Dies ist Teil 4 :
Die Zeit von 1976 bis 2000

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Die bibliographischen Angaben
stammen aus
Sekundärliteratur

A*
Die so gekennzeichneten Publikationen werden auch bei
Jürgen C. Aschoff
detailliert besprochen

Die bibliographischen Angaben
sind den Original-Publikationen
entnommen
1976
Im Februar stirbt der chinesische Premierminister Zhou Enlai. Als sich daraufhin öffentliche Proteste gegen die Parteipolitik häufen, wird hierfür Deng Xiaoping, stellvertretender Vorsitzender der Kommunistischen Partei, von der Parteilinken verantwortlich gemacht und auf einer Wandzeitung als "oberster Parteimacher auf dem kapitalistischen Weg" bezeichnet. Deng hatte sich im Vorjahr u.a. darüber beschwert, dass an den Universitäten aus Angst vor ultra-linken Nachstellungen und Bezichtigungen nicht mehr wissenschaftlich gearbeitet würde. Er wird daraufhin im April aus allen politischen Ämtern entfernt. Neuer Premierminister wird Hua Guofeng, ein enger Vertrauter Maos.

Am 9. September stirbt Mao Zedong. Hua Guofeng sorgt mit einer sofortigen Inhaftierung der sogenannten "Viererbande", der ultralinken Gruppe um Maos Ehefrau Jiang Qing, für eine Sensation, die von der chinesischen Bevölkerung einhellig gebilligt - ja gefeiert wird. Die "Kulturrevolution", die China zehn Jahre lang gelähmt und ins Chaos gestürzt hat, wird als beendet erklärt. China startet in eine Phase der Neuorientierung.

1976

ist Pierre Stephen Robert Payne (*1911;1983 biografische Angaben) zurück in China. Dreißig Jahre zuvor hatte er China als Lehrer während des Bürgerkriegs erlebt und damals sowohl Mao Zedong wie Chiang Kai-shek interviewt, nun kehrt er als bekannter amerikanischer Schriftsteller in einer sehr gemischten Reisegesellschaft zurück: "There were young American Marxists eager to explore the promised land, a number of staid schoolteachers, an ophthalmologist from Texas, a television repairman, a town planner, a retired professor, a biochemist, two doctors, an intelligent representative of IBM, and a few spear carriers for lost causes. It was an incongruous and unwieldy group which obstinately refused to be regarded as a group to the surprise later of our Chinese guides. We were twenty-four vagrants from America with twenty-four sets of opinions. Our guides thought it incomprehensible that so many opinions could exist." Der Reiseverlauf folgt den Vorgaben des staatlichen chinesischen Reisebüros und führt von Hong Kong nach Canton [Guangzhou], Hangzhou, Shanghai, Tsinan [Jinan], Tsingtao [Qingdao] nach Peking [Beijing].

. Publikation:

A Rage for China

.
.    Reiseweg   Robert Payne
Holt, Rinehart and Winston, New York 1977
Mit 25 Abbildungen. 276 Seiten
ISBN: 0-03-022886-7
[Sehr aufmerksamer und wacher Reisebericht unmittelbar nach dem Sturz der Viererbande.] 

   Angaben aus Original-Publikation

1976

knüpft der Schwede Jan Myrdal (*1927; biografische Angaben) an eine Reise an, die er vor 17 Jahren im Pamir krankheitsbedingt abbrechen musste. Damals war er zusammen mit seiner Frau in einem 2 CV rund 38.000 Kilometer von Schweden bis ins afghanische Gebiet westlich des Pamir vorgedrungen, um die Seidenstraße zu erkunden. Nun befindet er sich auf der östlichen Seite, in Taschkurgan, der westlichsten Stadt der Provinz Xinjiang und somit am allerwestlichsten Zipfel der Volksrepublik China. Über die nördlichen Oasenstädte der Takla Makan geht es mit dem Auto nach Osten, durch das Ili-Gebiet, den Gansu-Korridor bis zum Eisenbahnknotenpunkt Baoji, von dort aus in die Provinzhauptstadt Chengdu, den Yangzi hinunter bis Wuhan.

. Publikation:

Sidenvägen. En resa från Höga Pamir och Ili genom Sinkiang och Kansu.

.
.    Reiseweg   Jan Myrdal
P. A. Norstedt & Söners Förlag, Stockholm 1977
Mit 28 Bildseiten. 387 Seiten
ISBN 91-1-771512-1
(Deutsche Erstausgabe:)

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur

. Die Seidenstrasse

.

. F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1981
Mit zwei Karten. 325 Seiten
ISBN
3-7653-0333-X
[Die äußere Reise dient dem Autor auf weiten Strecken, um über gesellschaftliche, historische und politische Themen zu reflektieren.]

   Angaben aus Original-Publikation

1976 - 80

ist Erwin Wickert (*1915,2008; biografische Angaben) Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Beijing. Seine Tätigkeit führt ihn im Laufe der Jahre durch fast alle Provinzen. Er zeichnet ein sehr aufschlussreiches Bild der Zeit und gibt Einblick in das Büro des Botschafters - ein Blick auch hinter politische Kulissen. Eine ausgesprochen interessante

. Publikation:

China von innen gesehen

.
. Erwin Wickert
Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart 1982
Mit 2 Karten. 511 Seiten
ISBN: 3-421-06092-4
[Ein ausgezeichnetes Buch über die Jahre nach Maos Tod, interessant und versiert geschrieben, mit feinem Humor und stilistischem Gespür. Ein sinophiler Lesegenuss!] 

   Angaben aus Original-Publikation

1977 
Nachdem
Hua Guofeng auch zum Parteivorsitzenden ernannt wird, rehabilitiert er Deng Xiaoping am 22. Juli 1977. Deng wird in alle seine politischen Ämter wieder eingesetzt; er ist somit u. a. stellvertretender Vorsitzender der Kommunistischen Partei, erster Stellvertreter des Staatsratsvorsitzenden und stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsrates. Aus der zweiten Reihe heraus wird er der Mann sein, der Chinas Geschichte die nächsten 20 Jahre maßgeblich bestimmt.

Jede Reise für ausländische Gruppen oder Einzelbesucher wurde bisher von einem chinesischen Reisebegleiter angeführt, der offiziell als Dolmetscher fungierte, jedoch immer auch ideologisch geschult war und als eine Art Aufpasser fungierte. Mit der einsetzenden Liberalisierung in China und der Öffnung für den internationalen Massentourismus (1978 werden es rund 125.000 sein) wird diese Handhabung aufgegeben. Ein freieres Reisen setzt ein. Der bisher als Gast geführte Besucher wird nun auch in China mehr zum devisenbringenden Touristen.

1977

reist der deutsche Publizist Heinz Ludwig Arnold (*1940; biografische Angaben) mit einer Gruppe von Studenten und Lehrern vom 21. März bis zum 9. April durch die Volksrepublik China, um Fabriken und Volkskommunen, Universitäten und Schulen, Arbeitersiedlungen, Kindergärten und andere kulturelle Einrichtungen zu besichtigen. Von Hong Kong aus geht es über Guangzhou, Shanghai und Nanjing nach Beijing.

. Publikation:

Tagebuch einer Chinareise

.
.    Reiseweg   Heinz Ludwig Arnold
Verlag Die Arche, Zürich 1978
236 Seiten
ISBN: 3-7160-1625-X
[Eine fachlich-sachliche Schilderung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation vor Ort; als Reisebericht zu wenig Lokalkolorit] 

   Angaben aus Original-Publikation

1977

reist der Franzose Louis Michel Meiner mit einer Reisegruppe durch China, besichtigt Kommunen, Fabriken, Krankenhäuser und die üblichen touristischen Sehenswürdigkeiten. Von Beijing aus führt das Programm erst nach Xian, dann nach Shanghai und schließlich nach Guangzhou.

. Publikation:

La Chine au present

.
.    Reiseweg   Louis Michel Meiner
Éditions Klincksieck, Paris 1978
Mit 10 Abbildungen. 168 Seiten

   Angaben aus Original-Publikation

1977 - 79

hält sich der kanadische Journalist John Anderson Fraser (*1944; biografische Angaben) als Vertreter der kanadischen Zeitung Globe and Mail in Beijing auf. Sein Vorgänger war von den chinesischen Behörden wegen allzu kritischer Berichterstattung ausgewiesen worden, nun kann Fraser eine Phase der Liberalisierung nutzen, um recht frei und ungehindert über die sich vollziehenden politischen und gesellschaftlichen Änderungen in der Volksrepublik zu berichten. Hautnah erlebt er den Beginn und das Ende der "Mauer der Demokratie" in Beijing mit, bereist Lhasa und Qingdao.     

. Publikation:

The Chinese - Portrait of a People

.
.   John Fraser
Summit Books, New York 1980
463 Seiten
ISBN; 0-671-44873-0
(Deutsche Erstausgabe:)

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur

. Die neuen Chinesen. Wie die Menschen nach Mao leben, denken, empfinden, handeln.

.

. Scherz Verlag, Bern und München 1981
319 Seiten
ISBN 3-50216235-2 
[Weniger ein Reisebericht im klassischen Sinne, als eine schöne differenzierte und erhellende Betrachtung dieses wichtigen Zeitabschnitts der chinesischen Geschichte vor Ort.]

   Angaben aus Original-Publikation

1977 - 80

verbringt Herbert Kremp (*1928; biografische Angaben) als Chefkorrespondent der Tageszeitung Die Welt insgesamt vier Jahre in Peking. Es ist die Nach-Mao-Zeit, in der Deng Xiaoping China auf Reformkurs bringt, die Zeit, in der sich China dem Westen gegenüber zu öffnen beginnt. Sensibel und aufmerksam sieht sich Kremp um, reist durch China und die umliegenden asiatischen Länder. Für einen der atmosphärisch dichten Texte wird ihm 1978 der Theodor-Wolff-Preis verliehen.

. Publikation:

Die Bambusbrücke. Mein asiatisches Tagebuch.

.
.    Reiseweg   Herbert Kremp
Verlag Ullstein, Berlin / Frankfurt/M. / Wien 1980
Mit 26 Fotografien des Autors. 286 Seiten
ISBN: 3-550-07926-5 
[In der Dissertation von Gerd Frahne, die "Die Peking-Reporte des WELT-Korrespondenten Herbert Kremp 1977-1981" zum Inhalt hat, heißt es im Vorwort: "Seine journalistische Arbeit zeichnet sich durch stilistische Vielfalt, präzises Ausdrucksvermögen und detaillierte Beobachtungsgabe aus." Davon legt auch dieses Buch Zeugnis ab.]

   Angaben aus Original-Publikation

1977 - 80

arbeitet Yvonne Mäder-Bogorad (biografische Angaben) zusammen mit ihrem Ehemann in Beijing. Mit hochgesteckten Erwartungen hat sich die Schweizerin nach der Öffnung Chinas um eine Stelle als Lektorin beim Verlag für fremdsprachige Literatur beworben, "einerseits aus Abenteuerlust und andererseits aus unserem Glauben an den Sozialismus." Aufgeschlossen bemüht sich sie um Kontakt zu ihren chinesischen Arbeitskollegen, doch deren gesellschaftliches Trauma aus 20 Jahre politischem Zick-Zack-Kurs sitzt tief. Die ausländischen 'Experten' bleiben weitestgehend isoliert und als sich das Ende der Liberalisierungswelle abzuzeichnen beginnt, reisen die Eheleute wieder in die Schweiz zurück.

. Publikation:

Peking-Report. Tausend Tage Arbeit mit Chinesen.

.
.   Yvonne Mäder-Bogorad
Leonis-Verlag AG, Zürich 1985
Mit 16 Fotografien. 216 Seiten
ISBN: 3-7210-0181-8 
[Sehr bedachte, feinsinnige und nuancierte Schilderung des chinesischen Alltagslebens und der gesellschaftlichen Stimmung in China kurz nach dem Sturz der Viererbande.]

   Angaben aus Original-Publikation

1978 Mit Deng Xiaoping als 'Grauer Eminenz' setzt ein politischer wie sozialer Umbruch in China ein. Sein berühmter Satz „Es spielt keine Rolle, ob die Katze schwarz oder weiß ist, solange sie Mäuse fängt, ist sie eine gute Katze.“ führt zu einer liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik  Die nun propagierten "Vier Modernisierungen" - eine Antithese zu Maos kollektiver Askese - fordern die Bevölkerung jetzt auf, dass China nur durch persönlichen Unternehmungsgeist zu Größe und Einfluss kommen könne. Es entsteht der Begriff der "sozialistischen Marktwirtschaft". In Dengs Rede finden sich keine der gewohnten Losungen von Klassenkampf und Revolution aus Maos Epoche. Deng wird die Kulturrevolution später verurteilen und fordern, dass die ökonomische Entwicklung die Hauptaufgabe für die Partei werden müsse.
Doch auch Deng hütet sich vor einer "Entmaoisierung" der chinesischen Geschichte. Zu stark ist die Glaubwürdigkeit der Kommunistischen Partei mit ihrem einstigen Führer verbunden. So kann man eher von einem "Schrumpfungsprozess" sprechen, der in der offiziellen Verlautbarung gipfelt: "70% von Maos Handeln war gut für China, 30% war schädlich."
In kleiner Runde fällt später eine Aussage Dengs über Maos Mausoleum: "Der Bau der Gedenkhalle war unpassend, ihr Abriss wäre es ebenso."

Ab März ist es für Chinesen möglich, an einer öffentlichen Ziegelmauer entlang der Hauptverkehrsstrasse Chang'an im westlichen Teil Beijings private Wandzeitungen zu plakatieren, die sich kritisch mit politischen Themen befassen. International erhält die Mauer schnell die Bezeichnung "Mauer der Demokratie". Hauptsächlicher Inhalt dieser dazibao (Wandzeitungen) ist die Verurteilung der Verfolgungen während Maos Kulturrevolution und die Forderung nach Menschenrechten und Demokratie.

1978

bereist Hansjosef Theyßen (*1924; biografische Angaben) die Volksrepublik. Von Peking aus geht es mit der Eisenbahn nach Shijiazhuang, der Hauptstadt der Provinz Hebei. Dann mit dem Flugzeug tief in den Süden nach Nanning, in der Provinz Guangxi. Immer auch mit einem Blick auf die Missionstätigkeiten der Kirche besucht er Kanton [Guangzhou] und dessen Umgebung, bevor die Ausreise nach Hongkong erfolgt.

. Publikation:

China auf dem Marsch nach Westen

.
.    Reiseweg   Hansjosef Theyßen
Missio-Aktuell-Verlag, Aachen 1979
ISBN 3-921626-08-0
(ebenso in identischer Aufmachung:
Spee-Buchverlag, Trier 1979
ISBN: 3-87760-030-1)
Mit zahlreichen Farb- und s/w-Abbildungen. 145 Seiten
[Bildband mit Texten.] 

   Angaben aus Original-Publikation

1978

"Wir waren im Herbst 1978 angekommen, just in dem Augenblick, in dem zum erstenmal seit 30 Jahren sich die Menschen sicher genug fühlten, um auch zu Fremden freimütig über das zu sprechen, was in den vergangenen Jahrzehnten geschehen war." Und nur wer jenen chaotischen Zeitabschnitt Chinas kennt, kann ermessen, was das bedeutet. So nutzen Arthur Miller (*1915, 2005; biografische Angaben) mit seiner Ehefrau Inge Morath (*1923, 2002; biografische Angaben) diese glücklichen Umstände und besprechen sich sechs Wochen lang ausgiebig mit vormals verbotenen Schriftstellern und Filmregisseuren, angefeindeten Drehbuchautoren und Romanciers, verfemten Schauspielern und Künstlern. Ihre Reise führt sich von Peking über Yanan, Xian, Nanjing und Shanghai nach Hangzhou bis hinab ins südliche Guilin und Guangzhou. Inge Morath nutzt die Reise zum ausgiebigen Fotografieren. 

. Publikation:

Chinese Encounters

.
.    Reiseweg   Inge Morath, Arthur Miller
Farrar, Straus & Giroux, New York 1979
255 Seiten
0-374-12208-3
(Deutsche Erstausgabe:)

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur

. In China

.

. Reich Verlag AG, Luzern 1979
Mit zahlreichen Fotografien von Inge Morath. 255 Seiten
ISBN 3-7243-0171-5 

   Angaben aus Original-Publikation

1978

bereist Theo Sommer (*1930; biografische Angaben), Chefredakteur der ZEIT auf Einladung der chinesischen Volkszeitung und zusammen mit einer zehnköpfigen Gruppe leitender deutscher Chefredakteure die Volksrepublik China. Der neue politische Wind unter Deng Xiaoping öffnet dem Westen nicht nur die Tür - er importiert ihn geradezu. In nur 15 Tagen (8.-23. Oktober) absolviert die Gruppe einen wahren Reise-Marathon von allein 16.000 (Flug-)Kilometern: Vom nördlichen Beijing bis zum tropischen Ping Xiang an der Grenze zu Vietnam, von Shanghai am Ostchinesischen Meer bis zu den Felsenhöhlen von Dunhuang am Rande der Wüste Takla Makan. Als "die Blumen vom galoppierenden Pferd aus bewundern" bezeichnet Sommer das vollgestopfte Besichtigungsprogramm deshalb auch humorvoll.

. Publikation:

Die chinesische Karte. Neunhundert Millionen auf dem Weg zum Jahr 2000.

.
.    Reiseweg   Theo Sommer
R. Piper & Co. Verlag, München 1979
Mit einer Karte. 329 Seiten
ISBN: 3-492-02505-6
[Kurze Reiseimpressionen mit längeren historischen Einschüben und der Wiedergabe der geführten Gespräche mit offiziellen chinesischen Stellen.]

   Angaben aus Original-Publikation

1978

nehmen Jörg (*1939) und Ulla Nimmergut im Frühjahr an einer Gruppenreise durch die Volksrepublik teil. Mit dem Flugzeug treffen sie in Beijing ein und fliegen dann weiter in den Süden Chinas, nach Nanning und Canton [Guangzhou].

. Publikation:

Westwind weht durch China. Als Tourist im China von heute.

.
.    Reiseweg   Jörg + Ulla Nimmergut
Wilhelm Heyne Verlag, München 1978
Mit einer Karte und zahlreichen Abbildungen. 253 Seiten
ISBN: 3-453-00897-9
[Eine Touristen-Reiseroute von Beijing direkt ins unspektakuläre Nanning und abschließend nur noch nach Guangzhou ist recht ungewöhnlich.]

   Angaben aus Original-Publikation

1978

startet die Berlinerin Hildegard Schütze zu ihrer zweiten Ostasienreise. Mit der Transsibirischen Eisenbahn geht es bis zur chinesischen Grenzstation Manchouli [Manjur]. Dort wird die deutsche Reisegruppe vom chinesischen Reiseveranstalter Lüxingchen in Empfang genommen und vier Wochen lang durch Nordchina geführt. Besichtigt werden die Städte Harbin, Changchun, Shenyang und Beijing. Die Rückreise durch die Mongolische Volksrepublik erfolgt über Erlian / Eren Hot, dem chinesisch/mongolischen Grenzbahnhof, wo alle Eisenbahnwagons auf breitere Fahrgestelle für die Spurweite der Transmongolischen Eisenbahn umgesetzt werden müssen.

. Publikation:

Auf dem Schienenweg nach China und in die Mongolei

.
.    Reiseweg   Hildegard und Karl-Robert Schütze
Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin 1980
Mit zahlreichen Abbildungen. 212 Seiten und Anhang

   Angaben aus Original-Publikation

1978

kann der Schweizer Bauingenieur und Industrielle Rudolf Wartmann (*1902, 1987) im September eine 17-köpfige Schweizer Ärztegruppe begleiten, die auf Einladung chinesischer Behörden eine Besichtigungsreise durch China unternehmen. Die Onkologen und Immunologen besuchen Krankenhäuser und andere Institutionen, wo sie Fachvorträge halten. Von Beijing aus geht die Reise nach Shijiazhuang, Hauptstadt der Provinz Hebei, Changsha, Shaoshan, Guilin und Guangzhou.

. Publikation:

China 1978. Tagebuchnotizen von einer Studienreise durch die Volksrepublik China.

.
.    Reiseweg   Rudolf Wartmann
(Selbstverlag), Brugg 1979
Mit zahlreichen Abbildungen. 104 Seiten

   Angaben aus Original-Publikation

1979
wird von China eine international verbindliche Lautumschrift für die chinesischen Schriftzeichen eingeführt, das Pinyin. Aus Peking wird so Beijing und Mao Tse-tung schreibt sich nun Mao Zedong.

Am 1. Januar wird die Volksrepublik China von den USA diplomatisch anerkannt. Erster amerikanischer Botschafter in Peking wird Leonard Woodcock.

Eine weitere bedeutende Neuerung, die maßgeblich von Deng Xiaoping veranlasst und gefördert werden, sind die Sonderwirtschaftszonen, die ab diesem Jahr in zunächst vier Küstenstädten eingerichtet werden. Sie stellen die Umkehrung von Maos Autarkiepolitik dar; gleichzeitig erlauben sie der chinesischen Wirtschaft, ausländische Investitionsgüter und Know-How zu importieren und eigene Produkte zu exportieren, womit die Zahlungsbilanz durch die Importe weniger belastet wird.

Die Firma Coca-Cola erhält die Erlaubnis, ihre Produkte nun auch in der Volksrepublik vertreiben zu dürfen. In Shanghai wird daraufhin die erste Abfüllanlage errichtet. Um den Namen in der chinesischen Aussprache möglichst ähnlich zu gestalten, wählt man kĕ kǒu kĕ lè. Die für das Logo verwendeten vier Schriftzeichen bedeuten "Schmeckt gut, schmeckt glücklich".

Nachdem auf den privaten Wandzeitungen in Beijing (dazibao) auch immer mehr Kritik an Deng Xiaoping geäußert wird, greifen die offiziellen Stellen ein und verbieten das freie Plakatieren ab März 1979.

Erste westliche Touristen erhalten (für horrende Gebühren) wieder Einreisevisa für Tibet.

1979

unternimmt der Teehändler Arend Vollers (*1932; biografische Angaben) wieder eine seiner regelmäßigen Reisen nach China. In der ostchinesischen Provinz Jiangsu besucht er rund um den Tai-See die Städte Wuhsi [Wuxi] und Ihsing [Yixing], interessiert sich dort für die geschätzten Yixing-Teekannen, fährt weiter nach Soochow [Suzhou], in dessen Region der berühmte Grüntee Bi Luo Chun angebaut wird, besucht Shanghai, Nanking [Nanjing] und schließlich Peking [Beijing] im Norden. Für seine Firma, das deutsche Teehandelshaus Paul Schrader & Co., geht es dann noch einmal tief hinunter in den Süden nach Kanton [Guangzhou] und auf die Insel Hainan, wo große neue Teeanbaugebiete entstehen.

. Publikation:

China privat. Reisen eines Teehändlers im Reich der Mitte.

.
.    Reiseweg   Arend Vollers
Eigenverlag, Bremen 1979
Mit dem Portrait des Verfassers, zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 72 Seiten
[Eine schöne kleine teeophile Broschüre.] 

   Angaben aus Original-Publikation

1979

nimmt die französische Schriftstellerin Anne Philipe (*1917,1990 biografische Angaben) im April an einer zweiwöchigen Gruppenreise in die Volksrepublik China teil. Der Reiseverlauf führt von Beijing per Flugzeug nach Xian, von dort mit dem Zug zu den Gärten Suzhous und weiter nach Shanghai. Hangzhou und Guangzhou bilden den Abschluss.

. Publikation:

Promenade à Xian

.
.    Reiseweg   Anne Philipe
Éditions Gallimard, Paris 1980
129 Seiten

   Angaben aus Original-Publikation

1979

erhält die amerikanische Fotografin Audrey Roning Topping als erste westliche Besucherin von der chinesischen Regierung die Erlaubnis nach Lhasa zu reisen und dort für die New York Times ausführlich im Potala-Palast, im Jokhang-Tempel und im Drepung-Kloster zu fotografieren. Mit ihrem Ehemann fliegt sie von Xinjiang aus über das Kunlun-Gebirge in die tibetische Hauptstadt.

. Publikation:

The Splendors Of Tibet

.
.   Audrey Ronning Topping
SINO Publishing Company, New York 1980
Mit zahlreichen Fotografien und einer Karte. 192 Seiten
ISBN 0-86519003-8
[Aus heutiger Sicht wirkt der Buchtext unreflektiert bis parteigängerisch. Der Besuch eines chinesischen
"Revolutions-Museums" in Lhasa, in dem 106 lebensgroße Tonfiguren das Elend und die Unterdrückung der tibetischen Sklaven aufwändig darstellen, wird ausgiebig wiedergegeben. Ein Nachbarschaftskomitee und eine Volkskommune werden besucht und positiv dargestellt, ein chinesischer Verlag besorgt schließlich die Herausgabe des Buch in Amerika. Vielleicht berechtigte die damalige aufsehenerregende Wendung in der chinesischen Politik dazu, alles in einem positiven Licht zu sehen. Das ungewöhnlich umfangreiche, wenn auch mitunter qualitativ mangelhafte Bildmaterial
bildet den bleibenden dokumentarischen Wert dieses Buches.]

   Angaben aus Original-Publikation

1979
     
 



                   1980

 

erfüllt sich für die Frankfurter Floristin und Gartenliebhaberin Marianne Beuchert (biografische Angaben) ein lang ersehnter Traum: Sie kann endlich nach China reisen! Nachdem sie zuvor die chinesische Botschaft in  Bonn ebenso beharrlich wie vergeblich wegen eines Einzelvisums bestürmt hatte, gelingt ihr nun das Kunststück, die Chinesische Gartenbauverwaltung in Peking [Beijing] für ihre Person zu interessieren - und schließlich auch in deren Namen eingeladen zu werden! Bis
kann sie ihrer Gartenlust auf drei längeren Reisen frönen, die sie, begleitet von chinesischen Fachkollegen, von der frostigen Mandschurei im Norden bis hinunter ins tropische Canton [Guangzhou] führen. Durch Gegeneinladungen bringt sie einen chinesisch-deutschen Fachaustausch ins Rollen, der schließlich in der Planung und Ausführung eines chinesischen Gartens für die Internationale Gartenschau 1983 in München gipfelt. Und für die deutschsprachige Leserschaft entsteht ein erstes wundervoll ästhetisches Buch über private und kaiserliche Gartenbaukunst in China.

