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Die Zeit von 1900 bis 1949

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Die bibliographischen Angaben
stammen aus
Sekundärliteratur


Ergänzende Hinweise
zu
einzelnen Publikationen

Die bibliographischen Angaben
sind den Original-Publikationen
entnommen

1900. Der Beginn des neuen Jahrhunderts führt in China zu weiteren dramatischen Veränderungen. Innenpolitische Reformen und ausländische Einflüsse, vor allem aber die Ungeniertheit, mit der sich die europäischen Mächte Zutritt und Vorteile in China verschaffen, führen zu großer Verbitterung unter den Chinesen. Während billige Baumwollstoffimporte aus Europa und die Verlagerung des Warentransportes auf die neu errichteten, meist in ausländischer Hand befindlichen Eisenbahnlinien weite Teile der chinesischen Bevölkerung arbeitslos machen, schwindet die Macht der Beamten durch den Verlust der Zölle und Privilegien an ausländische Firmen. Auch die gebildete Literatenschicht Chinas sieht die kulturelle Grundlage ihres Standes durch moderne Reformen gefährdet. Eine Hungersnot im Frühjahr 1900 in Nordchina verschärft noch die Situation. Der wachsende Fremdenhass der Bevölkerung und der Unmut über das unfähige Mandschu-Kaiserhaus - deren Regierung von jeher als "Fremdherrschaft" von den Chinesen abgelehnt wurde - lassen weite Teile der Bevölkerung mit den in China traditionsreichen Geheimgesellschaften sympathisieren, besonders die Vereinigung Yihequan - "Faust im Namen der Gerechtigkeit und des Friedens" (im Englischen aufgrund eines sprachlichen Missverständnisses mit Boxer übersetzt) gewinnt an Bedeutung. Um die Ausländer zu treffen und auch die Mandschu-Regierung in Schwierigkeiten zu bringen, werden vor allem europäische Missionare und chinesische Christen getötet, die den Schutz der Exterritorialität genießen. Für jeden Übergriff muss die Mandschu- Regierung gegenüber den Westmächten mit neuen diplomatischen Zugeständnissen reagieren, was die Situation weiter verschärft. Politisches Ränkespiel kommt hinzu, als die Boxer-Bewegung von der regierenden Kaiserinwitwe Cixi nicht nur geduldet sondern insgeheim in die chinesische Armee eingegliedert wird, in der Hoffnung, sich mit ihrer Hilfe der Ausländer zu entledigen. Im Juni setzt der britische Admiral Seymour, zum Schutz der europäischen Gesandtschaften in Peking, eigenmächtig ein Militärkorps von 2000 Soldaten in Marsch - ohne zuvor die erforderliche Genehmigung der chinesischen Regierung einzuholen. Diese beantwortet Seymours militärischen Vorstoß, indem sie den europäischen Mächten den Krieg erklärt. Das Militärkorps wird von den Chinesen zurückgetrieben und der deutsche Gesandte Freiherr von Ketteler noch am gleichen Tag in Peking auf offener Straße erschossen. Das Gesandtschaftsviertel in Peking wird von Boxern und regulären chinesischen Truppen belagert und eine zweite, wesentlich stärkere Militärexpedition von den Westmächten eiligst in Richtung auf Peking in Marsch gesetzt. Insgesamt acht westliche Nationen beteiligen sich an dieser Militäraktion.

1900

Im Nationalstolz zutiefst getroffen, schickt auch das Deutsche Reich größere Truppenverbände nach China. Berühmt wird die vom redseligen Kaisers Wilhelm II. gehaltene Ansprache bei der Verabschiedung der Truppen in Bremerhaven. Als "Hunnenrede" geht sie in die Geschichte ein: "Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Führt Eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen." Leider ist aber diese in nahezu allen Darstellungen zitierte Passage völlig sinnentstellend wiedergegeben: Die beiden ersten Sätze beziehen sich nämlich auf den Feind und den Schlusssatz hat man gänzlich unterschlagen. Das tatsächlich Gesagte liest sich merklich anders: "Pardon wird [Euch Soldaten] nicht gegeben, Gefangene werden [auf chinesischer Seite] nicht gemacht. Führt Eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen. Wahrt Manneszucht!" Ein Großteil aller Veröffentlichungen der folgenden Jahre stammt von Teilnehmern der Militärexpedition.

. Publikationen: l China-Fahrt und China-Geschichten .
. Erich Braun (Predigtamtskandidat und weiland freiwilliger Krankenpfleger vom Roten Kreuz)
Ostpreußische Druckerei und Verlagsanstalt,
Königsberg i. Pr. 1901
Mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen im Text.
225 Seiten


 

. l Zur Kriegszeit durch China 1900/1901 .
. Georg Wegener
Allgemeiner Verein für Deutsche Literatur, Berlin 1902
Mit zahlreichen Abbildungen in Form von Bildvignetten und einer aufwendigen Detailkarte, 405 Seiten


 

. l Chrysanthemum und Drache. Vor und während der Kriegszeit in Ostasien. .
. Freiherr Wilhelm von Richthofen
Ferd. Dümmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin 1902
Mit 16 Tafeln, Illustrationen und einer Karte. 288 Seiten


 

. l Briefe aus China .
. Georg Perthes
Justus Perthes, Gotha 1903
Mit 25 Abbildungen. 147 Seiten


. l China-Fahrt. Erlebnisse und Eindrücke von der Expedition 1900/01. .
. Rudolf Giehrl
J. Lindauersche Buchhandlung, München 1903
"Mit 7 Karten-Skizzen, 92 Phototypien, 12 Zeichnungen vom Kunstmaler Anton Hoffmann." 198 Seiten



 

. l Dans les rapides du Fleuve Bleu. Voyage de la premiere cannoniere francaise sur le haut Yang-Tse-Kiang. .
. Emile-Auguste-Léon Hourst
Plon-Nourrit, Paris 1904
Mit 33 Tafeln und zahlreichen Textabbildungen. 369 Seiten

. l Sur le Yang-Tse. Journal d'une double exploration pendant la campagne de Chine (1900-1901). .
. Félix Hémon
Librairie Ch. Delagrave, Paris (1904)
Mit 24 Kupferstichen und 6 Karten. 346 Seiten


 

. l Berittene Infanterie in China und andere Feldzugs- Erinnerungen .
. Georg Friederici
D. Reimer, Berlin 1904
Mit 70 Textabbildungen und einer Karte. 355 Seiten 

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1900

Anfang Januar
reist Robert Logan Jack (*1845,
1921) mit Sohn Robert Lockhart Jack und John Fassbrook Morris von Shanghai aus mit der Butterfield and Swire Schiffsgesellschaft den Yangtse hinauf bis Chung King und von dort aus über Land nach Chengtu. Die Hauptstadt der Provinz Szechuan dient als Ausgangspunkt für Forschungsreisen, um im Auftrag englischer Firmen die Vorkommen an Bodenschätzen im chinesisch-tibetischen Grenzgebiete zu erfassen. Ihre Erkundungen führen bis Sung Pan, dem letzten chinesischen Außenposten, schon im Siedlungsgebiet der wilden "Sifan-Barbaren". Selbst hier, am Rande der Zivilisation, werden die Reisenden  jedoch vom Weltgeschehen eingeholt: Fremdenfeindliche Pamphlete tauchen auf, so dass die Expedition nach Chengtu zurückkehrt. Dort hört man vom Marsch europäischer Truppen auf Peking, kann sich erst gar keinen Reim darauf machen, wer hier gegen wen in den Krieg ziehen soll, erfährt dann von der Belagerung der Hauptstadt, von der Ermordung des deutschen Gesandten von Ketteler und begreift nun, dass ihre Situation hier vor Ort äußerst heikel ist. Die Expedition wird sofort abgebrochen und die Ausreise vorsichtshalber auf dem kürzesten Weg entlang der chinesisch-tibetischen Grenze nach Süden angetreten, wo man am 20. Oktober wieder britisches Hoheitsgebiet und einen Tag später die burmesische Stadt Bhamo erreicht.

. Publikation: l The Back Blocks of China. A Narrative of Experiences among the Chinese, Sifans, Lolos, Tibetans, Shans and Kachins, between Shanghai an the Irrawadi. .
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Robert Logan Jack
Edward Arnold, London 1904
Mit 27 Abbildungen und 2 Karten. 269 Seiten


 
1900

kommt der amerikanische Photograph James Ricalton (*1844,1929) mit seiner Stereoskopie-Kamera nach China. In der ersten Jahreshälfte bereist er die Küstenstädte Hong Kong, Canton, Shanghai und Ningpo, besucht das für seine Gartenanlagen berühmte Su-chou und unternimmt dann eine Fahrt den Yang-tse hinauf bis Han-k'ou. Kaum zurückgekehrt, wird er von seinem Auftrageber Underwood & Underwood nach Peking gesandt, um über den Boxer-Aufstand zu berichten. In Verbindung mit seinem kommentierenden Reisebericht bieten die außergewöhnlichen Aufnahmen ein eindringliches Bild von China um 1900.

. Publikationen: l China Through the Stereoscope: A Journey Through the Dragon Empire at the Time of the Boxer Uprising. .
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Dieses Buch
online ansehen

James Ricalton
Underwood & Underwood, New York 1900
100 Stereoskopie-Karten, Textbuch und 8 Karten mit genauen Angaben zu den Aufnahmeorten.
. l James Ricalton's photographs of China during the Boxer Rebellion. His Illustrated Travelogue of 1900. .
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Cristopher J. Lucas (Hrsg.)
The Edwin Mellen Press, Lewiston/New York 1990
Mit
8 Abbildungen und 75 Reproduktionen von Einzelbildern (keine Stereobilder). 248 Seiten


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1900

Im Juni
vollbringt der Engländer Cornell Plant (*1867,1921) ein wahres Kunststück. Als Kapitän hat er jahrelang Euphrat und Tigris befahren, als ihn nun ein ungewöhnliches Angebot von Archibald Little
(*1838,1908) nach China holt: Er soll die Drei Schluchten des Yangtsekiang erstmals mit einem Dampfschiff bezwingen. Tückische Strudel, versteckte Felsen und Sandbänke hatten die Schifffahrt bisher so stark behindert, dass zwischen Ichang und Chungking immer noch alle Boote an Tauen stromaufwärts getreidelt werden müssen. Ein organisierter Dampfbootverkehr würde England ungeahnte neue Handelsmöglichkeiten erschließen. Mit dem Raddampfer "Pioneer" werden die kritischen 350 Meilen flußauf dann tatsächlich in knapp 73 Fahrtstunden bewältigt. Kapitän Plant verbringt die nächsten zwanzig Jahre als Beamter der chinesischen Seezollbehörde am Yangtze. Er installiert Signalzeichen entlang des Flusslaufs und erforscht den Strom so gründlich, dass er ein detailliertes Handbuch für Schiffsführer herausgibt, in dem jede Biegung und jeder einzelne Fels verzeichnet ist. Als Dank verleihen ihm die Chinesen für seine nachhaltigen Verdienste um die Sicherheit des Schiffsverkehrs posthum den Ehrentitel "Vater des Oberen Yangtse".

