Grüntee Berliner Blau (eine giftige Mischung von Blausäure und Eisen) beigeben, um die in Europa gewünschte Farbe des Teeaufgusses zu erzielen! Mit 2.000 Teepflanzen und 17.000 Samen kehrt er schließlich
von Ningpo nach Hongkong zurück und bereitet dort alles für deren Verschiffung nach Indien vor. Noch ohne es zu ahnen, hat China damit sein Tee-Monopol verloren.

. Publikationen: l A Journey to the Tea Countries of China; including Sung-Lo and the Bohea Hills; with a short notice of the East India Company's tea plantations in the Himalaya Mountains. .
.

Robert Fortune
John Murray, London 1852
Mit 15 Abbildungen und einer Kartenseite. 398 Seiten

. l Two Visits to the Tea Countries of China, and the British Tea Plantations in the Himalaya; With a Narrative of Adventures, and a Full Description of the Culture of the Tea Plant, the Agriculture, Horticulture, and Botany of China. .
.

Robert Fortune
John Murray, London 1853
Band 1: Mit 12 Kupferstichen und einer Karte. 315 Seiten
Band 2: Mit 15 Kupferstichen. 298 Seiten 
(Deutsche Ausgabe:)


 
. Robert Fortunes Wanderungen in China waehrend der Jahre 1843-1845 nebst dessen Reisen in die Theegegenden China's und Indiens 1848 - 1851.
. (Dr. Julius Theodor Zenker, Hrsg.)
Dyk'sche Buchhandlung, Leipzig 1854
Mit 12 Abbildungen und 2 Karten. 413 Seiten
1849

erreicht der Engländer Julius Berncastle (1870) den Hafen von Hong Kong und besucht von dort aus fünf Monate lang die Hafenstädte Whampoa, Canton und Macao.

. Publikation: l A Voyage to China; Including a Visit to the Bombay Presidency; the Mahratta Country; the Cave Temples of Western India, Singapore, the Straits of Malacca and Sunda, and the Cape of Good Hope .
. Julius Berncastle
William Shoberl, London 1851
Zwei Bände mit 2 bzw. 1 Abbildung und 294 bzw. 284 Seiten

 

1850 breitet sich in China der Taiping-Aufstand aus. Unter Führung eines chinesischen Christen, der sich als "von Gott gesandt" versteht, wird der verhassten Mandschu-Dynastie der Kampf angesagt. Von der Südprovinz Kwangsi [Guangxi] ausgehend, greift die Erhebung wie ein Flächenbrand um sich und bringt die kaiserliche Regierung in starke Bedrängnis. 1853 ist ganz Südchina einschließlich Nanking von den Aufständischen erobert, d.h. dem Erdboden gleichgemacht. Die Schangmaos "Langhaarigen" oder Taiping "Bürger des Reiches der großen Glücksseligkeit" gehen mit äußerster Grausamkeit vor. Der Aufstand der Taiping führt zur zusätzlichen innenpolitischen Lähmung Chinas.

1850 - 98

verbringt der Amerikaner William Alexander Parsons Martin (*1827,1916) in China, davon die ersten zehn Jahre als presbyterianischer Missionar in Ningpo. Nach zwei Jahren kriegsbedingtem Auslandsaufenthalt kehrt er 1862 zurück und wird in Peking als Leiter einer Dolmetscherschule tätig. Von dort aus bereist er das nördliche Umland und besucht Kiu-fu [Qifu], den Geburtsort des Konfuzius, sowie eine jüdische Gemeinde in der 450 Meilen entfernten Provinz Honan. Im Rahmen der kaiserlichen Reformen wird Martin 1869 schließlich vom chinesischen Außenministerium zum Präsident des neu gegründeten Tungwen-Collegs in Peking ernannt, welches Mitarbeiter für den Diplomatischen Dienst ausbilden soll. Als die Kaiserin-Witwe Cixi den jungen Kaiser 1898 durch einen Coup d'Etat entmachtet und alle Reformen stoppt, verliert auch Martin seine Stellung.

. Publikation: l A Cycle of Cathay. Or, China, South and North. .
. Dieses Buch
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W. A. P. Martin
Fleming H. Revell Company, New York/Chicago/Toronto 1896 (Neuauflage 1900)
Mit 70 Abbildungen und einer Karte. 464 Seiten

 
1852
 
                   1854

versucht Abbé Nicolas-Michel Krick (H*) vom nordindischen Assam aus ins unbekannte Südtibet vorzudringen. Im indisch-tibetischen Grenzgebiet wird er
von einheimischen Mischmi, einem äußerst wilden und bösartigen Eingeborenenstamm, im Tal des Zayul getötet.

. Publikation: l Relation d'un voyage au Thibet en 1852 et d'un voyage chez les Abors en 1853 .
. Nicolas-Michel Krick
A. Vaton, Paris 1854
224 Seiten
1853
 
      








                   1856

reist Robert Fortune (*1812,1880) (H*) zum dritten Mal nach China, wie schon zuvor auch jetzt wieder im Auftrag der East India Company. Und auch diesmal geht es wieder um Tee: Nachdem ihm fünf Jahre zuvor in geheimer Mission die Ausfuhr von Teepflanzen und Teesamen aus China gelungen war, soll er nun noch chinesische Fachleute anwerben, die in Nordindien dringend zur Pflege der neu angelegten englischen Teeplantagen benötigt werden. Denn mit der fachgerechten Aufzucht der Teesträucher und der Weiterverarbeitung der Blätter zum fertigen Schwarztee haben die Engländer noch keinerlei Erfahrung, ihr Teeanbau steckt noch in den Kinderschuhen. Neben dieser Hauptaufgabe widmet sich Fortune auch weiterhin dem Botanisieren und schickt viele für Europa noch unbekannte Blumen, Sträucher und selbst kleine Bäume auf den langen Schiffsweg nach England. Im Februar
gehen schließlich rund 24.000 neue Teepflanzen mit ihm von Hong-kong aus auf die Seereise nach Calcutta und ebenso 17 Chinesen aus Fokien, dem chinesischen Zentrum des Schwarztee-Anbaus.

. Publikation: l A Residence Among the Chinese: Inland, on the Coast, and at Sea. Being a narrative of scenes and adventures during a third visit to China, from 1853 to 1856.  .
. Robert Fortune
John Murray, London 1857
Mit 22 Abbildungen. 440 Seiten

1854 zwingen die Engländer die chinesische Regierung zu neuen Verhandlungen. Ungeachtet des offiziellen Friedensschlusses mit dem Mandschu-Kaiserhaus dringt England auf eine Ausweitung der bestehenden Verträge zu Gunsten der Westmächte und wird hierin von den USA und Frankreich unterstützt. Doch die chinesischen Regierungsvertreter weigern sich.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1855

starten die Brüder Adolph (*1829,1857) (H*), Robert (*1833,1885) (H*), Emil (*1835,1904) (H*) und Hermann Schlagintweit (*1826,1882) (H*) von Badrinath, Indien, aus zu einer Reise durch das westliche Tibet bis zum Tarimbecken. Adolph Schlagintweit wird 1857 in der Nähe von Kaschgar von einem Räuber überfallen und enthauptet.

. Publikation: l

Reisen in Indien und Hochasien.
Eine Darstellung der Landschaft, der Cultur und Sitten der Bewohner, in Verbindung mit klimatischen und geologischen Verhältnissen. Basirt auf die Resultate der wissenschaftlichen Mission von Hermann, Adolph und Robert von Schlagintweit ausgeführt in den Jahren 1854-1858.

A*
. Hermann von Schlagintweit-Sakünlünski
Hermann Costenoble, Jena 1869-1880.
4 Bände. Erster Band mit 2 Karten, 7 landschaftlichen Ansichten und 2 Gruppenbildern von Eingeborenen in Tondruck, 590 Seiten.

 
1855











                  
1897

sind die Missionare August Wilhelm Heyde (*1825,1907) und Johann L. E. Pagell von der Herrenhuter Missionsgemeinde schon zwei Jahre auf indischem Boden, bevor sie Ende März in Leh eintreffen. Ihr Ziel ist die Mongolei. Die Reisepässe für den Weg über Südrußland waren ihnen von der russischen Regierung verweigert worden, weshalb die Anreise um Afrika herum erfolgen musste. Wo genau die Mongolen leben sollen, ist ihnen nicht bekannt. In Nordindien finden sie sie nicht, weshalb sie sich entschließen, die Grenze nach Tibet zu überschreiten, um sich zu den Wohngebieten der Mongolen durchzufragen. Nach nur wenigen Tagen werden sie von tibetischen Grenzwachen aufgehalten und zurückgewiesen. Mehrere Versuche, die Grenze an anderen Stellen zu überschreiten, schlagen ebenso fehl. Mit Genehmigung der Missionsleitung bleiben Heyde und Pagell (später auch noch Heinrich H. Jäschke) im nordindischen Kyelang und gründen dort eine Missionsstation, die Heyde bis
leitet.

. Publikation: l Fünfzig Jahre unter Tibetern. Lebensbild des Wilhelm und der Maria Heyde, dargestellt von Gerhart Heyde A*
.

Verlag der Missionsbuchhandlung, Herrenhut 1921
Mit 17 Abbildungen und einer Karte. 80 Seiten

1857 versuchen die Engländer erneut, die früheren Verträge mit China zu verändern. Als Vorwand dient die Inhaftierung von chinesischen Matrosen, die, auf einem chinesischen Schiff unter britischer Flagge, vom chinesischen Zoll wegen des Verdachts auf Opiumhandel inhaftiert und trotz Verlangens Großbritanniens nicht freigelassen werden. Die Briten erklärten China daraufhin den Krieg und Frankreich schließt sich an.
Die alliierten Truppen erobern unter der Leitung des Earl of Elgin die südchinesische Hafenstadt Kanton [Guangzhou] und segeln 1858 weiter nach Norden, wo sie im Gelben Meer die Forts an der Mündung des Pei-ho in Schutt und Asche legen, die stärksten Festungsanlagen der Chinesen, die den Zugang zur Hauptstadt abriegeln. Die Alliierten haben leichtes Spiel - China kapituliert zum zweiten Mal. Im Vertrag von Tientsin, den neben England und Frankreich übrigens auch Russland und die USA unterschreiben, werden unter anderem zehn weitere chinesische Häfen für den Außenhandel geöffnet und eine generelle Reisemöglichkeit für Ausländer in 50 Kilometer Umkreis um die Vertragshäfen vereinbart. Inhaber von speziellen Pässen können sogar das ganze Land bereisen, was auch für Missionare und ihre Tätigkeit gilt. Außerdem wird die Zahlung hoher Kriegsentschädigungen an die Westmächte festgesetzt. Und der Opiumhandel wird auf Betreiben der britischen Seite wieder legalisiert!
Einen letzten Punkt der Vereinbarung bildet die Einsetzung eines britischen Botschafters in Peking, für den die chinesische Regierung dort eine Unterkunft stellen muss. Besonders gegen diesen Punkt sperren sich die chinesischen Behörden bis zuletzt.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1858

hat der Earl of Elgin (*1811,1863) leichtes Spiel und kann China nach einer schnellen militärischen Niederlage den einseitigen Vertrag von Tientsin diktieren. Über den China-Feldzug berichten vor allem die Privatsekretäre der kriegsführenden Generäle, der britische Weltreisende Laurence Oliphant (*1829,1888) (H*) und der französische Joseph Alfred Ludovic, Marquis de Moges.

. Publikationen: l China: Being "The Times" special correspondence from China in the Years 1857-58 .
. George Wingrove Cooke
G. Routledge & Co., London 1858
Mit Frontispiz und zwei kolorierten Karten. 457 Seiten
(Reprint: Scholary Resources Inc., Wilmington 1972)

 
. l Narrative of the Earl of Elgin's Mission to China and Japan in the Years 1857, '58, '59 .
.

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Laurence Oliphant
William Blackwood & Sons, Edinburgh and London 1859
Zwei Bände. Mit 20 Farbabbildungen, 50 Kupferstichen im Text und 5 Karten. 492 / 496 Seiten

. l Souvenirs d'une Ambassade en Chine et au Japon en 1857 et 1858 .
. Joseph Alfred Ludovic , Marquis de Moges
Hachette, Paris 1860
350 Seiten


. l Three Years' Service .
. (Lt.-Colonel) Fisher
Richard Bentley, London 1863
Mit 7 Abbildungen und zwei Karten. 420 Seiten

. l Mémoires sur la Chine .
.

Comte d'Escayrac de Lauture
Librairie du Magazin Pittoresque, Paris 1865
Mit zahlreichen Abbildungen und Plänen. 100 + 129 + 127 + 79 + 93 Seiten


1859 lehnt sich der chinesische Kaiser nochmals gegen die Einrichtung ausländischer Vertretungen in Peking auf, was von den europäischen Mächten als offener Bruch der geschlossenen Verträge nicht hingenommen wird. England und Frankreich rüsten erneut ihre Armeen, diesmal besteht die Streitmacht aus 11.000 Briten/Indern und 6.700 Franzosen.
(Fortsetzung: Die Geschichte des Opium-Kriegs)                          (Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1859

bricht der deutsche Romancier und Schriftsteller Rudolf Lindau (*1829,1910) von Marseilles über Ceylon nach China auf. "Ich hatte mir weder die Entdeckung der Nilquellen noch die der Nordpol-Durchfahrt zur Aufgabe gestellt. Meine Sache war viel einfacher: ich wollte auf belebten Straßen nach Ländern ziehen, nach denen viele andere vor mir gegangen waren und von denen man im allgemeinen wohlbehalten zurückkam." Doch im Laufe der Zeit, die ihm anscheinend reichlich zur Verfügung steht, ändert sich das ein wenig. In Cochinchina nimmt er an den ersten Gefechten gegen die Anamiten teil und erstürmt mit französischen Truppen ein einheimisches Fort in der Nähe Saigons. In Schanghai verfolgt er 1860 die Angriffe der Taiping-Rebellen auf die Fremdenniederlassung und deren Hinrichtung nach der Gefangennahme. Ein Jahr später begibt er sich gar in das Gebiet der Taiping und trifft deren Vicekönig in der gerade eroberten Großstadt Sutschau [Suzhou].

. Publikation: l Aus China und Japan .
.

Rudolf Lindau
F. Fontane & Co., Berlin W. 1896
405 Seiten


 
1859

bereist der englische Naturforscher Arthur Adams (*1820,1878) die chinesische Küste von Hong Kong bis nach Shanghai, den Yang-tsze ein Stück hinauf und dann die nördliche Ebene bei Peking bis zur Großen Mauer. Sein Interesse gilt dabei jedoch weniger dem Land als vielmehr der hier zu findenden Tierwelt.

. Publikation: l Travels of a Naturalist in Japan and Manchuria .
.

Arthur Adams
Hurst and Blackett, London 1870
Mit Frontispiz. 334 Seiten


 

1860 werden von englischen und französischen Truppen die Taku Forts erneut gestürmt, um die chinesische Regierung zur Einhaltung des Vertrag von Tientsin zu zwingen. Kurz darauf fällt auch Peking. Der chinesische Kaiser flieht ins nordöstlich gelegene Jehol [Chengde] und überlasst seinem Bruder, Prinz Kong, alle Verhandlungsbefugnisse. Da die Chinesen zuvor westliche Emissäre hinrichten ließen, beschließt man ein Exempel zu statuieren und den kaiserlichen Sommerpalast Yuan Ming Yuan zu zerstören. Drei Tage lang erhalten die alliierten Truppen Zeit zur Plünderung - dann werden alle Gebäude niedergebrannt. Unermessliche Kunstschätze gehen dabei verloren. Im Vertrag von Nanking müssen die Chinesen erneut allen westlichen Forderungen zustimmen und England lässt sich für die Verzögerung der Ausführung des Vertrags von Tientsin auch die Hong Kong vorgelagerte Halbinsel Kowloon abtreten. Um ihre so erreichten Privilegien ungestört nutzen zu können, unterstützen die Westmächte nun den Kampf der Qing-Dynastie gegen die Taiping-Rebellen und sorgen für die Niederschlagung des Aufstands. 
(Zum Anfang: Die Geschichte des Opium-Kriegs)

1860

leitet der französische General Cousin de Montauban, Comte de Palikao (*1796, 1879) zusammen mit dem Earl of Elgin (*1811,1863) den Großangriff der englisch-französischen Truppen auf Peking. Nach der gewonnenen Schlacht, werden die weitläufigen Anlagen des kaiserlichen Sommerpalastes Yuan Ming Yuan erst geplündert und dann niedergebrannt. Unermessliche Kunstschätze gehen dabei verloren. Im Vertrag von Nanking müssen die Chinesen nun endgültig allen westlichen Forderungen zustimmen. Der italienische Photograph Felice Beato (*1833/34,1907/08) ist Augenzeuge und fertigt die ersten Photographien von den Kämpfen und den markantesten Bauwerken in und um Peking.

