=> Der Tee

=> Die Verpackung

=> Die Aufbewahrung

=> Das Wasser

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=> Das Aufgießen

=> Die Ziehdauer

=> Die Teekanne

=> Das Warmhalten

Auf der Suche
nach der perfekten Teezubereitung

Ich trage zwei Seelen in meiner Brust: Die eine ist auf der Suche nach der perfekten Teezubereitung, die andere schmunzelt nur darüber. Das ist wohl der Zwiespalt zwischen meiner westlich wissenschaftlichen Ader und der östlich daoistischen eines ausgeprägten Homo ludens. Denn: Auf welche Art wollen wir unser Leben führen? Diese Frage beschäftigt mich oft und allen perfektionistischen Bestrebungen zum Trotz gelange ich für mich doch immer wieder zu der Einsicht des "Weniger ist Mehr" und "Es muss nicht immer das Letzte sein". Teetrinken bedeutet mir viel, keine Frage. Doch noch mehr bedeutet es mir, unbeschwert zu leben, frei von selbstgeschaffenen Zwängen und Ballast, spontan und genießerisch. Ich habe viele Eskapaden hinter mir und obwohl ich die Stoiker sehr verehre, bin ich letztlich wohl doch im epikureischen Lager zu finden: Das Wesentliche ist, zufrieden zu sein und sich wohlzufühlen. Wem der ganze Tag zur Verfügung steht, kann sich der Teezubereitung völlig hingeben. Und wem eine schnelle Tasse einfachen Tees genügt, ist in meinen Augen ebenso glücklich zu schätzen.

Wenn mich Freunde fragen, wie man Tee denn am besten zubereitet, seufze ich innerlich, denn es ist ein weiter Weg, bis Tee duftig in der Tasse dampft und ich behaupte, es ist auch ein steiniger.

Hier also der Versuch des Homo faber, das Optimale aufzuzeigen.


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Der

Tee


Wovon sprechen wir? Unter Tee verstehe ich lediglich die Pflanzen Camellia sinensis und Camellia assamica in ihrer Sortenreinheit, also weder Mischungen noch die ganze Palette der Aromatees und schon gar nicht die reinen Namensvettern wie Mate, Roibusch & Konsorten. Und auch die Länder, für deren Tees sich ein besondere Aufwand lohnt, sind mit China, Taiwan, Japan und Darjeeling schnell aufgezählt.
          Am Anfang steht die zentrale Frage, was unter "gutem Tee" zu verstehen ist. Sicherlich Qualität und Geschmack, wobei man über Letzteren ewig streiten kann, diese Bewertung bleibt subjektiv. Bei der Qualität spielt nach der Verarbeitung und dem Transport die Frische des Tees die größte Rolle, da sich das Aroma im Laufe der Zeit abbaut und auch die beste Zubereitung schlechten Tee nicht mehr aufwerten kann. Einen Händler oder Importeur zu finden, der die neue Ernte möglichst schnell anbieten kann, ist deshalb etwas ganz Wesentliches. Nur zu oft werden erst noch die Lagerbestände des letzten Jahres abverkauft, weshalb man hier ruhig einmal nachfragen sollte. Außerdem ist Blatt-Tee besser als Broken-Tee: Blatt-Tee wurde von Hand gepflückt (und sieht - nebenbei bemerkt - aufgebrüht natürlich auch schöner aus), hat durch die unzerstörten Teeblätter noch weitestgehend seine Inhaltsstoffe und gibt vor allem die Gerbstoffe (Tannine) nicht so schnell ab, wie die Broken-Tees. Broken-Tees werden also wesentlich schneller bitter. Guter Tee kommt in der Regel lose (offen) in den Handel, Spitzenqualitäten werden in den seltensten Fällen abgepackt verkauft. Auf Packungen sind außerdem nur (irrelevant lange) Haltbarkeitsdaten angegeben, jedoch selten Angaben zum Pflückdatum (Ausnahmen bilden hier nur Spitzentees aus China und Japan, auch manche Darjeelings). Den Tee mit Auge, Nase und eigenem Sachverstand prüfen zu können, erleichtert die Entscheidung und beugt manchem Fehlgriff vor (was bei Tee aber leicht vorkommt, da hier Geruch und Geschmack zweierlei ist). Naheliegend ist es da (wenn auch an der Grenze zum Snobismus), den Tee im Frühjahr direkt vor Ort auf den Plantagen zu kaufen. In Darjeeling und Ceylon ist das relativ problemlos, in China bilden Sprachschwierigkeiten aber das große Problem. Die Verkaufsstellen der staatlichen Anbaubetriebe bieten deshalb die größte Sicherheit vor der Versuchung aller chinesischer Händler, sich an gutgläubigen Touristen schadlos zu halten: 
          Als ich
das erste Mal in Hangzhou direkt im Ort Long Jing bei einem Bäuerchen den berühmten Drachenbrunnen-Tee einkaufte, lag der frisch gepflückte Tee in einem duftenden Häufchen auf dem Tisch und mir wurde ein köstlicher Aufguss zur Probe vorgesetzt. Ich kaufte ein Pfund - um dann zu Hause festzustellen, dass man mir aus dem Hinterzimmer ein eingeschweißtes Pfund, vermutlich vom Vorjahr (!) herbeigeschafft hatte. Zumindest schmeckte er so, nämlich nach gar nichts (Chinesen erzählten mir später, es würde bei Händlern auch vorkommen, den zum Probieren aufgebrühten Tee einfach wieder zu trocknen und erneut zu verkaufen ... China!).

