| Yangzhou | Die Stadt, in der Marco Polo einst Statthalter des chinesischen Kaisers gewesen sein will - die Historiker haben da aber so ihre Zweifel. Da Yangzhou bislang nicht ans Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, bleibt die Stadt von ausländischen Touristen ziemlich verschont, obwohl sie innerhalb Chinas berühmt ist und mehrere schöne Gartenanlagen aufweist. |
| Im Süden der Stadt liegt der He Garten, nach dem ersten Besitzer He Zhiren benannt, der das Anwesen gegen Ende der Qing- Dynastie errichten ließ. Was man dem Ganzen auch ansieht: Neben den klassischen Hallen, Pavillons und Wandelgängen, sind auch sehr untypische Bauelemente integriert, wie eine alle Ge- bäude umspannende Galerie im zweiten Stock und Seitentrakte in modernem Baustil. Das Ganze ist trotzdem sehr reizvoll und es macht Spaß, die verwinkelten Verbindungsgänge, Felsgebirge und versteckt liegenden Höfe zu erkunden. Das Teehaus steht separat und ist rundum verglast - ebenfalls eine Neuerung der ausgehenden Qing-Zeit. |
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| Der Name des Ge Gartens leitet sich aus dem chinesischen Schriftzeichen für Bambus ab und zeugt von der Vorliebe des Erbauers für diese symbolträchtige Pflanze aus der Familie der Gräser. Demzufolge sind hiervon auch die verschiedensten Sorten über den ganzen Garten verteilt zu finden. Besonders faszinierend ist ein großes künstliches Felsgebirge aus huang shi, Chinas berühmtem Gelben Stein, das mit den besten seiner Art in Suzhou konkurrieren kann: Hier geht es durch enge Schluchten, es finden sich weitläufige Höhlen und Grotten, und immer wieder führen die verschlungenen Stufen in atemberaubend steilen Spiralen hinauf und hinab durch das Felsengewirr und zeugen von einem ausgesprochenen Spieltrieb der chinesischen Gartengestalter. Das Teehaus selbst ist wenig besucht und damit der ideale Ort, um in Ruhe zu lesen und seinen Gedanken nachzuhängen. |
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