. Publikationen: l Narrative of the War with China in 1860, to which is added the account of a short residence with the Tai-Ping rebels at Nankin and a voyage from thence to Hankow. .
.

Garnet Joseph Wolseley
Longman, Green, Longman, and Roberts, London 1862
415 Seiten

. l China .
. Henry Hering (Hrsg.)
London 1862
(Album mit Felice Beatos China-Photographien. Wiedergabe in: Of Battle and Beauty, David Harris [Hrsg.], Santa Barbara Museum of Art, 1999)



. l Souvenirs de l'expédition de Chine. Un voyage á Pé-kin .
. Georges de Kéroulée
P. Brunet, Paris 1864
318 Seiten


 

. l Personal Narrative of Occurrences during Lord Elgin's second Embassy to China, 1860. .
.

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Henry Brougham Loch
John Murray, London 1869
Mit drei Abbildungen und einer Karte. 298 Seiten


 

. l Journal d'un Interprète en Chine .
. Comte d'Hérisson
Paul Ollendorff, Paris 1886
442 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)


 

. Tagebuch eines Dolmetschers in China .
. Gebrüder Reichel, Augsburg und Leipzig 1886
Mit Kapitelschmuck. 512 Seiten


 

. l L'Expedition de Chine de 1860. Souvenirs du général Cousin de Montauban, comte de Palikao. .
.

Romain Cousin, comte de Palikao (Hrsg.)
Librairie Plon, Paris 1932
Mit 8 Abbildungen und einer Karte. 450 Seiten


 

1860

erreicht Edward Barrington de Fonblanque (*1821,1895) Anfang Winter die chinesische Hafenstadt Tien-tsin und verbringt dort im Auftrag der englischen Regierung ohne rechte Begeisterung die nächsten zwölf Monate. "Because an ambassador was over-confident, and an admiral over-rash in the north of the Chinese Empire, the machinery was set in motion for transportating 12.000 men to the scene of their blunders ... and I was lifted out of a happy home, dragged from the bosom of a fond family, and shipped for the muddy banks of the Peiho." Das Jahr zuvor hatte er bereits als britischer Konsul in Japan verbrachte, wo er für die englischen Truppen Transportpferde für die anstehende Auseinandersetzung mit China einzukaufen hatte.

. Publikation: l Niphon and Pe-che-li; or, Two Years in Japan and Northern China. .
.

Edward Barrington de Fonblanque
Saunders, Otley, and Co., London 1862
Mit mehreren farbigen Abbildungen und einer Karte. 
287 Seiten



 
1860 - 62

nutzt auch eine preußische Expedition die jüngsten Ereignisse, um unter Leitung von Friedrich Albrecht Graf zu Eulenburg (*1815,1881) (H*) und von einem Geschwader der neuen preußisch-deutschen Kriegsmarine begleitet, handfeste Handelsverträge mit China, Japan und Siam abzuschließen. Mit von der Partie ist Ferdinand von Richthofen (*1833,1905) (H*) als wissenschaftlicher Attaché, der spätere deutsche Gesandte in Peking Max August Scipio von Brandt, der Maler A. Berg sowie der Arzt Gustav Adolf Spieß (*1802,1875) als Begleiter auf der Schraubenkorvette 'Arcona'. Das Transportschiff 'Elbe' wird von Kapitän Reinhold von Werner (*1825,1909) geführt. Und für das Seelenheil der Truppe ist auch gesorgt, weshalb sich J. Kreyher als Schiffsprediger an Bord befindet. Zum Reisezweck berichten die offiziellen Stellen: "Es sollte der jungen Marine Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Kräfte, zur Erweiterung ihres Gesichtskreises und ihrer Erfahrungen geboten werden. Hieran schloß sich als zweiter Zweck die Absicht, den Deutschen im östlichen Asien eine volle, gesetzlich begründete, gesicherte und mit den übrigen europäischen Nationen gleichberechtigte Stellung zu verschaffen und durch das Erscheinen einiger Kriegsschiffe den Chinesen und Japanern anzudeuten, daß man auch nöthigenfalls, wenn einmal Verträge abgeschlossen seinen, erworbenes Recht mit Nachdruck zu behaupten vermöge." Doch die Verhandlungen in Tientsin verlaufen recht zögerlich. Der Wunsch nach einer politischen Vertretung des Deutschen Reiches wird von der chinesischen Regierung rundweg abgelehnt und der bereits auf eigene Faust vorab nach Peking gereiste Eulenburg wieder zurückgeschickt. Nach längerem Hin und Her einigt man sich im August 1861 auf einen Kompromiss: Das Deutsche Reich wird vorerst nur durch Konsuln vertreten und eröffnet erst in fünf Jahren eine Gesandtschaft in Peking. Eine Einigung in letzter Minute: Neun Tage nach Unterschrift verstirbt der chinesische Kaiser.

. Publikationen: l Die preussische Expedition nach China, Japan und Siam in den Jahren 1860,1861 und 1862 - Reisebriefe .
. Reinhold Werner
F. A. Brockhaus, Leipzig 1863
Zwei Teile. Mit sieben Abbildungen in Holzschnitt und einer lithographirten Karte. 303 / 312 Seiten

 
. l Die preußische Expedition nach Ostasien in den Jahren 1859 - 1862. Reisebilder aus Japan, China und Siam. .
. L. Kreyher
Agentur des Rauhen Hauses zu Horn, Hamburg 1863
428 Seiten

 
. l Japan und China. Reiseskizzen, entworfen während der Preußischen Expedition nach Ost-Asien .
. Hermann Maron
Otto Janke, Berlin 1863
Zwei Bände. Mit einem Frontispiz. 273 / 252 Seiten 

 
. l Die Preußische Expedition nach Ostasien während der Jahre 1860-1862. Reise-Skizzen aus Japan, China, Siam und der indischen Inselwelt. .
. Gustav Spiess
Verlag von Otto Spamer, Berlin und Leipzig 1864
Mit 8 Tonbildern, mehreren Poträt-Tableau's, sowie
zahlreichen in den Text gedruckten Illustrationen. 428 Seiten.

 
. l 33 Jahre in Ost-Asien.                                       Erinnerungen eines deutschen Diplomaten .
. M. von Brandt
Verlag von Georg Wigand, Leipzig 1901
Hierzu Band 1 (von 3). Mit einem Portrait des Verfassers. 319 Seiten

 
. l Die Preussische Expedition nach Ost-Asien
Nach amtlichen Quellen.
.
. (A. Berg, Hrsg.)
R.v.Decker, Berlin 1864-1873
4 Bänder. Mit 36 Federlithographien und 4 Karten.
1860


                   1862

beginnt für Catherine Fanny de Bourboulon (*1827,1865) die Planung ihrer Rückreise nach Europa. Bereits seit mehreren Jahren ist sie mit ihrem Ehemann in China, der dort im Dienst der französischen Gesandtschaft steht.  
machen sie sich schließlich auf den Weg, dessen Verlauf mit 11.000 Kilometern eine der längsten überhaupt noch möglichen Landreisen darstellt: Von Shanghai über Peking quer durch die Mongolei und Sibirien, durch Preussen und Belgien bis nach Paris.

. Publikation: l Voyage en Chine et en Mongolie de M. de Bourboulon, ministre de France et de madame de Bourboulon, 1860-1861 .
.

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Achille Poussielgue (Hrsg.)
L. Hachette & Cie., Paris 1866
Mit Abbildungen und Karten. 446 Seiten
(Neuausgabe:)
. L'Asie cavalière. De Shang-haï á Moscou 1860-1862. .
.

Chantal Edel (Hrsg.)
Phébus, Paris 1991
Reihe: Le tour du monde
Mit 36 Abbildungen und 6 Karten. 406 Seiten


 
1860 - 68

ist der schweizer Seidenkaufmann Jakob Adolf Krayer-Foerster (*1834,1900) bei einer englischen Firma in Schanghai beschäftigt und nutzt die für Ausländer neu gewonnenen Reisefreiheiten, um sich auch in Peking und am Rand des mongolischen Hochlands umzusehen.

. Publikation: l Als der Osten noch fern war. Reiseerinnerungen aus China und Japan 1860-69. .
.

Adolf Krayer (Hugger/Wiskemann, Hrsg.)
Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, Basel 1995
Mit zahlreichen Abbildungen und 2 Karten. 421 Seiten


 

1861 richtet die chinesische Regierung für den Verkehr mit Ausländern erstmals eine eigene Behörde ein: Das Tsungli Yamen. Leiter dieses neuen "Auswärtigen Amtes" wird Prinz Kong - bis ihn ein kaiserlicher Erlaß im Jahr 1884 wegen "Faulheit und Unfähigkeit" aller Ämter enthebt.

1861

unternimmt George Fleming (*1833,1901) zusammen mit Alexander Michie (H*) einen 700-Meilen-Ritt von Tien-tsin in Nordchina nach Moukden in der Süd-Mandschurei. Er zählt zu den ersten Reisenden, die durch den englisch-französischen Sieg über China unter dem Schutz der neu geschlossenen Verträge allein (aber bei weitem nicht unbehelligt) im Land herumreisen können. Als Veterinär hat er am Nord-China-Feldzug teilgenommen und den Fall von Peking miterlebt. Nun nutzt er die Möglichkeit, das noch weitgehend unbekannte Land im Hochsommer zu erkunden, reist an der Küste entlang nach Shanhai-kwan, wo die Große Mauer im Golf von Liau-Tong endet, verirrt sich bei einem Ausflug ins Gebirge (und holt sich dabei einen Sonnenstich), durchquert die Südmandschurei und erreicht schließlich die alte mandschurische Kaiserstadt Moukden. Alles ist neu, exotisch und erwähnenswert, und so wird sie ziemlich umfangreich, seine

. Publikation: l Travels on Horseback in Mantchu Tartary: Being a Summer's Ride Beyond the Great Wall of China. .
. George Fleming
Hurst and Blackett, London 1863
Mit farbigen Frontispiz, 56 Textabbildungen und 1 Karte.
579 Seiten

 
. l Narrative of a Journey from Tientsin to Moukden in Mandschuria in July, 1861. .
. Alexander Michie
John Murray, London 1863
In: The Journal of the Royal Geographical Society
Seiten 153 - 166. Karte Seite 153

 
1861

startet der Engländer Thomas Wright Blakiston (*1832,1891) (H*) von Shanghai aus zur Upper Yang-tsze Expedition den 'Blauen Fluß' hinauf ins Unbekannte. Den Oberlauf des Jang-tsze und die Vogel- und Pflanzenwelt der Provinz Sz'chuan möchte er erforschen und eventuell einen Weg über Tibet nach Indien finden. Auf seinen Streifzügen den Yang-Tsze stromaufwärts passiert Thomas Wright Blakiston das Gebiet der Taiping-Rebellen, kartographiert den Fluß zwischen Jo-tschou und Ping-schan erstmalig und gelangt 1500 Kilometer weiter ins unbekannte Innerasien hinein, als je ein anderer Forschungsreisender vor ihm.

. Publikation: l Five Months on the Yang-Tsze. With a Narrative of the Exploration of its Upper Waters, and Notices of the Present Rebellions in China. .
. Thomas Wright Blakiston
John Murray, London 1862
Mit 24 Abbildungen und 2 Karten. 380 Seiten

 
1861

gelangt der englische Botaniker Robert Fortune (*1812,1880) (H*) von Shanghae aus mit dem Schiff nach Chefoo. Dieser dem internationalen Handel gerade erst neu geöffnete Hafen an der Nordküste der Provinz Shantung erscheint ihm jedoch so unbedeutend, daß er ohne langen Aufenthalt nach Tien-tsin weiterfährt. Mit einem Reisekarren gelangt er von dort aus nach Peking, erhält einen offiziellen Reisepaß für Ausländer und kann sich so auch in der Umgebung von Peking umsehen.

. Publikation: l Yedo and Peking. A narrative of a journey to the capitals of Japan and China. With notices of the natural productions, agriculture, horticulture, and trade of those countries, and other things met with by the way. .
.

Robert Fortune
John Murray, London 1863
Mit 21 Abbildungen und einer Karte. 395 Seiten


 
1861

"It was not till autumn of the year after the signing of the Treaty of Peace in 1860, that the northern provinces of China were fairly opened to the excursion-loving Englishman." Und so startet der Ire Jones Lamprey am 23. Oktober und erkundet 17 Tage lang die Pekinger Ebene bis zu den hügeligen Ausläufern des mongolischen Hochlandes.

. Publikation: l Notes of a Journey in the North-West Neighbourhood of Pekin .
. Jones Lamprey
John Murray, London 1867
In: The Journal of the Royal Geographical Society.
Vol. 37. 1867
. Seiten 239 - 269

 
1861

gelangt Elizabeth McMullin ("Mrs. D. D. Muter") im Juli von Indien nach China. Sie begleitet ihren Ehemann, Lieutenant-Colonel Muter vom 13. (Prince Albert) Infantrieregiment. Von Hong-Kong aus besuchen sie Canton [Guangzhou], Tientsin und Peking.

. Publikation: l Travels and Adventures of an Officer's Wife in India, China and New Zealand. .
.

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"Mrs. Muter, wife of Lieut.-Colonel D. D. Muter,
Thirteenth (Prince Albert's) Light Infantry"

Hurst and Blankett, London 1864
[Zwei Bände; Band II, Seiten 1-173]
314 Seiten

 
1861






                    1862

gehört der britische Militärarzt D. F. Rennie mit zum Stab der ersten offiziellen britischen Gesandtschaftsniederlassung in Peking. Am 25. März trifft er dort als Vorhut ein und erlebt den Aufbau des neuen Gesandtschaftsviertels, in welchem vorerst die drei Botschaften von Großbritannien, Frankreich und Russland im Süden der Tartarenstadt, direkt an der Stadtmauer entstehen. Großbritannien mietet das Anwesen des chinesischen Herzogs Leang ("Leang-koong-foo") für jährlich 1.500 Silber-Tael (500 £), erster Geschäftsträger wird Sir Frederick Wright-Bruce. Bis April
führt Rennie Tagebuch über die Ereignisse in der chinesischen Hauptstadt und bereist die Umgebung bis zur Großen Chinesischen Mauer.

. Publikation: l Peking and the Pekingese. During the first Year of the British Embassy at Peking. .
. D. F. Rennie
John Murray, London 1865
Band1: Frontispiz, 9 Abbildungen und 1 Karte. 351 Seiten
Band 2: Frontispiz und 11 Abbildungen. 332 Seiten

1861
 
 
 
 
 
 












 
                   1870

macht sich der apostolische Missionar J. E. Reiffert nach China auf. "Es ist ja zuzugeben, daß die Chinesen, ein altes Kulturvolk, eigentümlich geartet, wegen ihrer stolzen Einbildung und vielen Fehler wenig liebens- würdig, ja, oft unausstehlich sind; aber man muß bedenken, daß es Heiden sind. .... Bei der Lektüre meines Werkchens wird sich einem jeden als Thatsache herausstellen, daß die Chinesen, wenn sie zum Christentum bekehrt sind, ganz andere Menschen  geworden sind, daß sie den großartigen Beweis liefern, wie die geoffenbarte Religion, die unser göttlicher Heiland auf die Welt gebracht, durch ihre erleuchtende, sittigende und erlösende Kraft die stolzesten, verkehrtesten und übelwollendsten Völker zu einer großen Familie Gottes umwandelt" Er landet am 20. April in Tientsin und erreicht wenig später die Haupt- stadt, wo er zunächst Chinesisch lernt. In den nächsten Jahren wirkt er im Grenzgebiet zur Mongolei: "Das Weib ist hier das Oberhaupt der Familie. Hiermit ist das natürliche Verhalten, wie es von Gott geoffenbart, im Christentum festgehalten wird, umgekehrt. So wird der Sinnlichkeit, Widernatur und der größten Niederträchtigkeit Thür und Thor geöffnet." Er beklagt die Weigerung der Chinesen, sich bekehren zu lassen, schreibt sich eine erfolgreiche Teufelsaustreibung zugute, läßt an seinen protestantischen Kollegen kein gutes Haar und hält den Tod des chinesischen Kaisers Kia-King durch einen Blitz für die nur konsequente göttliche Strafe wegen dessen Christenverfolgung.  
erfolgt seine Abreise.