. Publikation:

Die Gärten Chinas

.
.    Reiseweg   Marianne Beuchert
Eugen Diederichs Verlag GmbH & Co.KG, Köln 1983
Mit zahlreichen Abbildungen und Tuschezeichnungen 
von He Zhengqiang. 255 Seiten
ISBN: 3-424-00767-6
[Mit schönen großformatigen Tuschezeichnungen.]

   Angaben aus Original-Publikation

1979 - 80

nimmt die Amerikanerin Vera Schwarcz (*1947; biografische Angaben) am ersten amerikanisch-chinesischen Lehrer-Austauschprogramm teil. Trotz der offiziell ausgerufenen Liberalisierung Chinas erfährt die Autorin in Beijing schnell die für Ausländer gezogenen äußeren Grenzen wie auch die inneren Vorbehalte der Chinesen. In den Sommerferien nimmt sie an einer von der Universitätsleitung organisierten dreiwöchigen Reise durch die Innere Mongolei nach Dunhuang und Ürümqi teil. Von dort aus schließt sie eine private Reise an und fährt alleine erst per Zug nach Xian, dann über Chengdu nach Chongqing und nimmt von dort das Schiff den Yangzi flußab bis Wuhan. Über Changsha besucht sie Shaoxing, den Geburtsort Lu Xüns, und reist über Shanghai nach Beijing zurück.

. Publikation:

Long Road Home. A China Journal.

.
.    Reiseweg   Vera Schwarcz
Yale University Press, New Haven and London 1984
Mit 34 Abbildungen und einer Karte. 284 Seiten
ISBN 0-300-03009-6

   Angaben aus Original-Publikation

1979
 
 
 
 
 
 
 
 
                   1980
 
 
                   1981
 
 
                   1982
 
                   1983
 

                   1984
 
                   1985

kommt das amerikanische Juwelier-Ehepaar Frederick und Eileen Fisher zum ersten Mal in die Volksrepublik China. Sie haben sich von der China National Arts and Crafts Import and Export Company, Beijing Jewelry Branch eine geschäftliche Einladung ausstellen lassen, um so ihre beruflichen Einkäufe mit einem individuellen Reiseprogramm kombinieren zu können. Als Inhaber von vier Juweliergeschäften im amerikanischen Bundesstaat Arizona interessieren sie sich für chinesisches Kunsthandwerk wie Jade-, Holz- und Lackschnitzerei. Von Beijing aus fliegen sie zuerst nach Shanghai, um Süßwasserperlen einzukaufen, dann folgen Stationen in Wuxi, Suzhou, Hangzhou, Guilin und Guangzhou.
besuchen sie von Beijing aus Beidaihe, fahren von Chongqing aus durch die Schluchten des Yangzijiang bis Nanjing und beenden die Reise erneut mit Perleneinkäufen in Shanghai.
treten sie von Shanghai aus über das frühere deutsche Kolonialgebiet um Qingdao eine Erkundungsreise in die Mandschurei an, wo sie Dalian, Shenyang, Changchun und Harbin besuchen.   
stehen nach Shanghai die Provinzhauptstädte Xian (mit Besichtigung der Terrakotta-Armee), Chengdu (Emein-Gebirge) und Kunming (Steinwald) auf dem Reiseprogramm.
beginnt die Reise wieder mit Einkäufen in Beijing, führt nach Tianjin, von dort aus nach Hohhot in der Provinz Innere Mongolei, Datong und Taiyuan, von dort aus nach Shanghai. Über die Hafenstadt Fuzhou gelangen sie abschließend auf die Insel Hainan.
besuchen die Eheleute nach Tianjin und Beijing mehr die Ostküste des Landes, mit Shanghai, dem Huangshan-Gebirge, Ningbo, Shaoxing, Wenzhou und Fuzhou.
gelingt es ihnen schließlich nach mehrjährigem Bemühen, eine Einreisegenehmigung für Tibet zu erhalten. Über Chengdu nehmen sie das Flugzeug nach Lhasa und erkunden dort 10 Tage lang die Umgebung.

. Publikation:

China Adventures. How to travel, do business and have fun in China.

.
.    Reiseweg   Frederick Fisher
New World Press, Beijing 1986
Mit 16 Abbildungen. 298 Seiten
ISBN
0-83511661-1

   Angaben aus Original-Publikation

1980
Nachdem man Premierminister
Hua Guofeng unterstellt, er strebe als "weiser Führer Chinas" einen ähnlichen Personenkult wie Mao an, muss er sein Amt an Zhao Ziyang abgeben.

Die chinesische Regierung streicht die so genannten "vier großen Freiheiten" aus der Verfassung: «... frei zu reden, seine Meinung uneingeschränkt zu sagen, große Diskussionen zu führen und Wandzeitungen (dazibao) zu schreiben.»

1980

wird der Jurist und Zeichner Paul Erni (*1917; biografische Angaben) zusammen mit einem befreundeten Agro-Wissenschaftler von der "Gesellschaft des chinesischen Volkes für die Freundschaft mit dem Ausland" nach China eingeladen. Nach dem Besuch von Beijing und Xian schließt sich eine zehntägige Reise nach Tibet an. Mit einem zweimotorigen Focker-Hochdecker geht es somit von Chengdu nach Lhasa. Die Rückreise von Chengdu führt noch über Guilin und Guangzhou.

. Publikation:

Augenschein in China und Tibet. Skizzenbuch einer Reise.

A*
.    Reiseweg   Paul Erni
Fretz Verlag, Zürich 1981
Mit 17 Farb- und 47 s/w-Zeichnungen des Verfassers sowie einer Karte. 143 Seiten
ISBN: 3-85692-001-3
[Durch seine schönen Zeichnungen ein bibliophiles Buch.]

   Angaben aus Original-Publikation

1980

unternimmt die Berlinerin Hildegard Schütze ihrer dritte Reise nach China. Nachdem sie zwei Jahre zuvor den Norden erkundet hat, widmet sie sich nun dem Süden. Von Hongkong aus gelangt sie mit einer Reisegruppe per Bahn nach Guangzhou und fliegt nach Kunming, der Hauptstadt der Provinz Yunnan. Weitere Stationen bilden Chengdu und Chongqing, von wo aus die klassische Flussfahrt durch die Schluchten des Yangzi bis Wuhan unternommen wird. Mit der Eisenbahn geht es dann abschließend nach Beijing. Mit der Liberalisierung des Landes, der neuen Marktwirtschaft und dem zunehmenden Tourismus nach Maos Tod bemerkt die Autorin auch deutliche Veränderungen: Wurden Touristen in den 70er Jahren noch stolz die Errungenschaften des Sozialismus anhand von politischen Vorträgen und Werksbesichtigungen vorgeführt, so hat nun eher der Verkauf von Souvenirs Vorrang und Touristen können (speziell für sie inszenierte) folkloristische Veranstaltungen buchen.

. Publikation:

Durch den Süden Chinas. Mit Flugzeug, Eisenbahn und Flussdampfer.

.
.    Reiseweg   Hildegard Schütze
Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin 1980
Mit zahlreichen Abbildungen. 192 Seiten und Anhang

   Angaben aus Original-Publikation

1980

hat der amerikanische Anthropologie-Student Steven W. Mosher (*1948; biografische Angaben) seine einjährige Feldstudie in Südchina als erster Student der Stanford-University abgeschlossen. Nun plant er eine Überlandreise durch die südchinesischen Provinzen bis hinauf nach Chengdu in Sichuan im eigenen Auto. Die ihm behördlich genehmigte Reise stellt trotz der fortschreitenden Liberalisierung nach Maos Tod ein ungewöhnliches Entgegenkommen dar. Doch schon in der zweiten durchreisten Provinz wird ihm von staatlichen Behörden der Vorwurf der "unerlaubten Einreise in ein für Touristen gesperrtes Gebiet" gemacht. Er wird gezwungen die Reise abzubrechen und mit der Eisenbahn nach Guangzhou zurückzufahren. Obwohl er seine chinesische Reiseberechtigung der Presse gegenüber später anhand einer vorsorglich angefertigten Kopie belegen kann, beharren die chinesischen Behörden auf einen Verstoß gegen geltendes Recht und erzwingen die Abreise. Vermutlich sind die Aufdeckung der ländlichen Armut in Südchina Grund für Moshers Ausweisung. Mosher publiziert daraufhin über diese ländliche Armut und staatliche Ungerechtigkeit das Buch "Broken Earth: The Rural Chinese", das von offizieller chinesischer Seite so stark kritisiert wird, dass sich die Stanford Universität von Mosher distanziert und ihn schließlich exmatrikuliert! 

. Publikation:

Journey to the Forbidden China

.
.    Reiseweg   Steven W. Mosher
The Free Press, New York 1985
Mit 29 Fotos und einer Karte des Reisewegs. 180 Seiten
ISBN 0-02-921710-5

   Angaben aus Original-Publikation

1980

unternehmen die Eheleute Charlotte und Harrison Salisbury (*1914; *1908,1993 biografische Angaben) im Sommer ihre dritte China-Reise. Sie folgen der alten Seidenstraße von Xian bis Liuyuan mit dem Zug, machen einen Abstecher nach Dunhuang und fahren dann weiter über Turpan nach Ürümqi, der Hauptstadt der westchinesischen Provinz Xinjiang. Sie besuchen den Himmelssee und beschließen, auch noch ins Ili-Gebiet zu fahren, das Grenzgebiet zur UdSSR. Unverhofft erhalten Sie auf ihrer Rückreise die Genehmigung, über Tibet ausreisen zu dürfen. Von Chengdu geht es deshalb mit dem Flugzeug über die tibetischen Randgebirge nach Lhasa. Acht Tage verbleiben ihnen dann für die Hauptstadt und die Weiterfahrt nach Nepal über Xigaze, Tingri und Zhangmu.

. Publikation:

Tibetan Diary and Travels Along The Old Silk Route

.
.    Reiseweg   Charlotte Young Salisbury
Walker and Company, New York 1981
Mit 7 Abbildungen und einer Karte. 156 Seiten
ISBN 0-8027-0683-5

   Angaben aus Original-Publikation

1980

nimmt der Schweizer Harry Schraemli (*1904,1995 biografische Angaben) im Sommer an einer Gruppenreise nach China teil. Im Pulk von 95 Touristen werden die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke Beijing - Nanjing - Wuxi - Shanghai - Guangzhou abgefahren.

. Publikation:

Im Reich der Mitte. Die Volksrepublik China aus der Sicht eines Kapitalisten.

.
.    Reiseweg   Harry Schraemli
Gastropress Verlag, Hergiswil/Schweiz 1981
Mit mehreren Abbildungen. 44 Seiten
[Der Bericht scheint ursprünglich in einer Gastronomie-Fachzeitschrift erschienen zu sein und wurde dann als kleine geheftete Broschur aufgelegt. Der Vielzahl der vom Autor verfassten Schriften, darunter anscheinend auch Gastronomie-Fachliteratur, widerspricht der recht einfache und hemdsärmelige Erzählstil.]

   Angaben aus Original-Publikation

1980

haben die Widernisse der chinesische Bürokratie den pensionierten amerikanischen Brigadegeneral Robert Lee Scott, jun. (*1908,2006 biografische Angaben) weniger frustriert als vielmehr weiter angestachelt, seinen lang gehegten Traum doch noch in die Tat umzusetzen: eine Wanderung entlang der Großen Chinesischen Mauer. Scott, eine amerikanische Flieger-Legende, kennt das Terrain bisher nur aus der Luft: Während des 2. Weltkriegs war seine amerikanische Freiwilligen-Staffel der "Flying Tigers" drei Jahre in der südchinesischen Provinz Yunnan stationiert, um dort die chinesischen Streitkräfte zu unterstützen. Genau dies gerät ihm nun zum Nachteil: Unausgesprochen wirft die kommunistische Regierung dem Elite-Piloten die frühere Unterstützung Tschiang Kai-shek vor und unterstellt dem pensionierten Ausbilder der US-Airforce Spionageabsichten. Nach über 300 Briefen und Petitionen nach China und an amerikanische Institutionen gelingt ihm schließlich über Richard Nixon ein erster Kontakt mit den zuständigen chinesischen Stellen; jedoch nur, um von dort den abschlägigen Bescheid zu erhalten, es gäbe für ihn leider nicht genügend qualifizierte Hotels entlang der gewünschten Strecke.
Scott, der auch mit 72 Jahren noch ein tägliches Fitnessprogramm inkl. 10-Kilometer-Lauf absolviert, entscheidet sich daraufhin, den legalen Weg zu verlassen, bucht kurz entschlossen eine geführte Gruppenreise - und schafft es trotz aller Versuche aber nicht, sich in deren Verlauf mitten in China abzusetzen. Erst ein Zusammentreffen mit dem amerikanischen Vizepräsidenten George Bush in der amerikanischen Botschaft in Beijing am Ende seiner China-Rundreise bringt die Wende und das benötigte Reisevisum. Er kann nun als Individualreisender unter Leitung des staatlichen Reisebüros CITS nach Kaxgar reisen, von dort dem Verlauf der Seidenstraße nach Westen und ab Jiayuguan auch der Großen Mauer bis Lanzhou folgen. Dort - von den Möglichkeiten des staatlichen CITS nicht befriedigt - setzt er sich heimlich ab und reist nun auf eigene Faust von Yinchuan quer über das Hochland der Ordos nach Yulin, übernachtet im Freien, setzt bei Fugu über den Gelben Fluss und gelangt bis Datong. Dort wird er von der chinesischen Polizei aufgegriffen und wegen Spionageverdacht eine Woche lang unter Hausarrest gestellt. Nach vielen Verhören geschieht dann das für jeden Chinakundigen völlig Undenkbare: Scott erhält den eingezogenen Pass zurück und erhält mit vielen guten Wünschen einen chinesischen Reisebegleiter zur Seite gestellt, der mit ihm die Wanderung entlang der Großen Mauer fortsetzen soll. Tagelang ziehen sie so durch die Wildnis, übernachten in den teils eingestürzten Wachtürmen und ab Ku-Pei-kou [Gubeikou] kann Scott die letzten 270 Kilometer schließlich sogar alleine auf der Mauerkrone bis Shanhaiguan zurücklegen, wo die Große Mauer ins Gelbe Meer ausläuft.

. Publikation:

The day I owned the sky

.
.
   Reiseweg
Robert Lee Scott, jun.
Bantam Books,
Toronto/New York/London/Sydney/Auckland 1988
Mit 25 Abbildungen. 238 Seiten
ISBN 0-553-05248-9
[Der Bericht dieser erstaunlichen Chinareise ist eingebunden in Scotts Autobiografie, die auch ausführlich auf seine Fliegerjahren in China eingeht. Das Ganze stellt den Inbegriff einer amerikanischen Erfolgsstory dar.]

   Angaben aus Original-Publikation

1980











 
                   1984

reist der italienische Journalist Tiziano Terzani (*1938, 2004; biografische Angaben) mit hoch gespannten Erwartungen ins sozialistische China, zusammen mit Ehefrau Angela Terzani (*1939) und seinen beiden Kindern. Durch sein Sinologie-Studium ist er auf den Aufenthalt nicht nur gut vorbereitet, sondern hofft hier den realen humanistischen Sozialismus zu finden (Als zweiten Vornamen für seinen Sohn Fosco hat er 'Mao' gewählt!). Die erste Fahrt wird auch gleich zu einer seiner längsten im Reich der Mitte: 40 Stunden von Hong Kong aus mit der Eisenbahn über Kanton [Guangzhou], Changsha und Wuhan nach Peking [Beijing]. Für das deutsche Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL und als Korrespondent für zwei große italienische Zeitungen bereist er in den nächsten Jahre das ganze Land und verfasst über das was er sieht recht kritische Reportagen, denn was ihm in China begegnet, wird seinen Hoffnungen nicht gerecht. Seine Berichte sind so kritisch, dass der chinesische Staatssicherheitsdienst ihn
erst überfällt, verschleppt, dann seine Wohnung durchsucht und ihn schließlich unter fadenscheinigen Vorwänden des Landes verweist. Terzanis Fazit ist entsprechend desillusioniert.

. Publikationen: Fremder unter Chinesen. Reportagen aus China.  .
. Tiziano Terzani
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1984
Mit einer Karte. 254 Seiten.
ISBN 3-499-33053-9

   Angaben aus Original-Publikation

. Chinesische Jahre .
. Angela Terzani
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1986
Mit 23 Abbildungen und zwei Karten. 365 Seiten
ISBN 3-455-08649-7
[Sehr persönliche Tagebuchaufzeichnungen, die eine schöne Ergänzung zu den engagierten Reportagen des Ehemanns bilden und ein stimmungsvolles Bild der Zeit wiedergeben]

   Angaben aus Original-Publikation
 

1981 
Die Volksrepublik China erteilt ab diesem Jahr wieder Visa für Einzelreisen aus und es werden 218.000 Visa für Touristen beantragt.

Die KPCh gesteht erstmals offiziell die Misserfolge der früheren „Kampagnen“ ein. Maos fünfter Todestag am 9. September wird mit offiziellem Schweigen übergangen.

Die Position des Generalsekretärs des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas stellt nunmehr die politische Führungsposition dar. Die bis dahin leitende Position des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas wird abgeschafft. Hu Yaobang wird Nachfolger des amtierenden politischen Führers Hua Guofeng.

Hu Yaobang (chinesischer Ministerpräsident) bereist Tibet und ist entsetzt über die dortigen Verhältnisse. Er ordnet verschiedene Verbesserungen im politischen, kulturellen, religiösen und wirtschaftlichen Bereich an. Auch die Einreise nach Tibet für Touristen wird nun wieder möglich.

1981

ist das Reisen für Ausländer in China noch streng reglementiert. Einzelreisende benötigen eine Art "innerchinesischen Reisepass", in den alle Reiseziele eintragen werden. Die Beantragung ist langwierig und je nach behördlichem Ermessen bleiben ganze Landstriche von der Bewilligung ausgeschlossen, darunter auch Tibet. Auf einer Exkursion im weit entfernten Ürümqi (Provinzhauptstadt von Xinjiang) gelingt es dem indischen Gaststudenten Vikram Seth (*1952; biografische Angaben) deshalb rein zufällig, sich eine Reisebewilligung für Lhasa ausstellen zu lassen. So nutzt er diese einmalige Chance kurz entschlossen für den Besuch seiner Familie während der Semesterferien überland via Nepal. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse kann er Mitfahrgelegenheiten auf chinesischen Lkws verhandeln startet in Liuyuan, nahe Dunhuang. Eine Woche dauert die Überquerung der tibetischen Hochebene mit kurzen Stopps in Golmud [Ge'ermu] und Naqu. Erst in Lhasa erfährt er dann, dass heftige Regenfälle die Verbindungsstraße zwischen Tibet und Nepal zerstört haben. Auf eigene Faust begibt er sich zu Fuß Richtung Grenze, wo es ihm zuletzt doch noch gelingt, über eine schwankende Behelfsbrücke hinüber nach Nepal zu kommen. 

. Publikation:

From Heaven Lake. Travels through Sinkiang and Tibet.

.
.    Reiseweg   Vikram Seth
Chatto & Windus, London 1983
Mit 20Abbildungen und einer Karte. 178 Seiten
ISBN:0-7011-2700-7

   Angaben aus Original-Publikation

1981

reist der englische Dichter Stephen Spender (*1909, 1995; biografische Angaben) mit David Hockney und dessen boy friend für drei Wochen nach China. Von Beijing aus führt die organisierte Reise über Xian und Nanjing südwärts nach Hangzhou, Wuxi, Shanghai und Guilin bis Guangzhou.

. Publikation:

China Diary

.
.    Reiseweg   Stephen Spender - David Hockney
Thames and Hudson Ltd., London 1982
"With 158 watercoulors, drawings and photographs, 84 in colour" und einer Karte des Reisewegs. 200 Seiten
ISBN: 0-500-01290-3
[Die hier von David Hockney beigefügten Fotos und Zeichnungen werden von Fans als Kunst, von anderen als trivial angesehen.]

   Angaben aus Original-Publikation

1981

fliegt der Österreicher Willi Senft (*1929 2012; biografische Angaben) von Chengdu aus nach Lhasa, reist von dort aus westwärts nach Xigaze und weiter zum Rongpu-Tal, dem Basislager vieler Mount Everest Expeditionen. Von Xining, Hauptstadt der chinesischen Provinz Qinghai, macht er sich später mit dem Lkw auf in die ehemals osttibetischen Gebiete von Amdo, besucht die Ngolog-Tibeter im Anyematschin-Gebirge [Animaqing Shan] sowie das Kloster Kumbum.

. Publikation:

Tibets Götter leben. Unvergängliches und Unbekanntes vom Dach der Welt nach der Kulturrevolution.

A*
.    Reiseweg   Willi Senft
Leopold Stocker Verlag, Graz 1983
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 247 Seiten
ISBN: 3-7020-0442-4
[Dem Buch sind noch zahlreiche Kapitel mit allgemeinen Informationen und Themen über Tibet beigefügt. Kurz erwähnt wird auch eine Exkursion nach Osttibet im Jahr 1982.]

   Angaben aus Original-Publikation

1981 - 82

unterrichtet der Franzose Yves Cabrol (*1946) Moderne französische Literatur an der Universität von Nanjing und berichtet über diese Zeit in seiner

. Publikation:

500 Jours à Nankin

.
.   Yves Cabrol
Lieu Commun, Paris 1983
300 Seiten
ISBN: 2-867705-018-9

   Angaben aus Original-Publikation

1981 - 83

unternimmt der Engländer James Ballingall zwei Reisen durch die Volksrepublik. Er startet von Hong Kong aus mit dem Zug nach Guangzhou, nimmt von dort das Boot über Wuzhou nach Guilin, besucht Kunming und das Grenzgebiet ganz im Süden Yunnans an der Grenze zu Myanmar und nimmt sich Zeit für eine Besteigung des Emeishan in der Nähe von Chengdu. Von Chongqing fährt er durch die Schluchten des Yangzi bis Wuhan. Später besucht er noch Beijing und die Städte Xian, Luoyang und Zhengzhou.

. Publikation:

A Taste of China

.
.   James Ballingall
John Murray, London 1984
(auch: F. Watts, New York 1984)
Illustriert. 190 Seiten
ISBN: 0-7195-4103-4 (bzw. 0-531-09768-4)

   Angaben aus Original-Publikation

1982 
Am 8. Oktober kommt die erste
Chinesisch-Deutsche Städtepartnerschaft zwischen Duisburg und Wuhan zustande, beides Industriestädte, die durch ihre Binnenhafen-Lage gekennzeichnet sind.
1982

ist es Heinrich Harrer (*1912, 2006; biografische Angaben) nach 32 Jahren erstmals wieder möglich, nach Tibet einzureisen. Lange hatte er sich vergeblich um ein Visum bemüht - nun gelingt es ihm über den Umweg einer Gruppenreise. "Man wird mir zubilligen, daß ich dem von den Chinesen in Szene gesetzten 'Tauwetter' kritischer gegenüberstehe, denn mir klingen die Worte 'alles Tsüma', 'alles Schein', die mir Freunde in Lhasa zuraunten, immer noch in den Ohren." Neben Lhasa bereist der Siebzigjährige auch Gyanze und Xigaze. Und was er zu sehen bekommt, ist gänzlich anders, als bei seinem früheren Aufenthalt.

. Publikation:

Wiedersehn mit Tibet

A*
.    Reiseweg   Heinrich Harrer
Pinguin-Verlag, Innsbruck 1983
Mit zahlreichen Abbildungen. 240 Seiten
ISBN: 3-7016-2150-0

   Angaben aus Original-Publikation

1982

nutzt der 23jährige Peter Hinze (*1959; biografische Angaben) die neuen Reisefreiheiten im Land der Mitte und erkundet China acht Wochen lang von Süd nach Nord, bevor er schließlich nach Lhasa aufbricht. Für seinen Rückweg nach Chengdu, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan, wählt er die unbequeme Ladefläche eines Lkws und außerdem die für Touristen gesperrte Strecke durch den Osten Tibets. Über Chamdo dauert die Fahrt insgesamt 12 Tage auf unbefestigten Straßen, durch Kälte, Nässe und die Armut der tibetischen Randgebirge. Ziemlich zerschlagen erreicht Hinze nach rund 3.000 Kilometern die fruchtbare Tiefebene von Chengdu.

. Publikation:

Tibet. Eine Reportage.

A*
.    Reiseweg   Peter Hinze
Edition Hinze, München 1988
Mit zahlreichen Abbildungen, einer original tibetischen Gebetsfahne, einem original tibetischen  und Buchseite. 240 Seiten
ISBN: 3-9801939-0-X
[Die mit schönen Fotos reich illustrierte Broschüre beinhaltet auch Hinzes Reiseberichte nach Tibet aus den Folgejahren 1987 und 1988. Als bibliophile Besonderheit ist jedem Buch eine in Lhasa gedruckte Gebetsfahne und eine tibetische Buchseite im Holztafeldruck beigefügt!]

   Angaben aus Original-Publikation

1982

wird der Verband der Schweizer Journalisten vom Allchinesischen Journalistenverband zu einem Besuch nach China eingeladen. Auch der Historiker und Auslandsredakteur der Berner Zeitung "Der Bund" Gustav Adolf Lang (*1933; biografische Angaben) nimmt hieran teil. Siebzehn Tage reist die sechsköpfige Journalistengruppe im September und Oktober quer durchs Land, fliegt von Beijing nach Ürümqi, fährt mit dem Zug von Turpan nach Liuyuan, besucht die Grotten von Dunhuang und fliegt weiter nach Beijing, mit Zwischenstopps in Lanzhou und Xian.

. Publikation:

Chinas Weg der Mitte. Realitäten zwischen Dogmatik und Pragmatik.

.
.    Reiseweg   Gustav Adolf Lang
Der Bund Taschenbücher, Bern 1983
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 235 Seiten
ISBN: 3-7202-0001-2
[Lang versucht sich, wie er es selbst formuliert, "an der schweren Aufgabe, ein Land losgelöst von eigener Erwartungshaltung und Zeitgeist unvoreingenommen zu betrachten."]

   Angaben aus Original-Publikation

1982

reist Harald Stöber (*1936, 2012; biografische Angaben) von Hongkong aus via Kanton[Guangzhou] in die Guilin-Berge und weiter bis Chongqing, um dort mit dem Schiff durch die Yangtse-Schluchten bis Wuhan zu fahren. In vier Wochen legt er insgesamt 10.000 Kilometer im Reich der Mitte zurück und besucht außerdem Xian, Datong, Beijing, Shanghai und Suzhou.