Bei der Auswahl von Tee gab es für mich lange Zeit noch ein anderes Kriterium: Mir war Tee aus kontrolliert biologischem Anbau wichtig, denn alle Tees werden mit chemischen Mitteln ziemlich heftig gespritzt - und die Spitzentees als Devisenbringer wahrscheinlich am meisten. Das schien mir bedenklich. Schon die Tendenzen unserer Lebensmittelindustrie hatten mich einsehen lassen, dass nicht alles Machbare auch sinnvoll und der Gaumen allein ein schlechter Richter ist. Bezogen auf Tee kommt das allerdings einer großen Selbstkasteiung gleich, denn die wenigsten Sorten gibt es in k.b.A.-Qualität. Anstoß zum Umdenken gaben mir dann kritische Nachfragen bei Bio-Firmen und die sehr qualifizierten Anmerkungen zu diesem Thema im Buch von Thomas Lünser. Seitdem ist dieses Thema kein Thema mehr für mich und ich trinke alles, was mich interessiert. 
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Die

Verpackung

Loser Tee wurde früher in großen Kisten verschifft und beim Einzelhändler dann zum Abverkauf in großen Blechdosen mit weiter Öffnung aufbewahrt. Heute ist das mehr eine nostalgische Reminiszenz. Jeder Händler ist gut beraten, den Tee zusätzlich in den alufolien-beschichteten Papiersäcken zu belassen, in denen Tee nunmehr versandt wird. Packt der Händler für den Verkauf noch selber ab, so schützen Dosen, Schraubdeckelgläser oder metallbeschichtete Kunststoffbeutel das Aroma am besten. Die heute oft noch üblichen 100g-Tütchen aus dickerem Papier haben nicht immer eine integrierte Alu-Schicht und sind höchstens für den kurzen Transport nach Hause geeignet, jedoch nicht, um wochen- oder monatelang im Verkaufsregal zu liegen. Wirklich gute und hochpreisige Tees werden deshalb kaum fertig abgepackt im Geschäft vorliegen. Eine Ausnahme bilden die im Alubeutel vakuumverpackten Spitzentees aus Taiwan (meist Dong Ding) und Japan (Schattentee). Letztere haben oft einen Verschluss, der sich wieder gut luftdicht verschließen lässt.
Sinnvoll ist es also, schon zum Teeeinkauf seine eigenen Dosen oder Gläser mitzubringen.
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Die

Aufbewahrung


Tee ist eine sensible Sache. Feines Aroma verflüchtigt sich an der Luft recht schnell, weshalb hier dicht schließende Behälter oder noch besser: dünne Vorratsbeutel aus Aluminiumfolie die goldene Lösung sind. Denn selbst an die Luft in der halbvollen Teedose gibt der Tee noch merklich Aromen ab und verliert damit auch an Geschmack. Vorratsbeutel aus Aluminiumfolie bieten da den unschlagbaren Vorteil, daß man sie stets optimal zusammenrollen und mit einem speziellen Tütenverschluss oder noch einfacher: mit zwei Gummiringen fest verschließen kann. Manche Autoren empfehlen außerdem, guten Tee stets außerhalb der Küche aufzubewahren, da er dort Fremdgerüche annehmen kann, - solche Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht und wenn Teedosen oder -beutel das Teearoma schützen, dann gilt das wohl auch in umgekehrter Richtung. Sinnvoll ist es jedoch, den Tee eher kühl aufzubewahren, also nicht dekorativ über Herd oder Heizung und auch nicht am sonnigen Fenster. Tee zusätzlich in den Kühlschrank zu legen, um Stoffwechselprozesse zu reduzieren, wird von anderen empfohlen (sogar: im Tiefkühlfach!) - was aber die Gefahr in sich trägt, daß der aufbewahrte Tee mit der Zeit verdirbt, weil sich bei jedem Öffnen der Verpackung sofort Kondenswasser am Tee niederschlägt. So zieht er Feuchtigkeit und wird dann wieder luftdicht verpackt - eine ganz schlechte Lösung. 
          Stark duftende Tees (z.B. Osmanthus) bewahre ich in alten chinesischen Yixing-Gefäßen auf. Das mag in diesem speziellen Fall angehen und ist vor allem ein schöner Anblick. Der Ton speichert hier zudem noch den Duft des Tees. Meine schönste neue Teedose stammt aus dem Reich der aufgehenden Sonne: Eine aus Kirschholz gedrechselte, das rötlich strukturierte Holz innen poliert, außen noch naturbelassen mit seiner silbergrauen, rauen Rinde. Die innere Verschlusskappe und der Deckel sind so passgenau gearbeitet, dass die Luft beim Öffnen auch nach Jahren noch mit einem saugenden Geräusch eintritt. Ohne jedes Fremdmaterial verarbeitet, hätte William Morris hieran seine wahre Freude.
          Tee sollte man also nur in kleinen Mengen und dafür immer wieder frisch einkaufen. Von einem Händler in der Schweiz erhielt ich einmal eine Probe taiwanesischen Pi Lo Chun, gerade per Luftfracht bei ihm eingetroffen, der ein geradezu unglaubliches Aroma besaß. Völlig begeistert bestellte ich sofort ein Pfund und bekam es originalverpackt in Alufolie eingeschweißt. Der Duft beim Öffnen der Packung war überwältigend - ich behaupte, nie einen intensiveren Grüntee-Duft erlebt zu haben - der Geschmack des Tees war adäquat köstlich. Ich beließ den Tee in seiner Verpackung. Genau zehn Tagen nach Anbruch hatten sich Duft und Geschmack trotzdem verflüchtigt. Egal was ich auch anstellte, keine Zubereitungsmethode brachte mehr ein auch nur annähernd gutes Ergebnis. Manche Aromastoffe sind also trotz größter Umsicht nicht zu konservieren - das ist eine traurige Einsicht.
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Das