. Publikation: l Zehn Jahre in China. Erlebnisse, Erfahrungen, Reisen .
. J. E. Reiffert
Verlag der Junfermannschen Buchhandlung, Paderborn 1863
Mit 22 Holzstichillustrationen und 2 Abbildungen,
280 Seiten

 
1861
 


 
                    1910

kommt der englische Missionar Arthur Evans Moule (*1836,1918) noch während des Taiping-Aufstands ins unruhige China. Die ersten acht Jahre verbringt er auf der Missionsstation von Ningpo, später ist er in Hankow am Yangtse und Shanghai tätig. Von dort aus unternimmt er Reisen in die Umgebung und besucht Soochow und Hangchow. Erst
kehrt er nach England zurück.

. Publikation: l Half a Century in China. Recollections and Observations. .
. Arthur Evans Moule
Hodder and Stoughton, London/New York/Toronto 1911
Mit Frontispiz, 16 Abbildungen und 2 Karten. 343 Seiten

 
1862

sind die durch den Opium-Krieg zwischen China und England geschlossenen Verträge endlich ratifiziert und auch der offensichtlich zum englischen diplomatischen Corps zählende C. M. Grant kann nach Europa zurückkehren. Er entscheidet sich für den Überland-Weg durch die Mongolei, mit einer Kamelkarawane über Kalgan nach Ourga und Kiachta zum Baikalsee. 

. Publikation: l Journey from Peking to St. Petersburg, across the Desert of Gobi .
. C. M. Grant
John Murray, London 1863
In: The Journal of the Royal Geographical Society
Seiten 167 - 177. Karte Seite 153

 
1862

begleitet die Amerikanerin Martha Noyes Williams ein Jahr lang ihren Mann, der entlang der südchinesischen Küste als "Comissioner of Swatow" seinen Dienst in den erst kürzlich dem internationalen Handel geöffneten Hafenstädten versieht.

. Publikation: l A Year in China .
. Mrs. H. Dwight Williams [Martha Noyes Williams]
Hurd and Houghton, New York 1864
362 Seiten

 
1862

ist die erste deutsch-preußische Expedition nach Ostasien gerade erst wieder in heimische Gewässer eingelaufen, da rüstet man schon zur zweiten, um die geführten Verhandlungen nun auch in ratifizierte Handelsverträge umzusetzen und diplomatische Vertretungen vor Ort einzurichten. Unter der Leitung von Generalkonsul von Rehfues erreicht so Max August Scipio von Brandt am 9. August zum zweiten Mal den Hafen von Hongkong und sechs Tage später Schanghai. Dort beginnen die Schwierigkeiten nicht, wie erwartet, mit einer langwierigen Hinhaltetaktik der chinesischen Behörden, sondern schlicht und ergreifend schon mit dem Umstand, daß für die Mitglieder der Gesandtschaft in der ganzen Stadt keine Unterkunft gefunden werden kann. Wie es den deutschen Abgesandten im fernen Asien weiter ergeht und sie schließlich doch noch zu ihren Unterschriften gelangen, schildert der 23jährige Legationssekretät Joseph Maria von Radowitz (*1839,1912) in seinen Reisebriefen.

. Publikation: l Briefe aus Ostasien .
. Joseph Maria von Radowitz (Hajo Holborn, Hrsg.)
Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Berlin/Leipzig 1926
124 Seiten

 
1862




                   1865




                   1870

wechselt der schottische Seemann William Alexander Pickering (*1840) in den chinesischen Seezolldienst, der seit zwei Jahren unter englischer Leitung besteht. In der Hafenstadt Foochow [Fuzhou] tritt er seinen Dienst an und bringt sich in den ersten Monaten den hiesigen chinesischen Dialekt bei. Ein Jahr später wechselt er auf die vorgelagerte Insel Formosa [Taiwan] und übernimmt dort
die Leitung der Zollstation von Anping im Süden der Insel. Zwei Jahre darauf wird er vom Handelshaus Messrs. McPhail & Co. abgeworben und führt deren Geschäfte in der Inselhauptstadt Taiwanfoo [Tainan]. Während seines Aufenthalts unternimmt er zwei Expeditionen in das noch von Kopfjägern besiedete Innere der Insel. Gesundheitsbedingt muss er dann
nach England zurückkehren.

. Publikation: l Pioneering in Formosa. Recollections of Adventures among Mandarins, Wreckers, & Head-Hunting Savages. .
. William Alexander Pickering
Hurst and Blackett, Limited, London 1898
Mit 24 Abbildungen und einer Karte. 283 Seiten

 
1862
 
 

 
                  
1864

                   1866


                   1868

                   1874

will der französische Naturforscher und Lazarist Armand David (*1826,1900) (H*) in Peking eine Schule für junge Chinesen gründen, verlagert seine Aktivitäten aber schon bald auf das Gebiet der Zoologie und legt Sammlungen im Auftrag des Nationalmuseums von Paris an.
ist er im Gebiet von Jehol zu finden, wo die Strecke seiner Exkursionen zu Fuß der Strecke Peking-Moskau entspricht.
führt sein Weg durch die mongolische Hochebene um Kuku-choto und dann zum Hoangho.
schließlich reist er für 25 Monate an die Nordostgrenze des tibetischen Hochlandes. Aus gesundheitlichen Gründen muß er China dann
verlassen. 

. Publikationen: l Journal de mon troisième voyage d'exploration dans l'Empire Chinois .
. M. l'Abbé Armand David
Librairie Hachette et Cie., Paris 1875
Zwei Bände mit drei Karten. 383 bzw. 348 Seiten

 
. l Voyage en Mongolie. .
. Armand David
In: Bulletin de la Societé de géographie de Paris. 
1/1875, Seiten 5-45; 2/1875 Seiten 131-176.
Mit einer Karte.
. l Second voyage d'exploration dans l'ouest de la Chine: 1868 à 1870.  .
. Armand David
Impr. E. Martinet, Paris 1876
In: Bulletin de la Societé de géographie de Paris. 1-3/1876
. l Abbé Armand David. .
. G. Hartlaub
Justus Perthes, Gotha 1876
In: Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesamtgebiet der Geographie. 22. Band, 1876.
Seiten 29-33.

 
. l Abbé David's Diary. Being an Account of the French Naturalist's Journeys and Observations in China in the Years 1866 to 1869.  .
. Helen Fox (Hrsg.)
Harvard University Press, Cambridge 1949
Mit 17 Illustrationen. 302 Seiten

 

In der Mitte des 19. Jahrhunderts beobachtet England mit Sorge, daß sich das zaristische Rußland mehr und mehr für die Länder Zentralasiens interessiert. Die bislang als unwichtig angesehenen innerasiatischen Königreiche und Khanate rückten damit plötzlich ins Interesse der britischen Politik. Vor allem sieht man nun in Tibet den Dreh- und Angelpunkt für eine Vorherrschaft in Zentralasien und es beginnt, was Kipling später einmal als "The Great Game" bezeichnen wird: Das heimliche Ringen zwischen Großbritannien und Rußland um die Vorherrschaft auf dem 'Dach der Welt'.
1863 hat deshalb Thomas George Montgomerie, ein junger Offizier des British Survey, der Landvermessungsbehörde in Indien, die Idee, die für Ausländer völlig unzugänglichen Bereiche Zentralasiens durch geschulte Inder, sogenannte Panditen, kartographisch erfassen zu lassen. Als erster Pandit wird Mohamed-i-Hameed (H*) ausgeschickt, der Ladakh im Sommer Richtung Chinesisch-Turkestan verlässt, um den Weg nach Jarkend zu erkunden und die geographische Lage dieser Stadt zu bestimmen.

1863

besteigt der Schotte Alexander Michie (*1833,1902) (H*) in Shanghai den Dampfer "Nanzing" und begibt sich nach Peking, wo er im August ankommt. Von dort aus bereitet er seine Reise durch die Mongolei nach St. Petersburg vor. Mit Maultieren und Tragesänften geht es bis zur chinesisch-mongolischen Grenzstadt Kalgan und von dort aus mit Kamelen durch die Wüste Gobi nach Urga, der mongolischen Hauptstadt Kuren. Weder von Peking noch von Urga ist Michie sehr angetan, weshalb er bereits nach kurzem Aufenthalt wieder zur Weiterreise nach St. Petersburg aufbricht und Ende September die russiche Grenze bei der Stadt Kiachta überschreitet. 

. Publikation: l The Siberian overland route from Peking to Petersburg, through the deserts and steppes of Mongolia, Tartary, etc. .
. Alexander Michie
John Murray, London 1864
Mit 12 Abbildungen und 2 Karten. 402 Seiten

(Deutsche Ausgabe:)
. Alexander Michie's Reise von Peking nach St. Petersburg. .
. Dr. Richard Andree (Hrsg.)
Verlag von Otto Spamer, Leipzig 1867
In der Reihe: Das Buch der Reisen und Entdeckungen. Asien. III. Das Amur-Gebiet und seine Bedeutung.
"Mit 80 in den Text gedruckten Abbildungen, vier Tonbildern, sowie einer Karte des asiatischen Rußlands und den angrenzenden Theilen von Inner-Asien." 
268 Seiten

1863 - 65

führt der Engländer Raphael Pumpelly (*1837,1923) (H*) die erste geologische Erforschung Chinas durch. Er fährt den Jang-tsze hinauf in die Provinz Sz'chuen, untersucht im nächsten Jahr im Auftrag der chinesischen Regierung die Kohlenminen westlich von Peking und durchquert abschließend die Wüste Gobi von Kalgan nach Urga, der Hauptstadt der Mongolei. 

. Publikationen: l Geological Researches in China, Mongolia and Japan, During the Years 1862 to 1865. .
.

Raphael Pumpelly
Smithsonian Institution, Washington 1866
Mit mehreren wissenschaftlichen Skizzen, Karten und Diagrammen. 161 Seiten


 
. l

Across America and Asia. Notes of a Fife Years' Journey Around the World and of a Residence in Arizona, Japan, and China.

.
. Raphael Pumpelly
Sampson Low, Son and Marston, London 1870
1864

erreicht Dr. Adolf Bastian (*1826,1905) am 18. Juli Shanghay. Mit China und der Mongolei beendet er seiner fünfjährige wissenschaftlich-ethnologische Reise durch Ostasien, auf der er sich Fragen der Religion und Mythenbildung widmet. 

. Publikation: l Reisen in China. Von Peking zur mongolischen Grenze und Rückkehr nach Europa. .
.

Dr. Adolf Bastian
Hermann Costenoble, Jena 1871
Band Nr. 6 der Reihe: "Die Voelker des Oestlichen Asien. Studien und Reisen von Dr. Adolf Bastian".
664 Seiten



 
1864 - 66

führt eine private Weltreise den Deutschen Heinrich Schliemann (*1822,1890) über Indien und Java nach China, Japan und Amerika. Troja wird er erst später entdecken.

. Publikation: l La Chine et le Japon au temps présent. .
.

Heinrich Schliemann
Librairie Centrale, Paris 1867
(Deutsche Übersetzung)

. Reise durch China und Japan im Jahre 1865. .
.

Rosengarten Verlag, Konstanz 1984.
Mit 12 Abbildungen und einer Karte. 135 Seiten

1864
 







                   1869

bereist der seit 1855 in China arbeitende Reverend Alexander Williamson (*1829,1890) (H*) als Agent der National Bible Society of Scotland die nördlichen Provinzen. "My object in undertaking the journeys narrated in these volumes, was the distribution of the Scriptures and books and tracts in the Chinese language throughout the interior of North China. Travelling over districts near and remote from the Ports, I met with much that was interesting in the natural features of the country, in the character and aspect of the people, and not a little which was both new and important in reference to the products of the soil and the mineral resources of the different provinces. It appeared incumbent on me to make these things known." Bis
reist der Reverend durch die Provinzen Shan-tung, Chih-li, Shan-si, Shen-si und Honan sowie die Mandschurei und die südliche Mongolei und sammelt auch noch Pflanzen für die Herbarien in Edinburgh. Seine Frau Isabella Williamson begleitet ihn.

. Publikation: l Journeys in North China, Manchuria, and Eastern Mongolia; with some Account of Corea .
.

Alexander Williamson
Smith, Elder & Co., London 1870
Band 1: Mit Frontispiz, 13 Abbildungen und einer Karte.
444 Seiten
Band 2: Mit Frontispiz, 3 Abbildungen und einer Karte.
442 Seiten

  

. l Old Highways in China .
.

Isabella Williamson
American Tract Society, New York 1884
(Deutsche Übersetzung)


  
. Auf Chinas Heerstraße. Reiseerinnerungen. .
.

C. S. Spittler, Basel 1888
Mit 10 Abbildungen. 116 Seiten


 
1865

erhält W. H. Johnson (*1832,1883) (H*), Zivilbeamter der indischen Landesvermessung, eine Einladung des Khan von Khotan und kann so als erster Europäer von Leh über die Gebirgskette des Kiun-Lun nach Ilchí, der Hauptstadt von Khotan ziehen. 16 Tage bleibt er am Hof des Habib-ulas. Für den Great Trigonometrical Survey of India bedeutet diese Erkundung eine Erweiterung seiner Routenaufnahmen um rund 70 Meilen über die zu diesem Zeitpunkt noch weit nach Norden reichenden Grenzen Kaschmirs hinaus und bieten einen ersten Einblick in die Khanate von Chinesisch Turkistan.

. Publikation: l Report of his Journey to Ilchí, the Capital of Khotan, in Chinese Tartary. .
.

W. H. Johnson
John Murray, London 1867
In: The Journal of the Royal Geographical Society.
Vol. 37. 1867
Mit einer Karte. Seiten 1 - 47


 
1865

täuschen Hauptmann H. U. Smith und A. S. Harrison ihre tibetischen Aufpasser, um ungestört weiter nach Südtibet einreisen zu können. Ihr Ziel ist das Gebiet der beiden heiligen Seen am Berg Kylas. An ihrem Bericht, den sie der Royal Geographical Society später übergeben, erstaunt, daß sie dem tibetischen Lama, der sie beherbergt, ein Gewehr und Brandy als Gastgeschenke überreichen "The brandy was soon drunk, but the air-gun will remain for many years the most sacred and mysterious relic in his possession." Als nächstes bitten sie ihn " ... for one or two of his men who knew the country and could guide us to the best shooting-grounds." Der Bitte wird tatsächlich entsprochen und Smith "... succeeded in catching twenty-six fish, running from 1 to 2 lbs. ... After shooting snow-antilope and gazelle, we .... returned to the Mansurwur Lake, and after a few days' fishing and shooting we paid a farewell visit to the high priest at Kylas." Ihr Weg führt dann Richtung Gortok. Sie untersuchen den See Rakhas, um herauszufinden, ob er die Quelle des nach Indien fließenden Flusses Sutlej ist.

. Publikation: l A Trip to Thibet, Kylas, Source of the Sutlej, and the Mansurwur and Rakhas Lakes. .
.