. Publikation: l Glimpses of the Yangtze Gorges .
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Cornell Plant
Kelly & Walsh, Limited;
Shanghai, Hongkong, Singapore, Yokohama, Hankow 1921
Mit farbigem Frontispiece, 21 Zeichnungen und Illustrationen sowie Buchschmuck von Ivon A. Donnelly und 45 Photographien. 86 Seiten


 

1900






        
                   1901

ist Marc Aurel Stein (*1862,1943 Biographie) noch ungarischer Staatsbürger und noch nicht zum Sir avanciert. Der Archäologe und Sprachforscher lehrt am Oriental College im indischen Bundesstaat Lahore und interessiert sich aufgrund der Berichte von Sven Hedin für die altindische Ikonographie und buddhistische Kultur in den Ruinenstädten Ostturkestans. Von Nordindien aus startet er nun, von der indisch-englischen Regierung finanziert, zu seiner ersten großen Forschungsreise ins Tarimbecken, wo er in der Nähe der Stadt Khotan am südlichen Rand der Wüste Taklamakan bis
nach Altertümern graben wird. Im Verlauf seiner Arbeit kann er auch einen regionalen "Antiquitätenhändler" überführen, der westliche Museen bereits mehrere Jahre lang mit gefälschten alten Handschriften beliefert hat.

. Publikationen: l Sand-buried Ruins of Khotan. Personal Narrative of a Journey of Archæological & Geographical Exploration in Chinese Turkestan. .
. Marc Aurel Stein
T. Fisher Unwin, London 1903
Mit 135 Illustrationen und einer Karte. 524 Seiten

 
. l Dr. M. A. Steins Forschungsreise in Ostturkestan und deren wissenschaftliche Ergebnisse .
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Moriz Winternitz
Friedrich Vieweg & Sohn, Braunschweig 1902
In: Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. Band LXXXI. Nr. 19 (22.Mai 1902)
Seiten 293-295


 
1900 - 01

berichtet der französische Kriegskorrespondent Gaston Donnet (*1867,1908) für die Le Temps vom Kriegsschauplatz in China. Einen Monat nach der Einnahme Pékin durch die westlichen Streitkräfte gelangt er von Tien-Tsin aus in die chinesische Hauptstadt. Im Januar reist er in den wärmeren Süden, fährt von Canton aus ein Stück den West-Fluss hinauf und besucht Han-keou am Yang-Tse. Nach Pékin kehrt er im Mai zurück, bevor er über Ta-Kou nach Japan weiterreist.

. Publikation: l En Chine 1900-1901 .
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Gaston Donnet
Société d'Éditions Littéraires et Artistiques,
Librairie Paul Ollendorff, Paris 1902
380 Seiten


 
1900






                   1902

startet G. G. Tsybikoff im April vom Kloster Kumbum im tibetischen Amdo, um nach Lhasa zu reisen. Als russischer Burjäte und Anhänger des Lamaismus hat er mit dem Grenzübertritt keinerlei Schwierigkeiten. Nach rund vier Monaten erreicht seine Karawane Lhasa, wo er sich ein ganzes Jahr lang aufhält, das Kloster Tashi-lhumpo im 167 Meilen entfernten Shigatse besucht und eine große Sammlung religiöser Schriften und  tibetische Abhandlungen über Astrologie, Geschichte und Medizin zusammenträgt. Von Lhasa reist Tsybikoff dann in die Mongolei nach Urga, wo er im April
eintrifft.

. Publikation: l Journey to Lhasa .
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G. G. Tsybikoff
The Royal Geographical Society, London 1904
In: The Geographical Journal, Vol. XXIII, 1-1904.
Mit 4 Photographien. Seiten 92-97. 


 
1900







                   1901


                   1902

unternimmt Colonel C. C. Manifold seine erste Reise innerhalb Chinas, um die für England handelspolitisch interessante Provinz Sechuan zu erkunden. Von Burma aus führt sein Weg über Tali-fu und Batang. Als er Shanghai erreicht, kommt es zum Boxer-Aufstand und er nimmt an der Befreiung Pekings teil. "I then had the privilege of spending a year at Peking inside the forbiden city walls, in a part to which hitherto only the most privileged Chinese had been allowed access. It would be impossible to expect ever to repeat such a unique experience, and to see Peking again under conditions quite so wonderful." Im September
startet er zur zweiten Reise nach Sechuan, zuerst ein Stück mit der französisch-belgischen Bahnlinie bis Paoting-fu und von dort aus über Land durch das Löß-Gebiet von Shen-si ins fruchtbare Sechuan-Becken. Die Reise endet
nach vier Monaten Aufenthalt mit der Abreise von Ichang den Yangtse hinunter.

. Publikation: l Recent Exploration and Economic Development in Central and Western China .
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C. C. Manifold
The Royal Geographical Society, London 1904
In: The Geographical Journal, Vol. XXIII, 3-1904.
Mit 9 Photographien und einer Karte. Seiten 282-313. 
Karte Seite 420


 
1900
 
 
 
                   1903

Ende des Jahres erreicht Pauline Mathilde Sophie von Montgelas, Gräfin von Wimpffen (*1874,1961), die Nordküste Chinas. Ihr Mann Maximilian Joseph von Montgelas, Graf von Garnerin, war als Bataillonskommandant an der Niederschlagung des Boxeraufstands beteiligt und wird noch bis
als Militärattaché in Peking verbleiben. Diese Zeit nutzt seine Frau für Reisen in die Mongolei, in das deutsche Pachtgebiet Kiautschou, nach Shanghai und den Yangtse stromaufwärts bis Hankou, sowie in Chinas Südprovinzen, wo sie Canton, Macao und Hongkong besucht. Entgegen dem herrschenden Zeitgeist hat sie Verständnis für das chinesische Volk und das Verhalten der chinesischen Regierung. Sie äußert sich kritisch sowohl über den Kolonialismus als auch über das gewaltsame Eingreifen der Westmächte in China. Sehr hellsichtig erkennt sie in dieser westlichen Haltung schon jetzt ein grundsätzliches Konfliktpotential, das auf den ersten Weltkrieg zusteuert. 

. Publikation: l Ostasiatische Skizzen .
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Pauline Gräfin Montgelas
Theodor Ackermann, München 1905
Mit Frontispiz. 103 Seiten


 

1900 - 03

verbringt der japanische Mönch Ekai Kawaguchi inkognito in Lhasa, um nach speziellen buddhistischen Texte zu suchen, denn auch ihm ist als "Ausländer" die Einreise verwehrt, weshalb er sich als chinesischer Mönch ausgeben muss. Von seinem Heimatkloster in Kyoto reist er zuerst über Calcutta nach Nepal, wo er sich mehrere Jahre mit dem Studium des Sanskrit und des Tibetisch befasst. Entlang des Flusses Kali überschreitet er die Grenze nach Tibet, wendet sich zur Umrundung des Kailash nach Westen, zieht dann langsam den Tsangpo hinunter, besucht die wichtigsten tibetischen Klöster am Wege und gelangt schließlich nach Lhasa, wo er sich so lange dem Studium alter buddhistischer Schriften widmen kann, bis seine Identität durch nepalische Reisende gefährdet wird. Die Rückreise erfolgt über Gyantse nach Sikkim.

. Publikation: l Three Years in Tibet .
. Ekai Kawaguchi
Theosophical Publishing Society, Benares and London 1909. Mit japanischen Textillustrationen, mehreren Photographien und einer Karte. 719 Seiten

 
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1901

"Der Entschluß, die Mandschurei in ihrem südlichen Teil zu durchqueren, verdankt seine Entstehung einer spontanen Eingebung, die mir erst in Peking zum Bewußtsein kam, als ich nach Abschluß des Prämiliarfriedens zu Beginn des Jahres
mich am Ende meiner Tätigkeit als Vertreter der "Vossischen Zeitung" auf dem chinesischen Kriegsschauplatz sah, während meine Unternehmungslust sich noch nicht befriedigt fühlte."
Und so bricht Rudolf Zabel auf, um am Golf von Petschili entlang nach Schanhaikwan zu fahren. Über Niutschwang und Port Arthur geht es weiter bis zur Ausschiffung in Dalny, mal mit der Eisenbahn, mal per Draisine und - wo die Gleise vom Krieg her noch zerstört sind - auch mit dem Eselkarren oder gar zu Fuß
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. Publikation: l Durch die Mandschurei und Sibirien. Reisen und Studien. .
. Rudolf Zabel
Verlag von Georg Wigand, Leipzig 1902
"Mit 146 Abbildungen, zumeist nach photographischen Aufnahmen des Verfassers, teilweise gezeichnet von E. Arriens, und dem Porträt des Verfassers." 324 Seiten

 
1901

reist Francis Henry Nichols (*1869,1904) im Auftrag des Christian Herald und unter chinesischer Protektion durch die noch unruhigen nordchinesischen Provinzen, um kurz nach Niederschlagung des "Boxeraufstands" über die Verwendung amerikanischer Spendengelder für eine Hungersnot in Shensi zu berichten. Von Peking aus führt ihn sein Weg über Tai-yüan südwestlich nach Sian-fu [heute: Xian] und von dort aus den Han-Fluss hinab durch die Provinzen Honan und Hupeh bis Hankow am Yangtse. Nach insgesamt zwei Monaten trifft er kurz vor Weihnachten in Shanghai ein. (Nichols versucht kurze Zeit später, auf eigene Faust Lhasa zu erreichen. Er reist dafür durch Südchina und Burma, erreicht im Dezember 1904 die südtibetischen Stadt Gyantse und stirbt dort - fast am Ziel - an einer Lungenentzündung.)