Wasser


Zhang Dafu, ein Teemeister der Qing-Dynastie, sagte einmal: "Die Qualität einer guten Tasse Tee  hängt zu 20% vom Tee selbst ab und zu 80% vom verwendeten Wasser." Die Bedeutung des Wassers wird bei der Teezubereitung leicht unterschätzt. Bei Darjeeling und Grüntee spielt es jedoch eine entscheidende Rolle.

Leitungswasser

Wohl dem, der weiches Wasser aus der Leitung bekommt (Wasserhärte 0 - 7° dH), es gibt ja solche Städte, in denen der Wasserkessel nie Kalk ansetzt und Darjeeling noch nach Darjeeling schmeckt. Sowohl vom Aufwand wie vom Preis her ist dies natürlich die ideale Lösung. Man sollte es immer frisch und kalt verwenden, nie aus dem Boiler. Während Chlorgeschmack nur noch in wenigen Großstädten vorkommen dürfte, ist aber Kalk allerorts Hauptgegner Nr. Eins. Es ist schon beeindruckend, wenn man sich vorstellt, daß bei einer Wasserhärte von 20°dH* und monatlich 25 cbm Wasserver- brauch summa summarum 100 kg Kalk pro Jahr durch die Leitung strömt! In diesem Fall helfen nur                                           (* 1°dH = 1,78 g Kalk je 100 l Wasser)
=> Wasserfilter.
Sie senken die Konzentration an Calciumcarbonat, das zusammen mit Bestandteilen des Tees für eine häßliche Haut auf seiner Oberfläche verantwortlich ist, seine Farbe beeinflusst und durch seine Verbindung jedes gute Aroma zunichte macht. Außerdem bindet hartes Wasser auch mehr Bitterstoffe, weshalb der selbe Tee mit weichem Wasser ein ganz anderes Aroma entfaltet. Beim klassischen (Brita)Filter sorgt ein Ionenaustauscher-Granulat dafür, Calciumcarbonat anzulagern und dem Wasser so zu entziehen. Dabei werden Calcium-Ionen gegen Natrium-Ionen ausgetauscht, leider aber auch Wasserstoff-Ionen frei, was den Geschmack des Wassers deutlich saurer machen (das fällt bei starkem Schwarztee vielleicht nicht auf, stellt aber für alle Grünteetrinker ein erhebliches Problem dar !!!). Dem Filter zugesetzte Aktivkohle bindet den ausgefällten Kalk, fremde Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie vom Wasser mitgeführte Eisenpartikel (meistens Rost, der sich durch Reparaturen oder Druckschwankungen und Erschütterungen im Leitungsnetz löst). Sonstige im Wasser gelöste Schwermetalle sollen laut Werbung zwar auch reduziert werden, sind aber eher zu vernachlässigen: Bleirohre gehören langsam der Vergangenheit an und wurden auch früher meist nur für das Ableitungssystem verwendet. Das toxische Kupfer wird von Wasser zum Glück in kaum nennenswertem Umfang angelöst. Einfach-Filter kamen vor Jahren ins Gerede, weil sie Silber ins Wasser abgeben, um das Verkeimen im Wassergefäß zu verhindern: Silber-Ionen sollen aber gesundheitlich nicht unbedenklich sein. Außerdem wird Einfach-Filtern nachgesagt, dass sie die angesammelten Schadstoffe nach Sättigung der Filterkapazität sogar verstärkt wieder freisetzen. Auf Nachfrage bestätigte die Fa. BRITA, dass die von ihren Filtern abgegebene Menge an Silber-Ionen so gering sei, dass schon Mineralwässer mehr haben könnten und eine Schadstoffabgabe ihrer Filter definitiv ausgeschlossen sei (Servicetelefon 0800-1831066). Wichtig ist bei Wasserfiltern, dass die Filterkartusche immer feucht bleibt, sie verliert sonst ihre Wirkung. Für Teewasser sollte man auch nie das abgestandene Wasser vom Vortag verwenden, sondern immer nur frisch durchgelaufenes.