H. U. Smith
The Royal Geographical Society, London 1867
In: Proceedings of the Royal Geographical Society.
Vol. XI , 3-1867.
Seiten 119 - 122


 
1865



 




                  1866

werden vom britischen Great Trigonometrical Survey zwei indische Panditen entsandt, um Tibet mit Sextant, Kompaß und Thermometer zu erkunden und damit erste wissenschaftliche Auskünfte über das abgeschlossene Land hinter dem Himalaya zu liefern: der 33jährige Nain Singh (*1830,1882) (H*) und dessen Cousin Mani Singh. Das erstes Überschreiten der tibetischen Grenze in Ladakh schlägt fehl. Nur Nain Sing ist es schließlich nach vielen Verzögerungen möglich, im Troß einer fremden Karawane nach Tibet einzudringen. Seine Aufzeichnungen der 1.200 Meilen langen Strecke vom Manasarowar-See nach Lhasa macht er heimlich auf die dünnen Papierstreifen in seiner mitgeführten Gebetsmühle. Von Januar bis April
hält er sich in Lhasa auf und kann im Rahmen einer Audienz beim  jungen Dalai Lama sogar Skizzen des Potala anfertigen. Auch seinen Rückweg am Tsangpo entlang nutzt er für Höhenmessungen, geographische Längenbestimmungen und zur Suche nach den Quellflüssen der großen indischen Ströme.

. Publikationen: l Report of a Route Survey made by PUNDIT* ----------, from Nepal to Lhasa, and thence through the Upper Valley of the Brahmaputra to its Source.  .
.

Captain Thomas George Montgomerie
John Murray, London (1869)
In: The Journal of the Royal Geographical Society,
Vol. Thirty-Eight, 1868
Seiten 129-219, Karte Seite 129.


 
. l Reisen und Aufnahmen zweier Punditen (gebildeter Indier) in Tibet, 1865-66. A*
.

Justus Perthes, Gotha 1868
In: Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesamtgebiet der Geographie. Heft VII (1868).
Mit 1 Karte. Seiten 232-243.


 
. l Erforschungsreise Indischer Geodäten (Panditen) nach den Goldfeldern von Tibet, 1867. A*
.

Justus Perthes, Gotha 1869
In: Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesamtgebiet der Geographie. 15. Band.
Mit 1 Karte. Seiten 103-104.


 

1866 wird Sun Yat-sen geboren, der "Vater des modernen China".

1866

unternimmt Albert S. Bickmore eine Erkundung der Flußläufe in der südchinesischen Provinz Kwang Tung. Von Caton aus reist er erst auf dem Si-Kiang ein Stück westwärts und treidelt dann den Kong Fluß nach Norden hinauf, der auf einer Hochebene bei der Stadt Hingan dem Siang Fluß so nahe kommt, daß eine künstliche Verbindung zwischen den beiden angelegt ist. So kann die Reise ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, nun jedoch flußabwärts in die nördlich gelegene Provinz Hunan, bis zum Tung-Ting See und von dort aus ab Hankow den Yangtse Kiang hinunter nach Shanghai.

. Publikation: l Sketch of a Journey from Canton to Hankow .
.

Albert S. Bickmore
John Murray, London (1869)
In: The Journal of the Royal Geographical Society,
Vol. Thirty-Eight, 1868
Seiten 50-68, Karte Seite 50.


 
1866 - 84

ist Emil Wasiliowitsch Bretschneider (*1833,1901) (H*) als Arzt in der russischen Gesandtschaft in Peking tätig. Während dieser Zeit beschäftigt er sich mit intensiven Forschungen zur historischen Geographie in China, zu Reisen der Chinesen in den Westen während des Mittelalters und zur Geschichte der botanischen Forschung in China. 1878 reiste er wegen historischer und botanischer Studien von der russischen Grenzstadt Kiachta über Urga durch die Mongolei nach Kalgan. 

. Publikationen: l Die Pekinger Ebene und das benachbarte Gebirgsland. .
.

Dr. Emil Bretschneider
Justus Perthes, Gotha 1876
In:
Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie.
Ergänzungsband X, 1875-76 zu Petermann's "Geographische Mittheilungen", Ergänzungsheft 46.
 

Mit einer Originalkarte. 42 Seiten.


 
. l Emil Bretschneider - russischer Gesandtschaftsarzt, Geograph und Erforscher der chinesischen Botanik. .
.

Hartmut Walravens
C. Bell Verlag, Hamburg 1983

1867

betritt der Comte Ludovic de Beauvoir (*1846,1929) auf seiner Weltreise erstmals in Canton chinesischen Boden. Er besucht außerdem Pékin im Norden, bevor er nach Japan weiterreist.

. Publikationen: l Java, Siam, Canton. Voyage autour du monde .
.

Ludovic de Beauvoir
Henri Plon, Paris 1869
Band 2. Mit 14 Holzschnitten und einer Farbkarte. 451 Seiten


 
. l Pékin, Yeddo, San-Francisco. Voyage autour du monde .
.

Ludovic de Beauvoir
Henri Plon, Paris 1872
Band 3.

1867 





 


                   1868

erreicht die französische Expedition LAGRÉE mit Louis de Carné (*1844,1870) und Francis Garnier (*1839,1873) (H*) die Grenze der südchinesischen Provinz Yunnan. Frankreich versucht hier, zwischen Britisch-Indien und Holländisch-Indonesien, sein eigenes Kolonialreich aufzubauen und sich so vor allem direkte Handelsmöglichkeiten nach Südchina und Zentralasien zu erschließen. Als Lagrée stirbt, übernimmt Garnier die Leitung der Expedition und erreicht als erster Europäer die durch einen Mohammedaner-Aufstand besetzte Stadt Taly an der chinesisch-tibetischen Grenze. Für seine topographischen und astronomischen Arbeiten erhält Garnier von der englischen und französischen Geographischen Gesellschaft hohe Auszeichnungen. 
endet die Expedition in Shanghai.

. Publikationen: l Voyage en Indo-Chine .
. Francis Garnier
Hachette, Paris 1868
Zwei Bände mit Kartenwerk und Bildband
. l Taly, épisode du voyage d'exploration en Indo-Chine .
. Francis Garnier
Paris 1869
. l Voyage en Indo-Chine et dans l'empire chinois .
.

Comte de Carné (Hrsg.)
E. Dentu, Paris 1872
Mit 6 Abbildungen und 1 Karte. 524 Seiten




 
1867 - 72

unterhält der schottische Photograph John Thomson (*1837,1921) anfangs ein eigenes Photoatelier in Hong-Kong, entschließt sich dann jedoch, China mit seiner Großformatkamera zu erkunden - zu dieser Zeit eine echte Herausforderung: Völlig auf sich gestellt, muß er sich allein in einem Land behaupten, das gerade erst (gewaltsam) für Fremde geöffnet wurde. Das Vorankommen ist mühsam und getrennt durch Schrift und Sprache steht er zudem einer mißtrauisch-ängstlichen Bevölkerung und den durchweg ablehnenden Behörden gegenüber. Hinzu kommt die Erschwernis einer umfangreichen und anfälligen Photoausrüstung, die wegen des gebräuchlichen Kollodium-Naßverfahren eine transportable Dunkelkammer und das sofortige Beschichten, Belichten und Entwickeln der Glasplatten vor Ort erfordert. Von Canton im Süden reist er die Küste entlang nach Norden bis Peking, besucht die Insel Taiwan und fährt dann über Schanghai 2000 Kilometer den Yangtse hinauf in die Provinzen Hubei und Sechuan. Unter teilweise widrigsten Umständen trägt er auf diese Art eine umfangreiche Sammlung großformatiger Aufnahmen zusammen: Von Bettlern und Prinzen, kaiserlichen Palästen und Straßenszenen, abgelegenen Klöstern und den grandiosen Landschaftsbildern der Schluchten des Yangtsekiang.

. Publikationen: l The Straits of Malacca, Indo-China, and China, or Ten years' travels, adventures, and residence abroad .
.

Dieses Buch
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John Thomson
Sampson Low, Marston, Low & Searle, London 1875
"Illustrated with upwards of sixty wood engravings".
Mit 2 Karten. 546 Seiten


.

(Neuausgabe in:)
Thomson's China. Travels and Adventures of a Nineteenth-century Photographer.
Oxford University Press, Hong Kong 1993
Mit 17 Photographien, 64 Holzschnitten und zwei Karten.
225 Seiten



 
. l Through China with a Camera .
.

Dieses Buch
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John Thomson
A. Constable & Co., Westminster 1898
"With nearly 100 illustrations". 284 Seiten
Reprint:
Chinese Materials Center, Inc., San Francisco 1974
"With nearly 100 illustrations". 284 Seiten


 
1867-92

dient Herbert Allen Giles (*1845,1935) als britischer Diplomat erst auf der Insel Taiwan, dann in Danshui und später als Konsul in Ningbo. Als Sinologe wird er später eine Professur in Cambridge antreten. Berühmt wird sein Name durch die "Wade-Giles-Umschrift", die er dort zusammen mit seinem Vorgänger Sir Thomas Francis Wade entwickelt. Sie bietet die Umsetzung chinesischer Schriftzeichen in eine westliche Laut-Umschrift und wird für lange Zeit weltweiter Standard.

. Publikation: l From Swatow to Canton Overland .
.

Herbert Allen Giles
Shanghai, 1877

1868

begibt sich Ney Elias (*1844,1897) (H*) in die chinesische Provinz Shan-Tung, um den neuen Unterlauf des Gelben Flusses zu erforschen. 1851-53 hatte sich "die Sorge Chinas" zum wiederholten Male ein neues Flußbett gesucht und mündet seitdem nicht mehr östlich ins Gelbe Meer sondern gut 800 Kilometer weiter nördlich in den Golf von Petschili. Von Shanghai aus reist Elias mit dem Boot den Kaiserkanal hinauf bis Pa-li-miau und von dort sowohl zur neuen Flußmündung als auch flußaufwärts, um die Dammbruchstelle zu besichtigen. Zwei Jahre später ergänzt er seine Beobachtungen, indem er auch dem ausgetrockneten alten Flußbett bis zur Dammbruchstelle folgt.

. Publikation: l Notes of a Journey to the New Course of the Yellow River, in 1868. .
.

Ney Elias
John Murray, London (1871)
In: The Journal of the Royal Geographical Society,
Volume the Fortieth, 1870
Seiten 1-33, Karte Seite 1.


 
1868

tritt der englische Konsul E. C. Oxenham seine Stellung in Han-kau am Jang tse kiang an. Von Peking aus reist er dazu über Land immer südlich durch die Provinzen Pe-tschi-li, Schan-si und Ho-nan.

. Publikation: l E. C. Oxenham's Reise von Peking nach Han-kau, 
2. November bis 14. Dezember 1868.
.
.

Justus Perthes, Gotha 1868
In: Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesamtgebiet der Geographie. 16. Band, 1870.
Seiten 126-133.
(Auch in: Alexander Williamson: Journeys in North China.
Smith, Elder & Co. London 1870; Band 2, Seiten 393-428)


 

1868

sucht die indische Regierung nach einer geeigneten Überlandroute zur Intensivierung ihres Warenhandels mit Südchina. Mehrere Expeditionen werden ausgeschickt, um mögliche Wegstrecken durch die angrenzenden Königreiche Burma und Siam zu erkunden. Von der nordburmesischen Grenzstadt Bhamo startet somit Colonel Edward Sladen (*1827,1890) (H*) seine Exkursion den Flußlauf des Taho hinauf und über die chinesische Grenze hinweg Richtung Yunnan-fu. Doch der Widerstand der Grenzbevölkerung ist trotz oder wegen der fünfzig Mann starken militärischen Eskorte erheblich. Mit allem diplomatischen Geschick endet die Erkundung in der chinesischen Stadt Teng-yue (Momien) und muß dann umkehren. Der mitreisende Arzt John Anderson (*1833,1900) schildert die Expedition in seiner

. Publikation: l Mandalay to Momien: A Narrative of the two Expeditions to Western China of 1868 and 1875 under Colonel Edward Sladen and Colonel Horace Browne.  .
.

John Anderson 
Macmilian and Co., London 1876
Mit 16 Kupferstichen und 3 Karten. 479 Seiten.


 
1868 - 69

ist der seit 1876 in Leh (Ladakh) als British Joint Commissioner stationierte Robert Barkley Shaw (*1839,1879) (H*) zusammen mit George W. Hayward (1870) (H*) unterwegs auf einer Expedition von Kaschmir nach Chinesisch Turkistan. Über das Karakorum-Gebirge geht ihr Weg zu den Städten Yarkand und Kashgar, womit sie - wortwörtlich - neue Wege für Handelsbeziehungen bahnen, denn sie sind die ersten Europäer, die so weit nach Norden über das Himalaya-Gebirge hinaus gelangen. Die Royal Geographical Society belohnt dies mit einer Goldmedaille. Hayward bricht 1870 erneut vom nordindischen Leh nach Kashgar auf, führt dort die erste astronomische Positionsbestimmung des Ortes durch und wird kurz vor Abschluß der Reise in Yasin, dem Vorort von Kashgar, ermordet.

. Publikationen: l

Visit to High Tartary, Yârkand and Kâshgar (formerly Chinese Tartary), and Return Journey over the Karakorum Pass.

.
.

Robert Barkley Shaw
John Murray, London 1871
(Deutsche Ausgabe:)

.

Reise nach der Hohen Tartarei, Yârkand und Kâshghar und Rückreise über den Karakoram-Pass.

A*
.

Hermann Costenoble, Jena 1872
Mit 14 Illustrationen und 2 Karten. 420 Seiten

. l

Journey from Leh to Yarkand and Kashgar, and Exploration of the Sources of the Yarkand River.

.
.

George W. Hayward
John Murray, London (1871)
In: The Journal of the Royal Geographical Society,
Volume the Fortieth, 1870
Seiten 33-166, Karte Seite 33.


 
1868 - 71

ist Thomas Thornville Cooper (*1839,1878) (H*) im Auftrag der Handelskammer von Schanghai unterwegs. Er ist erst 29 Jahre alt, hat seine Heimatstadt in England jedoch schon vor neun Jahren Richtung Australien verlassen, durchstreifte dann drei Jahre lang Indien und Burma, bis es ihn schließlich nach China, in die kleine europäische Kolonie von Schanghai verschlägt, wo er sich gleich bei der Verteidigung gegen die Taiping-Rebellen nützlich machen kann und auszeichnet. Aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten wird er von den Kaufmannskreisen in Schanghai deshalb schnell ausersehen, einen kürzeren Landweg von China nach Indien ausfindig zu machen, als den bisher bekannten, der über Ta-tsien-lu, Bathang und Lhasa führt und wegen Räuberbanden nahezu ungangbar geworden ist. Cooper fährt Anfang 1868 den Yangtsekiang hinauf bis nach Tschungking und passiert Tschöng-tu fu im Januar. In der Verkleidung eines Chinesen, mit rasiertem Vorderkopf und falschem Zopf, nur begleitet von seinem chinesischen Diener, gelangt er trotz eisiger Kälte und Schnee über Bathang im tibetischen Grenzgebiet fast bis an den Oberlauf des Mekong. Doch seine Möglichkeiten sind trotz allen Mutes beschränkt und die Einheimischen überaus ablehnend. Bevor er weiter Richtung Burma und Indien vordringen kann, wird er von einem chinesischen Militärmandarin erst zwangsverheiratet, dann fünf Wochen gefangengehalten und gelangt schließlich nur durch das Eingreifen des Bischofs von Tibet, Mgr. Chauveau, wieder auf freien Fuß. In den nächsten Jahren unternimmt Thomas Thornville Cooper noch mehrere Anläufe von Indien und Burma aus, um seinen Auftrag abzuschließen und eine mögliche Anschlußroute von der anderen Seite her zu erkunden. Doch vergeblich: Am 24. April 1878 wird er von einem in englischen Diensten stehenden indischen Soldaten ermordet.