. Publikation: l Through Hidden Shensi .
. Francis H. Nichols
Charles Scriber's Sons, New York 1902
Mit 47 Photographien sowie Zeichnungen im Text und einer Karte. 313 Seiten


 
1901




                  
1918


                  
1919

bringt der Passagierdampfer "Bremen" den 27jährigen Deutschen Wilhelm Wilshusen (*1874,1966) ins Schanghaier Settlement, um als Kaufmann für das Handelsunternehmen "H. Melchers & Co., Shanghai" zu arbeiten. Wilshusen hinterlässt, als begeisterter Photograph, eine reiche Sammlung an Aufnahmen aus dieser Zeit. 
wird er mit dem damals bekannten deutschen Schriftsteller Norbert Jacques noch eine Reise durch China unternehmen, bevor er durch die Ereignisse des 1. Weltkriegs im Jahr
zwangsdeportiert wird.

. Publikation: l Abreise von China. Texte und Photographien von Wilhelm Wilshusen 1901-1919.
. Axel Roschen, Thomas Theye (Hrsg.)
Stroemfeld Verlag, Frankfurt 1980.
Zahlreiche Abbildungen, 200 Seiten

 
1902,

kurz vor Chinesisch Neujahr, bricht der Amerikaner William Edgar Geil (*1865,1925) in Shanghai auf, um sich auf den Weg nach Burma zu machen. Den Yangtse hinauf fährt er auf der "Great Prosperity" bis Nanking, wechselt dort auf die "Handsome Investment" und nimmt in Hankow dann die "Harmony of the River" bis zum Ende der für Dampfschiffe befahrbaren Strecke in Ichang. Von dort aus wird ihm die Weiterfahrt mit einem chinesischen Kanonenboot bis Chungking angeboten. Im Tragsessel sehen ihn die Chinesen schließlich über Luchow, Yunnanfu und Talifu Richtung Mekong ziehen, wo er bei Bhamo auf die burmesische Seite übersetzt. 

. Publikation: l A Yankee on the Yangtze. Being a Narrative of a Journey from Shanghai Through the Central Kinddom to Burma. .
. Hodder and Stoughton, London MCMIV
Mit 100 Illustrationen und Textschmuck. 312 Seiten
1902

reist Major A. B. Hamilton von der Hafenstadt Fu-chau [heute Fuzhou, gegenüber der Insel Taiwan] den Min-Fluss hinauf, durchquert die für ihren Tee berühmten Bohea-Berge in der Provinz Fu-kien und fährt auf dem Kin-Fluss schließlich wieder hinab zum großen Poyang-See. Sein Ziel ist der am Yang-tze kiang gelegene Handelshafen Kiu-kiang  [heute Jiujiang] . 

. Publikation: l Notes of a Land Journey from Fu-chau to Kiu-kiang .
. A. B. Hamilton
The Royal Geographical Society, London 1905
In: The Geographical Journal, Vol. XXVI, 7-1905.
Mit 4 Photographien und einer Karte. Seiten 69-74.
Karte Seite 128. 

 
1902 - 03

ist Kronprinz Rupprecht von Bayern nach der Niederschlagung des Boxeraufstands in Ostasien. Von Hong-kong aus geht die Reise über Kan-ton nach Schang-hai, Nan-king und Tsing-tau, von wo aus er den Wu-tai-schan besucht. Sein Reiseziel in China ist Pe-king. Von "Chinesischen Tafelfreuden und anderen Vergnügungen" berichtet er in seiner

. Publikation: l Reise-Erinnerungen aus Ost-Asien .
. Rupprecht Prinz von Bayern
Beck, München 1906
Mit 33 Abbildungen auf Tafeln. 441 Seiten.
(Zweite Auflage:
Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, K.-G.
Verlagsabteilung Kempten, München 1923.
Mit zahlreichen Abbildungen. 501 Seiten)

 
1902 - 03

reist Heinrich Friedrich Hackmann (*1864,1935), Religionswissenschaftler und von 1894 bis 1904 Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde in Schanghai, von Omi nach Bhamo.

. Publikation: l An den Grenzen von China und Tibet. Vom Omi bis Bhamo. Wanderungen an den Grenzen von China, Tibet und Birma. A*
. Lic. H. Hackmann
Gebauer-Schwetschke, Halle a. S. 1905
(2. Aufl. Karl Curtius, Berlin 1907) Mit 150 Illustrationen von Alfred Wessner, Beilagen und 1 Karte. 382 Seiten

 
1902 - 04

verbringt der französische Militärarzt Aimé-François Legendre (*1864) zwei Jahre in der chinesischen Provinzhauptstadt Tchentou [Chengdu] als Leiter einer Schule zur Ausbildung chinesischer Mediziner. Das französische Außenministerium ist an der Ausdehnung seiner kolonialen Einflusssphäre nach China hinein interessiert und hat deshalb die beiden an Indochina angrenzenden südchinesischen Provinzen Yunnan und Sichuan ins Auge gefasst. Nicht gerade uneigennützig erfolgt deshalb die "mission médicale au Setchouen" in Absprache mit dem amtierenden chinesischen Provinzgouverneur. Zusammen mit seiner Frau reist Legendre von Shanghai aus auf abenteuerlicher Bootsfahrt durch die berühmten Schluchten des Yang-Tsé stromaufwärts bis Itchang und Tchong-King [Chongqing], von wo aus es mit Tragstühlen bis zur Hauptstadt weitergeht. Kurz vor Rückkehr nach Europa erfolgt noch ein Besuch des buddhistischen Berges Omi Shan.

. Publikation: l Deux années au Setchouen. Récit de voyage. Étude géographique, sociale et économique.

. Aimé-François Legendre
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1905
Mit 6 Abbildungen und einer Karte. 545 Seiten
.
 
1902 - 10

arbeitet der Leutnant Fritz Jobst als Dolmetscher-Offizier der deutschen Gesandtschafts-Schutzwache in Peking. Neben Dienstplan und Tagesroutine nutzt er die Zeit im Fernen Osten: regelmäßig reist er in die Mongolei, interessiert sich für das mongolische Pony und die Pferdezucht und gibt eine Abhandlung über die Geschichte der Tempelanlage Tjä Tai Tze heraus.

. Publikationen: l Geschichte des Tempels Tjä Tai Tze .
. Fritz Jobst
Verlag der Brigade-Zeitung, Tientsin 1905.
Mit 14 Originalphotos, einem Plan und einer Karte. 16 Seiten
. l In und außer Dienst in der Mongolei .
.

Fritz Jobst
Hermann Costenoble, Jena 1910
Mit 88 Abbildungen und einer Karte. 188 Seiten


 
1902 - 11

reist der kunstinteressierte Prof. Adolf Fischer (*1857,1914) mit seiner Frau durch Japan und China. 1905 erhält er den Posten des "wissenschaftlichen Sachverständigen bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in Peking", um Kunstwerke aus Fernost für die deutschen Museen einzukaufen. Er wird später Leiter des von ihm initiierten Kölner Museums für Ostasiatische Kunst.

. Publikation: l Chinesisches Tagebuch. Lehr- und Wanderjahre. .
. Frieda Fischer
F. Bruckmann Verlag, München 1942
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 215 Seiten

 
1902 - 14

verbringt Dr. Moritz Pfeiffer als Veterinäroffizier in der Stadt Kaumi, im "deutschen Schutzgebiet Kiautschou". Ausflüge führen ihn bis in die Mongolei, nach Wladiwostok und nach Japan.

. Publikation: l Die Welt des fernen Osten. Erlebnisse eines Deutschen in den asiatischen Ländern des Stillen Ozeans. .
. Dr. Moritz Pfeiffer
Verlag Deutsche Buchwerkstätten, Dresden 1923.
Mit zahlreichen Abbildungen, einer Karte und schönem Buchschmuck von A. Paul Weber unter Verwendung chinesischer Originale. 228 Seiten

 
1902 - 34

ist Harold Burgoyne Rattenbury (*1878,1962) als Methodistenprediger in einer der chinesischen Provinz am Yangtse tätig. Über seinen langjährigen Aufenthalt berichtet er in der 

. Publikation: l China, my China .
. Harold Burgoyne Rattenbury
Frederick Muller Ltd., London 1944
Mit 30 Abbildungen. 271 Seiten

 
1903,

am vierten Tag des neuen Jahres, startet Erich von Salzmann (*1876,1941), Leutnant im Neumärkischen Feld-Artillerie-Regiment No. 54 und seit dem Boxeraufstand in China stationiert, zur Heimreise nach Europa: "Von jeher bin ich ein großer Freund des Reitsportes gewesen. Während des nicht sehr ereignisreichen Garnisonslebens in Peking und Tientsin lag der Gedanke nahe, zum Abschluss meiner Dienstzeit meinen Rekognoszierungsritten einmal eine etwas grössere Ausdehnung zu geben und auf dem Landweg nach Hause zurückzukehren." Wohl denn! Durch die nördlichen chinesischen Provinzen, den Kansu-Korridor zur Oase Hami entlang und quer durch Chinesisch Turkistan bis Andischan, jenseits des Pamir, trägt ihn sein treues mongolisches Pony in den nächsten sechs Monaten. 6000 Kilometern im Sattel sind schließlich zurückgelegt, als er den Endpunkt der russischen Eisenbahnlinie erreicht.

. Publikation: l Im Sattel durch Zentralasien.
6000 Kilometer in 176 Tagen.
.
. Erich von Salzmann
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1903.

Mit 185 Bildern, meist nach Originalaufnahmen des Verfassers, einer Übersichtskarte und acht Kartenskizzen. 312 Seiten

 
1903

macht sich Captain Cecil Godfrey Rawling (*1870,1917) mit Genehmigung seiner Dienststelle und in Begleitung von Lieutenant Hargreaves von Ladakh aus heimlich auf den Weg, um den westlichen Zipfel von Tibet zu erkunden und Karten für den British Survey anzufertigen. Doch die Tibeter sind wachsam. Die Expedition wird bald von bewaffneten Truppen angehalten, die Verhandlungen führen jedoch zu keinem Ergebnis: Rawling will sich nicht fügen und die Tibeter drängen zur Rückkehr, scheuen jedoch den Einsatz ihrer Waffen. Als die Expedition allen Verboten zum Trotz langsam weiterzieht, greifen die zahlenmäßig überlegenen Tibeter zum letzten Mittel: Sie lassen ihre Waffen fallen und klammern sich an die Arme und Beine der Expeditionsteilnehmer. Die Expedition wird daraufhin abgebrochen.

. Publikation: l The Great Plateau. Being an account of Exploration in Central Tibet, 1903, and of the Gartok Expedition, 1904-1905 .
.