. Publikation:

Langnasen im Reich der Mitte. Blaue Ameisen auf Millionen Fahrrädern. Zeitdokumentaion China 1982.

.
.    Reiseweg   Harald Stöber
Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2010
Mit zahlreichen Abbildungen. 222 Seiten
ISBN: 978-3-86268-098-6

   Angaben aus Original-Publikation

1982 - 83

verbringt der amerikanische Philosophie-Professor Paul Frederic Schmidt (*1925;2008; biografische Angaben) mit seiner Frau an der Universität von Xian in der chinesischen Provinz Shaanxi. Während sie ganztags Vorlesungen über amerikanische Literatur für chinesische Lehrer hält, nutzt er sein halbes Deputat um auch noch eigenen Studien nachzugehen. Ihre freien Wochen nutzen beide für Reisen innerhalb Chinas.

. Publikation:

Buddhist Meditation on CHINA

.
.
   Reiseweg
Paul F. Schmidt
Hummingbird Press, Albuquerque/New Mexico 1984
Mit zahlreichen Abbildungen. 64 Seiten
ISBN 0-912998-06-7 (cloth) ; 0-912998-07-5 (paper)
[Kurze Reiseeindrücke zu etlichen der besuchten Orte.]

   Angaben aus Original-Publikation

1982 - 84

kann sich der junge Amerikaner Mark Salzman (*1959; biografische Angaben) seinen lang gehegten Traum erfüllen und in China Unterricht in den klassischen Kampfsportkünsten nehmen. Offiziell kommt er im Auftrag der Yale-China-Gesellschaft als Englischlehrer an die Medizinische Hochschule von Changsha (Provinz Hunan), inoffiziell nimmt er dort Unterricht bei dem berühmten Kampfsportmeister Pan Qingfu.

. Publikation:

Iron & Silk. A young American encounters swordsmen, bureaucrats and other citizens of contemporary China.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Mark Salzman
Random House, New York 1986
211 Seiten
ISBN: 0-39455156-7
(Deutsche Erstausgabe:)
Eisen und Seide. Begegnungen mit China.
Kindler Verlag GmbH, München 1988
316 Seiten
ISBN: 3-463-40087-1 
[Weniger ein Reise- als ein sehr persönlicher Erlebnisbericht über seine Zeit in China, authentisch und sehr humorvoll. Empfehlenswert!]






   Angaben aus Original-Publikation

1983 
Die chinesische Regierung startet eine landesweite Kampagne gegen "geistige Verschmutzung". Vorausgegangen waren Diskussionen angestoßen von der progressiven Parteifraktion Hu Yaobangs zum Thema "politische Entfremdung vom Volk" und "Humanismus". Konservative Regierungskreise greifen die liberalen Theorien mit dem Ausdruck „Geistige Verschmutzung“ an. Es werden wieder Schwarze Listen für vielerlei westliche Publikationen erstellt, öffentliche Tanzveranstaltungen verboten und Richtlinien für chinesische Jugendliche herausgegeben, wie sie sich politisch korrekt zu verhalten und zu kleiden haben (bis hin zum Haarschnitt).
1983

reist  Hans Illner im Frühjahr mit seinem Rucksack nach China ein. Von Hongkong aus erreicht er mit dem Zug Canton [Guangzhou] und gestaltet seine Weiterreise als klassischer Rucksack-Tourist mit regionalen Zügen, Schiffen und Überlandbussen, nutzt Garküchen und preiswerte Schlafsäle, die üblicherweise nur Inland-Touristen zur Verfügung stehen. Mit einer losen Gruppe solch westlicher Low-Budget-Reisenden gelangt er über Guilin und Chongqing den Yangzi hinab, besucht Luoyang und Xian und schließlich Beijing.

. Publikation:

China mit dem Rucksack

.
.    Reiseweg   Hans Illner
Edition Aragon Verlag Willi Klauke, Moers 1985
Mit 42 Abbildungen. 110 Seiten
ISBN:3-924690-05-7
[Der Wert dieses kleinen Büchleins liegt für den heutigen Leser in der authentischen und ungeschminkten Schilderung des Erlebten vor Ort.]

   Angaben aus Original-Publikation

1983

ist die reiselustige Berlinerin  Hildegard Schütze als Touristen in Tibet unterwegs. Sie nutzt so die Liberalisierung der chinesischen Regierung und kann im September für drei Wochen mit einer Reisegruppe ein äußerst spannendes Reiseangebot wahrnehmen: Den Auftakt bildet der Flug von Beijing nach Lhasa, die Erkundung der Umgebung und eine Fahrt nach Xigaze, wo man die Reiseteilnehmer noch mangels Hotels in chinesischen Kasernen unterbringt. Der Rückflug nach China wird zum Besuch von Chengdu und des Emei Shan sowie Xian und der Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi genutzt. In Beijing geht die Autorin eigene Wege und besichtigt die Marco-Polo-Brücke. Der Rückflug nach Guangzhou mit Ausreise nach Hongkong wird dann noch zu einer Besichtigung von Kunming, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Yunnan genutzt. Wahrlich eine spannende Reise!

. Publikation:

Als Tourist nach Tibet

A*
.    Reiseweg   Hildegard Schütze
Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin 1984
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 223 Seiten und Anhang

[Wacher und ungeschminkter Reisebericht.]

   Angaben aus Original-Publikation

1983

unternimmt der Kanadier Michael Buckley (*1950; biografische Angaben) von Shanghai aus eine Exkursion mit dem Fahrrad durch die Provinz Jiangsu. Doch was in anderen Ländern ganz alltäglich ist, ist in der Volksrepublik noch verboten: Ausländer dürfen zwar innerhalb der Städte frei herumfahren, nicht jedoch von Stadt zu Stadt überland! Buckley nimmt dies anfänglich nicht allzu ernst und gelangt über die Gartenstadt Suzhou nach Wuxi am Tai-See und von dort aus zu den berühmten Porzellan- und Keramikwerkstätten in Yixing und Dingshu. Dann aber haben ihn die Behörden fest im Griff und er gibt sich geschlagen.

. Publikation:

Cycling to Xian and other excursions. Travels by bicycle through China & Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Michel Buckley
Crazyhorse Press, Vancouver 1988
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 255 Seiten
ISBN 0-9693370-0-0 
[Lebendiger und authentischer Reisebericht. Im gleichen Buch berichtet der Autor auch über seine zwei Jahre später erfolgte Fahrradreise von Shanghai nach Xian und weiter nach Lhasa sowie seine 1986 erfolgte Fahrradreise von Lhasa nach Kathmandu.]

.

1983

reist der belgische Priester Joseph John Spae (*1913, 1989) im Oktober erneut nach China. Bereits 1937 war er als katholischer Missionar in der damaligen Republik China tätig, nun besucht er im Rahmen einer Gruppenreise die Niederlassungen der katholischen Kirche vor Ort. Die dreiwöchige Reise führt ihn von Beijing südwärts über Xian, Zhengzhou, Kaifeng und Nanjing nach Shanghai und weiter nach Guilin und Guangzhou.

. Publikation:

Revision Chinoise

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Joseph J. Spae
Editions Universitaires Peeters, Leuven/Belgien 1984
Mit zahlreichen Abbildungen. 160 Seiten

.

1983 - 85

unternimmt der Engländer John Lowe (*1928) zwei Reisen durch China und erlebt den wirtschaftlichen und sozialen Wandel unter der Regierung von Deng Xiaoping. Sehr einfühlsam und wach bereist  er das Land und registriert all die kleinen Veränderungen zur früheren Mao-Ära. Er reist ohne großen Komfort, eingefügt in die chinesische Tagesrealität und präsentiert so ein kritisches aber wohlwollendes Bild der aktuellen Situation in der Volksrepublik. Seine Reisen führen ihn von Lhasa bis Beijing, er besichtigt Guilin, zieht über Kunming nach Chengdu und Chongqing, fährt durch die Schluchten des Yangzi, durchstreift Suzhou und Hangzhou, besteigt den Tai Shan und besichtigt Qufu, Xian und Lanzhou. Sein Fazit: "Sometimes China overwhelmed me; occasionally it wooed me; and often it bludgeoned me, all adding up to the unforgettable and unique China experience."

. Publikation:

Into China

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   John Lowe
John Murray Ltd., London 1986
Mit 52 Abbildungen und einer Karte. 224 Seiten
ISBN 0-7195-4333-9
[Lesenswert]

.

1983 - 89

hält sich die junge französische Malerin Fabienne Verdier (*1962 biografische Angaben) zur weiterführenden Ausbildung in Chongqing am Yangzi in der chinesischen Provinz Sichuan auf. Im Rahmen eines Austauschprogramms der neu geschlossenen Städtepartnerschaft Toulouse-Chongqing wird sie an der dortigen Universität die erste ausländische Studentin aufgenommen. So erlebt sie vor Ort noch die ungeschminkte Realität des chinesischen Sozialismus, der sowohl die politischen Dogmen wie auch die Ängste der Menschen aus der Zeit der Kulturrevolution noch nicht verarbeitet hat. Durch ihren langen Aufenthalt und ihr Bemühen, auch in die chinesische Schrift und Sprache einzutauchen, erschließen sich Fabienne Verdier im Laufe der Jahre einzigartige Kontakte zu den letzten chinesischen Altmeistern der klassischen Kalligraphie. Kurze Reisen führen sie nach Xigazê, Chengdu und den Emei Shan sowie in die angrenzende südliche Provinz Guizhou mit den "nationalen Minderheiten" der Miao und Yi.

. Publikation:

Passagère du Silence. Dix ans d'initiation en Chine.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.
   Reiseweg
Fabienne Verdier
Edition Albin Michel, S.A., Paris 2003
Illustriert. 293 Seiten
ISBN: 2-22614185-5
(Deutsche Erstausgabe:)

Zeichen der Stille. Eine Initiation in China.
Edition Spuren, Winterthur 2006
Mit 33Abbildungen. 294 Seiten
ISBN: 3-905752-01-8
[Aufschlussreiche autobiographische Schrift, weniger ein Reisebericht als eine sehr persönliche und tiefe Einführung in das künstlerische Empfinden und die Welt der chinesischen Kalligraphie.]

.





   Angaben aus Original-Publikation

1984

unternimmt die Engländerin Sarah Lloyd (*1948) gleich zwei Reisen durch China und verbringt so insgesamt acht Monate im Land der Mitte, um es in Muße von Süd nach Nord und von Ost nach West zu durchstreifen. Die Einreise erfolgt - auch Mitte der 80er Jahre immer noch unumgänglich - über Hongkong nach Guangzhou. Das Frühjahr über bereist sie den Süden, hauptsächlich Yunnan und die Südwestküste hinauf bis Hangzhou und Suzhou. Im zweiten Halbjahr kehrt sie zurück und verweilt lange in Shuliang, einem Dorf in der Nähe von Guilin, bevor sie eine anstrengende Eisenbahn- und Busfahrt in Chinas äußersten Nordwesten antritt, ins sieben Tagesreisen entfernte Kashgar in der muslimischen Provinz Xinjiang, unweit der sowjetischen Grenze.

. Publikation:

Chinese Characters. A Journey through China.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.
   Reiseweg
Sarah Lloyd
Harper Collins, London 1987
"8 pages of photos" und eine Karte. 270 Seiten
ISBN: 0-00217793-5
(Deutsche Erstausgabe:)
China erfahren. Ein Reisebericht.
Rowohlt Verlag, Reinbek 1988
Mit 8 Bildseiten und einer Karte.345 Seiten
ISBN: 3-499-12339-8
[Ein stilistisch wundervoller Reisebericht, zudem ungewöhnlich vielschichtig und differenziert in der Betrachtung. Mit einer so wachen Wahrnehmung wünscht man sich selber zu reisen. Ein fein detailliertes Bild der chinesischen Realität Mitte der 80er Jahre.]






   Angaben aus Original-Publikation

1984

reist die französische Sinologin und Journalistin Claude B. Levenson (*1938; biografische Angaben) nach Tibet. Die offizielle französische Übersetzerin des 14. Dalai Lama startet von Chengdu aus zum Flug nach Lhasa, erkundet die Umgebung, fährt nach Xigaze und schildert ihre Eindrücke.

. Publikation:

Le Chemin de Lhassa. Un voyage au Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Claude B. Levenson
Lieu Commun, Paris 1985
Mit 26 Fotos und 4 Karten.
244 Seiten 
ISBN
2-86705-042-1
[Die Autorin engagiert sich stark für die Rechte Tibets. Es folgen zahlreiche Veröffentlichungen über Tibet, darunter auch 1999 die offizielle Biografie des amtierenden 14. Dalai Lama.]

.

 

1984

machen sich die Eheleute Charlotte und Harrison Salisbury (*1914; *1908,1993 biografische Angaben) noch einmal zu einer großen Rundreise durch China auf: Sie wollen dem Wegverlauf des historischen Langen Marschs der kommunistischen Armee unter der Führung von Mao Zedong in den Jahren 1934-35 folgen. Einen Monat verbringen sie erst in Beijing, dann beginnt die 70tägige Reise über 7.400 Meilen quer durch China. Stationen sind Nanchang, Jianggangshan, Ruijin, Guiyang, Zunyi, Xishui, Kunming, Lijiang, Huili, die Eisenkettenbrücke von Luding, Chengdu, Maerkang, Lanzhou, Xian, Wuqi und schließlich Yan'an. Eine Tour de force für das betagte Ehepaar.

. Publikation:

Long March Diary: China Epic

   Angaben aus Original-Publikation
.  
   Reiseweg
Charlotte Young Salisbury
Walker and Company, New York 1986
190 Seiten
ISBN: 0-8027-0904
-4

.

1984

absolviert Rudolfo A. Anaya (*1937; biografische Angaben), amerikanische Professor mexikanischer Abstammung, eine der klassischen Sightseeing-Reisen durch China: Von Beijing aus geht es über Xian nach Chengdu und Chongqing, den Yangzi hinunter über Wuhan bis Shanghai und von dort zu einem Abstecher an den Westsee bei Hangzhou, zum Teetrinken.

. Publikation:

A Chicano in China

   Angaben aus Original-Publikation
.  
   Reiseweg
Rudolfo A. Anaya
University of New Mexico Press, Albuquerque 1986
Mit einer Karte. 202 Seiten
ISBN: 0-8263-0888
-0

.

1984

wird der amerikanische Reiseschriftsteller Peter Jenkins (*1951; biografische Angaben) von einer Bergsteigergruppe eingeladen, an ihrer Mount-Everest-Expedition teilzunehmen. Jenkins soll hierüber berichten und reist so über Lhasa zum Basiscamp der Bergsteiger. Er nutzt die günstige Gelegenheit dann, um anschließend eine private Reise quer durch China und die Innere Mongolei zu unternehmen.

. Publikation:

Across China

   Angaben aus Original-Publikation
.  
   Reiseweg
Peter Jenkins
William Morrow and Company, Inc., New York 1986
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 351 Seiten
ISBN: 0-688-04223
-6

.

1984 - 85

wird der Betriebsingenieur Karl-Julius Treiber (*1947,2008; biografische Angaben) von seinem Arbeitgeber, einer Münchner Großbrauerei, mehrmals nach China geschickt, um vor Ort die Chancen für ein deutsch-chinesischen Joint Venture in Erfahrung zu bringen. Treiber verhandelt lange, scheitert jedoch an den unrealistischen Vorstellungen der chinesischen Seite.

. Publikation:

Meine Zeit beim erwachenden Riesen. China 1984-1985.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Karl-Julius Treiber
MC-Verlagshaus, 2007
Mit zahlreichen Abbildungen. 346 Seiten
ISBN: 978-3-939185-16
-1

[Sehr einfacher Reisebericht im Selbstverlag.]

.

1985 Die Lehre des Konfuzius wird von der chinesischen Regierung offiziell rehabilitiert und seine Morallehre darf wieder gelehrt werden.
1985

beginnt Christina Dodwell (*1951; biografische Angaben) ihre Chinareise mit einem Flug nach Ürümqi, der Provinzhauptstadt von Xinjiang im äußersten Westen von China. Von dort aus startet sie alleine und nur mit einem Basic an chinesischen Sprachkenntnissen versehen zu einer wirklich bemerkenswert mutigen Reise quer durch China. Mit im Gepäck führt sie ein Schlauchboot (!), das sie sowohl hier in den eisigen Seen des Pamir, also auch später in den Stromschnellen am Oberlauf des Yangzi einsetzt. Sie nutzt ihre viermonatige Aufenthaltserlaubnis zu einer Reise per Eisenbahn, Bus und notfalls auch per Hitchhiking. So gelangt sie über Lanzhou nach Xian und Beijing und von dort aus sogar bis ins tibetische Hochland. Weiter geht es dann südwärts über Chengdu und Kunming nach Dali (und von dort in das für Touristen gesperrte Lijiang), bis sie über Guilin schließlich nach Guangzhou gelangt. Eine recht couragierte Weltreisende.

. Publikation:

A Traveller In China

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Christina Dodwell
Hodder & Stoughton, London 1985
Mit 16 Farbbildtafeln und einer Karte. 160 Seiten
ISBN 0-340-37640-6 
(Deutsche Erstausgabe:)
Durch China. Eine Frau im Reich der Mitte abseits der Touristenströme.
Franz Schneider Verlag, München 1986
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 222 Seiten
ISBN: 3-505-09436-6






   Angaben aus Original-Publikation

1985

kommt Helena Drysdale (*1960; biografische Angaben) als Rucksacktouristin nach China und nimmt sich Zeit, das Land erst von Süd nach Nord und dann gen Westen mit Ziel auf Lhasa zu durchreisen.

. Publikation:

Alone through China & Tibet

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Helena Drysdale
Constable and Company Ltd., London 1986
Mit 32 Fotografien und einer Karte des Reisewegs.
207 Seiten
ISBN 0-09-467200-8 

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1985

befindet sich Sorrel Wilby (*1960; biografische Angaben) am 24. August in Burang, einer kleinen südtibetischen Ortschaft an der Grenze zu Nepal. Ein Jahr zuvor war es der jungen Australierin gelungen, von offiziellen tibetischen Stellen die Erlaubnis für eine Durchquerung Tibets von West nach Ost zu erhalten. Doch dies erweist sich nun, trotz zäher Vorbereitungen, als wesentlich schwerer als erwartet und beginnt mit der Flucht Ihres Tragtiers noch in den ersten Reisetagen. Um so bemerkenswerter ist es, wie sich die Abenteurerin dann zu Fuß durchs unwirtliche tibetische Hochland schlägt, mit zäher Ausdauer und allen Unwirtlichkeiten zum Trotz. Am heiligen Berg Kailas vorbei führt ihr Weg erst nach Westen und dann im Tal des Tsangpo über Sakya, Shigatse und Gyantse nach Lhasa, wo sie am 25. November ankommt. Eine bewundernswerte Leistung!

. Publikation:

Journey across Tibet

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Sorrel Wilby
Contemporary Books Inc., Chicago 1988
Mit 20 Fotografien und einer Karte des Reisewegs.
236 Seiten
ISBN 0-8092-4608-2 

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1985

gelingt es den Eheleuten Romy und Hilmar Pabel (*1910;2000 biografische Angaben) allen chinesischen Behörden zum Trotz eine Reiseerlaubnis entlang der legendären Seidenstrasse zu erlangen. Damit sind sie die ersten, die die historische Handelsroute entlang des südlichen Rands der Wüste Takla Makan bereisen dürfen und zudem mit ihrem privaten Pkw den 5000 Meter hohen Khunjerab-Pass überqueren werden, den Grenzübergang zwischen China und Pakistan auf dem neuen Karakorum-Highway. Ebenso ungewöhnlich für chinesische Verhältnisse ist die Erlaubnis, die beiden Audi quattro selbst zu lenken, welche der Volkswagen-Konzern zur Verfügung gestellt hat. Mit einem erfahrenen Kfz-Techniker, zwei Dachzelten, einem Kameramann  und einem chinesischen Dolmetscher startet die Audi-Expedition Seidenstrasse von Shanghai aus und gelangt über Xian und Lanzhou nach Jiayuguan, dem westlichsten Punkt der Großen Mauer und damit Chinas Pforte in die Wüste. In Dunhuang gabelt sich die historische Seidenstraße und es geht über die südlichen Oasenstädte Ruoqiang, Qiemo, Minfeng, Hotan, Yecheng und Yarkant nach Kaxgar. Ohne nennenswerte Schäden gelangen beide Fahrzeuge von dort aus über das Dach der Welt nach Indien und machen dem deutschen Stammwerk in Ingolstadt damit alle Ehre.

. Publikation:

Auf Marco Polos Spuren. Expedition Seidenstrasse.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Romy und Hilmar Pabel
Süddeutscher Verlag GmbH, München 1986
Mit zahlreichen großformatigen Abbildungen und einer Karte des Reisewegs. 208 Seiten
ISBN 3-7991-6341-7 
[Mit schönen großformatigen Abbildungen, oft 30x42 cm!]

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1985

erhält der Franzose Jacques Lanzmann (*1927;2006 biografische Angaben) als erster Ausländer die Genehmigung für eine Reise zu Fuß von Lhasa nach Kathmandu. Zusammen mit zwei Begleitern (und mehreren Helfern im Begleit-Lkw) geht es in 37 Marschtagen über den Kampa-La nach Gyangze und Xigaze, dann am Tsangpo entlang nach Sakya und Tingri Xegar, wo der Weg nach Süden abzweigt, durch die Himalaya-Kette und über den 5.000 Meter hohen Lalung-Pass hinab zum Grenzort Zhangmu.

. Publikation:

A l'altitude des dieux. Mille kilomètres à pieds de Lhassa à Kathmandou.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Jacques Lanzmann
Éditions du Chêne, Paris 1986
Mit zahlreichen großformatigen Abbildungen. 158 Seiten
ISBN 2-85108-430-5 

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1985

startet der Kanadier Michael Buckley (*1950; biografische Angaben) mit einem Freund von Shanghai aus zu einer Reise, die ursprünglich mit dem Fahrrad nur bis Xian, der alten Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi führen soll. Seit zwei Jahren bereits hat Buckley den Auftrag in der Tasche, den ersten Reiseführer für Individualreisende in China zu schreiben und so sucht Buckley das China der backpacker nun selbst auf der Straße. Die 1.500 Kilometer lange Reise führt über Suzhou, Nanjing, Zhengzhou und Luoyang. In Xian erfährt er, dass die chinesischen Behörden neuerdings die Einreise nach Tibet für Einzelreisende erlauben. Kurz entschlossen verkauft er sein Fahrrad, nimmt den Zug nach Chengdu, der Provinzhauptstadt von Sichuan, und verhandelt dort mit Lkw-Fahrern, um als Beifahrer nach Lhasa mitgenommen zu werden. Zehn Tage dauert die Fahrt durch die tibetischen Randgebirge bis zur Stadt des Potala, über Dege, Quamdo, Rawu und Bawi. Und ganz im Sinne seines geplanten Reiseführers schlägt sich Buckley dann noch weiter über Gyanze und Xegar zur nepalesischen Grenze nach Kathmandu durch.

. Publikation:

Cycling to Xian and other excursions. Travels by bicycle through China & Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Michel Buckley
Crazyhorse Press, Vancouver 1988
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 255 Seiten
ISBN 0-9693370-0-0 
[Lebendiger und authentischer Reisebericht. Im gleichen Buch berichtet der Autor auch über seine zwei Jahre zuvor erfolgte Fahrradtour von Shanghai an den Tai-See bis zur Porzellanstadt Dingshu sowie seine 1986 erfolgte Fahrradreise von Lhasa nach Kathmandu.]

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1985

ist der österreichische Abenteurer und Weltreisende Bruno Baumann (*1955; biografische Angaben) bereits zum wiederholten Male in China und bereist diesmal das Naturschutzgebiet Jiuzhaigou, 450 Kilometer nordwestlich von Chengdu, der Provinzhauptstadt von Sichuan.

. Publikation:

Tibet Kailas Seidenstraße. Der diamantene Weg.

 A*
.
   Reiseweg
Bruno Baumann
Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1988
Mit 25 Abbildungen und 4 Karten. 230 Seiten
ISBN 3-222-11848-5 
[In diesem Buch fasst Baumann die Reisen dreier Jahre im tibetischen Kulturkreis zu einer Gesamtschilderung zusammen:  1985 in Ost-Amdo, => 1986 von Xining nach Lhasa und =>  1987 seine Durchquerung Südtibets von Ost nach West mit Rückreise durch Xinjiang.]

   Angaben aus Original-Publikation
1985

macht sich der irische Schriftsteller Peter Somerville-Large (*1928) von Nepal aus auf den Weg nach Lhasa. Zusammen mit seiner Reisegefährtin wird es eine abenteuerliche Fahrt, denn Tibet ist touristisch noch ein wildes Land und die beiden Rucksackreisenden sind ganz auf sich und ihr Talent zu  improvisieren angewiesen. Hinzu kommt, dass ihre Einreisevisa gefälscht sind und sie für die geplante Weiterreise von Lhasa zum 1000 Kilometer entfernten Berg Kailas im Westen auch keine chinesische Reiseerlaubnis erhalten. Mit altersschwachen Bussen, auf zugigen Ladeflächen von Lkws, in gemieteten Jeeps, zu Pferde und zu Fuß bahnen sie sich ihren Weg, mit tagelangen Wartezeiten auf die nächste Mitfahrgelegenheit, den Schikanen am Wegrand ausgesetzt und in steter Furcht vor den chinesischen Behörden. Mit einem Umweg über Ali [Shiquanhe] erreichen sie nach Wochen schließlich das Gebiet der Seen Manasarovar und Rakshastal und nehmen an der Parikarama der Pilger, der zeremoniellen Umrundung des heiligen Berges Kailas teil. Und ebenso beschwerlich wird auch ihre Ausreise: durch die Gebirgstäler des Himalaya in Richtung Nepal. 

. Publikation:

To the Navel of the World. Yaks and unheroic Travels in Nepal and Tibet.

A*
.    Reiseweg   Peter Somerville-Large
Hamish Hamilton Ltd., London 1987
Mit 23 Abbildungen. 225 Seiten
ISBN 0-241-12108-6 
(Deutsche Erstausgabe:)
Zum Dach der Welt. Auf dem Rücken der Yaks durch Nepal und Tibet.
Econ Verlag GmbH, Düsseldorf/Wien/New York 1988
Mit 23 Abbildungen. 271 Seiten
ISBN: 3-430-18585-8
[Ein mit britisch-sarkastischem Humor und stoischer Gelassenheit geschriebener Reisebericht, der oft die naive westliche Touristensicht im fremden Asien aufzeigt. Eine ungeschminkte Schilderung der ernüchternden Situation in Tibet, den Härten und der Willkür, weder romantisch noch begeisternd.]