. Publikationen: l Travels of a Pioneer of Commerce in Pigtail and Petticoats: or, an Overland Journey from China towards India. .
. Thomas Thornville Cooper
John Murray, London 1871
Mit 13 Abbildungen und einer Karte. 475 Seiten
(Deutsche Ausgaben:)

 
. Reise zur Auffindung eines Ueberlandweges von China nach Indien . A*
. Hermann Costenoble, Jena 1877
"Mit einem Anhang, die beiden englischen Expeditionen von 1868 und 1875 unter Sladen und Browne, und Margarys Reise betreffend."
Mit 13 Illustrationen und einer Karte. 507 Seiten

 
. l The Mishmee Hills. An Account of a Journey made in an Attempt to Penetrate Thibet from Assam to open new Routes for Commerce. .
. Thomas Thornville Cooper
Henry S. King & Co., London 1873
Illustrated
(Reprint: Ch'eng Wen Publishing Company, Taipei 1971
Mit 4 Abbildungen und einer Karte. 270 Seiten)

 
. l Gegen den Wind nach Westen. Thomas T. Cooper auf der Suche nach einem Handelsweg von China nach Indien.
. (Karl Rolf Seufert, Hrsg.)
Loewes Verlag, Bayreuth 1981
Mit gezeichneten Illustrationen. 271 Seiten

 
1868 - 72

unternimmt Altmeister Ferdinand von Richthofen (*1833,1905) seine berühmte geographische Bestandsaufnahme durch weite Teile Chinas. Neben rein wissenschaftlichen Fragestellungen muß sich der Geologe auch den wirtschaftlichen Interessen der ausländischen Handelsgesellschaften widmen, denen er regelmäßig Bericht erstattet und die die Reisen des deutschen Professors in spe finanzieren: Wo befinden sich Kohlevorkommen, wie können sie erschlossen werden und wie beurteilt von Richthofen deren Ergiebigkeit? Mit ihm reist ab 1869 der Belgier Paul Splingaert (U1906) als Dolmetscher und Mädchen für alles. Schwerpunkte bilden die chinesischen Provinzen im Norden, die östlichen Küstengebiete, die Südmandschurei und Sichuan.

. Publikationen: l

China - Ergebnisse eigener Reisen und darauf gegründeter Studien.

.
.

Ferdinand von Richthofen
Berlin 1877

. l Ferdinand von Richthofen's Tagebücher aus China. .
. (Ernst Tiessen, Hrsg.)
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1907
2 Bände, 588/375 Seiten. Mit Portraits, 14 Lichtdrucktafeln, davon 13 nach Originalzeichnungen Richthofen's

 
. l Entdeckungsreisen in China 1868-1872. .
. (Klaus-Dietrich Petersen, Hrsg.)
Edition Erdmann, Tübingen 1982
1868

                   1870

                   1874

erreicht Léon Rousset (*1845) das chinesische Reich und ist die erste Zeit im  französischen Arsenal von Fou-Tchéou am Min-Fluss tätig. 
unternimmt er eine Reise in den Norden der Insel Taiwan. Als Abschluß seines China-Aufenthalts startet er im Frühjahr 
von Shang-haï aus zu einer neunmonatigen Reise bis in die Provinz Kan-Sou [Gansu]. Der Weg führt zuerst den Yang-Tze hinauf bis Ran-Kéou-Fou [Hankou], von dort aus geht es auf dem Han-Fluss nach Norden weiter durch die Provinz Ro-Nan [Hunan], über die Wasserscheide hinweg ins Einzugsgebiet des Gelben Flusses nach Si-Gnan-Fou [Xian], der Hauptstadt der chinesischen Provinz Chen-Si [Shaanxi]. Den westlichen Endpunkt der Reise bildet die Stadt Lau-Tchéou-Fou [Lanzhou] am Gelben Fluss.

. Publikation: l

A travers la Chine

.
. Léon Rousset
Librairie Hachette & Cie., Paris 1878
Mit einer Karte. 429 Seiten
1869

ist Ministerialrath Dr. Karl Ritter von Scherzer (*1821,1909) (H*)"Erster Beamter und Leiter des kommerziellen und wissenschaftlichen Dienstes" an Bord der Schraubenfregatte Donau. Selbige Doppelmonarchie hat schon im Vorjahr zwei Schiffe entsandt, die nun am 2. Juni den Hafen von Hong Kong erreichen, um auch mit dem 'Land der Mitte' handfeste Handels- und Schifffahrtsverträge abzuschließen und Konsulate einzurichten. Während die Schraubenkorvette Erzherzog Friedrich in Schanghai verbleibt, fährt die österreichische Gesandtschaft im Juli weiter nach Peking und verhandelt dort mit dem Tsungli-Yamen, dem kaiserlichen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, verbissen um jeden Punkt ihrer europäischen Vorrechte.

. Publikation: l

K. u. k. österreichisch-ungarische Expedition nach Indien, China, Siam und Japan 1868-1871.

.
. Karl Ritter von Scherzer
Verlag von Julius Maier, Stuttgart 1873
1869

bereist der britische Konsul J. Markham die chinesische Provinz Shantung und liefert Her Majesty's Government einen genauen Bericht über die wichtigsten Städte, Häfen, Kohlen- und Mineralienvorkommen sowie über die Gebiete der Seidenraupenzucht. 

. Publikationen: l

Consul J. Markham's Reise durch die Provinz Schan-tung, 1869.

.
. Justus Perthes, Gotha 1869
In: Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesamtgebiet der Geographie. 15. Band.
Mit 1 Karte. Seiten 422-424.

 
. l Notes from a Journey through Shantung. .
. J. Markham
John Murray, London (1871)
In: The Journal of the Royal Geographical Society,
Volume the Fortieth, 1870
Seiten 207-228, Karte Seite 207.

 
1869

reist Robert Swinhoe (*1836,1877) (H*) in Begleitung von Mitgliedern der ausländischen Handelskammern von Shanghai und Kiu-kiang den Yang-Tsze-Kiang hinauf, um dessen Befahrbarkeit bis Chung-king und damit die Handelsmöglichkeiten mit der reichen Inland-Provinz Szchuen zu erkunden. 

. Publikation: l

Special Mission up the Yang-tsze-Kiang.

.
. Robert Swinhoe
John Murray, London (1871)
In: The Journal of the Royal Geographical Society,
Volume the Fortieth, 1870
Seiten 268-285, Karte Seite 268.

 
1869

"I had intended making my way home viâ Japan, San Francisco, and America, but subsequent events altered my plans." Welche Umstände genau es waren, die den Engländer William Athenry Whyte (*1838,1887) veranlassten, statt dessen die abenteuerliche Rückreise nach Europa über Land durch die Mongolei und Sibirien zu wählen, wird nicht erwähnt. Er schließt sich mit dem zufällig in Hong Kong getroffenen Amerikaner Alfred Foster Walcott (*1840,1906) zusammen und fährt Ende September mit dem Schiff über Shanghae zur nordchinesischen Hafenstadt Tientsin. Eilig rüsten sie sich wegen des nahenden Winters in Peking für die Durchquerung der mongolischen Wüste aus und verlassen die Kaiserstadt in Tragstühlen Richtung Kalgan. Mit Führern und Kamelen folgen sie einer der alten Karawanenrouten durch die Gobi und erreichen nach drei Wochen Urga. Fünf Tage später erreichen sie die sibirische Grenze bei Kiachta.

. Publikation: l

A Land Journey from Asia to Europe: Being an Account of a Camel and Sledge Journey from Canton to St. Petersburg Through the Plains of Mongolia and Siberia.

.
. William Athenry Whyte
Sampson Low, Son, and Marston, London 1871
Mit Frontispiz und 2 Karten. 336 Seiten

 
1869 - 70

unternimmt Eugène Buissonnet eine winterliche Reise von Peking mit dem Boot auf dem Kaiserkanal nach Schanghai.

. Publikation: l De Pékin à Shanghai. Souvenirs de voyages .
.

Eugène Buissonnet
Amyot, Paris 1871
335 Seiten


 
1870

macht sich Sir Thomas Douglas Forsyth (*1827,1886 Biographie) (H*) im Auftrag des britischen Vizekönigs von Indien nach Chinesisch Turkestan auf den Weg. Mit ihm reisen der Arzt und Botaniker George Henderson sowie der Geograph Robert Barkley Shaw (*1839,1879). Offiziell stellt die Reise einen reinen Freundschaftsbesuch an den Regenten der Region Yarkand dar, inoffiziell sucht man Alternativen zur oft verschneiten Handelsroute über den Karakorum-Paß. Shaw vermisst deshalb die ganze Strecke und nimmt eine Längenbestimmung der Stadt Yarkand vor. Henderson widmet sich der Flora und Fauna - und verewigt sich in den Namen der von ihm neu entdeckten Vogelarten.

. Publikation: l Lahore to Yarkand. Incidents of the Route and Natural History of the Countries Traversed by the Expedition of 1870 under T. D. Forsyth, Esq., C.B. .
.

George Henderson and Allan O. Hume
L. Reeve & Co., London 1873
Mit 26 Photographien, mehreren teilweise farbigen Zeichnungen, 34 farbigen Vogel-Kupferstichen und 7 weiteren Illustrationen sowie einer Karte. 370 Seiten


 
1870

wagt sich der englische Missionar James Gilmour (*1843,1891) bereits von Peking aus in die fremde Mongolei vor. Er zieht zum Sprachstudium nach Urga und Kiachta, dann quer durchs Land und wählt Peking stets als Winterquartier. Auch von einem Abstecher zum heiligen Berg der Mongolen, dem Wu T'ai Shan in der nordchinesischen Provinz Shansi, erzählt seine

. Publikation: l Among the Mongols. .
.

James Gilmour
The Religious Tract Society, London (o. J.)
Mit 322 Illustrationen und einer Karte, 382 Seiten


 
1870


 




                  
1873

beginnt Nikolai Michailowitsch Przyewalski (*1839,1888 Biographie) (H*) seine erste von insgesamt vier Expeditionsreisen: Nur mit drei Begleitern und schmalem Budget zieht er vom sibirischen Kiachta durch die Wüste Gobi südlich nach Peking, um sich von dort aus langsam durch die Mongolei nach Westen zum Kokonor-See vorzuarbeiten. Dort angekommen verbringt er einen Monat mit wissenschaftlichen Studien. Bei dem anschließenden Versuch, über das Zaidambecken noch weiter südlich nach Tibet vorzustoßen, gehen ihm jedoch die finanziellen Mittel aus, als er die unerforschten Gebiet des oberen Jangtsekiang erreicht. Als die Expedition 
wieder in Kiachta ankommt, ist der Plan für die nächste bereits gefasst.

. Publikation: l Mongolija i strana Tangutov. .
.

Nikolai Michailowitsch Prschewalski
St. Petersburg, 1875/76 (2 Bände)
(Deutsche Ausgabe:)

. Reisen in der Mongolei, im Gebiet der Tanguten und den Wüsten Nordtibets in den Jahren 1870 bis 1873 A*
.

Hermann Costenoble, Jena 1877
Mit 22 Illustrationen und einer Karte, 538 Seiten

1870


      







                   1873

macht sich Émile Rocher in Begleitung des französischen Kaufmanns und Abenteurers Jean Dupuis (*1829,1912) (H*) von Fu-chou [Fuzhou], an der Ostküste Chinas auf, um nach Yün-nan [Kunming], der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Südwest-China zu reisen. Mit drei Booten geht es von Hankow [Wuhan] den Yangzi stromaufwärts bis Ch'ung-ch'ing-fu [Chongqing], dann weiter über Land. Nach über 90 Tagen erreichen sie ihren Bestimmungsort und Dupius verhandelt mit dem Vizekönig über die Lieferung europäischer Artillerie. Während Rocher in Yün-nan bleibt, um den Aufbau eines Arsenals vorzubereiten, kehrt Dupuis mit den unterzeichneten Verträgen nach Shang-haï zurück. Rocher nutzt die Zeit, um die reichen Erzvorkommen der Provinz zu erkunden. Ein Aufstand der Mohammedaner gegen die Chinesen im westlichen Yün-nan zwingt Rocher im November
die Provinz zu verlassen und nach Shang-haï zurückzukehren.

. Publikation: l La Province Chinoise Du Yün-Nan .
.

Émile Rocher
Ernest Leroux, Paris 1879/1880

Band 1: Mit einer Karte, 287 Seiten
Band 2: Mit zwei Karten, 292 Seiten

1870


      


                   1915

beginnt Timothy Richard (*1845,1919) seine Tätigkeit als Missionar der Baptist Missionary Society in China. "I wanted to save the souls and to establish the kingdom of God among a forth of the human race". In der ostchinesischen Provinz Shantung lässt er sich in Ch'ing-chow fu nieder. Die letzte zehn Jahre seiner Tätigkeit in China widmet er sich der Mitarbeit an der Kaiserlichen Chinesischen Universität der Provinz Shansi, bis er
nach England zurückkehrt.

. Publikation: l Forty-Five Years in China .
.

Timothy Richard
T. Fisher Unwin Ltd., London 1916

Mit 18 Abbildungen. 384 Seiten

1871

ist der österreichische Diplomat Joseph Alexander Freiherr von Hübner (*1811 als Josef Hafenbredl, uneheliches Kind von Fürst Metternich, ab 1854 von Metternich zum Freiherrn ernannt, 1888 zum Grafen geadelt,1892) in der glücklichen Lage, eine Weltreise zu unternehmen. Von Cork, an der irischen Südküste, startet er im Mai mit dem Dampfschiff nach New York, durchquert Nord-Amerika, setzt weiter nach Japan über und besucht schließlich von Anfang Oktober bis Ende November die Städte Shanghai, Pékin [Beijing], Tien-tsin [Tianjin] und Canton.

. Publikation: l Promenade Autour du Monde, 1871 .
.

Alexander von Hübner
Librairie Hachette, Paris 1873
Zwei Bände (China im 2. Band)
(Ohne Abbildungen) 578 / 603 Seiten
(Prachtausgabe: Hachette, Paris 1877 [5. Auflage], einbändig mit 316 teils großformatigen Holzschnitten. 679 Seiten)
(Italienische Ausgabe:)
Passeggiata intorno al Mondo nel 1871
Unione tipografico-editrice torinese, Roma/Napoli 1873
517 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)








.   Ein Spaziergang um die Welt, 1871 .
.

Alexander Freiherr von Hübner
T. D. Weigel, Leipzig 1874

Zwei Bände (China im 2. Band), 396 / 433 Seiten
(Prachtausgabe: Schmidt & Günther, Leipzig 1889.
3 Bänden mit insgesamt 324 Holzstich-Illustrationen:
1-150 / 151-308 / 309-460 Seiten
)

1872

unternimmt der Engländer Ney Elias (*1844,1897) (H*), seit fünf Jahren für das elterliche Handelshaus in Shanghai tätig, eine halbwissenschaftliche Erkundungsreise ins unbekannte Asien. Am 8. September startet er von der mongolischen Grenzstadt Kalgan aus mit einer kleinen Karawane, durchzieht die Wüste Gobi und muß sich dann auf eigene Faust über Uljassutai und Kobdo quer durch die Mongolei bis nach Sibirien durchschlagen, da ihn sein chinesischer Führer eines Nachts heimlich verlässt. Für seine Routenaufnahme durch unbekanntes Gebiet wird er von der Londoner Royal Geographical Society mit der Goldmedaille ausgezeichnet - und ist für das elterliche Unternehmen daraufhin verloren. Er widmet sich fortan verschiedenen geographischen Forschungsaufgaben und wechselt später in den diplomatischen Dienst.

. Publikationen: l Narrative of a Journey through Western Mongolia, July 1872 to January 1873. .
.

Ney Elias
John Murray, London (1873)
In: The Journal of the Royal Geographical Society,
Vol. 43 (1873). Seiten 108-156. Karte Seite 108


 
. l Ney Elias. Explorer and Envoy Extraordinary in High Asia .
. Gerald Morgan
George Allen & Unwin Ltd., London 1971
Mit Abbildungen und Karten der einzelnen Expeditionen.
294 Seiten

 
1872

startet der britische Gesandtschaftssekretär und Chinareisende Thomas Grosvenor mit Dr. Stephen Wootten Bushell von Peking aus zu einer Rundreise jenseits der Großen Mauer. Von der Grenzstadt Kalgan (chin.: Chang-chia-kou) geht es nördlich bis Dolon-nor (chin.: Lama Miao) von wo aus sie die nicht weit entfernten Ruinen des Sommerpalastes von Kublai Khan in Schangtu (chin.: Kai-ping-fu) besichtigen. Der Rückweg führt sie zum Sommerpalast des amtierenden Mandschu-Kaisers in Cheng te fu [Jehol; heute: Chengde].