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Cecil Godfrey Rawling
Edward Arnold, London 1905
Mit 57  Abbildungen und zwei Karten. 324 Seiten

 
1903

kommt der Amerikaner Oscar Terry Crosby (*1861,1947) über das Kaspische Meer und reist mit der Eisenbahn weiter nach Osten, quer durch Russisch-Turkestan. Über das Trans-Alai-Gebirge geht es mit einer Karawane bis nach Kaschgar. Er besucht die Oasenstädte am Rand der Wüste Takla-Makan und stößt in Chotan auf alte indische Schriften, die heute in der Library of Congress als "The Crosby Chotan Fragments" aufbewahrt werden. Der Rückweg nach Indien führt erst ein Stück östlich bei Polu über das Kuenlun-Gebirge ins tibetische Hochland hinauf und dann über den Karakoram-Pass nach Leh.

. Publikation: l Tibet and Turkestan: A Journey Through Old Lands and a Study of New Conditions .
.

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Oscar Terry Crosby
G. P. Putnam's Sons, New York and London 1905
Mit 55 Abbildungen und einer Karte. 331 Seiten

 

1903

reisen Claud Russell und Hicks Beach von Peking aus 1000 Meilen durch die Mongolei, über Jehol bis nach Tsitsihar, der chinesisch-russischen Grenzstadt im Nordwesten der Mandschurei. Dort erreichen sie die russische Bahnlinie für die Rückfahrt nach Peking, über Harbin und Mukden.

. Publikation: l A Journey from Peking to Tsitsihar .
. Claud Russell
The Royal Geographical Society, London 1904
In: The Geographical Journal, Vol. XIII, 5-1904.
Seiten 613-623. Karte Seite 704. 

 

1903

verbringt der deutsche Sinologe Prof. August Conrady auf Einladung der chinesischen Regierung acht Monate zu wissenschaftlichen Studien in Peking und berichtet hierüber in seiner

. Publikation: l Acht Monate in Peking. Eindrücke und Studien aus der Zeit nach den chinesischen Wirren. .
. August Conrady
Gebauer-Schwentschke Druckerei und Verlag m. b. H., 
Halle a. S. 1905
("Vortrag gehalten am 5. April 1905 in der Münchner Orientalischen Gesellschaft") Erschienen in: "Der Orient" - Vorträge und Abhandlungen zur Geographie und Kulturgeschichte der Länder des Ostens. Erstes Heft
19 Seiten

 
1903

reist Eugen Zabel (*1851,1924) auf der gerade fertig gestellten Strecke der sibirischen Bahn von Moskau bis nach Port Arthur, dem russischen Hafen im Süden der Mandschurei. In der Stadt Mandschuria überquert er die russisch-chinesische Grenze, passiert Charbin und Mukden sowie Dalny. Mit dem Schiff besucht er anschließend noch die Hafenstädte Tschifu, Tsingtau und Schanghai, bevor die Rückreise wieder in umgekehrter Reihenfolge angetreten wird.

. Publikation: l Auf der sibirischen Bahn nach China .
. Eugen Zabel
Allgemeiner Verein für Deutsche Litteratur, Berlin 1904
Mit 36 Abbildungen, Buchschmuck und einer Karte. 294 Seiten

 
1903

wird Ernst Cordes (*1903,1983) am 16. Oktober in Peking geboren. Sein Vater arbeitet dort als Dolmetscher im Dienste der deutschen kaiserlichen Gesandtschaft und war Augenzeuge, als der deutsche Gesandte Freiherr von Ketteler im Juni 1900 von "Boxern" auf offener Straße ermordet wurde. Spätestens 1919 dürften Ernst Cordes und seine Eltern als Folgen des verlorenen Weltkriegs mit allen anderen Deutschen aus China ausgewiesen worden sein. In den 30er Jahren reist Ernst Cordes des öfteren nach China und verfasst hierüber etliche Bücher und Berichte.

. Publikationen: l Peking - der leere Thron. Ein Erlebnisbericht aus Nordchina. .
. Ernst Cordes
Rowohlt Verlag GmbH, Berlin 1937
Mit 12 Abbildungen (Ausschnittsvergrößerungen von
Photograpien von Heinz v. Perckhammer) und einer Karte.
220 Seiten


 

. l Kleines Volk - Großes Volk. China - Japan.
Eine Gegenüberstellung  japanischer und chinesischer Wesensart in Erlebnisbildern.
.
. Ernst Cordes
Safari-Verlag, Berlin 1939
Mit zahlreichen Abbildungen nd einer vergleichenden Zeittafel. 268 Seiten

 
. l Die Lotoslaterne. Erlebnisse in China. .
. Ernst Cordes
Rowohlt Verlag, Stuttgart - Hamburg 1948.
286 Seiten

1903










                  
1904

tritt Leutnant A. Genschow, Dolmetscher im deutschen ostasiatischen Expeditionskorps, mit Boy und Pferd von Tientsin aus seinen Heimaturlaub an. Anstatt jedoch die bequeme Schiffspassage zu wählen, entscheidet er sich für eine weit abenteuerlichere Variante: den Landweg quer durch China, entlang der tibetisch-chinesischen Grenze südwärts bis Bhamo und dann durch Birma bis zur Küste nach Rangun. Für die Strecke durch die Provinzen Pe-Tschi-Li [Hebei] und Honan [Henan] benötigen Sie nur achtzehn Tage, nehmen dann in Han-kau [Hankou] das Schiff den Yangzi stromauf und reiten ab Wan-shien [Wanzhou] durch die Provinz Si-Tschuan [Sichuan] nach Cheng tu [Chengdu]. Über Ta tien lu [Kardze] und Batang folgt der beschwerliche Wegabschnitt durch das bergige chinesisch-tibetische Grenzgebiet südwärts über Talifu [Dali] bis zur Grenzstadt Bhamo. Im Februar
erreichen sie schließlich die Hafenstadt Rangun am Golf von Matabam.

. Publikation: l Unter Chinesen und Tibetanern A*
. A.Genschow
C. J. E. Volckmann (Volckmann & Wette), Rostock 1905. Mit 189 Abbildungen, Initialen und Zierstücken im Text nach Originalaufnahmen und Zeichnungen des Verfassers, dazu 5 lithographischen Spezialkarten, 1 Übersichtskarte sowie dem Porträt des Verfassers. 385 Seiten

 
1903





                 
1904.

startete Wilhelm Filchner (*1877,1957 Biographie) mit Ehefrau und Mitarbeiter Dr. Albert Tafel (*1876,1935) seine Expedition zu den Quellen des Gelben Flusses, auch "Matschu" genannt. Der Weg führt durch das Gebiet der Ngolok, einem räuberischen und kriegerischen Stamm, der ihm auch kräftig zu schaffen macht. Er publiziert sehr ausführlich über das Kloster Kumbum im Nordosten Tibets. Dies ist Filchners erste Tibet-Expedition, sie endet

. Publikationen: l Das Rätsel des Matschu. Meine Tibet-Expedition. A*
. Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907.
Mit 67 Vollbildern, zahlreichen Skizzen und Abbildungen im Text sowie 3 Karten. 438 Seiten

 
. l Das Kloster Kumbum in Tibet. Ein Beitrag zu seiner
Geschichte.
A*
. Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler und Sohn,
Königliche Buchhandlung, Kochstr. 68-71, Berlin 1906.
Mit 39 Tafeln, 3 Karten und Abbildungen im Text.164 Seiten

 
. l Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition Filchner nach China und Tibet 1903 - 1905
Band V: Ergänzungsband zum Kartenwerk Nordost-Tibet. Bilder und Karten.
A*
. Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913.
Mit 3 Faltkarten und 115 Tafelabildungen
. l Quer durch Ost-Tibet A*
.

Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1925.
Mit 24 Tafeln mit s/w Abbildungen nach Aufnahmen des Verfassers. 1 gefaltete Karte im Einband, 1 Karte im Text.
195 Seiten


 
1903

reist Gervais Courtellement (*1863,1931) von Französisch Tonkin aus ins angrenzende Yunnan, um Informationen für die französische Regierung einzuholen, die ihren Einfluss auch gerne auf diese südchinesische Provinz ausdehnen möchte. Von Hanoi führt eine erste Exkursion den Roten Fluß hinauf und hinein in die Bergwelt Yunnans bis zur Privinzhauptstadt Yun-Nan-Sen; von dort über Tchao-Toung-Fou nach Se-tchouen und den Blauen Fluss wieder hinunter bis Shangaï. Unmittelbar anschließend folgt eine Reise von Burma aus nach Tali-fou und Li-Kiang-Fou zur großen Schleife des Yang-Tseu und wieder zurück über Yun-Nan-Sen und Mong-Tseu nach französisch Tonkin. Das alles nimmt zwölf Monate in Anspruch und noch im Jahr seiner Rückkehr erscheint auch seine

. Publikation: l Voyage au Yunnan .
. Gervais Courtellement
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1904
Mit 23 Photographien und einer Karte. 298 Seiten

 
1903-04

leitet der Geologe Bailey Willis (*1857,1949) eine wissenschaftliche Expedition der amerikanischen Carnegie Institution nach China. Nach anfänglichen Arbeiten in der Provinz Shandong und der Südmandschurei ergänzt der Topograph R. Harvey Sargent das Team und reist mit ihm rund 1800 Meilen durch die Nordprovinzen Chinas. Neben seiner Vermessungsarbeit photographiert Sargent Land und Leute.

. Publikation: l Friendly China. Two Thousand Miles Afoot Among the Chinese. .
. Bailey Willis
Stanford University Press, Stanford 1949
312 Seiten
1903

                 
1917,

kommt Ernst Grosse (*1862,1927) in Tsingtau an, der Hauptstadt des deutschen Pachtgebiets in China, und wird als Lehrer tätig. Er reist erst
nach der chinesischen Kriegserklärung an das Deutsche Kaiserreich, mit der deutschen Gesandtschaft aus Peking ab.