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur




   Angaben aus Original-Publikation

1985

ist es der Münchner Journalistin Ursula Demeter (*1941) aufgrund guter Beziehungen ihrer mitreisenden Freunde, darunter auch ihr früherer Ehemann und Ausnahme-Bergsteiger Reinhold Messner (*1944; biografische Angaben), möglich, an einer Expedition quer durch das südliche Tibet zum Berg Kailash und weiter in die chinesische Provinz Xinjiang teilzunehmen. Von Beijing aus fliegt die Gruppe nach Lhasa und startet dort mit zwei Toyota Landcruisern und chinesischen Reisebegleitern Richtung Westen. In ihrem Reisetagebuch schildert die Journalistin vom 13. Juli bis 7. August ihre Eindrücke. Über schlechte Pisten und mühsame Umwege gelangen sie schließlich an den See Manasarovar. Reinhold Messner bricht schon bald alleine auf, um den Kailash in einem einzigen zwölfstündigen Gewaltmarsch zu umrunden. Er wird damit der vierte Westler, dem eine Umrundung des heiligen Berges möglich ist. Zwei Tage später startet die ganze Gruppe zur rituellen Parikarama. Nach einigen Tagen Aufenthalt am Ufer des Manasarovar beginnt die Rückreise in Richtung Pamir und Takla Makan. Kaxgar Hauptstadt der chinesischen Provinz Xinjiang, wird Endpunkt der "Tibet-Kailash-Xinkiang-Transversale 1985".

. Publikation:

Kailas. Die Reise zum Heiligen Berg.

 A*
.
   Reiseweg
Ursula Demeter
Verlagsgesellschaft Beobachter AG, Glattbrugg-Zürich 1987
(Auslieferung an den Buchhandel: Oesch Verlag, Zürich)
Mit zahlreichen großformatigen Farbfotografien
und einer Karte. 196 Seiten
ISBN 3-85833-360-3 
[Ein authentischer und ungeschminkter Reisebericht mit hervorragendem Bildmaterial! Stilistisch gelingen der Autorin unter Einwirkung von gleißender Sonne, Sauerstoffarmut auf 5.000 Meter Höhe und Fieberanfällen mitunter geradezu surreale Passagen ("Unsere Wagen bewegen sich wie Läuse auf dem Rücken eines verdorrten Gürteltiers"). Entgegen der bald einsetzenden Tibet-Euphorie und einem Run verklärter westlicher Reisenden Richtung Kailash, ist dies noch ein erfreulich realistischer Reisebericht - weit entfernt von der späteren Kailash-Schwärmerei. Reinhold Messner hatte sich im Jahr zuvor um die Erstbesteigung des Kailash beworben. Die Bitte wurde ihm abgeschlagen, weil die chinesischen Behörden den Dalai Lama nicht verärgern wollten, dessen Rückkehr nach Tibet sie für 1985 fest erwarteten.]

   Angaben aus Original-Publikation
1985 - 86

hält der Ehemann von Christine de Weck (*1929;1999) Vorlesungen in China, was die Schweizerin dazu nutzt, ihrem über zehnjährigen Interesse an der Mongolei nachzugehen und nun Stätten und Relikte der mongolischen Geschichte und Kultur aufzusuchen. Von Beijing aus führt eine erste Exkursion mit dem Flugzeug in die Provinz Innere Mongolei nach Hohhot und im Landrover weiter nach Baotou. Eine zweite Kurzreise führt sie nach Lhasa.

. Publikation:

Voyage to Inner Mongolia and Tibet (1985-86)

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Christine de Weck
Vantage Press, New York 1987
Mit 53 Abbildungen. 98 Seiten
ISBN 0-533-07379-0
[Kleine Schrift mit etlichen sachlichen (Druck?)Fehlern.]
(Deutsche Erstausgabe:)
Reisen in Asien auf den Spuren der Mongolen und Turkvölker
Verlag Hans Huber, Bern/Göttingen/Toronto/Seattle 1998
312 Seiten
ISBN: 3-456-82973-6
[In dieser deutschen Buchausgabe sind verschiedene Reisen der Autorin nach Ost- und Zentralasien zusammengefasst, darunter die beiden oben beschriebenen sowie ihre undatierte Reise entlang der Seidenstraße über Xian, Urumqi, Turfan und Bezelik: "The Silk Road Today", Vantage Press New York 1989.]


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   Angaben aus Original-Publikation

1985 - 86

reist Colin Thubron (*1939; biografische Angaben) durch China. Sinnierend zieht der englische Reiseschriftsteller nach einem neunstündigen Flug von Beijing aus erst ans östliche Ende der Großen Mauer und dann in einem weiten südlichen Bogen über Shanghai, Guangzhou, Kunming, Xian und Xining bis nach Jiayuguan, dem westlichen Endpunkt der Großen Mauer zwischen der Wüste Gobi und der Takla Makan.

. Publikation:

Behind the Wall. A journey through China.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Colin Thubron
William Heinemann Ltd, London 1987
307 Seiten
ISBN 0-434-77988-1
(Deutsche Erstausgabe:)
Im Garten des Drachen. Chinesische Innenansichten.
Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek 1989
493 Seiten
ISBN: 3-8052-0480-9






   Angaben aus Original-Publikation

1985 - 86

ist die Engländerin Catriona Bass (*1961) in Lhasa als Lehrerin beschäftigt. Bereits ein Jahr zuvor unterrichtete sie an der Universität in Wuhan (Provinz Hubei) Englisch, bevor sie es schafft, nun diese ungewöhnliche Anstellung in Tibet zu bekommen. Drei Tage lang fährt sie auf der Ladefläche eines Lastwagens von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu über die Kämme des Himalaya nach Lhasa, um ihre Stelle anzutreten. Dort bekommt sie während der nächsten 18 Monate hautnah das Leben der Tibeter unter chinesischer Herrschaft mit. In den Schulferien reist sie über Chamdo illegal durch das für Ausländer gesperrte tibetisch-chinesische Grenzgebiet nach Kunming, der Hauptstadt der südchinesischen Provinz Yunnan. Ein mutiges Unterfangen. 

. Publikation:

Inside the Treasure House. A time in Tibet.

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.    Reiseweg   Catriona Bass
Victor Gollancz Ltd., London 1990
Illustriert. 221 Seiten
ISBN 0-575-04390-3
(Deutsche Erstausgabe:)
Der Ruf des Muschelhorns. Begegnung mit Tibet.
Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek 1992
Illustriert und mit einer Karte. 316 Seiten
ISBN 3-499-12649-4

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur





   Angaben aus Original-Publikation

1985 - 86

unternimmt Peter Lorenz (*1955, biografische Angaben) vier Monate lang eine ausgedehnte Reise quer durch China. Mit Bahn, Bus und Flugzeug legt er von Beijing aus insgesamt 25.000 Kilometer zurück, besucht Xian, Lanzhou bis hin nach Kaxgar im äußersten Westen der Provinz Xinjiang, dann Tibet und die südlichen Provinzen, Yunnan, Guangxi, Guangdong und Jiangsu.

. Publikation:

Allein durch China. 25000 Kilometer durch das Reich der Mitte.

.
.    Reiseweg   Peter Lorenz
Pietsch verlag, Stuttgart 1987
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 200 Seiten
ISBN 3-613-50051-5

   Angaben aus Original-Publikation

1985 - 87

reist der französische Filmemacher und Schriftsteller Gilbert Leroy (biografische Angaben) insgesamt drei Mal nach Tibet. Die Einreise erfolgt über Guangzhou nach Chengdu und weiter mit dem Flugzeug nach Lhasa. Von dort unternimmt er ein mehrtägiges Trekking mit Yaks von Dingri aus zum Kloster Rongpu, an der Nordflanke des Mount Everest. Nach längerem Aufenthalt in Lhasa mietet er einen Toyota Landcruiser und bereist die osttibetischen Randgebiete bis zur Stadt Garze [auch: Kangding / Dajianlu].

. Publikation:

Tibet. Le rire jaune.

.
.    Reiseweg   Gilbert Leroy
L'Harmattan, Paris 1988
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 125 Seiten
ISBN 2-7384-0093-0

   Angaben aus Original-Publikation

1985 - 93

hält sich Jürgen Bertram (*1940; biografische Angaben) mit Ehefrau Helga Bertram (*1942; biografische Angaben) im Auftrag der ARD als Auslandskorrespondent in China auf. Von ihrem Büro in Beijing aus unternehmen sie unzählige Reisen in alle Winkel des Landes: "Wen und was haben wir nicht alles porträtiert während unserer Korrespondentenzeit in China: Hähnchenbrater auf einer Ausfallstraße von Peking, Prostituierte in der Provinz Sichuan, chinesische Bauern in allen Regionen des Landes, katholische Priester der Diözese in Shanghai, Drogenabhängige an der Grenze zu Burma, ehemalige Rotgardisten und die neuen Reichen der Konsumgesellschaft, Politiker und Manager, Mönche und Glücksspieler und in Changchun, oben im Norden des Landes, sogar eine Straßenbahn." Und so ergeben sich neben den vielen Fernsehsendungen auch sehr spannende, vielschichtige und aufschlussreiche Reisereportagen, dargelegt in ihrer gemeinsam verfassten

. Publikation:

Im Reich der roten Kaiser. Als Korrespondent in China. 

.
.    Reiseweg   Helga und Jürgen Bertram
C. Bertelsmann Verlag GmbH, München 1994
Mit 32 s/w-Abbildungen und einer Karte. 352 Seiten
[Aufschlussreiche Reportage aus dem realen China] 

   Angaben aus Original-Publikation

1986

begibt sich Achill Moser (*1954; biografische Angaben) erst auf einen 700 Kilometer langen Fußmarsch durch die Wüste Gobi, von der Oase Turfan bis zu den Höhlen von Dunhuang, und dann weiter auf eine Flussreise auf dem Yangzi, von Chongqing flussabwärts bis Shanghai.

. Publikation:

Abenteuer China. Zu Fuß durch die Wüste Gobi. Floßfahrt auf dem Jangtsekiang.

.
.    Reiseweg   Achill Moser
Pietsch Verlag, Stuttgart 1987
Mit zahlreichen Fotos und Karten. 160 Seiten
ISBN 3-613-50059-0

   Angaben aus Original-Publikation

1986

zweifelt nicht nur der Westdeutsche Adrian Geiges (*1960; biografische Angaben) sondern mit ihm auch ein Großteil der westdeutschen Linken am politischen Kurs der Volksrepublik China. Als Mitglied der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend und Redakteur deren Jugendmagazins 'elan' gelingt es Geiges, vom Allchinesischen Jugendverband eine Einladung zu erhalten und sich so einen direkten Eindruck von der Situation vor Ort zu verschaffen. Stationen der Reise werden Shanghai, Guangzhou und Shenzhen.

. Publikation:

China im Aufbruch. Stationen einer Reise.

.
.   Adrian Geiges
Pahl-Rugenstein Verlag GmbH, Köln 1987
Mit 48 Abbildungen. 271 Seiten
ISBN 3-88142-399-0
[Die Reiseeindrücke treten stark hinter sozialpolitische Themen und lange Textzitate aus anderen Büchern zurück.]

   Angaben aus Original-Publikation

1986

ergibt sich für Reisegruppen erstmals wieder die Möglichkeit, über den Karakorum-Highway von Pakistan aus den Westen der chinesischen Provinz Xinjiang zu erkunden. Die Berlinerin Hildegard Schütze nutzt diese Möglichkeit sofort, um an ihre Reise vor zwei Jahren anzuknüpfen, als sie dem Verlauf der ehemaligen Seidenstrasse in Westturkestan, auf dem Gebiet der Sowjetunion folgte. Nun hat sie Gelegenheit, unter fachkundiger Führung die Stationen der Seidenstrasse in Ostturkestan kennenzulernen. Über den Khunjerab-Pass am Ende des Hunza-Tals geht es über den Himalaya nach Kaschgar [Kaxgar], von dort aus am Südrand des Tianshan-Gebirges entlang mit Stopps in Aksu, Kuqa, Kizil und Korla zur Oasenstadt Turpan. Es folgen, die Tausend-Buddha-Höhlen in Bäzäklik [Bozikelike] und die berühmten Höhlen von Dunhuang. Von Lanzhou führt ein Abstecher zum tibetischen Kloster Labrang, bevor der Rückflug von Beijing aus erfolgt.

. Publikation:

Auf neuen Wegen über die alte Seidenstrasse. Pakistan - Karakorum Highway - China.

.
.    Reiseweg   Hildegard Schütze
Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin 1988
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 262 Seiten

   Angaben aus Original-Publikation

1986,

im Jahr des Tigers, reist die kanadische Food-Autorin Judy Schultz (*1931; biografische Angaben) von Hongkong aus mit der Eisenbahn erst in die südchinesische Sonderwirtschaftszone Shenzhen und von dort aus weiter nach Guangzhou. Ihr eigentliches Ziel aber ist das Gebiet um Guilin, jene Karst-Hügellandschaft, die für sie seit ihrer Jugend den Inbegriff ihrer romantischen China-Vorstellung bildet.

. Publikation:

Looking for China. Reflections on a Silk Road.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Judy Schultz
Red Deer College Press, Calgary/Canada 1995
239 Seiten
ISBN 0-88995121-7
(Deutsche Erstausgabe:)
Im Land des Himmelsdrachen. Impressionen aus China.
Goldmann Verlag, München 2002
Mit 4 Karten. 351 Seiten
ISBN 3-442-71170-3
[Schön und lebendig geschrieben. Die Autorin berichtet in anderen Kapiteln des Buches auch noch von einer Reise mit dem China-Orientexpress 1991 entlang der historischen Seidenstrasse bis Xinjiang sowie über ihre Aufenthalte in Hong Kong, Beijing und Shanghai]






   Angaben aus Original-Publikation

1986

kehrt der Kanadier Michael Buckley (*1950; biografische Angaben) mit dem Flugzeug nach Lhasa zurück, um von hier aus diesmal mit dem Fahrrad über den Himalaya nach Kathmandu zu fahren. Zusammen mit einem Freund akklimatisiert er sich zwei Wochen in der tibetischen Hauptstadt (und wartet ungeduldig auf die zwei in Hongkong bestellte Ersatzluftpumpen), dann starten sie am 12. April zu ihrer anstrengenden Fahrt. "A considerable part of this trip will depend upon pure luck - luck with the weather, with escaping officialdom, with health, luck with the bikes, with the equipment, with the locals ...". Eine Einschätzung, die sich als völlig richtig erweist. Trotz neuer Mountainbikes und kleiner Ausrüstung wird die Fahrt zu einer Tour de Force über knapp 1.000 Kilometer und mehrere 5.000 Meter hohe Gebirgspässe. 

. Publikation:

Cycling to Xian and other excursions. Travels by bicycle through China & Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Michel Buckley
Crazyhorse Press, Vancouver 1988
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 255 Seiten
ISBN 0-9693370-0-0 
[Lebendiger und authentischer Reisebericht. Im gleichen Buch berichtet der Autor auch über seine erste Fahrradreise 1983 von Shanghai aus durch die Provinz Zhejiang sowie über eine Fahrrad/Lkw-Reise von Shanghai aus nach Kathmandu im Jahr 1985.]

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1986

startet der Amerikaner Stuart Stevens (biografische Angaben) in die chinesische Provinz Xinjiang, um dem Reiseweg von Peter Fleming und Ella Maillart zu folgen, die 50 Jahre zuvor von Xian quer durch Chinesisch Turkestan nach Kaxgar zogen. Ihre Bücher wurden Klassiker der Reiseliteratur. Eine sentimental journey soll es somit werden, mit den alten Reiseberichten im Gepäck, so stellt es sich Stevens vor, lädt zwei Freunde hinzu und kann sogar Mark Salzman (*1959; biografische Angaben) als Dolmetscher für das Projekt gewinnen. Ausgerüstet mit Geld und Büchern starten die Vier im späten Herbst von Beijing aus nach Xian und nehmen dort den Zug nach Lanzhou. Von da ab gerät alles außer Kontrolle, was weniger an der unglücklichen Wahl der Reisezeit liegt, mitten in den kontinentalen chinesischen Winter hinein, als vielmehr an den Eigenarten und Tücken der chinesischer Bürokratie. Schnell lernt die Reisegruppe, dass das, was sich abenteuerlich-romantisch liest, fünfzig Jahre später zu einer strapaziösen und ernüchternden Odyssee durch Chinas Wilden Westen ausartet. Teils auf den ungeschützten Ladeflächen von Lastwagen, teils in überlasteten Bussen schlagen sie sich von einem Ort zum nächsten durch, verhandeln mit regionalen Filialen des staatlichen Reisebüros, die kein Interesse an den Ausländern haben, kommen in Hotels ohne fließendes Wasser und geben schließlich die ursprünglich geplante Route entlang des südlichen Rands der Takla Makan auf, nur um überhaupt noch nach Kaxgar zu kommen. Sie erleben ein Land am Rande der Zivilisation, das auf westliche Reisende definitiv noch nicht eingestellt ist.

. Publikation:

Night Train to Turkistan. Modern Adventures Along China's Ancient Silk Road.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Stuart Stevens
The Atlantic Monthly Press, New York 1988
Mit einer Karte. 239 Seiten
ISBN 0-87113-190-0 
[Ein amüsant-ungeschminkter Reisebericht, der von der ernüchternden Realität im ländlichen China (und nicht nur dort) erzählt. Äußerst lesenswert.]

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1986

macht sich der österreichische Abenteurer und Weltreisende Bruno Baumann (*1955; biografische Angaben) mit Freunden auf den Weg nach Lhasa. Mit dem Zug gelangen sie bis Xining, der Provinzhauptstadt von Qinghai, besuchen von dort aus das nur 30 Kilometer entfernte Kloster Kumbum und fahren schließlich mit einem Überlandbus nach Lhasa. Baumann startet von dort zu einer mehrtägigen Wanderung, die ihn von der Klosteranlage in Ganden südwärts zum Kloster Samye führt. 

. Publikation:

Tibet Kailas Seidenstraße. Der diamantene Weg.

 A*
.
   Reiseweg
Bruno Baumann
Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1988
Mit 25 Abbildungen und 4 Karten. 230 Seiten
ISBN 3-222-11848-5 
[In diesem Buch fasst Baumann die Reisen dreier Jahre im tibetischen Kulturkreis zu einer Gesamtschilderung zusammen:  => 1985 in Ost-Amdo, 1986 von Xining nach Lhasa und => 1987 seine Durchquerung Südtibets von Ost nach West mit Rückreise durch Xinjiang.]


   Angaben aus Original-Publikation

1986

startet die amerikanische Kunsthistorikerin Frances Margaret Parsons (*1923; biografische Angaben) im Mai zu einer sehr couragierten Reise durch China. Ausgerüstet nur mit dem Lonely Planet-Reiseführer, etwas Geld und einem ungewöhnlich starken Willen, begibt sich die 63jährige als Low-budget-Rucksacktouristin (!) auf eine lange und anstrengende Reise von 12 Wochen quer durch China und Tibet. In einem der lautesten Länder der Welt reist sie in völliger Stille - denn Frances Margaret Parsons ist von klein auf gehörlos und seit Jahren damit beschäftigt, an Gehörlosenschulen weltweit ein von ihr entwickeltes neues Kommunikationssystem für Gehörlose vorzustellen. Vom CITS, Chinas staatlichem Reisebüro nur durch Vorwegbuchung von Hotels und Zug-/Flugverbindungen unterstützt, erkundet sie das Land allein, übernachtet in Massenschlafsälen und besucht die führenden Gehörlosenschulen. Von Guangzhou im Süden Chinas führt ihr Weg über Guilin nach Chongqing, dann mit dem Schiff den Yangzijiang stromab bis Nanjing, nach Wuxi, Shanghai und Hangzhou, von dort mit dem Boot auf dem Großen Kanal wieder Richtung Norden nach Suzhou und über Luoyang und Xian schließlich nach Beijing. Von dort reist sie durch die Provinz Innere Mongolei in den äußersten Westen der Provinz Xinjiang nach Kaxgar, und schließlich zurück über Lanzhou hinauf auf die tibetische Hochebene nach Golmud [Ge'ermu] bis Lhasa. Den Abschluss bildet die Ausreise nach Nepal per Bus über Gyanze, Xigaze, das Kloster Sakya und Tingri. Bewundernswert.

. Publikation:

I didn't hear the dragon roar

   Angaben aus Original-Publikation
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   Reiseweg
Frances Margaret Parsons
Gallaudet University Press, Washington, D.C. 1988
Mit 16 Farb- und einem s/w-Foto sowie 28 außergewöhnlich schönen Tuschzeichnungen von Anh Vu und einer Karte.
251 Seiten
ISBN 0-930323-41-6 
[Reisebericht einer außergewöhnlich engagierten und couragierten Frau, die sicherlich vielen Gehörlosen Mut macht, ihr Schicksal nicht passiv hinzunehmen sondern das Leben aktiv selbst zu gestalten. Zudem werden auch erfahrene China-Reisende den Hut vor ihr ziehen, sich noch mit 63 Jahren als Low-Budget-Reisende durch all die Widernisse des chinesischen Alltags zu kämpfen, die solch extreme Überlandfahrten mit sich bringen. Dem Buch sind zudem ausgesprochen schöne und stimmungsvolle Aquarellzeichnungen beigefügt.]

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1986

unternimmt der engagierte deutsche Arzt Jürgen C. Aschoff (*1938; biografische Angaben) von Kathmandu aus eine 2.000 Kilometer lange Erkundungsfahrt ins westliche Tibet. Mit dem Geländewagen reist er sieben Tage durch den Himalaya und den Oberlauf des Brahmaputra entlang bis zu den Ruinen des bereits 1630 untergegangenen Königreichs Guge, an der Grenze zu Nepal. Als erstem Ausländer gelingt ihm so eine Bestandsaufnahme der Tempel von Tsaparang nach der Kulturrevolution.

. Publikation:

Tsaparang. Tibets grosses Geheimnis.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Jürgen C. Aschoff
Eulen Verlag Harald Gläser, Freiburg i.B. 1987
Mit zahlreichen Farbabbildungen und zwei Karten. 87 Seiten
ISBN 3-89102-155-0 
[Eine nur in dieser Publikation zu findende, ausgesprochen interessante Bilddokumentation (von Helfried Weyer) über die verbliebenen Wandmalereien und Skulpturen im vergessenen Königreich Guge!]

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1986

nutzt der holländische Schriftsteller Adriaan van Dis (*1946; biografische Angaben) die Erleichterungen für Individualreisen in China und macht sich mit Rucksack, Bahn und Bus auf zu einer Reise von Xian über Lanzhou, quer durch die ostchinesische Provinz Xinjiang bis nach Pakistan.

. Publikation:

Een Barbaar in China. Een reis door Centraal-Azië.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Adriaan van Dis
J. M. Meulenhoff, Amsterdam 1987
Mit zwei Karten. 98 Seiten
ISBN  
(
Deutsche Ausgabe:)
Ein Barbar in China. Eine Reise durch Zentralasien.
Volksblatt Verlag, Köln 1993
Mit zwei Karten. 99 Seiten
ISBN 3-926949-16-3
[Realistische Schilderung des chinesischen Alltags einer Rucksack-Individualreise in den 1980er Jahren]

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1986

nehmen die Geologen Andreas Schulze und Bernd Neubauer an einer deutsch-chinesischen Expedition der Universität Göttingen zum K2 teil, dem zweithöchsten Gipfel der Welt, im Karakorum-Gebirge auf der (strittigen) Grenze zwischen Nepal und China. Da das geologische Forschungsthema in der Bedeutung des tibetischen Hochlands für die Entstehung globaler Eiszeiten besteht, erfolgt die Anreise zum K2 von Norden her, durch die chinesische Provinz Xinjiang. Von Kashgar [Kaxgar] aus startet das Team südwärts und sattelt in Mazar auf Kamele um, die alles bis zum Rastplatz im Sarpo Laggo-Tal bringen.

. Publikation:

Durch Westchina zum K2. Expedition ins Grenzland.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Andrwas Schulze, Bernd Neubauer
Diekmann/Thieme Verlag, Rottach-Egern 1988
Mit zahlreichen Abbildungen und drei Karten. 160 Seiten
ISBN 3-9800734-5-9 
[Der Expeditionsleiter Prof. Dr. Matthias Kuhle veröffentlicht hierzu im Jahr 1988: Zur Auslöserrolle Tibets bei der Entstehung von Eiszeiten. Spektrum der Wissenschaften; Scientific American 1/88, 16–20]

.

1986

startet der Kanadier Richard Langlais in der Hauptstadt der westchinesischen Provinz Sichuan und macht sich auf, um zu Fuß nach Lhasa zu gelangen. Drei Monate und 1200 Kilometer später gelingt ihm das ungewöhnliche Vorhaben.

. Publikation:

Road News from Tibet

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Richard Langlais
Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 1993
Mit 21Abbildungen und einer Karte. 227 Seiten
ISBN 3-540-56965-0 sowie 0-387-56965-0

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1986 - 87

unternimmt der amerikanische Schriftsteller Paul Theroux (*1941; biografische Angaben) eine etwas ausgefallene Reise: Im Transsibirien-Express hat er von London aus bereits drei Wochen im Abteil verbracht, als er die mongolisch-chinesische Grenze in Erlian überquert - um auch weiterhin die nächsten 12 Monate in der Eisenbahn zu verbringen. Sie ist seine große Leidenschaft und er frönt ihr hier exzessiv: In Chinas nördlichster Provinz Heilongjiang, an der Grenze zu Sibirien, wählt er im tiefsten Winter von der Hauptstadt Harbin eine Nebenstrecke, die ihn noch weiter nach Norden bringt, wo er in der verschneiten Wildnis auf eine Schmalspurbahn umsteigt, die in einem abgelegenen Holzfällerlager endet. Und im tropischen Süden der Provinz Yunnan gelangt er nur mit einem Trick auf die alte französische Bahnlinie nach Hanoi, die wegen Chinas schwelendem Grenzkonflikt mit Vietnam eigentlich für alle Touristen gesperrt ist. Von den östlichen Endpunkten des Streckennetzes in Qingdao, Shanghai und Xiamen folgt er den Gleisen bis an den Rand der Wüste Takla Makan und nur, weil in Golmud, in der zentralasiatischen Provinz Qinghai die Bahnlinie am Rand des tibetischen Hochplateaus definitiv endet, wählt er dort ein klappriges Auto zur Weiterfahrt. Denn er will nach Lhasa. Und das gerät dann zu einer noch abenteuerlicheren Reise.