. Publikation: l Notes of Journey outside the Great Wall of China. .
. Stephen Wootten Bushell
John Murray, London 1874
In: The Journal of the Royal Geographical Society. 
Volume the Forty-Fourth
. Seiten 73-97. Karte Seite73.

 
1872

verbringt Théodore Duret (*1838,1927) während seiner Weltreise fünf Monate in China, reist von Shanghai den Yang-Tse ein Stück hinauf, besucht Pékin und unternimmt einen Abstecher in die südliche Mongolei.

. Publikation: l Voyage en Asie .
. Théodore Duret.
Michel Lévy Frères, Paris 1874
367 Seiten.

 
1872 - 73

reist der französische Marineoffizier Francis Garnier (*1839,1873) (H*) von Shanghai nach Peking, um dort seinen Pass für eine geplante Erkundung an der tibetischen Grenze zu erhalten. Er möchte vor Ort der noch ungeklärten Frage zum Verlauf der großen asiatischen Ströme nachgehen, vor allem derjenigen, ob der in Tibet nach Osten verlaufende Tsangpo in den indischen Brahmaputra oder den burmesischen Irrawady übergeht. Doch die diplomatischen Wege sind langwierig und führen zu keinem Ergebnis, so daß Garnier die Wartezeit mit einem Ausflug zur Großen Mauer und zu den Ming-Gräbern überbrückt. Unverrichteter Dinge fährt er nach Shanghai zurück und verbringt die nächsten drei Monate mit der Erkundung eines praktikableren Zugangs zur Handelsstadt Tschung-king am Jang-tzse, die wegen der Stromschnellen bei I-tschang für Handelsschiffe schwer erreichbar ist. Mit dem Boot reist er den Yangtse deshalb nur hinauf bis zum Tung Ting See, von wo aus er das noch unbekannte westlich gelegene Flußsystem der Provinz Hu-nan kartographisch erfasst und kurz unterhalb der Hafenstadt Chung-kin wieder den Jang-tzse erreicht. Da bei seiner Rückkehr nach Shanghai immer noch keine Reisepässe vorliegen, entschließt er sich nunmehr, das tibetische Grenzland von Süden aus zu erreichen und reist nach Tong-king. Dort jedoch wird er kurz darauf am 21. Dezember ermordet.

. Publikation: l De Paris au Tibet. Notes de voyage .
.

Francis Garnier
Hachette et Cie., Paris 1882
Mit 40 Kupferstichen und einer Karte. 422 Seiten


1872 - 73

führt der französische Kaufmann und Abenteurer Jean Dupuis (*1829,1912) (H*) eine gewagte Reise von Tonkin [das heutige nördliche Vietnam] in Chinas südwestliche Provinz Yünnan durch. Bereits 1870 hatte er eine Erkundung durch die chinesische Provinz Yünnan unternommen, um für den französischen Handel einen geeigneten Überlandweg von Tonkin nach Südwest-China zu finden. Ein Jahr später fand er heraus, daß der durch Tonkin verlaufende Rote Fluß in Yünnan entspringt. Sein jetziger Vorstoß soll dazu dienen, eine möglichst weit schiffbare Flußverbindung von Tonkin ins Innere von Yünnan ausfindig zu machen. Um nicht gegen die zwischen Frankreich und dem regierenden König von Tonkin getroffenen Abkommen zu verstoßen, reist Dupuis unter chinesischer Flagge. Aufgrund der von ihm in Südchina vorgefundenen Bodenschätze und den sich daraus ergebenden Handelsmöglichkeiten (nicht zuletzt aber auch wegen der Reparationszahlungen an das Deutsche Kaiserreich nach dem verlorenen Krieg 1870/71), wird Frankreich kurze Zeit später seine außenpolitische Zurückhaltung aufgeben und Tonkin zur neuen französischen Kolonie erklären. 

. Publikation: l Voyage au Yunnan et Ouverture du Fleuve Rouge au Commerce. .
. Jean Dupuis
1880
In: Annales du Musée Guimet, Vol. 1, Seiten 139-201
(Englische Neuausgabe:)
. A Yourney to Yunnan and the Opening of the Red River to Trade .
.

White Lotus Co. Ltd., Bangkok 1998
Mit drei karten. 105 Seiten


1872





                   1873

erhält der Zeichner und Maler William Simpson (*1823,1899) von der Illustrated London News das Angebot, nach China zu reisen, um von der Hochzeit des chinesischen Kaisers Tongzhi zu berichten. Über Hong Kong, Shanghai und Tientsing erreicht Simpson im Herbst somit Peking, entwirft seine Zeichnungen (die in London dann für den Druck in Holzschnitte umgesetzt werden) und verfasst für die Daily News außerdem einige Artikel. 
reist er den Yang-tse-Kiang 600 Meilen bis Han-kow hinauf und setzt seine Fahrt um die Welt dann über Japan in Richtung Amerika fort.

. Publikation: l Meeting the Sun: A Journey all round the World through Egypt, China, Japan, and California, includihg an Account of the Marriage Ceremonies of the Eperor of China. .
.

William Simpson
Longmans, Green, Reader, and Dyer, London 1874
Mit 40 Abbildungen. 413 Seiten


1872








                   1901

trifft der presbyterianische Missionar George Leslie Mackay (*1844,1901) in der Neujahrsnacht von Kanada aus auf der Insel Formosa [Taiwan] ein. Er ist der erste überhaupt von seiner Kirche entsandte Missionar und sofort davon überzeugt "This is the land!". Er wählt Tamsui in Nord-Formosa zu seinem Sitz und ist zuerst als Zahnarzt für die Bevölkerung tätig. Er lernt die Landessprache, heiratet eine Einheimische und baut schließlich mehrere Kirchengebäude, Schulen und ein Hospital. Während seines Heimaturlaubs 1894 wird er zum Vorsitzenden der Kanadischen Presbyterianischen Kirche gewählt, bleibt daraufhin ein Jahr in Kanada und verfasst seinen Bericht über die Missionsarbeit auf Formosa (s. u.). Bis zu seinem Lebensende im Jahr
wirkt er weiter auf Formosa.

. Publikation: l From Far Formosa. The Island, its People and Missions. .
.

William Simpson
Fleming H. Revell Co., New York/Chicago/Toronto 1895
Mit 17 Abbildungen und 4 Karten. 446 Seiten

1873 - 74

ist Sir Thomas Douglas Forsyth (*1827,1886 Biographie) (H*) im Auftrag des englischen Vicekönigs unterwegs, um in Chinesisch-Turkestan mit Jakub-Beg einen Handelsvertrag abzuschließen. Die Expedition startet in Leh im September und zieht nach Yarkent und Kaschgar. Der Leiter des Survey of India, Captain H. Trotter, nutzt die Gelegenheit und unternimmt zusammen mit Thomas Edward Gordon und H. W. Bellew einige Exkursionen in den Pamir und den Tian Shan. Ein Expeditionsmitglied, der Geologe Dr. Stoliczka, verstirbt noch kurz vor ihrer Rückkehr im tibetischen Hochland.

. Publikationen: l Kashmir and Kashghar. A Narrative of the Journey of the Embassy to Kashghar in 1873-74. .
. H. W. Bellew
Trübner & Co., London 1875
419 Seiten

 
. l The Roof of the World. Being the Narrative of a Journey over the High Plateau of Tibet to the Russian Frontier and the Oxus Sources on Pamir. .
. Thomas Edward Gordon
Edmonston and Douglas, Edinburgh 1876
Illustrated with 66 drawings done on the spot and map.
172 Seiten

 
. l Ost-Turkestan und das Pamir-Plateau nach den Forschungen der Britischen Gesandschaft unter Sir T. Forsyth 1873 und 1874. . .
. Justus Perthes, Gotha 1877
In: Ergänzungsband 1875-77 zu Petermanns "Geographische Mittheilungen", Ergänzungsheft No. 52
Mit einer Karte. 76 Seiten

 
1873

 


                   1875

ist der indische Pandit Nain Singh (H*) nach acht Jahren wieder auf geheimer Erkundung in Tibet unterwegs, diesmal von Leh nach Lhasa und im Auftrag des englischen Hauptmanns Trotter. Seinen Weg wählt er diesmal nördlich des Transhimalaya auf dem Tschang-Tang Hochplateau. Von Lhasa aus erfolgt der Rückweg südlich durch das Königreich Bhotan und als er Calcutta im März
erreicht, hat er eine Wegstrecke von 2000 km zurückgelegt.

. Publikation: l Account of the Pundit's Journey in Great Tibet from Leh in Ladákh to Lhása, and of his Return to India viâ Assam. .
. Captain H. Trotter
John Murray, London 1874
In: The Journal of the Royal Geographical Society. 
Volume the Forty-Fourth
. Seiten 86-136. Karte Seite86.

 
1874

begibt sich der Engländer Walter William Mundy mit dem Schiff über Marseille, Aden, Singapore und Saigon nach Hong Kong und von dort aus gleich weiter nach Canton. "Considering that I have the privilige to belong to a profession whose special subject is 'tea'" hat er hier geschäftlich einiges vor. Doch es soll ganz anders kommen. Am 22. August wird das Passagierschiff, mit dem er zur portugiesischen Kolonie Macao unterwegs ist, von Flußpiraten überfallen. Er ist der einzige Europäer an Bord und überlebt nur durch Zufall schwer verletzt. Noch während seiner Rekonvaleszenz in Hong Kong bricht dann ein schwerer Taifun über die Insel herein und verwüstet sie völlig. Das ist dann doch des Guten zuviel und berechtigt zum Untertitel seiner

. Publikation: l Canton and the Bogue.The Narrative of an Eventful Six Months in China. .
.

 

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Walter William Mundy
Samuel Tinsley, London 1875
649 Seiten
1874

ist der österreichische Freiherr Joseph Carl Aachaz von Doblhoff (*1844,1928) bereits das zweite Jahr auf Weltreise und erreicht nun Anfang Februar die chinesische Küste. Einen Monat verbringt er zwischen Hongkóng, Cantón, Macáo und Shanghai und kommt rückblickend zu dem positiven Resumee, "in wie vielen Gesichtspunkten uns Mr. Chinaman sammt Zopf und Bambusrohr voraus ist: China hat keine Staatsschulden; in China existiert kein Erbadel; China hat zwar Feste, jedoch keinen, dem Fusel so günstigen englischen Sonntag; kein Schulzwang existirt und nur ein officielles Zeitungsblatt". 

. Publikation: l Tagebuchblätter von einer Reise nach Ostasien 1873-1874 .
.

 

Joseph Doblhoff
Wilhelm Köhler, Wien 1874
II. Band (Penáng, Singapore, Saigón, Hongkóng, Cantón, Macáo, Shanghaí)
Mit einer Landkarte. 213 Seiten
1874










                   1875

startet der russische Oberst Sosnowsky (Sossnowski) (H*) eine Expedition nach Peking. Die Expedition gilt Handelsinteressen (soll aber auch einen militärischen Hintergrund gehabt haben). Ihn begleiten Z. L. Matusowskij und der Arzt Pavel Iakovlevich Piassetsky (*1843). Die Rückreise erfolgt den Yangtsekiang hinauf bis Han-Tchong-Fou und von dort über Land durch das Gebiet des Löß nach Lan Tcheou am Gelben Fluß. Entlang der Großen Mauer geht es hinter Ansifan schließlich an die Durchquerung der Wüste Gobi Richtung Hami, doch Sosnowsky hat keine glückliche Hand: Durch eigene Fehleinschätzung und schlechte Führer verirrt sich die Gruppe in der Wüste und wird nur durch eine zufällig vorbeiziehende Karawane gerettet. Sie erreichen schließlich´die Oase Hami, von dort aus Barkul, Gutschen und Saisansk und die Expedition endet 
in der russischen Grenzstation Zaissan. Piassetsky fühlt sich bei Abschluß der Reise "wie aus der Sklaverei befreit" und berichtet von den Erlebnissen und vom drakonischen Führungsstil Sosnowskys in seiner 

. Publikation: l Voyage à travers la Mongolie et la Chine. .
. Pavel Iakovlevich Piassetsky 
Hachette, Paris 1883
Mit 90 Holzschnitten und einer Karte. 563 Seiten
(Englische Ausgabe:)
. Russian Travellers in Mongolia and China. .
. Chapman & Hall, London 1884
Zwei Bände, mit 25 bzw.38 Holzschnitten. 321 bzw. 315 Seiten

1874 - 80

begleitet Mrs. Thomas Francis Hughes ihren Ehemann durch China. Nach der Ankunft in Chefoo geht es schon bald weiter nach Shanghai und Foo-Chow. Es folgt ein einjähriger Aufenthalt in mehreren Städten im Südwesten der Insel Formosa sowie eine Reise den  Yangtzse-Keang stromaufwärts nach Nanking, Wuhu, Kiukiang und Hankow. In wessen Diensten Mr. Hughes steht und welchen Aufgaben er nachgeht, wird nicht erwähnt.

. Publikation: l Among the Sons of Han. Notes of a Six Years Residence in Various Parts of China and Formosa. .
. Mrs. Thomas Francis Hughes
Tinsley Brothers, London 1881
Mit einer Karte. 314 Seiten

1875 stirbt der erst 19jährige chinesische Kaiser Caichun (Regierungsdevise: Tongzhi "Umfassende Regierung"). Da kein der Tradition des Kaiserhauses entsprechender männlicher Nachfolger vorhanden ist, entscheidet sich die Kaiserin-Witwe Cixi für ein Kind ihrer Schwester, das als Thronfolger unter der Regierungsdevise Guangxu ("Brilliante Nachfolge") sein Amt antritt. Während der Minderjährigkeit des neuen Kaisers übernimmt Cixi die Staatsführung.

1875,

sieben Jahre nach der fehlgeschlagenen Sladen-Expedition, unternimmt Colonel Horace Browne im Auftrag der indischen Regierung einen zweiten Anlauf zur Erkundung neuer Überland-Handelsrouten von Indien nach China. Es soll nun die gesamte Strecke von Nordburma bis nach Shanghai erkundet werden, weshalb sich gleichzeitig Augustus Raymond Margary (*1846,1875), ein 21jähriger englischer Konsulatsangestellter von Shanghai aus auf den Weg macht. Er reist der Expedition entgegen, den Yangtse bis Hankow hinauf, dann den Yuen-Fluß entlang und durchquert als erster Europäer die südlichen chinesischen Provinzen Hunan, Kweichow und Yunnan, um schließlich am gemeinsamen Ausgangspunkt in Nordburma mit Browne zusammenzutreffen. Wieder ist es Januar und wieder ist auch John Anderson als Expeditionsarzt mit von der Partie, als man von Bhamo aus aufbricht. Doch auch diese zweite Expedition endet vorzeitig. Schon nach wenigen Meilen auf chinesischem Gebiet wird die Gruppe von aufständigen Grenzstämmen angegriffen und Margary, der als Dolmetscher alleine vorausgereist war, ermordet. 

. Publikationen: l  Notes of a Journey from Hankow to Ta-li Fu. .
. Augustus Raymond Margary
F. & C. Walsh, Shanghai 1875
. l Mandalay to Momien: A Narrative of the two Expeditions to Western China of 1868 and 1875 under Colonel Edward Sladen and Colonel Horace Browne. .
. John Anderson 
Macmilian and Co., London 1876
Mit 16 Kupferstichen und 3 Karten. 479 Seiten.

 
. l The journey of Augustus Raymond Margary, from Shanghae to Bhamo, and back to Manwyne: from his journals and lettters, with a brief biographical preface: to which is added a concluding chapter. .
.

Rutherford Alcock
Macmillan and Co., London 1876
"With a portrait engraved by Jeens, and a route map."