. Publikation: l Ostasiatische Erinnerungen eines Kolonial- und Auslands-Deutschen .
. Ernst Grosse
Neuer Filser-Verlag, München MCMXXXVIII
Mit 59 Abbildungen und einer Karte. 328 Seiten

 
1903




                  1915


                  1916





                 
1919

kommt der Bremer Eduard Grösser (*1883,1961) in Shanghai an, um dort seine Tätigkeit für die englische Import-Export Firma Arnhold, Karberg & Co. aufzunehmen. Er erlernt die chinesische Sprache und wird bald für anspruchsvollere Aufgaben herangezogen. Acht Jahre später wechselt er nach Peking und erlebt dort das Ende der Kaiserdynastie. 
unternimmt er von Peking aus eine Reise nach Jehol. Durch den Ausbruch des Weltkriegs kommen die deutschen Handelsgeschäfte mit China schnell zum Erliegen und Grösser versucht deshalb im Jahr
über Chinesisch Turkestan nach Deutschland zu gelangen. Doch die westlichen Grenzübergänge Chinas sind bereits von Engländern und Russen militärisch besetzt und Grösser muss wieder umkehren. Im Jahr 1917 erklärt China dem deutschen Kaiserreich den Krieg, verhaftet aber nicht die im Inland befindlichen Deutschen. Erst unmittelbar nach Kriegsende werden alle Deutschen auf Betreiben Englands interniert und Grösser ist so
endgültig gezwungen, China zu verlassen. Seine Erinnerungen verfasst er 1938/39 und schildert darin recht anschaulich die Tätigkeit der ausländischen Handelsfirmen in China sowie das Leben der dortigen Auslandsdeutschen.

. Publikation: l Ein Bremer Kaufmann in China. 1903 - 1919. .
. Eduard Grösser (Ostasiatischer Verein Bremen e.V., Hrsg.)
Ostasiatischer Verein Bremen e.V., Bremen [1991]
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 120 Seiten

 
1903




                   1919


                  
1922

ist das Jahr, in dem der amerikanische Missionsarzt Dr. Albert Leroy Shelton (*1875,1922) nach Tatsienlu entsandt wird. Schon ein Jahr später verlegt er das von ihm geleitete Missionshospital 150 Kilometer weiter westlich ins tibetische Batang und beginnt, eine ethnologische Sammlung zusammenzutragen (die heute im Newark Museum zu sehen ist). Als er
auf Einladung des Dalai Lama nach Lhasa reist, wird er von Banditen über zwei Monate gefangen gehalten und erst nach Zahlung eines Lösegeldes auf freien Fuß gesetzt. Nach der Rekonvaleszenz in Amerika kehrt er
alleine zurück, um in Lhasa ein neues Missionshospital zu eröffnen. Auf dem Weg nach Lhasa wird er kurz hinter Batang von Banditen getötet.

. Publikationen: l Pioneering in Tibet: A Personal Record of Life and Experience in Mission Fields .
.

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Albert Leroy Shelton
Fleming H. Revell Company, New York 1921
Mit Frontispiz und 4 Abbildungen. 214 Seiten
. l Life Among the People of Eastern Tibet .
. Dr. A. L. Shelton
National Geographic Society, Washington D.C. 1921
In: The National Geographic Magazine, Vol. XL, No.3 (9/1921). Mit 34 Abbildungen, dem Schreiben des Dalai Lama und einer Karte. Seiten 293-326.

 

1904 hat Japans Rüstung die Stärke erreicht, um einen Krieg mit Russland zu wagen. Zum ersten Mal in der Geschichte siegt eine asiatische über eine europäische Militärmacht. Im Frieden von Portsmouth gehen die russischen Rechte in der Mandschurei an Japan über: die südmandschurische Eisenbahn und das "Pachtgebiet" der Halbinsel Liaotung mit den strategisch wichtigen Häfen Port Arthur (chin.: Lüshun) und Dairen. Die dort neu stationierte japanische Kwantung-Armee sowie die nationalistischen Kreise in Japan werden fortan die treibenden Kräfte, um China zu zerschlagen. Mit großem finanziellen Aufwand und starkem Militäraufgebot baut Japan die Südmandschurei in den nächsten Jahren wirtschaftlich aus und exportiert Bodenschätze und Agrargüter ins Mutterland.

1904

sorgt sich England wegen eines russischen Mongolen namens Agwan Dorjieff (etwa*1850,1938), der sich in Lhasa aufhält und kurz darauf eine tibetische Delegation nach St. Petersburg begleitet. Tibet hat sich zusehends gegen die chinesische Einflussnahme im eigenen Land zu wehren begonnen und fühlt sich durch die schwache amtierende Qing-Dynastie nun fast autonom. Um zu vermeiden, dass die Tibeter den politischen Schulterschluss mit Russland suchen und auch, um die Handelsbeziehungen mit Tibet durch eine britische Vertretung in Lhasa zu intensivieren, erfolgt ein bedachter politischer Schachzug: Die Briten bestätigen offiziell Chinas Oberherrschaft über Tibet und schließen mit China sogleich mehrere Abkommen, die Tibet betreffen. Für das chinesische Reich bedeutet dies einen Gewinn an internationalem Prestige und stärkt seine Herrschaftsansprüche hinsichtlich Tibets. Die tibetische Regierung hingegen fühlt sich an diese Abkommen natürlich nicht gebunden - worauf die Briten spekuliert haben dürften! Um die vertragsbrüchigen Tibeter zur Ordnung zu rufen und "das internationale Recht wieder herzustellen", macht sich deshalb Anfang Januar eine "Verhandlungsdelegation" unter Leitung von Captain Francis Younghusband (*1863,1942) (H*) und dem englischen Regierungsbeauftragten in Sikkim, John Claude White (*1853,1918) (H*), auf den Weg nach Gyantse - "begleitet" von einer Eskorte aus dreitausend britischen und indischen Soldaten sowie einer Versorgungskarawane von zehntausend (!) Kulis. Mit zum Tross gehören Major W. J. Ottley, Austine Waddell (*1854,1936) (H*) und der Tibetisch sprechende Hauptmann Frederick O'Connor. Nachdem die tibetische Seite alle Verhandlungen ablehnt, erzwingen sich die britischen Truppen den Weg nach Lhasa. In den dabei stattfindenden Gefechten treffen die mit Maschinengewehren und leichter Artillerie ausgerüsteten britischen Truppen auf einen hoffnungslos unterlegenen Gegner, der sich hinter Steinwällen versteckt und nur mit Schwertern und alten Flinten kämpfen kann. In einem wahren Blutbad werden rund 1000 Tibeter getötet - ohne nennenswerte Verluste auf englischer Seite. Chronisten dieser Ereignisse sind die Korrespondenten der Times, Perceval Landon (*1869,1927), und der Daily Mail, Edmund Candler (*1874,1926) - ihre ungeschminkten Berichte lösen später in London betretenes Schweigen aus. Dessen ungeachtet wird Francis Younghusband für seinen erfolgreichen Einsatz von der englischen Königin geadelt.
Der 13. Dalai Lama flieht für drei Jahre in die Äußere Mongolei und der eingesetzte tibetische Regent wird gezwungen, mit den Engländern ein Abkommen über Handel und Grenzrechte zu unterzeichnen. Auch eine britische Vertretung wird nun in Lhasa eingerichtet. Die Verträge beinhalten außerdem, dass Tibet nach Abzug der britischen Truppen für alle Ausländer gesperrt wird.

. Publikationen: l The Unveiling of Lhasa .
.

Die Ausgabe
der Nelson Ltd.
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Edmund Candler
Edward Arnold, London 1905
Mit 51 Abbildungen auf Tafeln und 1 Karte. 304 Seiten
(auch: Thomas Nelson and Sons. Ltd., London 1905
Jedoch ohne die im Vorwort erwähnten Skizzen und Photographien. 375 Seiten)

 
. l Lhasa. An Account of the Country and People of Central Tibet and of the Progress of the Mission sent there by the English Government in the Year 1903-4.
. Perceval Landon
Hurst and Blackett, Ltd., London 1905
Zwei Bände. Mit zahlreichen Photographien, Karten, Farbabbildungen und Bildreproduktionen in Kupfertiefdruck. 414 / xxx Seiten
(Amerikanische gekürzte Ausgabe:)

 
.

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The Opening of Tibet. An Account of Lhasa and the Country and People of Central Tibet and of the Progress of the Mission sent there by the English Government in the Year 1903-4. .
. Doubleday, Page & Co., New York 1905
Mit einem farbigen Aquarell als Frontispiz gegenüber der Titelseite und 48 photographischen Abbildungen, darunter einem großen Panorama von Lhasa von John Claude White. 484 Seiten

 
. l Lhasa and ist Mysteries. With a record of the expedition of 1903-1904. .
. L. Austine Waddell
John Murray, London 1905
With 200 illustrations and maps. 530 Seiten

 
. l To Lhassa at last .
. Powell Millington
Smith, Elder & Co., London 1905
Mit einem Frontispiz. 200 Seiten

. l With Mounted Infantry in Tibet .
.

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Walter John Ottley
Smith, Elder, London 1906
Mit 48 Abbildungen und einer Karte. 275 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Tibet. Mit der bewaffneten britischen Gesandtschaft bis Lhasa. .
. Verlag von Karl Siegismund, Berlin 1907
Mit 48 Bildtafeln, einem Plan und einer Karte. 243 Seiten
. l Sikhim and Bhutan: Twenty-one Years on the North-East Frontier 1887-1908 .
. John Claude White
Longmans, Green and Company, New York 1909
(Reprint: Sikhim & Bhutan.
Vivek Publishing House, Delhi 1971
With Illustrations and map. 332 Seiten)

 
. l India and Tibet .
. Francis Younghusband
John Murray, London 1910
(Reprint: India and Tibet. Oriental Publishers, Delhi 1971
Mit mehreren Abbildungen. 455 Seiten) 

 
. l On the Frontier and Beyond. A Record of Thirty Year's Service. .
. Frederick O'Connor
John Murray, London 1931
Mit s/w-Aufnahmen und einer Karte. 335 Seiten
. l Bayonets to Lhasa. The First Full Account of the British Invasion of Tibet in 1904. .
.

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Peter Fleming
Rupert Hart-Davis, Soho Square London 1961
Mit 30 Abbildungen und 5 Karten. 319 Seiten
1904 

unternehmen die englischen Offiziere Cecil Godfrey Rawling (*1870,1917), C. H. D. Ryder, H. Wood und Frederick Marshman Bailey (*1882,1967) nach Abschluss der oben genannten britischen Militärexpedition von Lhasa aus eine Erkundung das Tsangpo-Tal hinauf und erstellen eine genaue geografische Aufnahme der Gegend. Die Ausreise erfolgt über West-Tibet nach Ladakh. Dies "was a very hazardous expedition because  the Tibetans were not know to be other than hostile, and the return journey over the Himalaya to Simla had to be made in the middle of winter", wie ein Rezensent hierzu anmerkt.