. Publikation:

Riding the Iron Rooster. By Train Through China.

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.    Reiseweg   Paul Theroux
Amerikanische Ausgabe:

G. P. Putnam's Sons, New York 1988
477 Seiten
ISBN: 0-399-13309-7
Englische Ausgabe:
Hamish Hamilton, London 1988
494 Seiten

ISBN: 0-24112547-2
(Deutsche Ausgabe:)
Das chinesische Abenteuer. Reise durch das Reich der Mitte.
Claassen Verlag GmbH, Düsseldorf 1989
Mit einer Karte. 508 Seiten
ISBN: 3-546-49082-7
[Von einer anderen, jedoch undatierten Reise durch China berichtet Theroux in Sailing through China. Mit einer amerikanischen Reisegruppe, die hauptsächlich aus Millionären besteht, nimmt er an einer Schiffsreise den Yangzi stromab von Chongqing nach Shanghai teil und berichtet hierüber mit spitzer Feder.]

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur


   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur




   Angaben aus Original-Publikation

1986 - 87

verbringen das Lehrer-Ehepaar Charles und Jill Hadfield (beide*1952) neun Monate in Lhasa. Sie haben zuvor zwei Jahre lang Englisch im chinesischen Mutterland unterrichtet und 1985 eine sechswöchige Reise nach Tibet unternommen. Nun erhalten sie im Rahmen der Liberalisierung einen Lehrauftrag in Lhasa und nutzen die Zeit für Reisen nach Shigatse [Xigaze] und Südtibet.

. Publikation:

A winter in Tibet

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.    Reiseweg   Charles and Jill Hadfield
Impact Books, London 1988
Mit 16 Abbildungen und einer Karte. 226 Seiten
ISBN 0-245-54773-8  

   Angaben aus Original-Publikation

1986 - 87

unterrichten der Kanadier Ben Maartman (*1924; biografische Angaben) ) und seine Ehefrau an der Sprachenschule von Suzhou in der chinesischen Küstenprovinz Jiangsu. Nachdem sie zwei Jahre zuvor begeistert von einer China-Rundreise zurückgekehrt waren, entschließen sich die Pensionäre voller Idealismus, zehn Monate freiwillig nur gegen Kost und Logis Englischunterricht in China zu erteilen. Dies soll ihr Beitrag zum Aufbau des Landes und zur Verbesserung der internationalen Beziehungen sein. Über Guangzhou und Shanghai erreichen sie Chinas berühmte Garten-Stadt mit dem Zug. Ihr anfänglicher Enthusiasmus wird auf eine harte Probe gestellt, denn schon bald zeigen sich die unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Auffassungen. Deutlich ernüchtert beschließen sie ihren China-Aufenthalt mit einer Kurzreise nach Lhasa.

. Publikation:

The Iron Bowl Blues. The frolics and torments of two Canadians floundering around in the great iron bowl of Chinese bureaucracy. Plus other Peeks Behind the Bamboo Curtain.

   Angaben aus Original-Publikation
.   Ben Maartman
Ben Maartman Fogduckers Press, Errington/Kanada 1989
Mit 9 Zeichnungen von Blanche Maarman. 172 Seiten
ISBN 0-9694040-0-X  

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1986 - 87

reisen der Journalist Otto Mann (*1940) und der Fotograf Thomas Billhardt (*1937; biografische Angaben) teils im Gefolge des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Erich Honecker, teils auf eigene Faust durch China. Als Gäste und Freunde der Volksrepublik gelangen sie von Tibet im Westen bis Shanghai im Osten und von der Großen Mauer im Norden bis hinunter zur jüngsten Sonderwirtschaftszone auf der tropischen Insel Hainan.

. Publikation:

China. Impressionen einer Reise.

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.    Reiseweg   Thomas Billhardt , Otto Mann
VEB F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1989
Bild- und Textband, 248 Seiten
ISBN 3-325-00208-0  

   Angaben aus Original-Publikation

1986








                   1987

unternimmt der Engländer William Lindesay (*1957; biografische Angaben) einen ersten Versuch, um dem Verlauf der Großen Chinesischen Mauer zu folgen - zu Fuß. Denn nachdem der passionierte Läufer gerade den Hadrians Wall gemeistert hat, scheint es nur eine Frage der Ausdauer, nun dem Verlauf dieser etwas längeren Mauer quer durch China zu folgen. Doch wie so oft, wenn Pläne aus weiter Ferne entworfen werden, entpuppt sich die Realität als gänzlich anders. So endet sein erster Versuch vor Ort schon nach wenigen Tagen, als dem Alleinreisenden das unwegsame Gelände, Hitze und nächtlich herumstreunende Wölfe einen Strich durch die Rechnung machen. Im Frühjahr
wählt er den Start deshalb vom anderen Ende der Großen Mauer aus in der Provinz Gansu, wo sie nahe Jiayuguan ihren Anfang nimmt und die Tagestemperaturen im April für anstrengendes Laufen weit günstiger sind. Doch diesmal wird er nach wenigen Tagen von der chinesischen Sicherheitspolizei angehalten, weil noch weite Teile des Landes als Sperrgebiet gelten. Das kümmert Lindesay jedoch wenig, er entzieht sich den Sicherheitskräften und setzt seinen Lauf fort. Daraufhin wird er erneut aufgegriffen und nun des Landes verwiesen.
Doch als Brite ist Lindesay eigen und einmal gefasste Pläne nicht aufzugeben, sieht er als geradezu sportliche Herausforderung. Einen Tag nach seiner Abschiebung kehrt er so mit einem frisch ausgestellten Reisepass und neuem Visum aus Hongkong zurück. Eine Art Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem Lindesay auf seine Staatsbürgerschaft, seine schnellen Beine und seine britische Entschlossenheit setzt. Mehrmals wird er von den Sicherheitskräften der chinesischen Gong An Ju gestellt, zum Verhör geschleppt, muss 'Selbstkritiken' schreiben, Bußgelder zahlen - selbst seine Filme werden konfisziert. Dann stiehlt er sich wieder davon, schlägt sich in die Wildnis entlang der Großen Mauer und folgt ihrem Verlauf. Unter großen Entbehrungen und völlig erschöpft legt er so bis Mai die ersten 1.500 Kilometern Wegstrecke zurück und gelangt bis an die Grenze der Provinz Shaanxi.
Den Sommer über pausiert er in Beijing, kuriert sich von den Strapazen und kehrt Mitte September wieder nach Shaanxi zurück. Doch die Gong An Ju ist wachsam und es wird klar, dass Lindesay seinen Lauf ohne offizielle Genehmigung nicht fortsetzen kann. Nach erneuter Festnahme kommt es zu einem Kompromiss: Die Chinesen honorieren das sportlich-kulturelle Engagement der Langnase mit einer offiziellen Erlaubnis und Lindesay stimmt im Gegenzug einem zur Auflage gemachten chinesischen Begleiter zu, mit dem er dann den restlichen Verlauf der Großen Mauer von Beijing bis ans Gelbe Meer zurücklegt.

. Publikation:

Alone on the Great Wall. From the Desert to the Sea.

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.    Reiseweg   William Lindesay
Hodder & Stoughton, London 1989
240 Seiten
ISBN: 0-34050154-5
(Deutsche Erstausgabe:)
Im Schatten der Chinesischen Mauer. Zu Fuß durch die Wüste Gobi zum Gelben Meer.
Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe GmbH & Co.,
Bergisch Gladbach 1997
Mit Farbabbildungen. 302 Seiten
ISBN: 3-40461919-6  
[Eine erstaunliche und äußerst wagemutige Reise, denn es gehört schon etwas Fanatismus dazu, sich im China der 80er Jahre den Staatsorganen mehrfach (!) zu widersetzen. Hinzu kommen die körperlichen Strapazen und Gefahren, die Lindesay dabei auf sich nahm.]

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur




   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur

1987 
kritisiert die Kommunistische Partei China die besorgniserregende Ausbreitung "bürgerlich-liberaler Tendenzen". Der Generalsekretär der Partei,
Hu Yaobang tritt daraufhin zurück und der amtierende Ministerpräsident Zhao Ziyang wird sein Nachfolger.

Auf Taiwan hebt die immer noch regierende Guomindang-Partei das seit 1949 bestehende Kriegsrecht auf.

1987

versuchen die amerikanischen Reiseveranstalter Richard Bangs (*1950; biografische Angaben) und Christian Kallen (*1950; biografische Angaben) mit ihrer Rafting-Crew der Sobek Expeditions einen besonders wilden Teil des oberen Yangzijiang zu bezwingen, der sich durch die berüchtigte Tigersprung-Schlucht zwängt. Diese liegt im nördlichen Yunnan, an der Grenze zu Sichuan und ist als die "Große Schleife des Yangzi" bekannt. Schon nach ihrer ersten Verlautbarung setzt ein regelrechter Run darauf ein, als erster den Oberlauf des Yangzi per Boot zu bezwingen, allen voran patriotisch gesinnte Chinesen, die den ausländischen Teams zuvor kommen wollten. Viele von ihnen lassen dabei ihr Leben, weil sie - übereilt, schlecht ausgerüstet und viel zu unerfahren - die Gefahren eines solchen Unterfangens völlig unterschätzen. Doch noch ein zweiter amerikanischer Konkurrent tritt in den Wettlauf ein, der dank guten chinesischen Beziehungen und der finanziellen Unterstützung einer amerikanischen Fernsehgesellschaft bereits im Herbst 1986 Vorbereitungen zur Erstbefahrung trifft. Und so beginnt ein dramatischer und letztlich fragwürdiger Wettlauf zwischen all den Teams, wer sich welchen Teil des Ruhms sichern kann ... 

. Publikation:

Riding the Dragon's Back. The Race to Raft the Upper Yangtze.

.
.    Reiseweg   Richard Bangs, Christian Kallen
Atheneum Macmillan Publishing Company, New York 1989
Mit zahlreichen Farbfotografien 260 Seiten
ISBN 0-689-11932-1
[Leider fehlt dem Buch eine Karte und als Leser verliert man bei all den verwirrenden Ortsangaben völlig die Orientierung. Vor allem aber kann man angesichts all der Todesopfer über solche Formen des Freizeitvergnügens nur den Kopf schütteln.]

   Angaben aus Original-Publikation

1987

erhält Éric Meyer (*1949; biografische Angaben) als erster unabhängiger französischer Korrespondent die Erlaubnis, sich dauerhaft in Beijing niederzulassen. China wird sein zentrales Thema, dem er sich dort bis heute als Rundfunkjournalist widmet.

. Publikation:

Robinson à Pékin. Les tribulations d'un journaliste français en Chine. Chroniques, 1987-1991.

.
.   Éric Meyer
Éditions Robert Laffont, S.A., Paris 2005
238 Seiten
ISBN 2-221-10371-8
[Das Buch bietet kurze Berichte in Form von Tagebuchskizzen aus der Zeit 1987-91. Der Buchuntertitel parodiert ein Werk Jules Vernes: "Les tribulations d'un chinois en Chine".]

   Angaben aus Original-Publikation

1987

macht sich Peter Hinze (*1959; biografische Angaben) zum zweiten Mal auf den Weg nach Lhasa. Diesmal von Xining aus, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Qinghai. Sechs Tage und rund 2.000 Kilometer dauert die Fahrt mit dem Lkw durch das tibetische Hochland, über Golmud [Ge'ermu] und Nagqu. In der tibetischen Hauptstadt schließt er Freundschaft mit einem Mönch des Jokhang Tempels und erfährt so aus erster Hand von den verdeckten chinesischen Repressionen. Hinze beobachtet die Situation in Lhasa aufmerksam, besucht das im Wiederaufbau befindliche Kloster Ganden und wird bei seiner Abreise im September gebeten, einen Hilferuf an die Vereinten Nationen zu übermitteln. Am 1. Oktober, dem Nationalfeiertag Chinas, kommt es zu Demonstrationen in Lhasa, die zu zahlreichen Verhaftungen von tibetischen Mönchen führen, darunter auch Hinzes Vertrauensmann. Am 25. Oktober übergibt Peter Hinze den Brief der Jokhang-Mönche vor dem Gebäude der Vereinten Nationen an eine Mitarbeiterin der UN-Menschenrechtskommission.  

. Publikation:

Tibet. Eine Reportage.

A*
.    Reiseweg   Peter Hinze
Edition Hinze, München 1988
Mit zahlreichen Abbildungen, einer original tibetischen Gebetsfahne, einem original tibetischen  und Buchseite. 240 Seiten
ISBN:3-9801939-0-X
[Die mit schönen Fotos reich illustrierte Broschüre beinhaltet auch Hinzes Reiseberichte nach Tibet aus den Jahren 1982 und 1988. Als bibliophile Besonderheit ist jedem Buch eine in Lhasa gedruckte Gebetsfahne und eine tibetische Buchseite im Holztafeldruck beigefügt.]


   Angaben aus Original-Publikation

1987

entschließt sich die deutsche Sinologin Angela Kahl (*1961; biografische Angaben), von Chengdu aus, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan, auf verbotenen Wegen nach Lhasa zu reisen. Die chinesischen Behörden haben die Reisegenehmigungen zur tibetischen Hauptstadt auf einen Direktflug sowie eine Busverbindung über Golmud [Ge'ermu] in der Provinz Qingjiang eingeschränkt. Doch den Abschluss ihrer zehnmonatigen Chinareise hat sich die couragierte Sinologin anders vorgestellt. Mit einem Reisegefährten und dank guter Sprachkenntnisse gelingt ihr nach mehreren vergeblichen Startversuchen die Mitfahrmöglichkeit auf der Ladefläche eines Lastwagens. Es wird eine abenteuerliche Reise mit allem, was die wilde osttibetische Region Kham zu bieten hat: einfachsten Unterkünfte, unklaren Verkehrsverbindungen, Polizeikontrollen, Missverständnissen, betrunkenen Fahrern, Fahrzeugpannen, von Erdrutsch blockierten Gebirgsstraßen und weggeschwemmten Straßenbrücken. Mal zu Fuß, per Bus, per Jeep, per Lkw. Das Ganze 10 Tage lang über Markham, Gartar, Derge, Qamdo und Tangmai, mit dem kalten Hochgebirgswind im Gesicht. Doch ihre Reiselust ist ungebrochen. In Lhasa fasst sie den Entschluss, mit dem Fahrrad über den Himalaya nach Kathmandu in Nepal zu fahren. Ein mutiger Entschluss, da ihr hierfür nur einfache Fahrräder chinesischer Fabrikation zur Verfügung stehen. Auch dieser Reiseabschnitt gerät wieder zum anstrengenden Kampf, diesmal gegen widrige Wetterverhältnisse, die extreme Höhe und mehrmalige Erkrankungen. Über Gyanze, Xigaze, Lhaze und Tingri erreicht sie schließlich den Grenzort Kasa [Zhangmu].

. Publikation:

Tibets wilder Osten. Mit dem Fahrrad über den Himalaya.

.
.    Reiseweg   Angela Kahl
Frederking & Thaler Verlag, München 1987
Mit 38 Abbildungen und 3 Karten. 231Seiten
ISBN 3-89405-066-7
[Ungeschminkter Reisebericht, der ein sehr realistisches Bild von den täglichen Schwierigkeiten einer solchen selbst organisierten (und mutigen) Reise gibt.]

   Angaben aus Original-Publikation

1987

erfüllt sich der kanadische Schriftsteller George Woodcock (*1912,1995 biografische Angaben) einen lang gehegten Traum und reist mit seiner Frau und chinesischen Bekannten fünf Wochen lang durch Nordchina. Interessiert besonders an den historischen buddhistischen Stätten, besuchen sie die Yungang-Grotten im Norden der Provinz Shanxi, den in der Nähe gelegenen Wutai Shan, dann die alte Hauptstadt Xian und schließlich die Oasenstadt Dunhuang in der Provinz Gansu mit den berühmten 1000 Mongao-Höhlentempeln.

. Publikation:

Caves in the desert. Travels in China.

.
.    Reiseweg   George Woodcock
Douglas & McIntyre Ltd., Vancouver 1988
Mit 25 Abbildungen. 201 Seiten
ISBN 0-88894-619-8

   Angaben aus Original-Publikation

1987

startet der österreichische Abenteurer und Weltreisende Bruno Baumann (*1955; biografische Angaben) mit Freunden zu seiner umfangreichsten Tibet-China-Reise. Der Start erfolgt von Kathmandu aus per Bus nach Lhasa. Dort organisiert er eine private Fahrt auf einem gemieteten Lkw zum Berg Kailas im Westen Tibets. Nach einer Berg-Umrundung zieht er weiter nach Westen und besteigt einen Nebengipfel des Muztagata ("Vater der Eisberge") im Pamir, dem westlichsten Grenzgebirge der chinesischen Provinz Xinjiang zu Tadschikistan. Nach einer Ruhepause in Kaxgar erfolgt die Rückreise per Bus nördlich der Wüste Takla Makan über Korla [Ku'erle], Kutscha und Turpan nach Daheyon. Die Höhlentempel von Dunhuang werden besucht und dann beginnt die lange Heimreise mit der Eisenbahn über Xian und Beijing durch Sibirien nach München.

. Publikation:

Tibet Kailas Seidenstraße. Der diamantene Weg.

 A*
.
   Reiseweg
Bruno Baumann
Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1988
Mit 25 Abbildungen und 4 Karten. 230 Seiten
ISBN 3-222-11848-5 
[In diesem Buch fasst Baumann die Reisen dreier Jahre im tibetischen Kulturkreis zu einer Gesamtschilderung zusammen:  => 1985 in Ost-Amdo, => 1986 von Xining nach Lhasa und 1987 seine Durchquerung Südtibets von Ost nach West mit Rückreise durch Xinjiang.]

   Angaben aus Original-Publikation
1987

fliegt der Franzose Jacques Lanzmann (*1927;2006 biografische Angaben) Ende September über Pékin [Beijing] und Urumqui [Ürümqi] nach Khotian [Hotan] in die westchinesische Provinz Xinjiang, um von dort aus gemeinsam mit drei Freunden die Wüste Takla Makan in nördliche Richtung zu durchqueren. Das ist zu Fuß nicht nur ein langer sondern auch ein heißer Weg, für dessen erstmalige Reisebewilligung sich die chinesischen Behörden viel Geld bezahlen lassen. Dem Lauf des Hotan-darya folgend, setzt sich die Fujicolor-Expedition am 2. Oktober in Bewegung. Trotz aller umsichtiger Planung muss die Karawane schon bald ihre Marschroute ändern, weicht auf der Suche nach Wasser nach Westen an den Lauf des Keriya-darya aus und formt sich an dessen Ende dann erneut zur Rückkehr an den ausgetrockneten Flusslauf des Khotan-darya. Dort warten Versorgungs-Lkw mit dem lebensspendenden Nass. Vom Mazartag-Gebirge aus erreichen die Expedition nach vier Wochen schließlich Aksu.

. Publikation:

Le désert d'où l'on ne revient jamais

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Jacques Lanzmann
Éditions du Chêne, Paris 1988
Mit zahlreichen großformatigen Abbildungen und einer Karte. 158 Seiten
ISBN 2-85108-537-9

.

1987

haben Michaela und Thomas Wahl bereits etliche Reisen in Ostasien hinter sich, als sie von der Möglichkeit hören, nun endlich auch als Individualreisende über Kathmandu nach Tibet einreisen zu können. Im September befinden sie sich mit ihren Rucksäcken schon auf dem Weg von der nepalesischen Hauptstadt nach Zhangmu, dem tibetischen Grenzort im Himalaya. Ihre Reise steht unter einem glücklichen Stern: Drei Mal gelingt es ihnen, die sonst immer nur schwer beschaffbaren Reisebewilligungen von den chinesischen Behörden ausgestellt zu bekommen, darunter sogar solche durch für Touristen gesperrte Gebiete. In Lhasa organisieren sie eine Fahrt mit zwei Lastwagen westwärts am Tsangpo entlang über die Klosterstädte Xigaze, Gyangze und Sakya zum Berg Kailas, wobei sie einen Umweg über die Nordroute nehmen müssen. Nach einer Umrundung des buddhistischen Heiligtums und mehreren Tagen Aufenthalt am See Manasarovar reisen sie weiter nach Westen Richtung Xinjiang. Die Oasenstadt Kaxgar, am Rande der Wüste Takla Makan ist ihr Endziel, bevor nach einigen Tagen Aufenthalt die Rückreise über den Karakorum-Pass südwärts nach Pakistan erfolgt. Auch das nochmals eine ebenso abenteuerliche Reise, wie zuvor die 3.000 Kilometer quer durch Tibet.

. Publikation:

Kathmandu Kailas Karakorum. Auf eigene Faust durch Tibet nach Pakistan.

 A*
.    Reiseweg   Michaela und Thomas Wahl
Verlag Hermann Schmidt, Mainz 1988
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 175 Seiten
ISBN 3-87439-181-7
[Ein authentischer und ungeschminkter Reisebericht.]

   Angaben aus Original-Publikation
1987

nimmt Carola Roth-Rasch (*1916) von August bis September an einer klassischen zweiwöchigen Touristenreise durch China teil. Stationen sind Beijing, Xian, Nanjing, Suzhou, Shanghai, Guilin und Guangzhou.

. Publikation:

Eine Reise durch China. Reisebericht.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Carola Roth-Rasch
R. G. Fischer Verlag, Frankfurt 1992
95 Seiten
ISBN 3-89406-613-X
[Ein sehr geradlinig erzählter Reisebericht, erschienen in einem Verlag, der mit Druckkostenzuschuss der Autoren auch deren Erstlingswerke druckt ...]
  

.

1987

reist der Amerikaner Jim Reynolds (*1962; biografische Angaben) von Amerika über Hongkong nach China ein. Über Guangzhou, Kunming und Lijiang trampt und hikt er zur tibetischen Hauptstadt Lhasa, macht sich nach kurzer Rast auf weiter westwärts Richtung Kailas und erreicht den Pilgerort über Gerzê und Ali zur rituellen Umrundung. Das Tsangpo-Tal stromab führt sein Weg schließlich über das Grenzdorf Zhangmu weiter nach Nepal.

. Publikation:

The Outer Path. Finding my way in Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
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   Reiseweg
Jim Reynolds
Fair Oaks Publishing, Sunnyvale 1992
Illustriert und mit 6 Karten. 184 Seiten
ISBN 0-933271-06-9
  

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1987

erfüllt sich der Abenteurer und Hobby Ethnologe Georg Kirner (*1936; biografische Angaben) einen Kindheitstraum und reist von Kathmandu aus nach Tibet. Den chinesischen Behörden und Bestimmungen zum Trotz gelingt es ihm, seine Fahrt mit dem Fahrrad durchführen zu können, was zuletzt in ein Katz-und-Maus-Spiel mit der chinesischen Polizei ausartet. Zwei Monate nimmt sich Kirner Zeit, um über Tingri, Lhaze, Xigaze und Gyangze nach Lhasa zu gelangen. Von dort nimmt er den weiten Weg bis Golmud auf sich, mitten in der Weite der angrenzenden chinesischen Provinz Qinghai, womit ihm die erste Nord-Süd-Durchquerung Tibets auf dem Fahrrad gelingt. Den Abschluss der Reise bildet die Teilnahme am sieben Tage dauernden Fest zum Geburtstag Buddhas in Gyangze, welches nach dreißig Jahren erstmals wieder von den chinesischen Behörden zugelassen wird.

. Publikation:

Mein Tibet. Mit dem Fahrrad auf dem Dach der Welt.

   Angaben aus Original-Publikation
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   Reiseweg
Georg Kirner
F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 1991
Mit 110 farbigen Illustrationen und einer Karte. 157 Seiten
ISBN 3-7766-1667-9
[Eine körperlich beachtliche Leistung auf 4000 - 5000 Metern Höhe]

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1987

machen sich auch vier begeisterte Fahrradfahrer auf den Weg, das Himalaya-Massiv zu umrunden: die Amerikaner Jeremy und Wendy Schmidt (*1949; biografische Angaben) mit ihren Freunden Patrick Allan und Baiba Morrow (biografische Angaben). Sie fliegen von China aus nach Lhasa und beginnen dort mit den Reisevorbereitungen. Ermöglicht wird das ungewöhnliche Unternehmen durch Reiseerleichterungen der chinesischen Behörden, die erst im Vorjahr die Karakorum Hochstraße für Individualreisende freigegeben haben. Obwohl die Nutzung eigener Fahrräder in Tibet für Ausländer verboten ist, brechen die Vier mit ihnen im Gepäck versteckt auf einem gemieteten Lastwagen Richtung Kailash auf. Entlang des Tsangpo geht die Fahrt nach Westen, dann auf halbem Weg in einem weiten nördlichen Bogen durch das Changtang-Hochland bis Ali und von dort wieder südöstlich zurück zu den See Rakshastal und Manasarovar am Fuße des Kailash. Nach einer Umrundung des Berges wird eine Probefahrt mit den Fahrrädern ins südlich gelegene Burang, an der Grenze zu Nepal, unternommen, doch die Straßen sind zu schlecht, ebenso die Höhe für solch extreme körperliche Anstrengungen. Auf der Ladefläche eines Lkws geht es deshalb nach Kaxgar, der Provinzhauptstadt von Xinjiang im äußersten Westen Chinas. Auf der Karakorum-Hochstraße nahe dem Karakul See kommen die Fahrräder dann nochmals bis zur pakistanischen Grenze zum Einsatz.

. Publikation:

Himalayan Passage. Seven Months in the High Country of Tibet, Nepal, China, Indie & Pakistan.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Jeremy Schmidt
The Mounteneers Books, Seattle (WA) 1991
(ebenso: Douglas & McIntyre Ltd., Vancouver 1991;
ebenso: Cordee, Leicester 1991)
Mit zahlreichen Illustrationen und 5 Karten. 303 Seiten
ISBN 0-89886-282-0 [Druckfehler bei der ISBN-Angabe im Buch, korrekt ist 0-89886-262-0]

.