=> Physikalische Wasseraufbereitung
Die Physikalische Wasseraufbereitung kam vor ungefähr 15 Jahren auf. Man versteht hierunter Verfahren, die den kristallinen Aufbau des im Wasser gelösten Kalks (Calciumcarbonat) so verändern, dass er sich nur noch zu einem geringen Teil in den Leitungen ablagern kann. Hierzu wird das Wasser in Rohren durch ein Magnetfeld geleitet, welches entweder direkt mittels Magnet oder einer Stromspule erzeugt wird. Die Inhaltsstoffe des Wassers bleiben vollständig erhalten, es findet keinerlei Filterung statt. Diese Methode dient ausschließlich dem Schutz der Wasserleitungen und wird in der Haustechnik und im industriellen Bereich eingesetzt. Im Hinblick auf die Teezubereitung ist das Verfahren völlig irrelevant!
=> Umkehr-Osmose
Bei der Wasseraufbereitung mittels Umkehr-Osmose werden dem Wasser alle Mineralstoffe entzogen, es entsteht somit ein chemisch reines Wasser, das hauptsächlich als neutrales Medium für medizinisch (homöopathische) Zwecke verwendet wird. Da ein gewisser Mineralgehalt aber eine ein- deutige Geschmacksverbesserung gegenüber chemisch reinem H2O darstellt, ist auch diese Wasseraufbereitung für die Teezubereitung uninteressant.

Quellwasser

Ist sicherlich eine der Ur- und Idealformen für Teewasser. Auch heute noch sind in manchen Gemeinden gefasste Quellen als Trinkwasser ausge- schrieben. Wenn der Aufwand nicht zu groß ist, sollte man auf jeden Fall einmal ausprobieren, ob sich das Wasser zum Teetrinken eignet. Bei allen sonstigen Quellen und Brunnen sollte man vorsichtig sein: Schwermetalle, Nitrate und und Pestizide von Wiesen und Feldern und allerlei Rückstände auch aus dem Oberflächenwasser sind denkbar - durch Abkochen werden lediglich die Bakterien beseitigt! Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, daß Quellwasser oft einen starken, von erdig bis hin zu säuerlichen Beigeschmack haben kann, der ein feines Teearoma stark beeinträchtigt!

Flaschenwasser

Den Fehler, hier ein Mineralwasser mit Kohlensäure zu nehmen, macht jeder nur einmal. Doch es gibt noch andere Überraschungen. Mineralwässer mit hohem Hydrogencarbonat-Anteil fällen beim Kochen feinen Kalk aus, der mit dem Tee reagiert und eine ungenießbare milchig trübe Suppe ergibt. Von da ab achtet man auch auf diesen Wert. Generell muss man sich darüber im klaren sein, dass auch Mineralwässer einen für Tee sehr störenden Eigengeschmack besitzen können, denn Mineralwässer unterscheiden sich gegenüber Trinkwasser ja gerade durch ihren deutlich erhöhten Gehalt an Mineralsalzen, die durchaus eine eigenwillige Geschmacksnote ergeben können. Und dass Mineralwässer sogar höhere Schadstoffmengen als einfaches Leitungswasser aufweisen können, ist mittlerweile auch kein Geheimnis mehr.
Ergo: Ein für Tee ideales Wasser hat einen Calcium-Gehalt unter 10 mg/l und Hydrogencarbonate bis zu 20 mg/l (z.B. das italienische Plose, mit 2,9 mg/l Calcium
und 18 mg/l Hydrogencarbonat, es gibt aber auch andere deutlich preiswertere!).
Die Flut an Mineralwässern ist fast unübersehbar (und regional ver- schieden), die Preisspanne reicht von 50 Cent bis 1,5 Euro für die Groß- flasche. Schauen und ausprobieren bleibt da die einzige Lösung, denn es gibt fast so viele Geheimtipps wie passionierte Teetrinker. Französische Tafelwässer lagen lange Zeit weit vorn - aber wohl nur wegen des niedrigen Preises, zum Teetrinken sind sie unterdurchschnittlich, ja sogar gar nicht geeignet (auch nicht das Flaggschiff Volvic!). Unlösbar bleibt bei ihnen auch der innere Zwiespalt über Sinn und Unsinn solchen Tuns: Sauberes Wasser aus Vulkangestein zum Preis von tausend Kilometern Auspuffgasen?
Zu einer gänzlich anderen Wasser-Fraktion gehört z.B. Bonaqa, bei dem es sich um ein synthetisches Mineralwasser handelt: Hier wird destilliertes Wasser industriell wieder mit verschiedenen Mineralien versetzt und so eine eigene "Komposition" kreiert. Schöne neue Welt!