. Publikationen: l The Great Plateau. Being an account of Exploration in Central Tibet, 1903, and of the Gartok Expedition, 1904-1905. .
.

Cecil Godfrey Rawling
Edward Arnold, London 1905
Mit 57 Abbildungen und zwei Karten. 324 Seiten


. l Exploration and Survey with the Tibet Frontier Commission, and from Gyantse to Simla via Gartok .
. C. H. D. Ryder
The Royal Geographical Society, London 1905
In: The Geographical Journal, Vol. XXVI, 10-1905.
Mit 12 Photographien und einer Karte. Seiten 369-395.
Karte Seite 480. 
1904

wahrscheinlich noch während des Rückzugs der britischen Truppen aus Lhasa, wird in Tibets zweitgrößter Stadt Gyantse noch eine weitere britische Handelsvertretung eingerichtet. Erster Handelsagent wird Hauptmann Frederick O'Connor, der dem Pantschen Lama 1907 ein Auto schenkt, welches in seine Einzelteile zerlegt und zusammen mit dem Benzin von Indien aus über alle Himalayapässe getragen werden muss. Wenn auch nicht der erste, so doch der langjährigste britische Handelsagent wird danach David Macdonald, der seinen Posten für sechzehn Jahre in Gyantse und Yatung versieht.

. Publikationen: l The Land of the Lama. A Description of a Country of Contrasts & of its Cheerful, Happy-Go-Lucky People of Hardy Nature & Curious Customs; Their Religion, Ways of Living, Trade & Social Life. .
. David Macdonald
Seeley, Service & Co., London 1929
Mit 42 Abbildungen, dem Portrait des 13. Dalai Lama, einem Begleitbrief des 13. Dalai Lama und einer Karte. 283 Seiten
(Neuausgabe: Cultural Heritage of Tibet.
Light & Life Publishers, New Delhi, Jammu, Rohtak 1978
Mit 44 Abbildungen (s.o.). 283 Seiten)






. l

Twenty Years in Tibet. Intimate & Personal Experiences of the Closed Land among all Classes of its People from the Highest to the Lowest.

.
. David Macdonald
Seeley, Service
& Co., London 1932
Mit 35 Abbildungen und einer Karte. 318 Seiten

1904

unternimmt Archibald Little (*1838,1908) eine Reise durch die Provinz Yunnan. Von Sui Fu am Yangtse geht es im Tragstuhl südwärts zur Provinzhauptstadt Yunnan-fu und weiter durchs Gebirge zur Grenze nach Französisch-Tonking. 

. Publikation: l Across Yunnan: A Journey of Surprises. Including an Account of the Remarkable French Railway Line now completed to Yunnan-fu. .
. Archibald Little
Sampson Low, Marston & Co., Ltd., London 1910
Mit 16 Photographien und einer Karte. 159 Seiten

1904

durchstreift E. C. Young die nordchinesische Provinz Chili [heute: Hebei] westlich von Peking.

. Publikation: l A Journey Among the Highlands of Chili .
. E. C. Young
The Royal Geographical Society, London 1905
In: The Geographical Journal, Vol. XXVI, 9-1905.
Mit 2 Photographien und einer Karte. Seiten 307-318.
Karte Seite 368. 

1904








                   1905

unternimmt der frisch vermählte Comte de Lesdain seine Hochzeitsreise, die ihn von China nach Indien führt - auf dem Überlandweg! Zusammen mit seiner neunzehnjährigen Gattin erforscht er dabei das Gebiet des "Hoang-Ho-Bogens", ein noch unbekanntes, weil wüstenartiges Hochplateau im Nordenwesten Chinas. Insgesamt benötigen sie siebzehn Monate, um von Peking aus quer durch die Provinzen Schansi, Schensi und Kansu, am Rand der Wüste Gobi entlang, vielleicht über die Alashan-Berge hinweg, zumindest aber um die berüchtigten Zaidam-Sümpfen herum, um ihren Weg aufs tibetische Hochland hinauf zu erkämpfen, und dann querfeldein und nahe an Lhasa vorbei nach Sikkim in Nordindien weiterzumarschieren, wo beide
auch ankommen. 

. Publikation: l Voyage au Thibet par la Mongolie. De Pékin aux Indes. .
.

Jacques Bouly Comte de Lesdain
Plon-Nourrit & Cie., Imprimeurs-Éditeurs, Paris 1908
Mit 27 Abbildungen, 2 Portraits und 1 Karte. 347 Seiten
(Englische Ausgabe:)



.

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From Pekin to Sikkim through the Ordos, the Gobi Desert, and Tibet

.
.

John Murray, London 1908
Mit 1 Frontispiz, 30 Bildtafeln und einer Karte. 301 Seiten

1904

                   1906

kommt Dr. Joseph Lauterer (*1848,1911) nach Hongkong und reist später weiter nach Kanton. Bis
besucht er Hainan, Amoy, Fu Tschou, Schanghai, Hankou, den Omi Schan und Peking.

. Publikation: l China, Das Reich der Mitte einst und jetzt. Nach seinen Reisen und Studien geschildert von .
.

Dr. Joseph Lauterer
Verlag von Otto Spamer, Leipzig 1910
Mit 154 Abbildungen nach chinesischen Originalen sowie nach photographischen Naturaufnahmen. 424 Seiten


 
1904 - 18

ist Reginald Fleming Johnston (*1874,1938) erst als Regierungssekretär und dann als Verwalter der unter englischer Aufsicht stehenden Hafenstadt Weihaiwei tätig. Seit 1898 (und bis 1930) unterhalten die Engländer hier am nordöstlichen Kap der chinesischen Provinz Shantong einen Stützpunkt. Während seines Aufenthalts bereist Johnston die Umgebung dieses abgelegenen und von den in China sich vollziehenden Veränderungen noch weitestgehend unberührten Landstrichs und studiert Land und Leute.

. Publikation: l Lion and Dragon in Northern China .
.

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Reginald Fleming Johnston
John Murray, London 1910
Mit 60 Abbildungen und einer Karte. 461 Seiten
(Reprint: Oxford University Press, Hong Kong 1986)
Mit 60 Abbildungen und einer Karte. 460 Seiten


 
1905

zieht der in Nordindien als Angehöriger des Indian Civil Service stationierte Charles Atmore Sherring den Kali Gandaki Fluss hinauf nach Tibet. Er besucht Gartok, bleibt eine Weile im nahe gelegenen Missar und erkundet dann die beiden Seen Rakastal und Manasarovar.

. Publikation: l Western Tibet and the British Borderland. The sacred country of Hindus and Buddhists. .
.

Charles Atmore Sherring
Edward Arnold, London 1906
Mit 175 Abbildungen und 5 Karten. 376 Seiten


 
1905 - 06

wird Clarence Dalrymple Bruce (*1862), Major in der englischen Armee, mit einer offiziellen Überlandreise vom nordindischen Kaschmir nach Peking betraut. Sein persönlicher Grundsatz "never to travel twice by the same route when there is an alternative" deckt sich bestimmt mit seinem Auftrag und so wählt er seinen Weg fernab der bisher begangenen Routen. Nach dem Start der Expedition in Leh durchquert er die trostlose nordwestliche Ecke des tibetischen Hochlandes, überquert das Kuen-lun Gebirge und zieht am südlichen Rand der Wüste Takla Makan weiter zum Lop Nor. Von da aus folgt er dem alten Handelsweg der Seidenstraße über Su-chou und Lan-chou, durchzieht das Löß-Gebiet der Ordos und gelangt über Tai-yuan Fu nach Peking. 

. Publikation: l In the Footsteps of Marco Polo. Being the Account of a Journey Overland from Simla to Pekin. .
.

Clarence Dalrymple Bruce
William Blackwood and Sons, London 1907
Mit 40 Abbildungen, Zeichnungen im Text und einer Kartenseite. 379 Seiten


 
1905 - 08

Nach seiner Teilnahme an der Expedition von Wilhelm Filchner startet der württembergische Forschungsreisende, Arzt und Geologe Dr. Albert Tafel (*1876,1935) unmittelbar anschließend zu einer eigenen Expedition in Richtung Kukunor und osttibetisches Grenzland. Er wird von Räubern überfallen und ausgeplündert, versucht aber trotzdem dreimal, nach Lhasa zu gelangen. Die Schwierigkeiten seiner Reise sind auf die fehlende Unterstützung seitens der Deutschen Gesandtschaft zurückzuführen, die Tafel weder mit einem entsprechenden Pass noch mit den üblichen Empfehlungsschreiben ausstattete und somit bar jeden Prestiges und Schutzes reisen ließ.

. Publikation: l Meine Tibetreise. Eine Studienfahrt durch das nord- westliche China und durch die innere Mongolei in das östliche Tibet. A*
.

Dr. Albert Tafel
Union Deutsche Verlagsgesellschaft,
Stuttgart/Berlin/Leipzig 1914.
2 Bände. Mit 2 Frontispizes (1 farbig), 154 Tafeln mit
240 Abb., davon 7 gefaltet, 3 Karten und Plänen, 1 Farbtafel. 352 Seiten / 346 Seiten.


 
1905 - 08

unternimmt Sven Hedin (*1865,1952 Biographie) (H*) seine legendäre Forschungsreise in Süd-Tibet, die seinen Namen unsterblich machen wird. Von der Stadt Leh, im nordindischen Kaschmir, startet er gen Norden und durchquert mit seinen Männern in einem ersten Anlauf das gänzlich unbekannte tibetische Hochland Tschang Tang. Mit viel Diplomatie gelingt es ihm, die Bekanntschaft des 6. Pantschen Lama in Schigatse zu machen und sich an dessen Hof mehrere Monate lang aufzuhalten. Die britische Militärexpedition und die damit verbundene Flucht des Dalai Lama machen einen Besuch der Hauptstadt Lhasa zwar unmöglich, doch durch das Wohlwollen des Pantschen Lama kann Hedin seine "Rückreise" nach Leh für weitere Forschungen nutzen.  Kaum auf indischem Boden angelangt, rüstet er sofort zur nächsten Expedition und startet einen Monat später. Trotz aller Widernisse - es ist Winter auf dem Dach der Welt und man bewegt sich auf völlig unbekanntem Terrain - entfaltet Hedin einen unglaublichen Arbeitseifer: Neben der Routenaufnahme, Höhenmessungen und astronomischen Standortbestimmungen kümmert er sich - verkleidet als Schafhirte in seiner eigenen Karawane - auch noch um seine mineralogische Gesteinssammlung, ermittelt die geführte Wassermenge der Flüsse zu verschiedenen Jahreszeiten, führt Tiefenlotungen auf mehreren Seen durch und findet noch Muße, eine Fülle von Panoramen, Skizzen und Aquarelle von Land und Leuten anzufertigen. Fünf Monate später fällt seine Karawane den tibetischen Behörden auf und er wird entdeckt. Mit viel Geschick gelingt es ihm, seinen Rückweg wieder in einem wohldurchdachten Zickzack-Kurs durch den unbekannten Gebirgszug jenseits des Himalaya zu legen, der das Hauptinteresse seiner Reise bildet. Er wird ihn nach seiner Rückkehr bereits Transhimalaya nennt, doch als "Hedin-Gebirge" geht er kurzzeitig in alle Atlanten ein. Führende geografische Gesellschaften in Europa zeichnen Hedin mit den höchsten Ehren aus und die englische Regierung ernennt ihn 1909 gar zum Ehrenritter des Indischen Empire. Die Ausarbeitung seiner wissenschaftlichen Forschungen nimmt Jahre in Anspruch und in einem Gemeinschaftsprojekt von schwedischen und deutschen Verlagen  wird ein Mammutwerk von neun großformatigen Textbänden, einem separaten Atlas nur mit gezeichneten Panoramen sowie zwei Kartenmappen herausgegeben.