1987

überqueren Marion Mentel (*1961; biografische Angaben) und Jens Kießling (biografische Angaben) die mongolisch-chinesische Grenze. Eine mutige Entscheidung, denn zum einen hatten sie schon ihre Visa für die Mongolei nicht auf rechtmäßigem Wege erworben, zum anderen sind sie Bürger der DDR, denen es strikt verboten ist, nach China ein- bzw. auszureisen. Doch das stört beide nicht. Die Abenteuerlust und die Neugier auf die Fremde überwiegen. Mit dem Zug erreichen sie von Ulaanbaatar aus die Industriestadt Hohhot, von dort geht es weiter in die Millionenstadt Chongqing. Um Fahrgeld nach Shanghai zu sparen, wählen sie die vierte Klasse unter Deck auf einem alten Passagierschiff den Yangzi stromab bis Janjing und schlagen sich von dort mit vielen Entbehrungen über Land durch bis zur Megastadt am ostchinesischen Meer. Endtstation wird Beijing. Dort entscheidet sich Marion Mentel zur Rückreise in die DDR. Jens Kießling nutzt die ihm noch verbleibende Zeit für einen kurzen Abstecher an den Li-Fluss in Südchina und wendet sich dann an das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland, um sich einen westdeutschen Pass zur Ausreise über Hongkong und als Start in ein neues Leben ausstellen zu lassen.

. Publikation:

Die  verbotene Reise. Die Geschichte einer abenteuerlichen Flucht.

   Angaben aus Original-Publikation
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   Reiseweg
Peter Wensierski
Deutsche Verlags-Anstalt, München 2014
Mit 42 Abbildungen. 253 Seiten
ISBN 978-3-421-04615-4
[Eine respektgebietende Reise - sowohl was mögliche persönliche Konsequenzen betrifft, wie auch hinsichtlich der gemeisterten Schwierigkeiten bei der Rundreise durch die Mongolei!]

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1988 
Am 16. Juli besucht Bundeskanzler Helmut Kohl als erster westlicher Regierungschef im Rahmen eines offiziellen China-Besuchs auch Tibet. bei den Tibetern weckt dies Hoffnungen auf internationale Aufmerksamkeit. Amnesty International kritisiert hingegen, dass der Besuch, welcher unkritisch und rein als privates Sightseeing des Kanzlers gehandhabt wird, eher die chinesische Politik und Regierung sanktioniert.

Am 8. Oktober schließen Beijing und Berlin eine chinesisch-deutsche Städtepartnerschaft.

1988

ist die Berlinerin Hildegard Schütze wieder unter den Ersten, als die Liberalisierung des chinesischen Reiseverkehrs den Abschnitt der alten Seidenstrasse südlich der Takla-Makan-Wüste für organisierte Reisen freigibt. Von Islamabad in Pakistan startet die Reisegruppe im Juli zur vierwöchigen Fahrt, die einer Expedition ins Unbekannte gleichkommt. Über den Khunjerab-Pass geht es von Pakistan aus zuerst auf dem Karakorum-Highway vorbei an Taxkorgan nach Kaxgar und von dort aus in den Süden der Provinz Xinjiang. Unter fachkundiger Führung werden die Oasen- und Ruinenstädte am Rande der großen Wüste besucht: Yarkant, Hotan, Keriya [Yutian], Tschertschen und der Lop Nor - Namen, die sich in Deutschland durch Sven Hedins frühe Schriften vor 80 Jahren eingeprägt haben. Korla, Turfan [Turpan], Bäzäklik [Bozikelike] und Dunhuang bilden dann die weiteren Reiseetappen auf dem östlichen Abschnitt der Seidenstraße. Xian und Beijing bilden den Abschluss der gewaltigen Exkursion.

. Publikation:

Spuren der Seidenstrasse. Rund um die Taklamakan und entlang der Grossen Mauer.

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.    Reiseweg   Hildegard Schütze
Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin 1990
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 266 Seiten

   Angaben aus Original-Publikation

1988

entscheidet sich die englische Fernsehjournalistin Vanya Kewley (biografische Angaben) zu einem gefährlichen Unternehmen: Sie will über die chinesische Gewaltherrschaft in Tibet berichten - und das illegal mit einem Filmteam direkt vor Ort. Im Vorfeld organisiert sie Kontakte zur tibetischen Widerstandsbewegung, rekrutiert Exiltibeter als Reisebegleiter und Dolmetscher und besorgt sich die kleinste verfügbare Profi-Filmkamera. Über verschiedene offizielle Reisegruppen buchen die Expeditionsteilnehmer getrennt ihre Einreisevisa und treffen sich im westchinesischen Chengdu. Doch alles entwickelt sich viel schwieriger als gedacht. In einer Atmosphäre von mangelhaften Informationen, Geheimhaltung, chinesischen Kontrollen und Misstrauen scheitern die ersten Vorstöße ins Landesinnere. Kewley entschließt sich zuletzt, ohne die Filmassistenten alleinverantwortlich mit ihren tibetischen Begleitern und ohne die offiziell benötigten Reisepapiere ins tibetische Hochland aufzubrechen. Es wird eine extrem strapaziöse Fahrt unter höchster nervlicher Belastung. Durch tibetische Kontakte interviewt sie von den Chinesen langjährig inhaftierte Mönche, vergewaltigte Nonnen und Zwangssterilisierte, durchfährt das gesperrte Nuklearforschungsgebiet Nagchu und berichtet von der systematischen Plünderung und Zerstörung der tibetischen Klöster. Sie geht Berichten über den Raubbau der tibetischen Bodenschätze und den Genozid an der tibetischen Bevölkerung nach und ist sich bewusst: Sollte sie mit diesem Filmmaterial in eine chinesische Kontrolle geraten oder ihre Recherche von Kollaborateuren verraten werden, so droht ihr nicht nur Verhaftung sondern vielmehr das Verschwinden in chinesischen Untersuchungsgefängnissen auf unbestimmte Zeit. In ständiger Unsicherheit durchquert Sie im Landrover vier Wochen lang den Osten Tibets, in einem weiten Bogen über Chamdo, Batang, Litang, Xining und Golmud [Ge'ermu]. Abschließend gelingt es ihr noch, das starke chinesische Militäraufgebot in Lhasa zu filmen, wo Unruhen am 1. Oktober, dem Nationalfeiertag Chinas, unterdrückt werden sollen. Ganze Klosteranlagen werden dazu von Militär umstellt - und die offiziellen chinesischen Presseberichte damit Lügen gestraft, die von einem "befriedeten Tibet mit zufriedenen Tibetern" berichten. In allerletzter Minute gelingt ihr die Ausreise nach Nepal.
Ihr Film wird erstmals in England am 9.11.1988 auf Channel 4 ausgestrahlt, danach weltweit von vielen Fernsehgesellschaften. Von chinesischer Regierungsseite erfolgt zwar bei jeder Ausstrahlung ein heftiger Protest - angesichts der unzweifelhaften Bilddokumente kommt es jedoch nie zu einer offiziellen Gegendarstellung.

. Publikation:

Tibet: Behind the Ice Curtain

.
.    Reiseweg   Vanya Kewley
Collins Publishing Group, Glasgow 1990
Mit 16 Fotografien und einer Karte. 396 Seiten
ISBN: 0-246-13594-8 (Hardcover)
ISBN: 0-586-20866-6 (Paperback)
[Ein ausgesprochen mutiges Unterfangen, für welches die Journalistin extremste persönliche Gefahren auf sich nahm (und anschließend als persona non grata ein Einreiseverbot auf Lebenszeit erhielt)! Das Buch liest sich spannender als jeder Kriminalroman. Eine beeindruckende Journalistin!]

   Angaben aus Original-Publikation

1988

muss Peter Hinze (*1959; biografische Angaben) zweimal Anlauf nehmen, um nach Lhasa zu gelangen: Trotz gültigem Einreisevisum bleiben die chinesischen Grenzen im Frühjahr wegen erneuter Unruhen geschlossen, erst auf Umwegen gelingt ihm im Juni schließlich ein kurzer Besuch in der tibetischen Hauptstadt. Seine geführten Gespräche bestätigen die Berichte von Verfolgungen und Misshandlungen an Mönchen seitens der chinesischen Polizei.

. Publikation:

Tibet. Eine Reportage.

A*
.   Peter Hinze
Edition Hinze, München 1988
Mit zahlreichen Abbildungen, einer original tibetischen Gebetsfahne, einem original tibetischen  und Buchseite. 240 Seiten
ISBN:3-9801939-0-X
[Die mit schönen Fotos reich illustrierte Broschüre beinhaltet auch Hinzes Reiseberichte nach Tibet aus den Vorjahren 1982 und 1987. Als bibliophile Besonderheit ist jedem Buch eine in Lhasa gedruckte Gebetsfahne und eine tibetische Buchseite im Holztafeldruck beigefügt.]


   Angaben aus Original-Publikation

1988

reist die in Kathmandu lebende amerikanische Schriftstellerin Kerry Moran (biografische Angaben) mit dem Fotografen Russell Johnson (*1949; biografische Angaben) zum heiligen tibetischen Berg Kailas.

. Publikation:

The Sacred Mountain of Tibet. On Pilgrimage to Kailas.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.
   Reiseweg
(Amerikanische Erstausgabe:)
Kerry Moran / Russell Johnson
Park Street Press, Rochester/Vermont 1989
Mit 116 Abbildungen und einer Karte. 128 Seiten
ISBN: 0-89281-325-3
(Englische Erstausgabe:)
Kailas. On pilgrimage to the sacred mountain of Tibet.
Thames & Hudson Ltd., London 1989
Mit 116 Abbildungen und einer Karte. 128 Seiten
ISBN: 0-50054151-5
(Deutsche Erstausgabe:)
Kailas. Auf Pilgerfahrt zum heiligen Berg Tibets.

Verlag J. Berg, München 1990
Mit 116 Abbildungen und einer Karte. 128 Seiten
ISBN: 3-7634-1020-1
[Mit ausgesprochen schönen Aufnahmen reich illustriert.]










   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur



   Angaben aus Original-Publikation

1988

reist die Deutsche Gabi Schick (*1959; biografische Angaben) durch Ostasien und besucht dabei auch China und Tibet.

. Publikation:

Vom Südchinesischen Meer ins Tibetische Hochland. Eine alleinreisende Frau erzählt.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Gabi Schick
Éditions trèves, Trier 1990
Mit mehreren Abbildungen und drei Karten. 132 Seiten
ISBN 3-88081-266-7

 

1988

begibt sich der französische Sinologe Jean Chesneaux (*1922,2007 biografische Angaben) auf eine zweiwöchige Rundreise durch China. Von Hongkong aus geht es mit der Eisenbahn über Pékin [Beijing] zum berühmten Berg Tai Shan in der östlichen Provinz Shandong, von dort aus nach Qifu, Heimat des Kongzi und retour über Beijing nach Hongkong. Seine Eindrücke und Erinnerungen an frühere Chinareisen vermerkt er in seinem Reisetagebuch.

. Publikation:

Carnets de Chine

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Jean Chesneaux
La Quinzaine Littéraire, Paris 1999
Mit mehreren Abbildungen und Karten. 268 Seiten
ISBN 2-910491-09-9

 

1988
 
 
 








 
 
                   1989,

ist der Amerikaner Fergus M. Bordewich (biografische Angaben) von Pakistan aus auf dem Weg in die westchinesische Provinz Xinjiang, nach Kaxgar. "I might have flown from New York to Beijing in twenty-two hours, or from Hong Kong in four. But the speed of air travel fused distant places, blurred distinctions. I wanted to approach the Chinese heartland more slowly; I wanted to feel China coming gradually into focus, the way travelers had in earlier times as they crossed the Karakorums and the two tousand miles of desert that lay between them and the terminus of the old silk road at Xian." Schon mehrere Jahre trägt sich der Journalist mit dem Gedanken, zu prüfen, ob er mit seinen Vorstellungen von China nicht einer allzu verklärten Romantik nachhängt. Nun nimmt er sich Zeit für eine mehrmonatige Reise, die ihn über Dunhuang nach Lanzhou, Xian und Chengdu bis nach Chongqing führt. Dort befährt er den Yangzi stromab bis Wuhan, besucht Kaifeng in der chinesischen Provinz Henan, das Grab des Konfuzius in Qufu, die Gärten von Suzhou sowie die Insel Putuoshan vor der Küste von Shanghai. Den Abschluss seiner Reise bildet Beijing zu Chinesisch Neujahr
wo er sich auf die Spuren George Norbert Kates begibt, eines Amerikaners, der hier die 30er Jahre verbrachte und dessen Treffen mit dem Autor gleichsam den Anfang dieser Reise bildete.

. Publikation:

Cathay. A Journey in Search of Old China.

.
.    Reiseweg   Fergus M. Bordewich
GaftonBooks; HarperCollinsPublishers, London 1991
Mit einer Karte. 305 Seiten
ISBN 0-246-13865-3

   Angaben aus Original-Publikation

1988 - 92

verbringt der Engländer Alec Le Sueur (*1963; biografische Angaben) freiwillig fünf Jahre im erst kurz zuvor eröffneten Holiday Inn Hotel in Lhasa. 'Freiwillig' deshalb, weil sowohl die Verhältnisse in Tibet wie auch die neu nach Lhasa verpflanzte Hotellerie einen Härtefall darstellen, der mit ausländischem Personal nicht so leicht zu besetzen ist. Zudem handelt es sich beim Holiday Inn Lhasa um ein chinesisch-englisches Joint Venture, das in der Zusammenarbeit erhebliche Probleme aufweist. Als neuer Marketing-Manager beobachtet Le Sueur die chaotischen Verhältnisse vor Ort mit ungläubigem Staunen und verliert schnell alle westlich-verklärten Vorstellungen.

. Publikation:

Running a Hotel on the Roof of the World. Five Years in Tibet.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Alec Le Sueur
Summersdale Publishers Ltd., London 1998
256 Seiten
ISBN 1-87347593-4
(Deutsche Erstausgabe:)
Das Hotel auf dem Dach der Welt. Meine Jahre in Lhasa.
Frederking & Thaler Verlag GmbH, München 2006
Mit 15 Abbildungen. 334 Seiten
ISBN 3-89405-265-1
[Ein recht locker geschriebenes Buch sowohl über die Verhältnisse im Hotelwesen wie auch im Hinblick auf die Situation in Tibet. Tibet-Fans ohne Erfahrung vor Ort dürften die schnodderige Schilderung für oberflächlich und und eher peinlich halten, während Old Tibet Hands wohl zustimmend nicken werden ...]








   Angaben aus Original-Publikation

1989 
Nach dem Tod des als liberal einzustufenden Politikers
Hu Yaobang am 15. April formiert sich in Beijing eine studentische Demokratiebewegung, die als friedliche Demonstration auf dem Platz vor dem Tiananmen ("Tor des himmlischen Friedens") beginnt und in den  folgenden Wochen zu einer der größten und tragischsten Bürgerkundgebungen in der Geschichte der kommunistischen Volksrepublik anwächst (Tian'anmen-Massaker). Nachdem sich im Laufe des Mai auch Teile der Bevölkerung und sogar Armee-Einheiten mit den friedlichen Demonstranten solidarisieren, wird die Situation für die Staatsmacht immer unübersichtlicher. Trotz der Anwesenheit internationaler Pressevertreter und einer weltweit großen Aufmerksamkeit entschließt sich die Staatsführung zum militärischen Eingreifen und löst die Kundgebung in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni gewaltsam auf. Schätzungsweise 3.000 Menschen werden dabei getötet. Das martialische Vorgehen wird mit "konterrevolutionären, staatsfeindlichen Bestrebungen" gerechtfertigt und im offiziellen Sprachgebrauch nur als "Zwischenfall vom 4. Juni" bezeichnet.

Da sich der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, Zhao Ziyang vermittelnd für die Studenten eingesetzt hatte, muss er nach der gewaltsamen Niederschlagung alle Ämter räumen und wird auf Lebenszeit unter Hausarrest gestellt! Nachfolger im Parteivorsitz wird der ebenfalls gemäßigte Jiang Zemin.

Das seit 1988 von der chinesischen Regierung über Tibet verhängte Einreiseverbot für Touristen wird am 22. Juni wieder aufgehoben, da die ausbleibenden Devisen zu großen finanziellen Einbußen führen. China legt für Visa jedoch strikte Regeln fest: Es dürfen nur Gruppen einreisen, keine Einzelreisende; jede Gruppe wird von einem chinesischen Führer geleitet; besucht werden darf nur Lhasa und Umgebung; jede Kontaktaufnahme zu Tibetern ist verboten, Touristen dürfen nicht einmal in tibetischen Restaurants essen oder in tibetischen Unterkünften übernachten.

1989

erhält der österreichische Abenteurer und Weltreisende Bruno Baumann (*1955; biografische Angaben) von den chinesischen Behörden endlich die Erlaubnis, Teile der Wüste Takla Makan in der westchinesischen Provinz Xinjiang mit einer Kamelkarawane durchqueren zu dürfen. Lange hat er sich um diese Genehmigung bemüht und reist nun von Pakistan aus über den Khunjab-Pass und Taschkurgan [Shitou cheng yizhi] zur Provinzhauptstadt Kaxgar. Dort trifft er die nötigen Vorbereitungen, um von der Oasenstadt Kerija [Yutia Xian], am südlichen Rand der Takla Makan, nach Norden entlang des Kerija-darja starten zu können. Baumann folgt damit den Reisewegen früherer Forscher wie Sven Hedin und Aurel Stein, hat aber auch unter deren schlechtem Ruf zu leiden: Die chinesischen Behörden geben Baumann Aufpasser mit, die die Expedition stark reglementieren und das mitreisende ZDF-Filmteam sogar zur Aufgabe der Dreharbeiten bringen. Insgesamt 23 Tage kämpft sich die Expedition durch die größte Wüste der Welt; von Daheyen und der Ruinenstadt Kara-dong geht es - immer auf der Suche nach Wasserstellen - nach Westen zum ausgetrockneten Lauf des Khotan-darja und dem Mazar-tagh-Gebirge.

. Publikation:

Takla Makan. Mein Weg durch die Wüste des Todes.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Bruno Baumann
F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 1990
Mit zahlreichen großformatigen Fotografien und 2 Karten.
208 Seiten
ISBN 3-7766-1571-0 

.

1989

trifft der in Beijing studierende Engelbert Boos (*1955) letzte Vorbereitungen für ein schier unglaubliches Vorhaben: der Fahrt mit einem Motorrad von Chinas Hauptstadt zurück in die Heimat nach München. Das Unglaubliche liegt dabei weniger in der Überwindung von rund 13.000 Kilometer durch das denkbar unwegsamste und verkehrstechnisch schwierigste Gebiet Zentralasiens, als vielmehr an dem von ihm gewählten Motorrad: einem fabrikneuen chinesischen Nachbau des alten deutschen BMW-Wehrmachtsgespannes R71 aus den Jahren 1938-41, einem 750 cm² Motorrad mit Beiwagen. Bereits die einfache Inbetriebnahme dieses Gefährts wartet mit allen Schwierigkeiten auf, die chinesische Produktion zu bieten hat. Nach etlichen Vorbereitungen startet Boos trotzdem voller Zuversicht mit seinem Beifahrer (und vielen Ersatzteilen) am 22. April vor der Qinghua Universität in Beijing. Und Zuversicht ist nötig, denn er besitzt nicht die offiziell nötige Reiseerlaubnis. Außerdem hat sich sein Kenntnisstand hinsichtlich der Schwachstellen des chinesischen Motorrades zwar wesentlich erweitert, doch die eigentlichen Schwierigkeiten liegen in den rauen Schotterpisten, unwegsamen Wüstengebieten, sporadischen Tankstellen, amtlichen Kontrollpunkten sowie all den anderen Unwägbarkeiten entlang der Strecke im fernen Zentralasien. Über Taiyuan, Yan'an, Lanzhou, Hami und Turpan arbeiten sie sich unter extremen Bedingungen in die westchinesische Wüstenprovinz Xinjiang vor, werden kurz vor dem Ziel von verunsicherten chinesischen Polizisten angehalten, schmuggeln ihr Motorrad auf einem Kohlentransporter an den Kontrollen vorbei und werden schließlich nur durch die weite Entfernung von Beijing vom Scheitern der Ausreise über den Karakorum-Pass nach Pakistan verschont, als in der Hauptstadt Panzer gegen Studenten auf dem Tiananmen-Platz auffahren.

. Publikation:

Durch fremde Welten

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Engelbert Boos
Motorbuch Verlag, Stuttgart 1991
Mit zahlreichen Aufnahmen und einer Karte. 222 Seiten
ISBN 3-613-01415-7
[Ein echtes Abenteuer! Und ebenso unglaublich wie die Überwindung aller geographischer und bürokratischer Schwierigkeiten dieser Reise ist die schier übermenschliche Geduld des Autors mit den technischen Tücken des chinesischen Zweirads.] 

.

1989

reist die in Amerika tätige deutsche Archäologin Christa Paula (*1959) im September von Pakistan aus mit dem Landrover über den Khunjerab-Pass nach Xinjiang ein. Um die fachliche Theorie nicht allzu grau werden zu lassen, möchte sie hier, in Chinas Wüstenprovinz, eine der antiken Oasenstädte der südlichen Seidenstraße aufsuchen, die Ruinen von Milan. Doch das erweist sich weit schwieriger als gedacht. Im ersten Anlauf scheitert sie daran, dass Milan im für Ausländer gesperrten Gebiet der südlichen Takla Makan Wüste liegt, unweit von Chinas Atomwaffentestgelände. In Korla [Ku'erle] wird ihr somit die Reisebewilligung verweigert. Zurück in Kaxgar lernt sie einen jungen Chinesen kennen, mit dem sie die illegale Einreise in das Sperrgebiet entlang der südlichen Wegroute über Hotan und Qarkilik [Ruoqiang] wagt. Doch auch hier wird sie kurz vor Milan von chinesischen Sicherheitskräften angehalten und arrestiert. Die Archäologin lernt die Schattenseiten des Reisens im kommunistischen Outback kennen. Mit ihrem Begleiter setzt sie sich heimlich ab und nutzt das illegale Mitfahren auf Transport-Lkws durch die abgeschiedenen Weiten von Xinjiang. Eine deprimierende und lähmende Reise beginnt, immer auf der Hut vor den chinesischen Sicherheitskräften, von mürrischen Hotelmitarbeitern beargwöhnt und stets mit neugierigen Blicken der Bevölkerung verfolgt. Über Dunhuang, Turpan und Urumqi wagt sie einen letzten Versuch und kann einen alten Lkw auftreiben, der sie auf Schleichwegen für einen Tag nach Milan fährt. Zehn Stunden hat sie somit Zeit, sich in der alten Ruinenstadt umzusehen, ein Pyrrhus-Sieg nach drei Monaten Odyssee.

. Publikation:

Road to Milan. Travels in the Forbidden Zone of Xinjiang.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Christa Paula
Harper Collins Publishers, London 1994
Mit 33 Farbaufnahmen und drei Karten. 278 Seiten
ISBN 0-00-255124-1
[Eindringliche Schilderung der Reisesituation in Chinas 'Wildem Westen' nach dem Tiananmen-Massaker. Eine abenteuerliche, nervenaufreibende und chaotische Reise. Couragiert, authentisch und lesenswert.] 

.

1989

ist der deutsche Schriftsteller Dieter Lohr (*1965; biografische Angaben) gerade in Beijing, als die Studentenproteste eskalieren. Trotzdem kann er seine mehrmonatige Reise durch China fortsetzen und Qingdao, Qufu und den Yangzi stromauf bis Chongqing befahren, dann über Chengdu und Xian in Jiayuguan das Ende der Großen Mauer erreichen und schließlich über Turpan und Kaxgar in der westchinesischen Provinz Xinjiang den Karakorum Highway zur Ausreise nach Pakistan nehmen.

. Publikation:

Der Chinesische Sommer. Eine Reiseerzählung.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Dieter Lohr
Der andere Verlag, Bad Iburg 1999
Mit 15 Zeichnungen. 165 Seiten
ISBN 3-934366-01-5

.

1989

erhält ein französisches Filmteam von sieben Frauen trotz der Studentenunruhen die Erlaubnis, im unwegsamen Osttibet eine Reise-Dokumentation auf den Spuren der Tibet-Forscherin Alexandra David-Néel zu erstellen. Unter Leitung von Marie Jaoul de Poncheville startet die Crew in Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan, mit chinesischen Dolmetschern und Fahrern. In einer weiten Schleife durch das tibetisch-chinesische Grenzgebiet soll ihr Weg über Dartsedo [Kangding], Derge [Dege] und Jyekundo [Gyegu] zum Amnye Machen Gebirge führen, von dort weiter zum Seegebiet des Koko Nor und über Lanzhou und das Kloster Labrang wieder südwärts zurück. Die aus weiter Ferne nur grob geplante Reiseroute erweist sich schnell als Tour de force - sowohl für die Fahrzeuge wie auch für die Psyche aller Reiseteilnehmer. Vom unwegsamen gebirgigen Gelände anfangs aufgehalten, dann von der chinesischen Bürokratie immer wieder behindert und schließlich von unwilligen chinesischen Helfern absichtlich boykottiert, wird die dreimonatige Drehzeit zu einer harten Belastungsprüfung. Zuletzt führen politische Querelen fast zur Beschlagnahmung des gesamten Filmmaterials, das später jedoch im französischen Fernsehen als Lung Ta, les cavaliers du vent gesendet wird.

. Publikation:

Sept femmes au Tibet. Sur Les Traces D'Alexandra David-Néel. Voyage au Tibet Oriental.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Marie-Jaoul de Poncheville
Editions Albin Michel S. A., Paris 1990
Illustriert. 249 Seiten
ISBN 2-22604106-0

(Deutsche Erstausgabe:)
Sieben Frauen in Tibet. Auf den Spuren von Alexandra David-Néel.
VGS Verlagsanstalt, Köln 1991
Mit 40 Abbildungen und 3 Karten. 304 Seiten
ISBN 3-8025-2203-6
[Eine aus der Ferne entworfene Reiseidee, die fast an der  rauen chinesisch-tibetischen Realität vor Ort scheitert. Zudem das Psychogramm einer Reisegruppe vor dem Hintergrund der "Revolution der Frauen" Ende der 80er Jahre.]








   Angaben aus Original-Publikation

1989 - 90

ist Thomas Weyrauch (*1954; biografische Angaben) als deutscher Repräsentant der Städtepartnerschaft zwischen der chinesischen Millionenstadt Wuhan und Duisburg in China. Zwei Jahre wohnt er in Wuhan und erhält durch seine Tätigkeit Einblick sowohl in die gesellschaftlichen wie politischen Veränderungen in dieser Zeit.

