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"Wegen
wörtlicheren Übersetzungen lese man in den derzeitig erhältlichen
Ausgaben nach, oder hole sich in den Bibliotheken ältere Ausgaben. Z. B.
di hir zu Grunde ligende ... Ich hoffe den Sinn nicht zu ser eingeschränkt,
oder gar geändert zu haben.
Der Schreiber Li
Pe-Jang war Son fon Bauern, geboren anscheinend 604 for Kristus. (For
ungefär 2500 J.) Er bekam eine "bessere" Ausbildung und kam an
einen Fürstenhof. Die Zustände dort waren foller alberner Riten
(Forschriften), abergläubischem Unfug, Schwindel und Betrug. Di fon im später
in kinesischen Zeichen aufgeschribenen Sprüche sind 81.
Dise Aufzeichnung hält
sich an di Übersetzung des Alexander Ular 1903(?). ("Der kinesischen
Urschrift nachgedacht." Gedruckt im Insel-Ferlag, damals zu Leipzig.)
(Mit *) (fast) wörtl. n. A. Ular.)
Allgemeines Lerbuch der Unfug- oder Unsinn-
bekämpfung, oder des Lebens in Gemeinschaften.
Wer springt gewinnt, wer zufil schlaft wird ferkaft,
wer Leut hetzt wird abgsetzt.
Schüler brauchen nicht in der Schrift der Brüder Grimm
zu
schreiben, da sich der daraus ergebende Ärger nicht lont."
(Aus den Begleittexten)
Es fällt nicht leicht, dieses Werk zu kommentieren
und die oben zitierten spärlichen Anmerkungen der Verfassers lassen
vielleicht einen der Gründe erkennen. Mit der Einteilung der 81 Sprüche in
zwei "Bücher" (1-37 , 38-81) endet auch schon alle
Gemeinsamkeit mit anderen deutschen Textausgaben des TaoTeKing. Schneller
fasst stets mehrere der durchnummerierten Sprüche
mit Überschriften neu zusammen (1-4: Das fernünftige richtige
Ferhalten, Tun, Lassen, Fülen, Betrachten, Warnemen, Aufpassen, Denken,
Meinen, Forstellen, Empfinden, so, dass man auch zu dem kommt, was man
will. 5-14: Di Ferbreitung der rechten Meinung, Ansicht, Gedanken.
15-21: Di alten Lenker der Gemeinschaften, di Entstehung des Unsinns
oder di Erzeugung des Unsinns (usf.) und di Widerordner der
Gemeinschaften. 22-32: Der Abbau des Falschen und der Aufbau des
Richtigen. 33-37: Di Ordner. Das Durch- und Zuendfüren der
Widerordnung.) Das 2. Buch wird überschrieben mit: "Wol
geschriben weil das 1. Buch oft nicht ferstanden wurde. Erklärungen und nähere
Anweisungen für besondere Fälle." Fast alle Sprüche werden in
einer sehr umständlichen Art und Weise wiedergegeben und dabei auch gleich
weitschweifig (und mit vielen Klammer-Einfügungen)
interpretiert. Die Verwendung einer Schreibweise "nach Forschlägen
der Brüder Grimm" bleibt völlig unverständlich, erschwert das
Lesen beträchtlich und trägt inhaltlich nichts zum Thema bei. Bei den meisten Kapiteln diente die Textvorlage von Alexander
Ular nur zur groben Orientierung. Warum Schneller dann bei sechs
(ausdrücklich mit einem '*' gekennzeichneten) Kapiteln fast wörtlich den
Text von Ular übernimmt, bleibt unklar. In mehreren Sprüchen zeigen sich
auch Verständnisfehler gegenüber der Textvorlage, so im 11. und im 50.
Spruch. Dass Schneller unter der Vielzahl der zu seiner Zeit
bereits vorliegenden deutschen Übertragungen gerade die Textversion von
Ular herangezogen hat, die eher zu den schwer lesbaren zählt, scheint dem
eigenen, noch schwerer lesbaren Formulierstil von
Schneller zu entsprechen.
So verbleibt als Resümee: Einzig aus bibliophiler Sicht eine originelle
und seltene
Ausgabe des TaoTeKing.
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