Destilliertes  Wasser

Sicherlich, destilliertes Wasser ist Wasser pur - und Einstellungssache. Zwar wird der Körper davon nicht "entmineralisiert", wie es gerüchteweise einmal hieß, aber wie oben schon erwähnt, bringt teuer destilliertes Wasser für Tee keine Verbesserung.

So what? Geschmack ist nicht nur subjektiv, er unterliegt zudem auch bei uns selbst noch seinen Schwankungen. Seit ich erlebt habe, dass mir der gleiche Tee morgens anders schmeckte als am Abend, erscheint mir die Frage hinsichtlich des Wassers nicht mehr ganz so weltbewegend. Und es ist vielleicht sogar ein eher lästiger Zug unseres westlich-forschenden Wesens, dass uns nicht das Gute genügt, sondern wir meinen, stets ein Optimum erreichen zu müssen. Wie dem auch sei: Statt gleich von Anfang an schwere Geschütze aufzufahren, sollte man sich hier am besten schrittweise vorarbeiten, bis Wasser- und Teegeschmack den persönlichen Bedürfnissen entsprechen. Im Hinblick auf die Teezubereitung ist ein einfacher Wasserfilter jedenfalls schon die halbe Miete.
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Wasserkochen

&

Aufgießen


Ob es einen Unterschied macht, Teewasser elektrisch oder auf dem Gasherd zu kochen, ist fraglich. Solange es nicht aus dem Boiler kommt, habe ich keine Unterschiede festgestellt. Bei elektrischen Wasserkochern ist ein Heizboden aus Reinigungsgründen vorteilhafter als die früher übliche ins Wasser hineinragende Heizspirale. Außerdem sollte man bei Wasserkochern ein Edelstahlgefäß verwenden - es hat nur begrenzten Charme, sein Hartplastik täglich auszukochen. Der klassische Wasserkessel dampfend über der Gasflamme ist jedenfalls etwas für Traditionalisten - und ein ästhetischer Genuss, wenn die tief stehende Sonne zum Fenster herein scheint und mit dem brodelnd aufsteigenden Wasserdampf spielt.
          Dass man das Wasser stets über den Tee und nicht den Tee ins heiße Wasser gibt, bedarf keiner Erwähnung. Zum einen zieht so die ganze Teemenge gleichmäßig lang, viel wichtiger soll aber die durch das Aufgießen eingesprudelte Luft sein und sich positiv auf das Entfalten der Geschmacksstoffe auswirken. (Und dass es genaugenommen nicht Teekochen sondern Teebrühen heißen muss, ist nur etwas für Besserwisser). Soll man den Tee aber in einem separaten Gefäß oder direkt in der Kanne aufgießen? Das hängt von der Teekanne ab. Wenn in der Kanne, dann müssen die Teeblätter leicht und schnell zu entfernen sein, entweder durch einen weiten und gut durchlässigen Siebeinsatz (einen solchen großen Siebeinsatz hat aber kaum eine Kanne) oder ein geeignetes ( = sehr weites) Teenetz. Praktischer ist deshalb sicherlich das separate Aufgießen in einem Krug: Hier kann sich der Tee im Wasser erst einmal völlig frei entfalten und so sein Aroma optimal abgeben. Ein Teenetz, besser aber noch ein völlig geschmacksneutrales und tief ausgelegtes Teesieb ermöglichen dann ein schnelles Abgießen in die Teekanne ohne Überschwemmung. Als formschöne Alternative gibt es noch den Teekrug filio der Firma Mono: Eine weite Glasschale ist hier mit einem herausnehmbaren, 20 cm weiten Edelstahlsieb ausgestattet; Aufbrühen und Absieben sind so optimal kombiniert. Wichtig ist generell: Auch das Gefäß zum Aufbrühen - besonders bei Schwarztee - sollte mit heißem Wasser vorgewärmt werden. Kalte Gefäße senken die Wassertemperatur mitunter so stark, daß das Teearoma nicht voll in Lösung geht.

Ich persönlich verwende zum Aufgießen des Tees einen 1,2 l Glaskrug der Marke Bodum. Aus zwei sehr wesentlichen Gründen ist dies für mich die beste Aufgießform. Zum einen bietet die runde Form des Kruges die optimale Möglichkeit, den Duft des eingefüllten Tees vor dem Aufgießen noch einmal in seiner ganzen Fülle mitbekommen zu können. Das bewusste Riechen des Duftes ist für mich ein wesentlicher Bestandteil zu Beginn des Teetrinkens und die Kugelform des Glaskruges optimiert das Wahrnehmen der Aromen. Mit dem Aufgießen der Teeblätter ist dieses Kapitel leider sofort beendet, denn der Aufguss bringt andere Aromen zur Entfaltung. Gerade weil beim Tee der Duft der Teeblätter und der Duft/Geschmack des aufgegossenen Tees weit auseinander liegen können, ist mir diese Form des Tee-Aufgießens wichtig. 
Der zweite Grund ist ein rein ästhetischer. Der Glaskrug eignet sich ideal dafür, den profanen Akt des Teeaufgießens in einen sinnlichen Tanz der Teeblätter zu verwandeln. Ich stelle den Glaskrug vor einen hellen Hintergrund (und beleuchte ihn bei Gästen von oben noch zusätzlich mit einem schwachen Spot). Das Aufgießen eines Yong Xi Huo Qing wird dann zum Schauspiel: Das langsame Entfalten der zusammengeknäulten Teeblätter im heißen Wasser, ihr ästhetisches Aufsteigen, Schweben, Pirouetten drehen, Gleiten und wieder verhaltend sacht zu Boden sinken: Szenen für einen kontemplativen Film.
 