. Publikation:

Graue Stahlstadt Wuhan. Tagebuch aus Wuhan 1989 - 1990.

 .
.
   Reiseweg
Thomas Weyrauch
Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer, Bochum 1991
Mit 17 Abbildungen und einer Karte. 230 Seiten
ISBN 3-88339-903-5
[Obwohl sich der Autor hauptsächlich in Wuhan aufhält, bietet sein Bericht eine sehr realistische Schilderung des chinesischen Alltagslebens sowie der gesellschaftlichen und politischen Situation in diesem bedeutsamen Zeitabschnitt.]

   Angaben aus Original-Publikation

1989 - 90

unternimmt der in Taiwan lebende Amerikaner Bill Porter (*1943; biografische Angaben) zahlreiche Exkursionen ins Qin-Ling-Gebirge, einem Gebirgszug südlich des Wei Flusses bei Xi'an, Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi. Der Schriftsteller und Übersetzer sucht dort Taoisten und Buddhisten in ihren Einsiedeleien auf und interviewt sie.

. Publikation:

Road to Heaven. Encounters with Chinese Hermits.

.
.
   Reiseweg
Bill Porter
Mercury House Inc., San Francisco 1993
Illustriert und mit einer Karte. 226 Seiten
ISBN 1-56279-041-2
(Deutsche Ausgabe:)
Die Berge hüten das Geheimnis. Begegnungen mit chinesischen Eremiten.
Walter, Solothurn 1994
Illustriert und mit einer Karte. 239 Seiten
ISBN
3-530-65901-0

   Angaben aus Original-Publikation

 

 

   Angaben aus Original-Publikation

1990 
Die chinesischen Beschränkungen für Reisen nach Tibet werden weiter gelockert. Als reiseberechtigte "Gruppe" gelten nun auch schon zwei zusammen reisende Personen.
1990

wird der kanadische Journalist Douglas Fetherling (*1949; biografische Angaben) von The Whig-Standard, Kanadas ältester Tageszeitung, nach Russland und China entsandt. Ein Jahr zuvor löste sich die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken auf, wurde die KPdSU verboten und die deutsche Wiedervereinigung mit dem Sturz der Berliner Mauer eingeläutet. In der Volksrepublik China hingegen wurden ähnliche demokratische Bestrebungen blutig niedergeschlagen. Fetherling soll nun vor Ort recherchieren, welch unterschiedliche Wege die ehemaligen Hochburgen des Welt-Kommunismus einschlagen. Anfang März passiert er die russisch-chinesische Grenzstation Manzhouli in der chinesischen Provinz Innere Mongolei [Nei Mengu] und stellt in der Hauptstadt schnell fest, dass seine Anwesenheit hier von chinesischer Seite unerwünscht ist. Seine unbequemen Reportagen fürchtend, wird er schnell nach Chongqing weiterkomplimentiert, kann eine kurze Schiffsfahrt auf dem Yangzi bis Yichang machen und wird dort gleich wieder ins Flugzeug nach Shanghai gesetzt - der letzten Station auf seinem Reisevisum.

. Publikation:

Year of the horse. A journey through Russia & China.

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.    Reiseweg   Douglas Fetherling
Stoddart Publishing Co. Ltd., Toronto 1991
Mit 19 Abbildungen. 187 Seiten
ISBN 0-7737-2495-8

   Angaben aus Original-Publikation

1990

vertieft die Berlinerin Hildegard Schütze ihre erste Tibetreise vor sieben Jahren und nimmt erneut an einer dreiwöchigen Studienreise im Oktober teil. Mit dem Flugzeug geht es von Chengdu aus nach Lhasa. Nach zweiwöchiger Erkundung der Umgebung erfolgt die Weiterfahrt mit dem Bus nach Westen, am Yamdrok-See entlang und über den Korla-Pass hinweg nach Gyangze und Xigaze. Die Ausreise erfolgt über den nepalesischen Grenzort Zhangmu nach Kathmandu.

. Publikation:

Tibet. Zehn Jahre nach der Öffnung.

.
.    Reiseweg   Hildegard Schütze
Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin 1992
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 248 Seiten
ISBN 3-928589-03-2

   Angaben aus Original-Publikation

1990

unternimmt Henrik Rhyn (*1942; biografische Angaben) eine kleine Expedition von Lhasa aus mit geländewagen in östliche Richtung zum "Orakel-See".

. Publikation:

Schritte in Tibet. Trekking zum Orakelsee.

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.    Reiseweg   Henrik Rhyn
Edition Hans Erpf, Bern / München 1991
Mit 33Abbildungen und einer Karte. 118 Seiten
ISBN 3-905517-34-5

   Angaben aus Original-Publikation

1990 - 91

unterrichtet das amerikanische Ehepaar Ruth König (*1927; biografische Angaben) und Don Greenberg (*1925) für ein Jahr als Fremdsprachenlehrer am Chengdu Institute of Technology in der Hauptstadt der westchinesischen Provinz Sichuan. Sie nutzen den Aufenthalt und bereisen in ihrer Freizeit die Umgebung, darunter Leshan und den Emei Shan, besuchen Hangzhou sowie Guilin und unternehmen von Chongqing aus eine Flussfahrt stromab durch die drei Schluchten des Yangzi bis Wuhan.

. Publikation:

The Red Blackoard. An American Teacher in China.

.
.    Reiseweg   Ruth König (Ruth Greenberg)
Frederic C. Beil, Savannah 1995
246 Seiten
ISBN 0-913720-88-7

   Angaben aus Original-Publikation

1991

macht sich die Amerikanerin Pamela Logan (*1959; biografische Angaben), fasziniert von den Berichten über den kriegerischen tibetischen Stamm der Khampa auf, um deren Siedlungsgebiet im Grenzland zwischen China und Tibet zu erkunden. Durch glückliche Umstände hat sie ein ethnologisches Stipendium erhalten und ist so in der Lage, sich ein Jahr Zeit zu nehmen und durch die chinesischen Provinzen Amdo und West-Sichuan zu reisen. Mutig und mit viel Elan macht sie sich mit dem Fahrrad auf den Weg über Kumbum, Labrang, Kangding und Litang, versucht von Golmud aus Lhasa zu erreichen, scheitert jedoch an den restriktiven chinesischen Bestimmungen. Nachdem sie auch in Derge an der Weiterfahrt gehindert wird, fliegt sie kurzerhand in die Provinzhauptstadt von Xinjiang und macht sich von Urumqi auf den Weg nach Kaxghar. Dies wird ihr Ausgangsort für die Überquerung des Himalaya nach Pakistan, über Tashkurgan [Shitou cheng yizhi] und den Khunjirab-Pass.

. Publikation:

Among Warriors. A Martial Artist in Tibet.

.
.    Reiseweg   Pamela Logan
The Overlook Press, Woodstock 1996
Illustriert und mit 5 Karten. 271 Seiten
ISBN 0-87951-643-7

   Angaben aus Original-Publikation

1991,

im Jahr des Schafes, ist der kanadischen Food-Autorin Judy Schultz (*1931; biografische Angaben) eine ganz besondere Reise möglich: Sie kann zum Herbstfest an der Jungfernfahrt des China-Orientexpress teilnehmen, einem Luxuszug, der zwischen Beijing und Ürümqi verkehrt. Der ursprünglich von Mao Zedong und anderen führenden chinesischen Staatsmännern genutzte Sonderzug wurde nach Jahrzehnten des Dornröschenschlafs renoviert und dient nun für DeLuxe-Reisen entlang der historischen Seidenstrasse. Reisestopps werden in der Inneren Mongolei, Dunhuang und Turpan eingelegt. Auf eigene Faust reist die Autorin dann noch weiter nach Kaxgar, der berühmten und quirligen Karawanenstadt ganz im Westen der Provinz Xinjiang.

. Publikation:

Looking for China. Reflections on a Silk Road.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Judy Schultz
Red Deer College Press, Calgary/Canada 1995
239 Seiten
ISBN 0-88995121-7
(Deutsche Erstausgabe:)
Im Land des Himmelsdrachen. Impressionen aus China.
Goldmann Verlag, München 2002
Mit 4 Karten. 351 Seiten
ISBN 3-442-71170-3
[Schön und lebendig geschrieben. Initiatorin des China-Orientexpresses ist übrigens eine kanadische Sinologin und Reiseveranstalterin, die den Zug auf eigene Kosten renovierte und mit der chinesischen Regierung einen entsprechenden Exklusiv-Nutzungsvertrag schloss. Der Zug wurde so luxuriös, dass er zeitweise auch für die Inlandsreisen des dreifachen stellvertretenden Vorsitzenden Deng Xiaoping dient. Die Autorin berichtet in anderen Kapiteln des Buches auch noch von einer Reise in Südchina 1986 nach Guilin sowie über ihre Aufenthalte in Hong Kong, Beijing und Shanghai]






   Angaben aus Original-Publikation

1992

machen sich die italienischen Fotografinnen Tiziana und Gianni Baldizzone (biografische Angaben) auf den Weg nach Tibet, um dort auf den Spuren von Alexandra David-Néel zu reisen. Von der Klosterstadt Kumbum in der chinesischen Provinz Qinghai geht es in einem weiten Bogen südwestlich durch das tibetische Siedlungsgebiet Kham bis nach Jyekundo.

. Publikation:

Tibet. Eine Reise auf den Spuren von Alexandra David-Néel

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Tiziana und Gianni Baldizzone
Belser Verlag, Stuttgart 1995
Mit zahlreichen großformatigen Fotografien und einer Karte.
160 Seiten
ISBN 3-7630-2229-5
[Ein großformatiger bunter Bildband, der durch die authorisierte Wiedergabe von 14 historischen s/w-Fotos in erster Linie vom Namen der bekannten französischen Reisenden partizipiert.]

.

1993 
Die Volksrepublik China bewirbt sich für die Austragung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2000 und unterliegt erst im vierten und letzten Wahlgang knapp gegen Sydney.
1993

kann der österreichische Abenteurer und Weltreisende Bruno Baumann (*1955; biografische Angaben) im tibetisch-chinesischen Grenzgebiet die Klöster Labrang und Kumbum in Amdo besuchen. Anschließend macht er sich auf, das Quellgebiet des Gelben Flusses zu erkunden. Von der Siedlung Maduo ab geht es querfeldein zu den beiden Seen Tsaring Nor und Oring Nor, dann durch das so genannte 'Sternenmeer' [Xingsuhai], eine mit hunderten von Tümpeln durchsetzte sumpfige Hochebene, bis an den Fuß des Yalandaze-Berges. Von seinen Hängen herab bilden Rinnsale den Ursprung des zweitgrößten Flusses China und Baumann beschließt diese Expedition mit der Besteigung des über 5.000 Meter hohen Yalandaze.

. Publikation:

Gobi. Durch das Land ohne Wasser.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Bruno Baumann
F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 1995
Mit zahlreichen großformatigen Fotografien und 5 Karten.
207 Seiten
ISBN 3-7766-1918-X 
[Neben dieser Reise beinhaltet das Buch die ausführliche Schilderung von Baumanns Expedition durch die Wüste Gobi im Jahr => 1994.]

.

1993

startet Charles Blackmore (*1957; biografische Angaben), scheidender Major der englischen Armee, zu einer Durchquerung der Wüste Taklamakan. Mit einem Team aus Engländern, Chinesen und Uiguren will er die berüchtigte innerasiatische Wüste im westchinesischen Xinjiang als erster in ganzer Länge zu Fuß durchqueren. Wie Sven Hedin genau 100 Jahre zuvor startet auch Blackmore in Makit am westlichen Rand der Taklamakan. 320 Kilometer beträgt der erste Wüstenabschnitt, bevor die 14 Expeditionsteilnehmer mit ihren 30 Kamelen am Wüstenfluss des Hotan He wieder mit ihrem Versorgungstross zusammentreffen und frischen Proviant sowie Wasserreserven aufnehmen können. Drei weitere solcher Versorgungstreffen werden auf den nächsten 920 Kilometern an Rastplätzen in der Wüste arrangiert. Nach 59 Marschtagen hat die Tortur durch glühende Hitze und nächtlichen Frost ein Ende und alle Expeditionsteilnehmer erreichen erschöpft aber lebend Luobuzhuang am Ostrand der großen Wüste.

. Publikation:

The worst desert on earth. Crossing the Taklamakan.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Charles Blackmore
John Murray Ltd., London 1995
Mit Abbildungen und einer Karte. 268 Seiten
ISBN: 0-7195-5436-5

(Deutsche Ausgabe:)
Durch die Wüste des Todes 
Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe GmbH,
Bergisch Gladbach 1997
Mit 34 Abbildungen und einer Karte. 366 Seiten
ISBN: 3-404-61916-1
[Angesichts der Risiken solcher nicht-wissenschaftlichen Expeditionen, bei denen es nur darum geht Erster zu sein und die alle Teilnehmer in Lebensgefahr bringen, - Blackmore war zudem dreifacher Vater - stellt sich für Außenstehende die Frage nach dem Sinn solcher Unterfangen.]

 




   Angaben aus Original-Publikation

1993

erreicht Wade Brackenbury (*1964; biografische Angaben) Hong Kong im August und reist sogleich weiter in die südchinesische Provinz Sichuan. Der Amerikaner, den seine laufende Ausbildung als Arzt weniger reizt als abenteuerliche Unternehmungen, hat sich für sechs Monate beurlauben lassen und bereitet mit einem französischen Fotografen die Erkundung eines entlegenen Tals an der Westgrenze Chinas vor. Diese ist Siedlungsland der Drung, einer der kleinsten ethischen Minderheiten im Vielvölker-staat China, und gilt als heimliches Shangri La, das westlichen Besuchern in den letzten hundert Jahre völlig verschlossen blieb. Der abenteuerliche Kick besteht darin, dass das Tal im chinesischen militärischen Sperrgebiet liegt, am Länderdreieck zu Burma und Tibet. So machen sich die beiden mit einer Dolmetscherin über Chongqing, Hauptstadt der Provinz Sichuan, in westliche Richtung auf nach Kangding. Was folgt ist ein Katz-und-Maus-Spiel mit den chinesischen Behörden und ein Kampf gegen die klimatischen wie topografischen Widernissen der unwegsamen Gegend am Oberlauf der Ströme Mekong und Salween. Ihr Versuch scheitert im dritten Anlauf. Während seine Begleiter die Rückreise antreten, gibt sich Brackenbury aber nicht geschlagen und unternimmt einen letzten Versuch, indem er sich allein quer durch die Berge schlägt - und das Tal der Drung tatsächlich erreicht.

. Publikation:

Yak Butter & Black Tea. A Journey into Forbidden China.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Wade Brackenbury
Algonquin Books, Chapel Hill 1997
Mit drei Karten. 224 Seiten
ISBN: 1-56512-148-1
[Ein Unternehmen, dessen Intention man als fragwürdigen westlichen Ego-Trip kritisieren - oder als eine sehr eigene Form von Selbstfindung ansehen könnte.]

 




 

1993

startet die fünfköpfige Familie des in Australien lebenden irischen Kochs Paul Cullen (biografische Angaben) zu einer durchaus ungewöhnlichen Reise. Nachdem das restriktive Monopol der staatlichen Reiseagentur Intourist für Reisen von Ausländern durch die Sowjetunion mit der Auflösung der UdSSR im Jahr 1992 gefallen ist, plant Cullen den Besuch seiner Heimatstadt Dublin per Eisenbahn: Beginnend im südchinesischen Guangzhou und von dort aus quer durch Zentralasien und Russland. Stationen der Reise in China werden Changsha, Xian und Urumtschi. Dabei steht natürlich die Verkostung der chinesischen Küche für Cullen im Vordergrund. Die Rückfahrt erfolgt später mit dem Transsibirien-Express über Harbin in der Mandschurei, Beijing und Shanghai. Von dort aus bringt sie das Schiff nach Australien zurück. 

. Publikation:

Cook's tour. A haphazard journey from Guangzhou to Dublin and back.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Paul Cullen
Allen & Unwin Pty. Ltd., St. Leonards 1995
Illustriert. 221 Seiten
ISBN: 1-86373-910-6
(Deutsche Ausgabe:)
Cooks tour. Die abenteuerliche Reise des Kochs, seiner Frau und ihrer drei Töchter mit dem Zug von China nach Irland und zurück.
Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe GmbH,
Bergisch Gladbach 1997
Mit 14 Farbabbildungen und einer Karte. 334 Seiten
ISBN: 3-404-61914-5

 




   Angaben aus Original-Publikation

1993 und 95

reist die Australierin Lolo Johanna Germina Houbein (*1934; biografische Angaben) mit dem Flugzeug über Chengdu nach Tibet. Beim ersten Besuch widmet sie sich vor allem den Klosteranlagen in Samye, Sera, Ganden und Drepung, bevor es von Lhasa aus weiter nach Westen Richtung Gyangzê und Xigazê geht. Sehr desillusioniert fliegt sie über Kathmandu zurück. Ein zweiter Besuch zwei Jahre später, bei dem sie die gleichen Orte nochmals besichtigt, bestätigt ihren Eindruck einer Auflösung der tibetischen Kultur.

. Publikation:

Tibetan transit

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Lolo Houbein
Kangaroo Press, East Roseville 1999
Mit mehreren Abbildungen und einer Karte. 360 Seiten
ISBN 0-7318-0809-6

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1994

ist es dem österreichischen Abenteurer und Weltreisende Bruno Baumann (*1955; biografische Angaben) nach langen Vorbereitungen tatsächlich möglich, von den chinesischen Behörden eine Genehmigung für die Durchquerung der Alashan-Wüste zu erhalten - eine Durchquerung zu Fuß! Damit sich die jahrelange Anstrengung für eine Reisebewilligung in diesen abgelegenen und gesperrten Teil Chinas auch lohnt, plant Baumann anschließend den Besuch der nahe gelegenen Ruinenstadt Khara Khoto [Heicheng] und des Sees Gashun Nor am Ende des Flusses Edsin Gol. Damit folgt er den Spuren von Sven Hedins großer Sino-Swedish-Expedition in den Jahren 1928-30.
Die Anreise erfolgt von Beijing aus über Hohhot, Hauptstadt der Provinz Innere Mongolei, Baotou und Wuhai am Gelben Fluss. Am 2. Oktober kann dann die größte Expedition, die Baumann bisher geleitet hat starten: mit einem Filmteam, zwei deutschen Freunden, einem Journalisten des Spiegel und chinesischen und tibetischen Helfern für den Tross von 30 Last-Kamelen. Doch trotz umsichtiger Planung gerät das Unternehmen schon bald zu einem Wettlauf gegen die Zeit und den Wassermangel, denn das unbekannte Terrain der Shamo (Sandwüste) erweist sich mit hunderte Meter hohen Sanddünen als ein unwegsames Gewirr, das Mensch und Tier alles abverlangt.

. Publikation:

Gobi. Durch das Land ohne Wasser.

   Angaben aus Original-Publikation
.
   Reiseweg
Bruno Baumann
F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 1995
Mit zahlreichen großformatigen Fotografien und 5 Karten.
207 Seiten
ISBN 3-7766-1918-X 
[Mit schönen großformatigen Wüsten-Fotografien. Neben dieser Reise beinhaltet das Buch auch den Besuch der Klöster Labrang und Kumbum im Jahr => 1993 sowie die daran anschließende Expedition ins Quellgebiet des Gelben Flusses.]

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1994

bricht der französische Ethnologe und Forschungsreisende Michel Peissel (*1937; biografische Angaben) nach der Schneeschmelze im September in Ost-Tibet auf, um die Quelle des Mekong zu suchen. Jener neuntlängste Fluss der Welt entspringt im tibetischen Hochland der Provinz Qinghai als Dza Chu (Schwarzer Fluss), durchfließt die chinesische Provinz Yunnan unter dem Namen Lancang Jiang („Turbulenter Fluss“), fließt weiter südwärts, wo er zum Grenzfluss zwischen Burma und Laos wird und danach weiter die Landesgrenze zwischen Laos und Thailand bildet. In seinem Unterlauf überquert er als Tonle Thom („Großer Fluss“) die Grenze zum Königreich Kambodscha und erreicht in Südvietnam unter dem Namen Song Cuu Long („Neun-Drachen-Fluss“) schließlich das Meer. Die kleine Expedition aus fünf Personen startet in Xining, von wo aus es mit Landcruisern über Madoi durch das alte tibetische Gebiet Amdo und Kham nach Yushu geht. Nur mühsam und in tagelangen Fahrten dringen sie weiter in die Hochgebirgsregion vor. Letzter Außenposten der Zivilisation wird ein heruntergekommener chinesischer Militärposten in Moyun. Doch selbst von dort aus sind es nochmals fünf anstrengende Tage zu Pferd, durch unwirtliches Gelände, Regen und Hagel, um das vermeintliche Quellgebiet des Mekong auf der versumpften Hochebene Osttibets zu erreichen. Das Vertraute und Menschliche weit hinter sich lassend, gerät die Expedition zu einer Reise ans Ende der Welt.

. Publikation:

The Last Barbarians. The Discovery of the Source of the Mekong in Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Michel Peissel
Henry Holt and Company Inc., New York 1997
Mit 17 Abbildungen und 4 Karten. 255 Seiten
ISBN 0-8050-4534-1
[Eine jener unromantischen, anstrengenden Entdeckungsreisen alten Stils, die die Teilnehmer an die Grenzen ihrer physischen Belastung führt. Einige Jahre später stellt sich heraus, dass Peissel zwar die Quelle des wasserreichsten Quellflusses des Mekong entdeckt hat, nicht jedoch die am weitesten von der Mündung entfernte Quelle. Im gleichen Buch schildert Peissel im Anhang noch kurz seine Reise im Jahr 1995 nach Osttibet, auf der Suche nach alten asiatischen Pferderassen. Über jene Reise erschien keine separate Publikation.]

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1994

startet die bekannte englische Malerin Pollyanna Pickering (*1942; biografische Angaben) zusammen mit ihrer Tochter Anna-Louise Pickering im Frühjahr zu einer ungewöhnlichen Expedition in die chinesische Provinz Sichuan. Von der Hauptstadt Chengdu geht es mit dem Landrover und einer Dolmetscherin in zwei nördlich gelegene Naturschutzgebiete, wo sie Studien zu Pandas in freier Wildbahn machen möchte. Im Reservat Wolong besuchen sie eine der wenigen chinesischen Panda-Aufzuchtsstationen und im neu eröffneten Fentengxiao Nationalpark gewinnt sie das Vertrauen der anfangs abweisenden Tierpfleger, indem sie ihnen ihre ersten Zeichnungen zeigt. Ihr wird dann das Privileg zuteil, mehrere Tage als Gast aufgenommen zu werden, einen jungen Baby-Panda ausgiebig studieren zu können und zuletzt sogar einen der sehr seltenen freilebenden Pandas zu Gesicht zu bekommen.
Die Fahrt in die abgelegenen Bergregionen Nord-Sichuans gleicht einer Expedition ins Unbekannte und die beiden großen, blonden und bleichen Engländerinnen erregen bei der Bevölkerung überall großes Aufsehen.

. Publikation:

Giant pandas and sleeping dragons

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Pollyanna Pickering
Otter House Limited, Exeter/England 1996
Mit zahlreichen Farbfotos von Anna-Louise Pickering und zahlreichen Abbildungen der Zeichnungen und Gemälde von Polyanna Pickering. 159 Seiten
ISBN 0-9529369-0-9
[Ein sehr schön aufgemachtes Buch über eine spannende Reise, zudem humorvoll und lebendig erzählt.]

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1994

fliegt Dr. Dr. Dr. Lutz Simon (*1941; biografische Angaben) von Beijing aus über Chengdu nach Lhasa und besucht Xigazê und Gyanzê.

. Publikation:

Tibet für Anfänger

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Prof. Dr. Dr. Dr. Lutz Simon
(Selbstverlag) Frankfurt 2002
190 Seiten
ISBN 3-9800487-9-9
[Ein typisches Buch im Selbstverlag ohne fachliches Lektorat.]

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1994

startet das australische Lehrer-Ehepaar Thanh und Benjamin Cherry (*1941; biografische Angaben) zu einer langen Reise durch Vietnam, China und Tibet. Mit der Eisenbahn geht es von der nordvietnamesischen Grenzstation Lao-Cai nach Kunming, Hauptstadt der südchinesischen Provinz Yunnan. Als Low-Budget-Touristen auf eine rund einjährige Überlandreise bis England eingestellt, wählen sie hard seat und einfache Hotels und erleben das chinesische Leben so hautnah. Der Emei Shan, Chengdu und Chongqing bilden die nächsten Stationen, dann geht es auf dem Yangzi flussab durch die Drei Schluchten bis Yueyang. Richtung Süden werden Yangshuo und Kanton [Gunagzhou] besichtigt. Ein zweiter Reiseabschnitt führt von Shanghai über Suzhou und Qufu nach Beijing. Über Xian und Lanzhou werden die Orte entlang der Seidenstraße besucht, Jiayuguan, Hami und Turpan, danach geht es mit dem Bus über Golmud nach Lhasa. Höhepunkt in Tibet bildet die Reise zum Kailas mit dessen Umrundung.

. Publikation:

Of Pandas and Wandering Geese. A Journey through Shadow and Light in Vietnam, China and Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Thanh und Benjamin Cherry
Minerva Press, Atlanta/London/Sydney 1999
Illustriert. 394 Seiten
ISBN 0-75410709-4
(Deutsche Ausgabe:)
Pandas bleiben, Wildgänse ziehen. Eine Reise durch Vietnam, China und Tibet. 
Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2003
Mit 28 Abbildungen und 2 Karten. 421 Seiten
ISBN: 3-7725-2229-7

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1995

bricht der englische Journalist Simon Winchester (*1944; biografische Angaben) zu einer außergewöhnlichen Reise auf: Er will dem Lauf des Jangtsekiang folgen, Chinas längstem Strom, von der Mündung im Gelben Meer bis hinauf zu seiner Quelle im tibetischen Hochland. Anstoß zur Reise gibt eine alte chinesische Karte, die den passionierten Reiseschriftsteller und gelernten Geologen fasziniert: ein chinesisches Landschafts-Rollbild aus der Qing-Dynastie, welches auf 16 Metern Länge den Lauf des Jangtse wiedergibt. Und so macht sich Winchester mit einer chinesischen Begleiterin und ausgerüstet mit einer umfangreichen Sammlung an Generalstabskarten auf die 6.500 Kilometer lange Reise - eine Reise nicht nur ins Innere Chinas sondern auch ein Eintauchen in seine bewegte Geschichte.