1875



                   1877

wird Edward Colborne Baber (*1843,1890) erster britischer Konsul in der Hafenstadt Ch'ung-k'ing am Oberlauf des Yangtsekiang. Durch die vorausgegangene Ermordung des Engländers Margary nutzt England die Gunst der Stunde, sich als Gegenleistung eine Konsulatsstelle in der Provinz Szechuen zu sichern. 
reist Baber daraufhin mehrere Monate lang durch das chinesisch-tibetische Grenzgebiet, besucht die Provinzhauptstadt Ch'eng-tu und besteigt als erster Europäer den für chinesische Buddhisten heiligen Berg Omi. Ein Jahr später erstellt er eine Routenkarte quer durch die chinesische Provinz Yünnan bis an die Grenze nach Burma. 

. Publikation: l Travels and Researches in Western China. I: A Journey of Exploration in Western Ssu-ch'uan (1881).   II: Journey to Ta-chien-lu (1879). III: Notes on the Route Followed by Mr. Grosvenor's Mission Through Western Yünnan (1878)  IV: On the Chinese Tea-Trade with Tibet (1879). .
. E. Colborne Baber
John Murray, London 1882
In: Royal Geographical Society. Supplementary Papers. 
Mit mehreren Zeichenskizzen und Karten. 201 Seiten

 
1875



                  
1893

wird Max August Scipio von Brandt deutscher Gesandter in Peking. Bereits 1860-62 nahm er an der Preußischen Expedition unter Graf Eulenburg nach Ostasien teil, von 1862-72 war er erst Geschäftsträger in Japan - erst im Namen Preußens, dann des Norddeutschen Bundes und schließlich des Deutschen Reiches.
beendet er seinen Posten in Peking und hinterläßt "seinen Freunden in Ostasien zur freundlichen Erinnerung" seine

. Publikationen: l 33 Jahre in Ost-Asien                                        Erinnerungen eines deutschen Diplomaten .
. M. von Brandt
Verlag von Georg Wigand, Leipzig 1901
Hierzu Band 3 (von 3). 333 Seiten

 
. l Aus dem Lande des Zopfes
Plaudereien eines alten Chinesen
.
. M. von Brandt
Verlag von Georg Wigand
, Leipzig 1908
226 Seiten

 
1876 - 77

reist der Ethnograph Grigorij Nikolajewitch Potanin (*1835,1920) (H*) im Auftrag der Russischen Geographischen Gesellschaft durch die nördliche Mongolei. Seine Reiseberichte sind nicht so brillant geschrieben wie die seines Landsmanns Przyewalski, weshalb sie im Westen nicht verlegt werden und auch in den geographischen Fachzeitschriften nur kurze Erwähnung finden.

. Publikation: l G. N. Potanin's Forschungen in der westlichen Mongolei, 1876-1877. .
. Justus Perthes, Gotha 1881
In: Dr. A. Petermann's Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt; 27. Band, 1881.
Seiten 182-184. Kolorierte Faltkarte. 

 
1876

 








                  
1878

startet Nikolai Michailowitsch Przyewalski (*1839,1888 Biographie) (H*) zu seiner zweiten Zentralasien-Expedition, diesmal von Kuldscha aus über den Tienschan, um den Unterlauf des Tarim zu erforschen und eine Lagebestimmung des Sees Lopnor vorzunehmen. Der Zeitpunkt ist günstig, da es die Machtverhältnisse in Chinesisch Turkestan kurzfristig und überraschend ermöglichen, dieses Forschungsprojekt durchzuführen. Trotz erheblicher Behinderungen durch die ihm aufoktroyierten muslemischen Schutztruppen ist seine Expedition ein voller Erfolg: Prschewalski kehrt mit reicher wissenschaftlicher Ausbeute zurück, kann der Fachwelt erstmals von wild lebenden Kamelen berichten und fügt der Kartographie das Altyn-tag-Gebirge als nördliche Grenze des tibetischen Hochlandes hinzu. Seine unmittelbar anschließend geplante Expedition nach Tibet muß
aus gesundheitlichen Gründen wieder abgebrochen werden.

. Publikationen: l Ot Kul'dzi za Tjan'-San'i na Lob-Nor. .
. Nikolai Michailowitsch Prshewalski
Moskau, 1877
(Deutsche Ausgabe:)
. Reise des russischen Generalstabs-Obersten N. M. Przewalsky von Kuldscha über den Thian-Schan an den Lob-Nor und Altyn-Tag 1876 und 1877. A*
. Justus Perthes, Gotha 1878
In: Ergänzugsband XII. (Heft No. 53) zu Petermann's "Geographischen Mittheilungen". Mit zwei Karten. 31 Seiten 

 
. l Hanhai. Von Kuldscha über den Tianschan und zum Lob-nor A*
.

Herbert Butze, Hrsg.
Bibliographisches Institut, Volkseigener Verlag, Leipzig 1952.

Mit zahlreichen Aufnahmen und Karten, 248 Seiten


1876-79

arbeitet Dr. Albert Regel (*1845,1908) (H*) als Kreisarzt in der unter russischer Verwaltung stehenden chinesischen Stadt Kuldscha in der Ili-Provinz. Von dort aus unternimmt er zahlreiche botanische und topographische Exkursionen ins Tianshan-Gebirge und nach Chinesisch-Turkistan.

. Publikationen: l

Reisen in Central-Asien, 1876-79.

.
. Dr. A. Regel
Justus Perthes, Gotha 1879
In: Dr. A. Petermann's Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt; 25. Band, 1879.
Seiten 376-384 und 408-417. Kolorierte Faltkarte. 

 
. l Meine Expedition nach Turfan 1879. .
.

Albert Regel
Justus Perthes, Gotha 1881
In: Dr. A. Petermann's Mittheilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt; 27. Band, 1881.
Seiten 380-394. Kolorierte Faltkarte


 
1877

befindet sich Captain William John Gill (*1843,1882) (H*) in der beneidenswerten Lage, ein Vermögen geerbt zu haben, welches es ihm ermöglicht, sich ab sofort nur noch seinen ureigensten Interessen zu widmen. So bricht er Anfang des Jahres in Shanghai auf und reist den Yang-Tzu-Chiang hinauf, jenen breiten Strom, den die Mongolen Murui-Ussu, die Tanguten Di-Chu und die Tibeter N'jeh-Chu nennen. Die Chinesen nennen seinen oberen Lauf Kin-Sha-Kiang, was "Goldsandfluß" bedeutet und sich auf die mitgeführten Partikel an Goldstaub in seinem Sediment bezieht. Ab Chung-Ching reist Captain Gill auf dem Landweg weiter nach Westen und erreicht am 9. Mai die Provinzhauptstadt Cheng-tu. Im Tragstuhl dreht er eine Schleife durch den Norden der Provinz Sichuen und startet dann zur chinesischen Grenzstadt Batang, dem eigentlichen Ausgangspunkt seiner Expedition nach Tibet. Doch seine Weiterreise erfährt dort einen jähen Halt: Tibetische Lamas haben entlang der Grenze sechstausend Kämpfer zusammengezogen, um die Einreise des Forschungsreisenden zu verhindern. So wendet sich Gill nach Süden und reist, parallel zum Grenzverlauf, am Goldsandfluß entlang, überquert die hoch gefalteten Gebirge Indochinas und erreicht in Bhamo die burmesische Grenze, wo er von Thomas Thornville Cooper empfangen wird, der nur sechs Jahre zuvor an dieser Durchquerung gescheitert war. Die Royal Geographical Society verleiht Gill für seine Routenaufnahme zwei Jahre später die Goldmedaille.

. Publikation: l The River of Golden Sand: Beeing the Narrative of a Journey Through China and Eastern Tibet to Burma. .
.

William Gill
John Murray, London 1880
Zwei Bände.
(Neuausgabe: John Murray, London 1883.
Gekürzt und um eine Biographie des zwischenzeitlich verstorbenen Verfassers erweitert.
Mit 33 Abbildungen und zwei Karten. 473 Seiten


 
1877

startet der protestantische Missionar Edwin Joshua Dukes zu einer seiner vielen Rundreisen durch die südchinesische Provinz Fuh-kien [Fujian], um seine dort verstreuten christlichen Gemeinden zu besuchen. Von Amoy aus führt ihn der Weg erst ein Stück landeinwärts und dann nordöstlich nach Foochow [Fuzhou], von dort aus geht es an der Küste entlang wieder nach Amoy zurück. Vom täglichen Leben seiner Missionsarbeit sowie von Land und Leuten in Südchina berichtet er in seiner

. Publikation: l Everyday Life in China; or Scenes along river and road in Fuh-kien. .
.

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Edwin Joshua Dukes
The Religious Tract Society, London 1885
"With a map and illustrations from sketches by the author." 240 Seiten 

 
1877


    
 
 


                  
1880

beginnt Graf Béla Széchenyí (*1837,1918) mit seinen Begleitern Gustav Ritter von Kreitner (*1847,1893) (H*) und Lajos (Ludwig) Lóczy (*1849,1920) von Triest aus seine für die damalige Zeit sicher ungewöhnliche weil privat finanzierte Studienreise nach Asien. Über einen Aufenthalt in Indien und Japan erreichen sie ein Jahr später Schanghai und machen sich von dort aus auf den Weg nach Lantschou und Nordosttibet. Entlang der östlichen Grenze von Tibet ziehen sie langsam nach Süden, vergeblich auf einen Abstecher nach Lhasa hoffend, und überschreiten bei Bhamo schließlich im Jahr
die Grenze nach Birma, um von Rangun aus wieder per Schiff zurückzureisen. 

. Publikationen: l Wissenschaftliche Ergebnisse der Reise in
Ostasien 1877-80.
.
. Graf Béla Széchenyí
. l

Im fernen Osten.
Reisen des Grafen Bela Széchenyí in Indien, Japan, China, Tibet und Birma in den Jahren 1877-1880.

A*
.

Gustav Kreitner.
Alfred Hölder k.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler,  
Wien 1881.       
Mit zweihundert Original-Holzschnitten und drei Karten.    
1013 Seiten


 

1878

erreicht die englische Reiseschriftstellerin Constance Frederica Gordon Cumming (*1837,1924) von Japan kommend Hong-Kong und besichtigt in den nächsten sechs Monaten nordwärts fahrend die Hafenstädte Canton, Amoy, Foo-chow, Shanghai, Ningpo, Tien-Tsin, Peking und Che-Foo. In Reisebriefen berichtet sie von ihren Eindrücken und den Besuchen bei den christlichen Missionsstationen.

. Publikation: l

Wanderings in China

.
.

Constance Frederica Gordon Cumming
William Blackwood and Sons, Edinburgh and London 1886
Zwei Bände. Mit 10 Illustrationen und einer Karte
382/370 Seiten.


 
1878

berührt der Österreicher H. D. Schmid  im Rahmen seiner Weltreise auch die chinesischen Hafenstädte Kanton, Shanghai und Tient-tsin. Ein abschließender Aufenthalt in Peking endet beim Ausflug zur Großen Mauer mit einem akuten Sonnenstich und der vorzeitigen  Abreise Ende September nach Japan.

. Publikation: l

Von Californien bis zu Chinesischen Mauer

.
.

H. D. Schmid
Druck und Verlag von L. W. Seidel & Sohn, Wien 1883
222 Seiten.


 
1878 - 79

unternimmt Michail Wassiljewitsch Pewzow (*1843,1902) (H*) eine ausgedehnte Rundreise durch die Mongolei. Ausgebildet an der russischen Akademie des Generalstabs, schließt er sich auf Wunsch der Russischen Geographischen Gesellschaft mit zwei Topographen einer Handelskarawane an, um die Wege in Chinas nördlichen Provinzen zu kartographieren. Vom Altai-Gebirge geht es zuerst in die chinesische Stadt Kobdo und von da aus nach Kuku-choto (dem chinesischen Kwei-hwa-tschöng). Er trifft dort auf Paul Splingaert, den früheren Dolmetscher und Wegbegleiter Ferdinand von Richthofens, der sich hier schon seit sechs Jahren aufhält. In Kalgan erreicht die Expedition ihren fernsten Punkt, schwenkt nördlich ab nach Urga und schließt mit dem Wegstück nach Uljassutai im Westen dann nach 4250 Marschkilometern die letzte geographische Wissenslücke in diesem Bereich. 

. Publikation: l

Wo man mit Ziegeltee bezahlt. Bericht einer Reise durch die Mongolei und die nördlichen Provinzen des inneren China.

.
.

M. W. Pewzow
VEB F:A: Brockhaus, Leipzig 1953
Mit einer Karte. 307 Seiten.


 
1878




      



 
                  
1882

ist der indische Pandit, Rai Bahadur Kishen Singh Milamwal (Deckname "A-K-" *1840,1921) (H*), im Auftrag der indischen Regierung als Kaufmann verkleidet in Tibet unterwegs. Ende September erreicht er Lhasa, wo er ein Jahr abwarten muß, bis sich die Möglichkeit bietet, mit einer großen Karawane über das Hochland des Tschang-tang Richtung Norden zu reisen. Die Karawane wird überfallen und A-K- seiner Geldmittel beraubt, so daß er, um überleben zu können, gezwungen ist, sich mehrere Monate lang als Viehhirte zu verdingen. Pflichtbewußt schlägt er sich durch bis zum Ziel seiner Reise, dem Seengebiet des Kuku-nor im Nordosten Tibets, kartographiert auch noch die Randgebiete bis hin zur Wüste Gobi. Insgesamt viereinhalb Jahre dauert seine abenteuerliche Reise, bevor er
in Darjeeling wieder indischen Boden betritt.

. Publikationen: l

Four Years' Journeying through Great Tibet, by one of the Trans-Himalayan Explorers of the Survey of India.

.
. J. T. Walker
Edward Stanford, London 1885
In: Proceedings of the Royal Geographical Society; Vol. VII. ( 2/1885). Seiten 65-92. Karte Seite 136.

 
. l Die Reise des Punditen A-K- durch das östliche Tibet. A*
.

H.Wichmann
Justus Perthes, Gotha 1885
Aus: Petermanns Geographische Mitteilungen 31.
Mit einer Karte, 6 Seiten

1879

besucht die englische Reiseschriftstellerin Isabella Lucy Bird (*1831,1904) auf Ihrem Weg nach Malaysia kurz Hongkong und Canton.

. Publikation: l The Golden Chersonese and the Way thither .
.

Isabella L(ucy) Bird
John Murray, London 1883
Mit 16 Holzschnitt-Illustrationen und zwei Karten. 384 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)


 
. Der goldene Chersones. .
.

Ferdinand Hirt & Sohn, Leipzig 1884
Mit 16 Holzschnitt-Illustrationen und zwei Karten. 389 Seiten


1879

oder etwas früher, könnte es gewesen sein, daß der französische Reisende Gaston de Bezaure (*1852) auf dem "Blauen" Fluß (Yangzekiang) von Schanghai durch das westliche China nach Setchuan reist.

. Publikation: l Le fleuve bleu: voyage dans la Chine occidentale. .
. Gaston de Bezaure
E. Plon, Paris 1879
(Deutsche Ausgabe:)
. Auf dem "Blauen" Flusse. Reise in das westliche China. .
.