. Publikationen: l Transhimalaya. Upptäckter och äfventyr i Tibet .
.

Sven Hedin
Stockholm 1909 / 1912
(Deutsche Ausgabe:)

. Transhimalaya. Entdeckungen und Abenteuer in Tibet. A*
. Sven Hedin
F. A. Brockhaus, Leipzig.
3 Bände
Erster und zweiter Band: 1909. Mit 397 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen, Aquarellen und Zeichnungen des Verfassers und mit 10 Karten. 405 Seiten / 406 Seiten
Dritter Band: 1912. Mit 169 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen, Aquarellen und Zeichnungen des Verfassers und mit 4 Karten. 390 Seiten.




 
. l

Southern Tibet. Discoveries in Former Times Compared with my Own Researches in 1906-1908.

. Sven Hedin
Stockholm und Leipzig 1916-1922
9 Textbände, Atlasband der tibetischen Panoramen und
2 Kartenmappen

 
1905






                  
1939

kehrt Albert Henry Rasmussen (*1883,1972), gebürtiger Norweger und gelernter Maat, der Seefahrt den Rücken und tritt in den Dienst des internationalen Seezollamtes in Tschin-kiang am Jangtse. Ab 1910 wird er dort Leiter des Außenpostens einer deutsch-englischen Handelsgesellschaft und erlebt das Ende des chinesischen Kaiserreiches. In den nächsten Jahren unternimmt er abenteuerliche Geschäftsreisen durch die Gebiete des chinesischen Bürgerkriegs. Er verbringt insgesamt 32 Jahre in China und hat gerade in Tientsin eine eigene Firma gegründet, als ihm diese 
während seines Aufenthaltes in Deutschland von den Japanern konfisziert wird. Eine Rückkehr nach China wird ihm dadurch unmöglich gemacht.

. Publikation: l Tattav Chinas drage: en menneskealder i Osten .
. A. H. Rasmussen
J. W. Cappelen, Oslo 1953 
(Deutsche Ausgabe:)
. Als die Zöpfe fielen. Zehn Jahre Zöllner und Kaufmann im alten China. .
. A.H.Rasmussen
Eberhard Brockhaus, Wiesbaden o.J.
Reihe: Reisen und Abenteuer. Mit 19 Tafelbildern und einer Karte. 159 Seiten

 
1906

bereist der österreichische Zoologe Erich Zugmayer Zentralasien. Über das russische Taschkent gelangt er nach Kaschgar in Chinesisch Turkestan, zieht am südlichen Rand der Wüste Takla Makan entlang und schwenkt dann östlich von Khotan ins tibetische Hochland ab. Doch auch ihm ergeht es so wie vielen anderen: In der Nähe von Rudok wird seine Karawane durch bewaffnete tibetische Miliz angehalten und zum Abschwenken nach Ladakh gezwungen. "Die im vorliegenden Buch beschriebene Reise sollte ursprünglich eine bedeutend größere Ausdehnung haben, sowohl der Zeit nach, als auch in Hinsicht auf die zurückgelegte Distanz" heißt es etwas resigniert im Vorwort seiner

. Publikation: l Eine Reise durch Zentralasien im Jahre 1906 A*
.

Erich Zugmayer
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1908
Mit 10 farbigen Tafeln nach Originalgemälden von Heinz Pinggera, 117 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen des Verfassers und einer Übersichtskarte.
441 Seiten


 
1906

rüstet sich Reginald Fleming Johnston (*1874,1938) zu einer Durchquerung des Reichs der Mitte von Ost nach West und verlässt dazu am 6. Januar seinen Arbeitsplatz in Weihaiwei, die seit 1898 von den Briten "gepachtete" Hafenstadt am Gelben Meer. Mit dem Zug erreicht er Hankou am Yangtze, nimmt sich ein Boot ein paar Stationen den großen Fluß hinauf und zieht dann querfeldein zur Hauptstadt von Ssuch'uan. Der chinesischen Sprache fließend mächtig und ausgestattet mit einer großen Begeisterung für China, besucht er den Omei-Shan und zieht dann über Tachienlu bis Talifu durch das ganze chinesisch-tibetische Grenzgebiet, überschreitet den Mekong, den Salween und schließlich auch den  Irrawada bei Bhamo. Am 20. Juni erreicht er Mandalay in Britisch-Burma. In die Annalen wird er 13 Jahre später aus einem ganz anderen Grund eingehen: Er wird der persönliche Tutor des letzten chinesischen Kaisers Puyi.

. Publikation: l From Peking to  Mandalay .
.

Reginald Fleming Johnston
John Murray, London 1908
Mit 39Abildungen und einer Karte des Reiseweges.
460 Seiten


 
1906

unternimmt der schon einige Jahre in China lebende Reverend John Hedley (*1869) von Peking aus mehrere Reisen in die südöstliche Mongolei, besucht Jehol und betreut die über das Land verstreuten christlichen Missionsstationen.

. Publikationen: l On Tramp Among the Mongols .
. John Hedley
North-China Daily News & Herald Ltd., Shanghai 1906 
Mit 28 Abbildungen und einer Karte. 118 Seiten


. l Tramps in Dark Mongolia .
.

John Hedley
T. Fisher Unwin, London/Leipsic 1910 
Mit 50 Abildungen und einer Karte. 364 Seiten


 
1906

reist W. J. Garnett, dritter Legationssekretär an der britischen Botschaft in Peking, von September bis Oktober durch die chinesischen Provinzen Shantung und Kiangsu. Was er für erwähnenswert hält, fasst er in einem kurzen Reisebericht zusammen, der von der britischen Regierung im Folgejahr gedruckt und den Houses of Parliament vorgelegt wird.

. Publikation: l Report by Mr. W. J. Garnett of a Journey through the Provinces of Shantung and Kiangsu. .
.

W. J. Garnett
His Majesty's Stationery Office, London 1907
Mit zwei Karten. 26 Seiten


 
1906

kann der Engländer David Fraser zum Jahresanfang vom Himalaya-Königreich Sikkim aus zu einer Reise nach Südtibet aufbrechen. An der Grenzstation Phari trifft er auf die Karawane des tibetischen Tashi Lama, der gerade von einer offiziellen britischen Einladung nach Indien zurückkehrt. Fraser schließt sich dem Tross an und gelangt so über Gyangze nach Shigatzee. Nach seiner Rückkehr reist er im Juli durch Indien und überquert im nördlichen Ladakh den Karakorum-Pass nach Tibet. Die nächsten vier Monate verbringt er dann im westlichen Teil von Chinesisch Turkestan, besucht Khotan, Yarkand und Kashgar.

. Publikation: l The Marches of Hindustan, the Record of a Journey in Thibet, Trans-Himalayan India, Chinese Turkestan, Russian Turkestan, and Persia .
.

David Fraser
William Blackwood and Sons, Edinburgh and London 1907
Mit 127 Abbildungen und zwei Karten. 521 Seiten


 
1906








                  1907.

im Januar, nachdem der deutsche Professor Albert Grünwedel (*1856,1935) mit einiger Verspätung endlich in Kaschgar eingetroffen ist, bricht er mit seinem Helfer Albert von Le Coq (*1860,1930) zur III. Preußischen Turfan-Expedition auf. Ziel sind die Felsentempel von Kyzil, etwa 70 km westlich von Kuqa an der Nordroute der alten Seidenstraße. Sie finden eine aufgegebene Siedlung von vielen hundert Höhlen. Grünwedel vermisst die Felsentempel ausführlich, fotografiert, aquarelliert und paust die Funde ab. Spätere Untersuchungen weisen im Stil erstaunliche Ähnlichkeiten mit abendländischen Kunstwerken auf. Grünwedel verhindert, dass sein Mitarbeiter Le Coq diese Kunstschätze nach Deutschland abtransportieren lässt. Die Expedition endet

. Publikationen: l Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan. Bericht über archäologische Arbeiten von 1906 bis 1907 bei Kuca, Qarasahr und in der Oase Turfan. .
. Albert Grünwedel
Druck und Verlag von Georg Reimer, Berlin 1912
Mit 1 Tafel und 678 Figuren. 371 Seiten

 
. l Auf Hellas Spuren in Ostturkistan. Berichte und Abenteuer der II. und III. Deutschen Turfan-Expedition. .
. Dr. Albert von Le Coq
J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig 1926
Mit 108 Abbildungen im Text und auf 52 Tafeln sowie
4 Karten. 166 Seiten

 
1906






                  
1907

startet Marc Aurel Stein (*1862,1943 Biographie), seit 1904 englischer Staatsbürger, von Kaschgar aus seine nächste Expedition nach Ostturkestan. Mit finanziellen Mitteln der britischen Regierung ausgestattet, zieht er mit seiner kleinen Karawane von Khotan aus am Rand der Takla Makan-Wüste entlang, gräbt hier und dort und besucht dann die von Sven Hedin erst kurz zuvor entdeckte Ruinenstadt Loulan an der Route der alten Seidenstraße. Weitere Ausgrabungen macht er in den Ruinen von Miran und stößt
dann weiter westlich auf die letzten Ausläufer chinesischer Festungsanlagen, die sich bei genauerer Untersuchung als Ende der Großen Mauer herausstellen und vielerlei neue Funde bieten. Den krönenden Abschluss seiner Expedition bildet schließlich ein verfallenes Felsenkloster in der Nähe von Dunhuang. Erst ein paar Jahre zuvor hat dort der taoistische Mönch Wang Yuanlu bei Ausbesserungsarbeiten ein verborgenes Lager mit alten Handschriften entdeckt. Stein kann so über 7.000 Schriftrollen für die Wissenschaft retten. Eine durchweg spannend zu lesende

. Publikation: l Ruins of Desert Cathay. Personal Narrative of Explorations in Central Asia and Westernmost China. .
. Marc Aurel Stein
Macmillan and Co. Ltd., London 1912
Zwei Bände. Mit insgesamt 333 s/w-Abbildungen,
7 Farbtafeln und sechs Panoramen.546 / 517 Seiten

. l Vorstoß zum Reich der Mitte. Gefährliche Expedition zu den Schatzkammern von Tunhuang. .
.