Bei zwei Teesorten verwende ich eine Deckeltasse für das Aufgießen, d.h. die Teeblätter werden mehrmals hintereinander mit stets neuem heißen Wasser aus der Thermoskanne überbrüht. Eine schöne alte Deckeltasse ist da sehr praktisch (und liegt gut in der Hand). Dieses Verfahren empfiehlt sich für jene hocharomatischen Tees, die die Fülle ihrer Geschmacksstoffe langsam freisetzen und somit ein mehrmaliges Aufgießen fordern (und will man es ganz perfekt optimieren: mit unterschiedlichen Ziehzeiten): Die Oolongs und der edle Gyokuro.
 
Es gibt jedoch auch Grün- und Schwarztees, bei denen sich wahrhaftig die Verwendung eines Papierfilters zum Aufbrühen empfiehlt: Wenn der Tee sehr viele feinste Bestandteile hat, die beim Abgießen durchs Sieb nicht zurückgehalten werden,  wie z.B. der feine Flaum des Grüntees Bi Luo Chun. Die gelösten Schwebstoffe können hier zu einem störenden Nachbittern des fertigen Tees führen.
 
Als Wassertemperatur wird für Schwarztee kochendes, für Oolong 90°, für Grüntee etwa 80° und für deren feinste 60° heißes Wasser empfohlen. Letztere sind solche, deren sensible Aromen bei heißerem Aufgießen zerstört oder durch andere gelöste Geschmacksstoffe überlagert werden, z.B. Weißer Tee und der japanische Gyokuro. Soweit die Theorie. Wie sklavisch man sich an diese Vorgaben hält, ist Sache der persönlichen Mentalität. Solange man nicht gerade kochendes Wasser verwendet, habe ich bei normalen Grüntee selten einen Unterschied festgestellt und selbst der Gyokuro ist beim Aufbrühen nachsichtig. Außerdem ist dem einen ein kräftigerer Geschmack vielleicht sogar lieber, als nur so ein Hauch. Man könnte auch noch spitzfindig überlegen, ob es einen geschmacklichen Unterschied macht, das Teewasser erst zu kochen und wieder auf 80° C abkühlen zu lassen oder es von vornherein nur auf 80° C zu erhitzen. Früher war das Abkochen des Wassers sicherlich aus hygienischen Gründen unumgänglich. Doch heute? Auch hier habe ich keine Unterschiede festgestellt und wähle die ökonomischere Variante. Alles einmal auszuprobieren ist hier die beste Lösung und Anarchie nicht nur erlaubt, sondern geradezu angeraten: Was hier zählt ist ja ausschließlich der eigene Geschmack.
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Dosierung