. Publikation:

The River at the Center of the World. A Journey up the Yangtze, and Back in Chinese Time.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Simon Winchester
Henry Holt & Co., New York 1996
Mit Karten. 410 Seiten
ISBN: 0-8050-3888-4
Softcover-Ausgabe:
The River at the Centre [sic] of the World. A Journey up the Yangtze, and Back in Chinese Time.
Peguin Books Ltd., 1996
428 Seiten
ISBN: 0-14-024912-5
(Deutsche Ausgabe:)
Der wilde Strom. Eine Reise auf dem Jangtse. 
Albert Knaus Verlag GmbH, München 2000
Mit mehreren Karten des Reiseweges. 474 Seiten
ISBN: 3-8135-0136-1
[Ungewöhnlicher Reisebericht, besinnlich, kritisch, informativ.]





   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
     Schon im Jahr der USA-Erstausgabe (Hardcover bei Henry Holt, New York) erschien bei Penguin Books USA eine Softcover-Ausgabe mit leicht geändertem Titel. Danach erschienen in rascher Folge vielerlei Neuausgaben bei wechselnden Verlagen. (Die englische Penguin Books Erst-Ausgabe 1998 trägt z.B. die gleiche ISBN, ist aber 20 Seiten umfangreicher und erschien sowohl als Hardcover als auch gleichzeitig als Paperback)


   Angaben aus Original-Publikation

1995

ist der französische Ethnologe und Forschungsreisende Michel Peissel (*1937; biografische Angaben) im September wieder in Ost-Tibet unterwegs, um für weiterführende Studien mehrere Exemplare des Nangchen-Pferdes zu erwerben. Mit dieser erst im Vorjahr von ihm entdeckten Spezies möchte er herausfinden, ob es sich hierbei um eine der Ur-Pferderassen handeln könnte, von deren alle heutigen Pferde abstammen. Zusammen mit einem Zoologen und einem Filmteam reist er Ende September von Lhasa aus in die östlichen Landesteile. Trotz seiner jahrzehntelangen Erfahrungen im tibetischen Kulturraum und guten Sprachkenntnissen scheitert Peissel hier überraschend an der ablehnenden Haltung der Nomaden, die weder an dem seltsamen Fremden noch an dessen Geld Interesse haben. Von Dengqen aus startet er anschließend zu einer Exkursion, die ihn durch das unwegsame Einzugsgebiet des Salween in chinesisches Sperrgebiet führt. Über Chamdo werden sie abgeschoben und machen in der Gegend von Riwoche dann die überraschende Entdeckung einer weiteren bislang unbekannten, archaischen Pferderasse, die Peissel Cheval de Riwoché tauft.

. Publikation:

The Last Barbarians. The Discovery of the Source of the Mekong in Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Michel Peissel
Henry Holt and Company Inc., New York 1997
Mit 17 Abbildungen und 4 Karten. 255 Seiten
ISBN 0-8050-4534-1
[Der Bericht dieser Reise im Jahr 1995 wird nur im Anhang des Buches kurz dargestellt, Peissel schildert in der Publikation hauptsächlich seine 1994 unternommene Expedition zur Auffindung der Quelle des Mekong in Ost-Tibet.]

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1995

startet Michael Stets (*1966) im Februar von Hongkong aus, um mit dem Fahrrad die Volksrepublik China von der südlichen Provinz Guangdong bis nach Beijing zu bereisen. Über Guilin geht es anfangs auf beschwerlichen Straßen nordwestlich bis Chongqing, wo die Strapazen mit einer Schiffsfahrt den Chang Jiang stromab bis Wuhan unterbrochen werden. Auf seinem Weg nach Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, nimmt er sich Zeit, die größte Buddha-Felsskulptur der Welt in Leshan zu besuchen sowie den Emei shan zu besteigen. Von Xian aus führt der Weg dann am Gelben Fluss entlang durch die nordchinesische Tiefebene nach Luoyang und Qufu. Und die Energie reicht noch aus, um ganz in der Nähe die über 7000 Stufen zum heiligen Taishan in einem fünfstündigen Aufstieg zu bezwingen. Doch die körperlichen Anstrengungen bleiben nicht ohne Folgen und die Radreise findet ihr vorzeitiges Ende mit der Ankunft in Beidaihe am Gelben Meer: Akute Kniebeschwerden zwingen Stets hier zur Aufgabe kurz vor dem Ziel und er muss die letzte Etappe schweren Herzens mit dem Zug zurücklegen. Nach insgesamt 90 Tagen erreicht er so Beijing. 

. Publikation:

Mit dem Fahrrad durch China

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Michael Stets
Michael Imhof Verlag, Petersberg 2000
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 128 Seiten
ISBN 3-932526-80-5

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1995

reist Stanley Stewart (1952, biografische Angaben) mit dem Schiff von Shanghai den Yangzi stromauf bis Chongqing und von dort mit der Eisenbahn über Xian bis Jiuquan. Er besucht die Höhlen von Dunhuang und gelangt mit dem Bus zu den Oasenstädten Hami und Turfan. Von Urumqi, Hauptstadt der Provinz Xinjiang, wählt er wieder den Bus für eine zweitägige Fahrt bis ins entlegene Ili-Gebiet an der russischen Grenze. Der Reisejournalist lässt sich Zeit und von zufälligen Begegnungen leiten. Am Nordrand der Wüste Takla Makan gelangt er nach Kaxgar und reist schließlich über den Karakorum-Highway nach Pakistan aus.

. Publikation:

Frontiers of Heaven. A Journey Beyond the Great Wall. 

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Stanley Stewart
John Murray Ltd., London 1995
Mit 15 Abbildungen und einer Karte. 233 Seiten
ISBN: 0-7195-5065-3
(Deutsche Ausgabe:)
Durch das Reich der Mitte zum Land der Himmelsberge. Mit Schiff, Zug und Eselskarren durch Chinae. 
Frederking & Thaler Verlag GmbH, München 2006
Mit 15 s/w-Abbildungen, Portrait und einer Karte. 247 Seiten
ISBN: 978-3-89405-288-1
[Einfacher und distanziert wirkender Reisebericht.]





   Angaben aus Original-Publikation

1995

bereist der französische Sinologe Jean Chesneaux (*1922,2007 biografische Angaben) nochmals China. Diesmal direkt von Beijing aus nach Xian und Chengdu, die Hauptstadt der provinz Sichuan. Von Chongqing bucht er eine Bootspassage auf dem Yangzi bis Wuhan und besucht von Beijing aus abschließend noch die Große Mauer und Chengde. Seine Eindrücke und Erinnerungen an frühere Chinareisen vermerkt er wieder in seinem Reisetagebuch.

. Publikation:

Carnets de Chine

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Jean Chesneaux
La Quinzaine Littéraire, Paris 1999
Mit mehreren Abbildungen und Karten. 268 Seiten
ISBN 2-910491-09-9

 

1995 - 97

nimmt der Engländer John Hare (*1935, biografische Angaben) an insgesamt drei chinesischen Expeditionen zur Erforschung der Wildkamele teil. Deren Lebensraum begrenzt sich auf letzte kleine Gebiete in der mongolischen Gashun-Wüste und der Wüste Lop Nor in der chinesische Provinz Xinjiang. Doch selbst dort, in den abgelegensten und unwegsamsten Wüstengebieten der Erde, geraten die letzten Vorfahren des domestizierten Kamels zunehmend in Bedrängnis: Ölfunde, der Abbau von Salz und Erzen sowie das chinesische Atomwaffenversuchsgelände am Lop Nor reduzieren ihren Lebensraum immer mehr. Teils mit (baufälligen) Automobilen, teils mit (widerspenstigen) Kamelkarawanen macht sich Hare unverdrossen auf, um zu retten, was noch zu retten ist.

. Publikation:

The Lost Camels of Tartary. A Quest Into Forbidden China. 

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   John Hare
Little, Brown & Company, London 1998
Mit 34 Abbildungen und einer Karte. 240 Seiten
ISBN: 0-316645435

(Deutsche Ausgabe:)
Auf den Spuren der letzten wilden Kamele. Eine Expedition ins verbotene China. 
Scherz Verlag, Bern/München/Wien 1999
Mit 29 Abbildungen und einer Karte. 256 Seiten
ISBN: 3-502-15289-6
[John Hare gelingt die Teilnahme an den Expeditionen vor allem dadurch, dass er über westliche Sponsoren für die nötigen finanziellen Mittel sorgt. Als Erfolg seiner jahrelangen Bemühungen kann er 1998 tatsächlich erreichen, dass für die geschätzten letzten 600 - 1000 Wildkamele ein großräumiges Naturschutzgebiet von der chinesischen Regierung ausgewiesen wird - auch dieses wieder finanziert durch internationale Gelder.]





   Angaben aus Original-Publikation

1996

packt den Engländer Adrian Abbotts und seine Frau Maria der Ehrgeiz, entgegen den offiziellen chinesischen Reisebestimmungen ohne Aufpasser und teure Gruppenreise nach Lhasa zu gelangen. Sie starten von  der Provinzhauptstadt Chengdu im chinesischen Sichuan mit dem Zug über Lanzhou und Xining bis Golmud. Von dort aus nehmen sie illegal eine Mitfahrgelegenheit auf einem Lastwagen nach Lhasa. Es gelingt ihnen, auch die Klosteranlagen in Sakya und Samye zu besuchen.

. Publikation:

Naked Spirits. A Journey into Occupied Tibet.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Adrain Abbotts
Canongate Books Ltd., Edinburgh 1997
Mit 21Abbildungen und einer Karte. 246 Seiten
ISBN 0-86241-617-5 

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1997 
Tod von
Deng Xiaoping.
1997

unternimmt die Amerikanerin Jane Bay von Kathmandu aus eine Reise nach Lhasa. Mit einem Vertrauten des Dalai Lama als Führer, der - nunmehr als amerikanischer Staatsbürger - seine Heimat selbst zum ersten Mal wieder nach 38 Jahren betritt, erkundet sie die Sehenswürdigkeiten der tibetischen Hauptstadt, das Kloster Samye und Xigaze.

. Publikation:

Precious Jewels of Tibet. A Journey to the Roof of the World.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Jane Bay
Clear Light Publishers, Santa Fe 1998
Mit 11Abbildungen. 205 Seiten
ISBN 1-57416-004-4 
[Der Großteil des Buches besteht aus Schilderungen der Vorgeschichte der Reise, mit ihrem Besuch im nordindischen Dharmshala. Auch eine Reise mit dem Landrover von Lhasa nach Kathmandu im Jahr 1994 wird kurz erwähnt.]

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1997

nimmt die Schweizerin Eveline Egeli an einer privaten Off-Road-Expedition von Hanoi über die südchinesische Provinz Yunnan nach Tibet teil. Mit Geländewagen und einheimischen Führern schlagen sich die Expeditionsteilnehmer über Lhasa in den Westteil des Landes durch und wählen als Rückreise nach Shanghai den Weg entlang der alten Seidenstraße am südlichen Rand der Wüste Takla Makan über Hotan.

. Publikation:

Tibet Tagebuch. 27 Tage im Land des Dalai Lama.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Eveline Egeli
AC Verlag GmbH, Ottobrunn 1998
Mit zahlreichen Abbildungen. 88 Seiten
ISBN 3-930193-19-3
[Bildband mit Text]

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1997

reist die blinde deutsche Tibetologie-Studentin Sabriye Tenberken (*1970, biografische Angaben) ohne sehende Begleitung nach Chengdu, der Provinzhauptstadt von Sichuan, und von dort ins chinesisch-tibetische Grenzgebiet nach Kangding. Im Rahmen ihres Studiums möchte sie eine Erhebungen über die Häufigkeit und die Gründe von Erblindungen unter der osttibetischen Bevölkerung durchführen. Doch dies ist nicht die erste bemerkenswerte Unternehmung der 27jährigen, zuvor hat sie in Bonn bereits die erste Blindenschrift für Tibetisch entwickelt, die daraufhin international anerkannt wird. In Osttibet scheitert Tenberken jedoch schon nach kurzer Zeit an den Bedenken der chinesischen Behörden, die ihr und ihrem Vorhaben skeptisch gegenüber stehen. Sie fliegt daraufhin nach Lhasa und entscheidet sich aufgrund der Situation vor Ort spontan zu einem außergewöhnlichen Hilfsprojekt, das sie für die nächsten Jahre voll in Anspruch nehmen wird: Die Gründung der ersten Blindenschule in Lhasa. Zusammen mit ihrem späteren Lebensgefährten legt sie in Deutschland den Grundstein für eine entsprechende Stiftung und zieht dann nach Lhasa, um dort selbst die Organisation und Leitung der Blindenschule zu übernehmen.

. Publikation:

Mein Weg führt nach Tibet. Die blinden Kinder von Lhasa.

   Angaben aus Original-Publikation
.   Sabriye Tenberken
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2000
Mit 18Abbildungen. 252 Seiten
ISBN 3-462-02936-3 
[Die Autorin beweist ein bewundernswertes Engagement und eine unglaubliche Energie, um diese selbst gestellt Herausforderung zu meistern. Ihr Buch schildert nicht nur die Aufbauarbeit der Blindenschule in Lhasa sondern gewährt auch Einblick in die Welt des Blindseins. Und ganz nebenbei erlebt der Leser ein kleines Wunder: Er erfährt, wie es der Reisebericht einer Blinden schafft, ihm in bunten Bildern das vor Augen zu zaubern, was die Erzählerin selber nie gesehen hat ....]

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1998

verbringt die Engländerin Kate Karko (*1967, biografische Angaben) mit ihrem tibetischen Ehemann Tsendup sechs Monate in Maqu, einem Landkreis im südlichsten Zipfel der chinesischen Provinz Gansu. Als tibetische Namma, Braut, besucht sie erstmals die tibetische Großfamilie Ihres Mannes und nimmt am traditionellen Zeltleben der Nomaden teil.

. Publikation:

Namma. A Tibetan Love Story.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Kate Karko
Hodder and Stoughton, London 2000
Mit 16 Bildseiten. 305 Seiten
ISBN 0-34076739-1
(Deutsche Ausgabe:)
Namma. Meine große Liebe in Tibet. 
RM Buch und Medien Vertrieb GmbH,
Rheda-Wiedenbrück 2002
Mit 16 Bildseiten. 334 Seiten
(Exklusive Buchgemeinschaftsausgabe ohne ISBN)
[Ein Reisebericht, der hauptsächlich den Aufenthalt in der tibetischen Großfamilie schildert. Aufschlussreich.]





   Angaben aus Original-Publikation

1998

bricht eine Gruppe von routinierten amerikanischen Wildwasserfahrern auf, um einen der wildesten Flüsse in seinem gefährlichsten Abschnitt zu bezwingen: den tibetischen Yarlung Tsangpo. Wo er weit im Osten durch den Gebirgszug des Himalayas rund 3.000 Meter hinab ins indische Assam fällt, wird er von 600 Meter steil aufragenden Felswänden flankiert, zwischen denen zu Spitzenzeiten bis zu 2.800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde toben. Während sich die Brüder Tom und Jamie McEvan, Roger Zbel und Douglas Cameron Gordon (*1956;1998 biografische Angaben) zu viert mit ihren Booten von Lhasa aus nach Pe, einem kleinen Ort direkt am Tsangpo begeben, leitet Wickliffe Wade Walker (*1946, biografische Angaben) eine der beiden Versorgungsteams, die die Ruderer entlang des Flusses flankierend begleiten und an geeigneten Plätzen mit Nachschub versorgen.
Am Tsangpo angekommen, erweist sich der Zeitpunkt für eine Befahrung als ungünstig: Infolge des besonders starken Monsunregens wälzt sich Hochwasser durch die mit Felsen verengte Schlucht. Doch die Vorbereitung der Expedition war teuer und hat Jahre in Anspruch genommen, die National Geographic Society steht mit einem Sponsoring Pate und der Titel der Erstbefahrung winkt - so wird das waghalsige Unternehmen doch in Angriff genommen. Schon die ersten Kilometer auf dem Fluss erweisen sich für alle als äußerst problematisch. Die Strömungen im wilden Flusslauf sind schwer zu kalkulieren und erzwingen auf weiten Strecken ein Tragen der Boote über den Ufersaum. Bereits nach 27 Meilen wird der Kajak von Douglas Gordon an einer Stromschnelle von Wirbeln festgehalten und in die Tiefe gezogen. Die Suche nach ihm verläuft ergebnislos und wird schließlich, wie das ganze Unternehmen, nach vier Tagen abgebrochen. Der Ausstieg aus der Tsangpo-Schlucht bei Regen, Erdbeben und unzuverlässigen Trägern geht an die Grenzen der Leistungsfähigkeit aller Teilnehmer und beansprucht volle zehn Tage, bevor die Crew wieder Lhasa erreicht.

. Publikationen: Courting the Diamond Sow. A Whitewater Expedition on Tibet's Forbidden River.    Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Wickliffe W. Walker
National Geographic Society, Washington D.C. 2000
Illustriert mit einer Karte. 253 Seiten
 ISBN 0-79227960-3
(Deutsche Ausgabe:)
Tragödie am Tsangpo. Wildwasserexpedition auf Tibets verbotenem Fluss.
Gruner + Jahr/RBA, Hamburg 2001
Mit 13 Abbildungen und einer Karte. 253 Seiten
ISBN 3-934385-17-6








   Angaben aus Original-Publikation

. The last river.  The Tragic Race für Shangri-la.    Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
. Todd Balf
Random House Inc., New York 2000
Mit einer Karte. 293 Seiten
ISBN
0-609-60625-5
(Deutsche Ausgabe:)
Gegen den Strom. Die dramatische Expedition auf dem Yarlung Tsangpo.
Wilhelm Heyne Verlag, München 2000
Mit einer Karte. 304 Seiten
ISBN 3-453-18221-9
[Es ist schwer nachvollziehbar, sich sehenden Auges freiwillig in ein derartiges Inferno zu begeben. Der Tod eines der Teilnehmers war da fast vorprogrammiert. Und es berührt unangenehm, dass meist nur solch tödlich verlaufende Unternehmungen zum Buch aufbereitet werden - wie auch bei der Befahrung des Oberlaufs des Yangzi im Jahr 1987. Dass die gefilmte Todesszene von Douglas Connor noch heute auf Youtube präsentiert wird (in slow motion und mit Wiederholung) ist einfach peinlich.]








   Angaben aus Original-Publikation
 

1998

reist die deutsche Journalistin Johanna Wieland (biografische Angaben) von Beijing aus über Taiyuan nach Xi'an und in die Provinzhauptstadt Chengdu. Über Chongqing geht es mit dem Boot den Yangzi stromab.

. Publikation:

Gelbe Erde, Blauer Fluß. Chinesische Welten.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Johanna Wieland
Picus Verlag, Wien 1999
Mit einer Karte. 128 Seiten
ISBN 3-85452-725-X
[Weniger ein Reisebericht als eine Sammlung kurzer Reiseeindrücke.]

 

1998

nimmt Ursula Saremski an einer fünfwöchigen organisierten Reise durch Tibet teil. Von Lhasa aus geht es mit Jeeps westwärts durch den Süden des Changthang Hochlands bis in die Region Ngari. Auf der Rückfahrt wird Halt am Kailas gemacht, die Ausreise erfolgt über Zhagmu nach Nepal.

. Publikation:

30 Tage in Tibet. Notizen einer Reise.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Ursula Saremski
R. G. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2000
Mit 98 Abbildungen und einer Karte. 142 Seiten
ISBN 3-89501-963-1

 

1999

bricht der französische Anthropologe und Tibetologe Michel Peissel (*1937; biografische Angaben) im Herbst von Lhasa auf, um mit einem kleinen Team von Freunden und tibetischen Helfern den noch weitgehend unerforschten westlichen Teil der tibetischen Changtang-Hochebene zu erkunden. Hier hofft er auf die letzten ursprünglichen Tierbestände an wilden Yaks (Drong), Orongo-Antilopen und Tibet-Bären zu stoßen. Die Fahrt führt von Lhasa aus erst in westliche Richtung entlang des Tsangpo-Flusses und dann ab Saga über Gêrzê nach Norden Richtung Kunlun-Gebirge, die Grenze von chinesisch Xinjiang.

. Publikation:

Le dernier horizon. À la dècouvert du Tibet inconnu.

   Die bibliographischen Angaben stammen aus Sekundärliteratur
.    Reiseweg   Michel Peissel
Èditions Robert Laffont, Paris 2001
Illustriert. 249 Seiten
ISBN 2-221-09272-4
(Deutsche Erstausgabe:)
Land ohne Horizont. Reisen in das unentdeckte Tibet. 
Piper Verlag, München 2004
Illustriert. Mit 2 Karten. 280 Seiten
ISBN 3-89029-250-X





   Angaben aus Original-Publikation

2000 
Die Volksrepublik China bewirbt sich für die Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 2008 und wird vom Olympischen Komitee im Folgejahr zum Austragungsort der 29. Olympischen Sommerspiele gewählt.
Simons
2000

Im März des Jahres
möchte der deutsche Jurist
Dr. Dr. Dr. Lutz Simon (*1941; biografische Angaben) zwischen seinen Geschäftsterminen in Beijing auf die Schnelle eine luxuriöse Kreuzfahrt auf dem Yangzi unternehmen. Da er selbst keinerlei Zeit für Vorbereitungen findet, überlässt er die Buchung weitläufigen chinesischen Bekannten. Dementsprechend fällt das Ergebnis auch aus: Er findet sich auf einem typisch chinesischen Verkehrsschiff wieder, alt und verrostet, mit engen, schmutzigen Kabinen und dem laut-quirligen Leben einer chinesischen Kleinstadt an Bord. Vier Tage lang verbringt er müde und frierend an Bord und sieht nicht viel von der nebelverhangenen Flusslandschaft entlang des Yangzijiangs.

. Publikation:

Einmal einfach Chongqing - Wuhan. Mit dem Verkehrsschiff auf dem Yangtze.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Lutz Simon
Books on Demand GmbH, Frankfurt 2000
131 Seiten
ISBN 3-9800487-5-6

.

Baumanns
2000

Im Jahr
begibt sich der österreichische Abenteurer und Extremreisende
Bruno Baumann
(*1955; biografische Angaben) auf die Spuren Sven Hedins. Im westlichen Teil der Takla Makan Wüste will er jene Expedition wiederholen, die für den jungen schwedischen Forschungsreisenden 1895 fast tödlich endete: Eine Durchquerung der Wüste mit Kamelen, von ihrem westlichen Rand bei Merket bis zum ausgetrockneten Flusslauf des Khotan-darya. Trotz umsichtiger Planung und etlicher Wüstenerfahrung erleidet auch Baumanns Expedition Schiffbruch: Mehr als die Hälfte der Kamele verdurstet und nur mit großer Anstrengung kann sich die vierköpfige Gruppe noch aus dem Sandmeer retten.

. Publikation:

Karawane ohne Wiederkehr. Das Drama in der Wüste Takla Makan.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Bruno Baumann
Piper Verlag GmbH, München 2000
Mit zahlreichen Abbildungen, 135 Farbfotos und 2 Karten.
318 Seiten
ISBN 3-89029-177-5 
[Parallel zur eigenen Reise bietet Bruno Baumann hier interessant und aufschlussreich Recherchen zur historischen Expedition von Sven Hedin. Sie lassen neue biografische Hintergründe erkennen und legen den Schluss nahe, dass die riskante Reiseplanung aus ehrgeizigen Gründen bewusst in Kauf genommen wurde und hierbei auch verletzter Stolz eine Rolle spielte. In seiner späteren schriftlichen Darstellung scheint Hedin das Geschehen dann an mehreren Stellen gezielt verändert und dramatisiert zu haben.]

.

  
2000

Im September des Jahres
haben der Schweizer
Ion Karagounis (*1964; biografische Angaben) und seine Reisegefährtin schon 28 Reisetage und etliche tausend Eisenbahnkilometer hinter sich gebracht, als sie den Schlagbaum der Volksrepublik China im äußersten Westen passieren: am Torugart-Pass, 3.752 Meter hoch im Tianshan-Gebirge, von Kirgisistan kommend und mit Ziel auf Kaxgar. "Wer offen bleibt, wird reich belohnt. Wer mit fixierten Erwartungen reist, wird alles verpassen." Das ist nicht nur die beste Einstellung für solch eine Reise sondern auch das Motto des aufmerksamen und bedachten Beobachters. Auf der im Vorjahr erst fertig gestellten Eisenbahnstrecke geht es von Kaxgar aus weiter nach Osten, am Nordrand der Wüste Takla Makan entlang, über Kuqa und Turfan nach Dunhuang. Von Lanzhou aus wird ein Abstecher zum Kloster Labrang unternommen, bevor sie Xian und Chengdu erreichen. Ohne falsche Sentimentalität erlebt Karagounis ein Land, das beherrscht wird vom Wettlauf zur Modernisierung und Verwestlichung: "Mir bleibt es zu beobachten, zu kommentieren, nicht aber, es besser zu wissen", denn allzu oft irrt die westliche Kritik und offenbart allein ihr Unverständnis. Neben den geschichtlich-kulturellen Stationen entlang des Reisewegs interessieren sich die beiden Schweizer auch für die ethnologisch-gesellschaftlichen Aspekte im Vielvölkerstaat China: Mit Bahn, Bus und Jeep besuchen sie in der Provinz Guizhou die Bergdörfer der Miao, Dong und Shui. Eine Flussfahrt von Guilin nach Yangshuo sowie der Besuch des Naturparks Zhangjiajie im Norden Hunans bilden letzte Stationen vor dem Ende der Reise in Shanghai.

. Publikation:

Mit dem Zug durch Zentralasien und China. Auf der Seidenstraße von Schaffhausen nach Shanghai.

   Angaben aus Original-Publikation
.    Reiseweg   Ion Karagounis
R. G. Fischer Verlag, Frankfurt 2003
Mit zahlreichen schönen Farbfotografien und 2 Karten.
195 Seiten
ISBN 3-8301-0483-9 
[Besonnene Reise durch ein schwer zu verstehendes Land zu Beginn des neuen Millenniums.]

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der Reisenden in China und Tibet

Mit freundlicher Unterstützung  
des Südasien-Instituts Heidelberg (Frau Dr. Schmitt),
der Stadtbibliothek Weinheim (Frau Koch),
vor allem aber
Frau Anne-Marie Werner von der Universität Zürich.

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Stand: 24. August 2018    Matthias Claus

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