Verlag von Paul Frohberg, Leipzig 1880
Mit 5 Holzschnitt-Illustrationen und einer  Karte in Lithographie, 
132 Seiten


 
1879

werden die amerikanischen Vettern Craig & Fry von ihrer Firma CENTENARIA in Schanghai mit einem Sonderauftrag betraut, welcher sie ab dem 30. April für zwei volle Monate in Anspruch nimmt. Was als diskreter Observationsauftrag des chinesischen Bankrotteurs und Versicherungsbetrügers Kin-Fo (*1847) beginnt, verwandelt sich ganz unvermutet in eine nervenaufreibende Tätigkeit als Bodyguards für einen Millionär, dem ein Mordanschlag droht. Als sicherste Schutzmaßnahme erscheint die vorbeugende Flucht quer durch China, um alle Attentäter hinter sich zu lassen. Mit einem Dampfer und Diener Sun im Schlepptau geht es zu viert zuerst den Yangtsekiang hinauf bis Ran-Keou [Hankou], wo man versucht, auf einem Nebenfluß weiter nach Lao-Ro-Kou zu treideln, was aber am niedrigen Wasserstand scheitert. So reitet man ab Fan Tscheng über Land nordwärts nach Si-Guan-Fu, schlägt einen Haken westwärts nach Tong Kouan am Gelben Fluß und gelangt teils mit Barken, teils per Schubkarren stromabwärts bis zum Kaiserkanal. Über Tien-tsin erreicht die ganze Gesellschaft am 19. Juni Pekings Vorort Tong Tscheu und gleich darauf die Hauptstadt selbst. Widrige Umstände zwingen dort jedoch bald zur erneuten Flucht. Am 26. Juni begibt man sich an Bord des "schnellen Dampfschiffs Pei-Fang", welches einen Tag später die Reede von Taku erreicht. Um ihre Spuren weiter zu verwischen, wechseln sie am folgenden Tag auf die Handelsdschunke "Sam-Yep", die nach Fu-Ning ausläuft - unglücklicherweise wird die 300-Tonnen-Dschunke aber am zweiten Tag von Piraten gekapert. Der Gefangennahme entgehen die Vier nur durch einen beherzten Sprung über Bord und verdanken ihre Rettung  einem zufällig vorbeifahrenden Boot. Bereits am 29. Juni 1879 erreichen sie so doch noch die Hafenstadt Fu-Ning und treten sogleich die Weiterreise per Kamel in Richtung auf die Große Mauer an. 
Warum Craig und Fry dann aber einen Tag später punkt 24.00 Uhr ihren Mandanten im Stich lassen, der daraufhin doch noch gekidnappt und verschleppt wird, kann hier aus Platzgründen leider nicht weiter ausgeführt werden.
Der vollständige Bericht dieser spektakulären Reise erscheint noch im selben Jahr als

. Publikation: l Les Tribulations d'un Chinois en Chine. .
.

Jules Verne
Pierre-Jules Hetzel, Paris 1879
Mit 51 Illustrationen und einer  Karte.
(Deutsche Ausgabe)


 
. Die Leiden eines Chinesen in China. .
.

A. Hartleben's Verlag, Wien, Pest Leipzig 1881
Mit 51 Illustrationen und einer  Karte. 
Reprint: Deutscher Bücherbund GmbH, Stuttgart/München 
223Seiten


  
 
 

Mit wachsender Besorgnis registrieren die Chinesen das Interesse der Russen und Engländer an Tibet und müssen feststellen, daß auch ihr eigener Einfluß im Land der Lamas zusehends schwindet. Geschickt können sie den Tibetern suggerieren, die ausländischen Mächte hätten es nur darauf abgesehen, die Religion der Tibeter zu zerstören. Vor allem die westlichen Missionare würden dieses Ziel verfolgen und alle ausländischen Expeditionen hätten den alleinigen Zweck, die Wege für einen bewaffneten Einfall auszukundschaften. Die Einflüsterungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Die tibetische Regierung wird mißtrauisch und beginnt, die Landesgrenzen für Fremde systematisch abzuschotten.

1879




 


                  
1880

startet Nikolai Michailowitsch Przyewalski (*1839,1888 Biographie) (H*) zu seiner dritten und bedeutendsten Expedition nach Zentralasien. Begleitet von wissenschaftlichen Helfern, einer Handvoll Kosaken und vom stolzen Vaterland diesmal mit ausreichenden Finanzen versehen, reist er vom russischen Saisansk zielstrebig zum Nanshan-Gebirge und weiter zu den Quellen des Hoang Ho. Beim Versuch, von dort aus weiter nach Lhasa zu kommen, wird er jedoch von bewaffneten tibetischen Truppen kurz vor dem Ziel abgefangen und zur Umkehr gezwungen. Die Expedition endet
in Kiachta.

. Publikation: l (Deutsche Ausgabe) .
. Reisen in Tibet und am oberen Lauf des Gelben Flusses
in den Jahren 1879 bis 1880
A*
. N. von Prschewalski
Hermann Costenoble, Jena 1884
Mit 16 lithographischen Tafeln, 23 Textabbildungen und einer Karte in Farbendruck, 281 Seiten
1879 - 81

führt der deutsche Bergwerkingenieur Hermann Michaelis im Auftrag des chinesischen Vizekönigs Zo-Zung-Tang eine Fluß- und Wegeaufnahme durch, deren Gebiet sich über 16 Längengrade erstreckt (ca. 1800 Kilometer). Sie beginnt in Hankou, der Großstadt an der Einmündung (chin.: kou) des Han-Flusses in den Yangtzekiang,  und endet in Su tschou, dem Sitz des Vizekönigs in der westlichen Provinz Kansu. Die Arbeit erfolgt mit echter deutscher Gründlichkeit (- wir dürfen Zufriedenheit beim Auftraggeber unterstellen).

. Publikation: l Von Hankau nach Su tschou. Reisen im mittlern und westlichen China 1879-81. .
.

Hermann Michaelis
Justus Perthes, Gotha 1888
In: Ergänzungsheft No.91.zu "Petermanns Mitteilungen". 
Mit 3 teilkolorierten Karten und 12 Textskizzen. 58 Seiten.


 
1879 - 90

reist K. F. Müller, Pfarrer der deutschen kaiserlichen Marine, durch die südchinesische Provinz Guangzhou und besucht die dortigen Missionsstationen.

. Publikation: l Im Kantonlande. Reisen und Studien auf Missionspfaden in China. .
.

K. F. Müller
Buchhandlung der Berliner evangelischen Missionsgesellschaft, Berlin 1903
Mit 57 Abbildungen. 258 Seiten


 
1880










 




                   1884

hat das Entsenden von Panditen beim British Survey of India Schule gemacht und der Pandit Kinthup (H*), Deckname "K.P." wird diesmal ausgewählt, um herauszufinden, ob der nördlich des Himalaya fließende Tsangpo nicht mit dem im Osten von Assam so geheimnisvoll auftauchenden Brahmaputra identisch sein könnte, was man seit kurzem vermutet. Fünfhundert markierte Holzstämme sollen deshalb von Kinthup in Osttibet zu einem bestimmten Datum in den Tsangpo geworfen werden, während die Engländer den Brahmaputra im tiefergelegenen Assam zum gleichen Zeitpunkt mit Argusaugen beobachten. Doch es kommt alles ganz anders. Mit einem chinesischen Lama als Führer bricht "K.P." im Spätsommer auf; schon kurze Zeit später hat der Lama die ihm anvertraute Reisekasse veruntreut und verkauft "K.P." daraufhin kurzerhand in Tibet als Leibeigenen, um sich des unbequemen Zeugen zu entledigen. Kinthup kann fliehen, wird wieder eingefangen, wird weiterverkauft, kann sich mit vielen Monaten Verspätung trotzdem heimlich bis auf 35 Kilometer der Grenze zu Assam nähern und die Baumstämme präparieren, muß dann aber erst nach Lhasa zurück, um seinen indischen Auftraggebern ein neues Datum mitzuteilen. Pflichtbewußt reist er daraufhin erneut nach Osttibet, erfüllt seinen Auftrag und kann dann endlich
nach Darjeeling zurückkehren - um dort dann erfahren zu müssen, daß seine Nachricht aus Lhasa nie angekommen ist. Und noch viel schlimmer: In der Zwischenzeit hatten Andere bereits herausgefunden, das es sich bei Tsangpo und Brahmaputra um ein und denselben Fluß handelt!

. Publikation: l Explorations on the Tsang-po in 1880-84 by Explorer Kinthup. .
.

Dehra-Dun, 1911
Mit einer Karte

1881

macht sich Sarat Chandra Dás (*1849,1917) (H*) erneut nach Tibet auf. Schon zwei Jahre zuvor hatte der indische Pandit vom Pantschen-Lama die Erlaubnis erhalten, sich im Kloster Taschilumpo in Schigatse studienhalber aufhalten zu dürfen. Vier Monate verbrachte er dort und vermaß Hin- und Rückreise heimlich - ausgerüstet mit Sextant und Kompaß - für den Indian Survey. Seine jetzige Reise nach Lhasa erfolgt hingegen ohne offizielle Erlaubnis, da die an den Dalai Lama ergangene Anfrage nicht beantwortet wurde. Mit seinem Diener Urgyen Gyatso gelangt er über die verschneiten Pässe Nepals auf die tibetische Seite und verweilt wieder drei Monate in Taschilumpo, bevor er am 11. Mai zur Hauptstadt aufbricht, die er nach 19 Tagen erreicht. Auch diese Wegstrecke wird von ihm heimlich vermessen. Da in Lhasa eine Pocken-Epidemie ausbricht, kehrt er schon kurz nach einer Audienz beim Dalai Lama nach Indien zurück.

. Publikation: l Journey to Lhasa and Central Tibet. .
. (William Woodhill Rockhill, Hrsg.)
John Murray, London 1902
Mit Frontispiz, 24 Abbildungen im Text, 2 farbige Karten,
1 Tafel und 6 Pläne. 285 Seiten
(Deutsche Zusammenfassung:)

 
. Sarat Tschandra Das ,Reise in Tibet'. A*
.

H. Repsold
Friedrich Vieweg & Sohn, Braunschweig 1894
In: Globus. Illustrierte Zeitschrift für Völker- und Landeskunde, 66. 2 Seiten

1881

wird Edmond Cotteau (*1833,1896) vom französischen Unterrichtsministerium mit einem Auftrag nach Japan entsandt und wählt dafür den Weg mit der Eisenbahn durch Sibirien nach Vladivostok. Die Rückreise nach Europa nutzt er dazu, in China und Indochina Station zu machen und sich umzuschauen. Im Oktober erreicht er somit Shang-hai, fährt nach Tien-tsin und von dort aus für eine Woche nach Pékin. Von Pékin aus geht es zurück und mit dem Schiff von Shang-hai aus noch kurz den Yang-tsé-kiang stromaufwärts, über Nankin und den Poyang-See bis Han-keou, bevor es schließlich nach Hong-kong weitergeht.

. Publikation: l Un touriste dans l'Extrème Orient. Japon, Chine, Indo-Chine et Tonkin. 4. Aout 1881 - 24. Janvier 1882. .
.

Edmond Cotteau
Librairie Hachette et Cie., Paris 1884
"Contenant 38 gravures et 3 cartes." 448 Seiten


1882

startet Archibald R. Colquhoun (*1848,1914) mit seinem Freund Charles Wahab Anfang des Jahres von Canton aus zu einer Expedition, die sie westwärts durch Yünnan und die Shan-Staaten bis zum Hafen Rangoon in Britisch-Burma führen soll. Mit der Erkundung geht es Colquhoun vor allem um die geographische Routenaufnahme für eine geeignete Trassenführung einer Eisenbahnlinie durch die Shan-Staaten, um England damit neue Handelsmöglichkeiten in Südchina zu erschließen. Doch sie können den Plan nicht ausführen: Wahab erkrankt, muß umkehren und verstirbt noch auf dem Rückweg.  Colquhoun verliert an der chinesischen Grenze seinen Dolmetscher und kann die Shan-Staaten nach Siam nicht durchqueren. Über Bhamo weicht er nach Nordwesten aus und hat damit insgesamt 1500 Meilen durch überwiegend unbekanntes Gebiet zurückgelegt.

. Publikation: l Across Chrysê, beeing the Narrative of a Journey of Exploration through the South China Border Lands from Canton to Mandalay. .
. Archibald R. Colquhoun
Sampson Low, Marston, Searle, and Rivington, London 1883
Zwei Bände; mit je 127 Abbildungen und zahlreichen Textillustrationen sowie drei Karten. 420 bzw. 408 Seiten 

(Deutsche Ausgabe:)

 
. Quer durch Chryse. Forschungsreise durch die südchinesischen Grenzländer und Birma von Canton nach Mandaly. .
.

F. A. Brockhaus, Leipzig 1884
Zwei Bände. Mit über 300 Abbildungen in Holzschnitt und 2 Karten. 412 bzw. 406 Seiten.


 
1882 - 84

ist Alexander Hosie (*1853,1925) (H*) als Nachfolger von Konsul Baber in Chungking stationiert. Die Engländer hatten die Stadt am Yang-tsze mit viel Weitblick als strategisch wichtigen Handelshafen erkannt und Hosie nutzt die Jahre, um in den umliegenden Provinzen herumzureisen und in Erfahrung zu bringen, welche Möglichkeiten sich hier zukünftig für den englischen Handel bieten.

. Publikation: l Three Years in Western China; A Narrative of three Journeys in Ssu-ch'uan, Kuei-chow, and Yün-nan. .
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Alexander Hosie
George Philip & Son, London 1890
Mit Vorsatz, acht Abbildungen und einer Karte. 302 Seiten

1883,


 



 
 






                  
1885

drei Jahre nach Rückkehr von seiner letzten Forschungsreise, startet Nikolai Michailowitsch Przyewalski (*1839,1888 Biographie) (H*) mit seinem Begleiter Wsewolod Iwanowitsch Roborowskij (*1856, mit seinem Begleiter Wsewolod Iwanowitsch Roborowskij (*1856,1910) (H*) diesmal vom sibirischen Kjachta aus, um nach Nordtibet vorzudringen. Es gelingt ihm, als erster Europäer das Quellgebiet des Hoang-ho zu erreichen, von den Chinesen Sing-su-hai "Sternenmeer" genannt. Als erster Wissenschaftler vor Ort macht er von seinem Privileg der geographischen Namensgebung reichlich Gebrauch. Trotz des sehr schwierigen Terrains wagt er mit einem Teil seiner Mannschaft einen weiteren Vorstoß nach Süden, um auch ins Quellgebiet des Jangtsekiang zu gelangen. Doch Dauerregen und Frost zermürben Mannschaft und Tiere und machen alle weiteren Forschungsarbeiten unmöglich. Bei der Rückkehr zu den Quellseen des Hoang-ho wird er von räuberischen Tanguten überfallen und muß sich Richtung Lop-nor zurückziehen, wo er zwei Monate rastet und die Zeit mit wissenschaftlichen Arbeiten verbringt, bis er am südlichen Rand der Takla-Makan-Wüste weiter Richtung Chotan zieht.
endet die Expedition in Karakol, auf der nördlichen russischen Seite des Tian-Schan-Gebirges. Von hier aus will Prschewalski später eine neue Expedition starten. Doch er stirbt dort vor Reisebeginn, woraufhin die Stadt posthum in ,Prschewalsk' umbenannt wird.

. Publikation: l Ot Kjachty na istoki zeltoj reki .
. Nikolai Michailowitsch Przyewalski
Tip. V. S. Balashova, S. Peterburg 1888
Moskau 1948
(Deutsche Ausgabe:)
. In das Land der wilden Kamele. Von Kjachta zu den Quellen des Gelben Flusses, die Erforschung des nördlichen Randgebietes von Tibet und der Weg über den Lob-nor durch das Tarimbecken A*
.

VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1954
Mit 13 Abbildungen und einer Karte, 339 Seiten

1883
         




                   1912

kommt der Schotte Dugald Christie (*1855,1936) in die alte Kaiserstadt Moukden [Shenyang], um in der Mandschurei als Arzt tätig zu werden. Es bedarf einiger Zeit, um die bei der chinesischen Bevölkerung vorhandenen Vorurteile zu überwinden, doch die anfängliche Krankenstation kann erst zum Krankenhaus und schließlich zu einer medizinischen Hochschule erweitert werden. Trotz der Wirren der chinesischen Revolution kann Christie den Hochschulbetrieb schließlich
mit 50 Studenten im Erstsemester aufnehmen.

. Publikationen: l Ten Years in Manchuria. A Story of Medical Mission Work in Moukden. .
. Dugald Christie
J. and R. Parlane, Paisley 1895
Mit 5 Abbildungen. 100 Seiten
. l Thirty Years in Moukden. 1883-1913. Being the Experiences and Recollections of Dugald Christie. .
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Dugald Christie
Constable and Company Ltd., London 1914
Mit 24 Abbildungen und 2 Karten. 303 Seiten