&

Ziehdauer


Jetzt wird es ernst. In fast jeder Phase der Teezubereitung gibt es viele Möglichkeiten danebenzuliegen, doch nur einen schmalen Grat alles optimal im Lot zu halten. Das erklärt (und tröstet!), warum ein rundum gelungener Tee eher die Ausnahme bildet. Besonders die Handhabung von Teemenge und Ziehdauer erfordert weniger schlaue Ratschläge, als vielmehr Ausprobieren. Hier gibt es keine pauschal richtige Aussage. Zuwenig Tee kann bei richtiger Ziehdauer einen ebenso flauen Geschmack ergeben, wie die richtige Teemenge bei zu kurzer Zeit. Und das selbe gilt bei zuviel Tee und zu langem Ziehen.
Dass Schwarztee kräftiger ausfällt als Grüntee und Grüntee wiederum kräftiger als Weiße Tees, hat nichts mit der Menge zu tun, sondern liegt in der Natur der Sache selbst. Ebenso ergibt die gleiche Menge Broken Tee einen stärkeren Aufguss, als wenn man einen Blatt-Tee nimmt. Das gehört zum Grundwissen. Das richtige Maß hängt immer ab vom Zusammenspiel aus Wassermenge, Teemenge und Ziehzeit. Stets die gleiche Teekanne ( = Wassermenge) verwenden und mit der gleichen Teesorte das beste Verhältnis von Menge und Ziehzeit bestimmen, führt am schnellsten zum Ziel. (Wer "Ein Teelöffel pro Tasse and one for the pot" empfiehlt, scheint nur 08/15-Tee zu trinken. Leider hat es sich selbst in deutschen Teefachgeschäften anscheinend noch nicht ganz herumgesprochen, daß ein englischer tea spoon mit einem deutschen Teelöffel wenig gemeinsam hat.)
          Mitunter wird erwähnt, dass Tee mehrmals aufgegossen werden kann. Das klingt interessant. Wer nun aber meint, mit zwei Teelöffel Tee auf insgesamt drei Liter köstliche Flüssigkeit zu kommen, der irrt. Chinesen mögen genügsam sein und Not macht sicherlich auch erfinderisch - ganz so spartanisch ist das Volk der Mitte in Sachen Tee aber nun doch nicht. Worauf sich diese Bemerkung in keinster Weise bezieht, ist Schwarztee, sein Aroma ist mit dem ersten Aufguss abgegeben. Mehrmals aufgegossen wird klassischerweise Oolong. Aber da muss man wissen, dass die Chinesen [wer baut sonst schon guten Oolong an!] hier a) sehr viel Teeblätter in eine b) sehr kleine Teekanne packen und die Aufgüsse dann c) relativ schnell hintereinander trinken, so dass zwischen dem ersten, zweiten, dritten, vierten und vielleicht auch fünften Aufguss nur wenige Minuten und vor allem nur eine kleine Wassermenge liegt! Möglich wird das nur durch die besondere Charakteristik des Oolong, da seine Blätter von Mal zu Mal andere Aromen freisetzen und so wahrhaftig ein Spektrum an unterschiedlichem Geschmack zu bieten haben. Auch manche Grüntees (manche!, eher: wenige!) vertragen ein mehrmaliges Aufgießen, hier ist dann aber zu beachten, dass die Wassermenge von Aufguss zu Aufguss halbiert werden muss, denn nichts ist unerschöpflich, auch nicht der Göttertrank Tee (Sehr detaillierte Informationen zum Thema Oolong gibt das Buch von Thomas Lünser).
          Ein anderes Mißverständnis besteht übrigens in der Mär, man solle bei Grüntee immer den ersten Aufguß nach wenigen Sekunden abgießen, um so dem Tee die Bitterstoffe zu entziehen, noch bevor er sein eigentliches Aroma entfaltet. Hier werden historische Berichte ritueller Handlungen (Waschungen!) mit den Anleitungen zur normalen Teezubereitung verwechselt. Sollte ein Grüntee wirklich so herb und bitter sein, daß ein solches Verfahren erforderlich ist - so sollte man ihn besser erst gar nicht trinken, denn das wird kein Genuß! (Apropos: Zur Faszination der Exotik gehört bei mir auch das Verhalten jener Bekannten, die von dem oben erwähnten Weggießen des ersten Aufgusses gehört hatte und partout nicht davon abzubringen war - dies auch mit ihrem Darjeeling zu exerzieren ... )

Die

Teekanne


Wir nähern uns nun den eher materiellen Aspekten des Teetrinkens. Klassische Teekannen sind aus Ton oder Porzellan. Gläserne bringen den Tee zweifellos am besten zur Geltung, benötigen dafür aber anschließend einen extremen Reinigungsaufwand. Außerdem kühlt der Tee in ihnen am schnellsten ab. Versilberte mögen edel wirken, können aber recht unangenehm nach Silbersulfid riechen. Aus Japan kommen schöne gusseiserne, von denen die besten noch in Handarbeit und als Verlorene Form im Sandgussverfahren hergestellt werden. (In Japan werden diese Kannen traditionell aber nur für heißes Wasser verwendet - nicht für den Teeaufguss! Sie sind deshalb innen nicht emailliert und rosten mit der Zeit, was die Japaner als gesundheitsfördernd ansehen. Die in Japan für den Export hergestellten Kannen werden deshalb innen mit einer Schutzschicht versehen, um sie im Ausland als Tee-Kannen verkaufen zu können.)  
          Ton war das ursprüngliche Material für Teekannen. Beim Ton unterscheidet man zwischen den einfachen (japanischen) Terrakotta-Kannen und den feineren chinesischen Teekannen aus Yixing-Ton. Das offenporige Terrakotta gibt einen extrem störenden Ton-Geschmack an jeden Aufguss ab und ist deshalb für Tee völlig ungeeignet (sic!). Yixing-Ton (aus der Stadt Yixing, westlich von Shanghai) ist als Material  wesentlich dichter und hält so auch die Wärme länger. Gleichzeitig isoliert dieser Ton aber auch gut, so dass man sich am Henkel selbst der heißesten Teekanne nicht verbrennen kann. Doch Ton bleibt Ton: Auch bei den besten Yixing-Teekannen kann es bei zarten Grünteesorten vorkommen, daß sie die Geschmacksfeinheiten beinträchtigen, vor allem dann, wenn die Kanne einmal Zeit hatte, ganz auszutrocknen. Richtige Teetrinker vermeiden das und sorgen dafür, ihren besten Tee immer nur in einer eingetrunkenen Yixing-Teekanne zuzubereiten. Wer im Hinblick auf seine Spitzen-Grüntees hundertprozentig sicher gehen will, sollte deshalb eine Porzellankanne verwenden (Sehr detaillierte Informationen zum Thema Yixing-Keramik gibt das Buch von Thomas Lünser).
          Eine andere Möglichkeit - und eine sehr schöne! - ist die Teezubereitung direkt in der Tee-Schale. Ein großblättriger gelbgrüner Oolong in einer schwarzen weiten Schale ist ein optischer Genuss. Oder ein Puschel Mu Dan in den handgetöpferten japanischen Raku-Schalen: Selten haben sich Teetrinker intensiver in die Betrachtung ihrer Tassen versenkt als hier. Die Chinesen verwenden aber natürlich ihre eigenen klassischen Deckeltassen, die sogenannten gai wan. Sie bestehen aus einem vertieften Untersatz, der Tasse und einem flachen, innen aufliegenden Deckel. Dieser Deckel wird etwas verschoben, so daß zwischen Tasse und Deckel ein schmaler Schlitz zum Trinken entsteht, der die Teeblätter aber zurückhält. Demzufolge ist diese Zubereitung ausschließlich für Grün- und Oolong-Tees geeignet, da die Teeblätter in der Schale verbleiben. Von Zeit zu Zeit wird einfach heißes Wasser nachgefüllt. 
          Und auch die in China häufigste Art der Teezubereitung soll hier der Vollständigkeit halber erwähnt aber nicht empfohlen werden: Das ach so praktische Schraubdeckelglas, das morgens mit ein paar Teeblättern versehen und dann den ganzen Tag über mit sich herumgetragen wird. Der Tee schwappt im Wasser und von Zeit zu Zeit wird heißes Wasser nachgefüllt ...

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Das

Warmhalten

Egal für welche Teekanne man sich auch entscheidet, man sollte sie mit heißem Wasser vorwärmen, damit der Tee nicht zu schnell abkühlt. Denn diese Erfahrung habe ich gemacht: Obwohl ich nur ungerne heiß esse, empfinde ich lauwarmen Tee eindeutig als unbefriedigend. Um den Tee warmzuhalten, gibt es gute und weniger gute Möglichkeiten. Zu letzteren zählt die Thermoskanne. Sie führt zu einem katastrophalen Geschmacksabsturz (wobei ich keine Erklärung für dieses Phänomen habe). Zu überbieten ist diese Geschmackskatastrophe nur durch eine Kerzenflamme direkt unter der Teekanne, da der Tee dann sogar noch nachkocht und seinen Geschmack in kürzester Zeit völlig verändert. Die besten Lösungen sind somit folgende: Das klassische Warmhalten in einem gefütterten Warmhaltekorb, wie er früher in China üblich war. Hier schaut nur noch der Ausguß der Teekanne aus einem innen mit Wollfilz gepolsterten Behältnis heraus. Doch diese Variante ist zugegebenermaßen recht eigen, zumal man ein solches Utensil selbst in China heutzutage kaum mehr auftreiben kann. Die westliche Variante bildet die filzummantelte Porzellankanne, deren etwas altmodisch wirkende Erscheinung heute wieder eine Renaissance erlebt. (Altmodisch bleibt hingegen die in unseren Breiten früher ebenso übliche wie praktische Teemütze - und geradezu aufsehenerregend finde ich dann dieses schick-in-Strick-Modell aus den 60er Jahren). Wem ein Stövchen unentbehrlich scheint, der sollt unbedingt auf GROSSEN Abstand von Flamme und Teekanne achten (es geht, wie gesagt, ums Warmhalten, nicht ums nochmalige Aufkochen ... ) Ich kenne auch Teetrinker, die ihre 1,5 l (Survival-)Kanne auf einer elektrischen Heizplatte neben sich stehen haben - perfekt auf 70° temperiert. Am besten erscheint mir jedoch der Gebrauch einer kleinen 0,5 l Teekanne, so dass der Tee getrunken ist, bevor er noch kalt werden kann. Oder: Grüntee und Oolong direkt aus der Deckeltasse zu trinken und immer wieder frisches heißes Wasser aus der Thermoskanne nachzugießen. So machen es die Chinesen. Sie werden wissen warum!

So, damit sind wir am Ende des Tee-Martyriums und merken uns einfach: Frisch geernteten Blatt-Tee mit gefiltertem Wasser in einem Glaskrug aufbrühen und in eine glasierte Kanne abgießen - das ist schon das ganze (kleine) Einmaleins für ein gutes Geschmacksergebnis.

 

Hier gibt es die besten => Bücher zum Thema Tee

Hier findet sich ein Panoptikum zu => chinesischen Grünteesorten

Hier bieten sich Infos zu => Yixing und seinen Teekannen

Und hier noch ein Exkurs über unser => Geschmacksempfinden

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China und der Tee