Karl Rolf Seufert
Arena Verlag Georg Popp, Würzburg 1975
Mit mehreren Bildreproduktionen und 1 Karte, 153 Seiten


1906 - 07

befindet sich Vasilij Michailovic Alekseev (*1881,1951) bereits in Peking, wo er im Mai mit seinem Pariser Professor Edouard Chavannes (*1865,U1918) zu verschiedenen archäologischen Expeditionen startet. Dem Sinologen Chavannes geht es um das Abpausen alter Steinstelen (Steinabreibungen), dem russischen Schüler um die Komplettierung seiner Sammlung von niánhua, volkstümlichen Neujahrsfest-Bildern, für seine Dissertation. Eine schöne

. Publikation: l V starom Kitae .
. Vasilij Michailovic Alekseev
Moskva 1958
(Deutsche Ausgabe:)
. China im Jahre 1907. Ein Reisetagebuch. .
. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig und Weimar 1989.
Mit einem Essay ,Der russische Sinologe Alekseev und seine Chinareisen' von M.V.Ban'kovskaja und B.L.Riftin, einer Nachbemerkung und Bildanmerkungen von B.L.Riftin. Mit 17 Farbholzschnitten und 62 historischen Photos. 431 Seiten

 
1906







                  1907,




                   1908

unternimmt Lieutenant John Weston Brooke (*1880,1908) seine erste größere Reise innerhalb Chinas, die ihn von Shanghai den Yang-tze hinauf und ab Hankow über Singan, Pingliang und Lanchow nach Siningfu in der chinesischen Provinz Kansu führt. Dort trifft er den 13. Dalai Lama, der sich wegen der englischen Invasion seit 1904 im Exil befindet, und ist damit der erste Engländer, der vom Kirchenfürsten in persönlicher Audienz empfangen wird. Um den bisher ungeklärten Zusammenhang der Flussläufe des Tsangpo und des Brahmaputra zu klären, rüstet Brooke in Siningfu eine kleine Karawane aus und versucht nach Südtibet zu gelangen, wird jedoch Ende April
nur 200 Meilen vom Ziel entfernt, von tibetischem Militär zur Rückkehr gezwungen. Noch im gleichen Jahr startet er zusammen mit C. H. Meares  zu einer zweiten Reise von Chengtu aus, der Hauptstadt der Provinz Sechuan. Der ortskundige Missionar W.N. Fergusson führt sie bei den chinesisch-tibetischen Grenzstämmen ein, in deren Gebiet sie dann ein Jahr lang herumstreifen. Am 24. Dezember
wird Brooke zusammen mit seinem chinesischen Übersetzer im Gebiet der Lolo-Stämme ermordet. Seine Tagebücher bilden die Grundlage für die posthum herausgegebene 

. Publikation: l Adventure sport and travel on the Tibetan steppes .
. W. N. Fergusson
Constable and Company Limited, London 1911
"With illustrations from photographs by the author and the late Lieut. Brooke, and two maps." 338 Seiten

 
. l The Tribes of North-Western Se-Chuan .
. W. N. Fergusson
The Royal Geographical Society, London 1908
In: The Geographical Journal. Vol. XXXII. (12/1908)
Seiten 594-597. Karte Seite 648

 
1906





                   1909

startet die Mission D'Ollone unter Leitung des namengebenden Commandanten Henri Marie Gustave D'Ollone (*1868,1945). Er will die wilden Volksstämme entlang der Westgrenze des chinesischen Reichs erforschen, von Yunnan im Süden bis hinauf nach Kansu: Die Miao, die Lolo und die Sifan. Wegen Letzteren muss die Expedition auch vorzeitig abgebrochen werden: Ihre Karawane wird mehrfach überfallen und die Franzosen entgehen nur knapp dem Tod. 
erfolgt der Rückweg vom Kloster Labrang aus. Auf ihrer Reise nach Peking treffen sie am Wu-Tai-Shan auf den noch im Exil lebenden 13. Dalai Lama und D'Ollone verdankt es diesem Zufall, einer der ganz wenigen Europäer zu sein, die den Dalai Lama persönlich zu Gesicht bekommen. Eine durchweg spannend zu lesende

. Publikation: l Les Derniers Barbares. Chine - Tibet - Mongolie. .
. D'Ollone
Pierre Lafitte & Cie., Paris 1911
Mit 147 Abbildungen und 4 Karten. 373 Seiten
(Englische Ausgabe:)

.

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In Forbidden China. The D'Ollone Mission 1906-1909. China - Tibet - Mongolia. .
. T. Fisher Unwin, London-Leipsic 1912
Mit 41 Abbildungen und 1 Karte. 318 Seiten
1906








                   1909

startet Ernst Boerschmann (*1873,1949) zu einer Reise durch China, die ihn mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Der Architekt und Kunsthistoriker war schon 1902 für zwei Jahre als Bauinspektor bei der deutschen Besatzungsarmee in Kiautschou stationiert. Was er sah, beeindruckte ihn dermaßen, dass er nun mit einer Großformat-Kamera durch Chinas Provinzen reist. Sein Reiseweg führt ihn von Peking in der Provinz Chili [heute Hebei] nach Westen, durch Shansi und Shensi, weiter durchs fruchtbare Szechuan und über Hupei und Hunan in die südlichste Provinz Kuangsi, von wo aus er sich wieder langsam die Küstenlinie entlang nach Norden hocharbeitet. Von Ningpo aus setzt er abschließend noch zur Insel Putuo-Shan über und hat damit bis
zwölf chinesische Provinzen bereist und eine Fülle von photographischen Aufnahmen der chinesischen Baukunst zusammengetragen.

. Publikationen: l Die Baukunst und religiöse Kultur der Chinesen. Einzeldarstellungen auf Grund eigener Aufnahmen während dreijähriger Reisen in China. .
. Ernst Boerschmann
G. Reimer, Berlin 1911-1914
Zwei Bände mit zusammen 69 Bildtafeln und 420 Abbildungen im Text. 203 / 288 Seiten
. l Baukunst und Landschaft in China. Eine Reise durch zwölf Provinzen. .
. Ernst Boerschmann
Verlag von Ernst Wasmuth A. G., Berlin 1923
Mit 288 Abbildungen auf Kupfertiefdrucktafeln und einer Karte. 313 Seiten

1906 - 14

ist Hermann Consten in der Mongolei. "Jahrelange Erfahrung und Aufenthalt unter den Chalcha-Mongolen hatten mich in eine Stellung geschoben, die ich, ohne an maßgebender Stelle in Deutschland irgendwelches Verständnis zu finden, zu Nutz und Frommen der deutschen Wirtschaft und des deutschen Handels auszunutzen suchte."   Während seines Aufenthalts erlebt er die Unabhängigkeitskämpfe der Mongolen, die sich, nachdem das Kaiserreich der Mandschu zusammengebrochen ist, nun mit russischer Hilfe von Chinas Vorherrschaft freizumachen versuchen. Unter der Leitung des Chutuktu-Lama von Urga werden die Kampfhandlungen mit aller Härte geführt und Consten schildert das Geschehen mit allen Grausamkeiten bis hin zu mongolischen Menschenopfern an chinesischen Gefangenen. Doch die Authentizität der Schilderungen ist fraglich, auch in anderen seiner Büchern beweist der Autor einen auffälligen Hang zu Brutalität und Grausamkeit: Der Rote Lama und Mysterien im Land der Götter und lebenden Buddhas weiden sich geradezu in Blut und Schlachten, so dass schon andere Rezensenten meinten "Augenscheinlich haben die Erfolge Ossendowskis bei diesem Buch Pate gestanden ..... Alles in allem eine Indianergeschichte á la Karl May."  

. Publikation: l Weideplätze der Mongolen .
.

Hermann Consten
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) A.G., Berlin 1919/1920
Zwei Bände mit zusammen 128 Tafeln, 1 Porträt und
2 Karten. 303 / 314 Seiten


 
1907

fährt Georg Wegener (*1863,1939), der berühmte Schüler Ferdinand von Richthofens, den Yang-tse-kiang hinauf. Sechs Jahre zuvor hatte er hier den Untergang seines Passagierdampfers nur knapp überlebt und durch den Verlust seiner ganzen Ausrüstung und Barmittel alle weiteren Reisepläne aufgeben müssen. Diesmal jedoch sind die Umstände günstiger: Schon seit einem Jahr ist der Gelehrte in Süd- und Ostasien mit dem Auftrag unterwegs, Unterlagen für einen Baedeker dieses Gebietes zusammenzutragen. Als er in Nanking einem deutschen Konsul begegnet, der Mitte November zu einer Inspektionsreise durch die chinesische Provinz Kiang-si [Jiangxi] aufbricht, schließt er sich der Exkursion kurzerhand an und bereist so in den nächsten zwei Monaten das Gebiet südlich des Po-yang-Sees. 

. Publikation: l Im innersten China. Eine Forschungsreise durch die Provinz Kiang-si. .
. Georg Wegener
August Scherl G.m.b.H., Berlin 1926
Mit 172 Abbildungen und einer Original-Karte. 410 Seiten

 
1907

startet die erste transkontinentale Auto-Rallye der Weltgeschichte von Peking aus mit Ziel auf Paris, organisiert von der französischen Zeitung Le Matin. Ein abenteuerliches Unternehmen bei einer Wegstrecke von 13.000 Kilometer quer durch die Mongolei, durch Sibirien und Russland. Mit von der Partie ist der wortwörtlich rasende Reporter Luigi Barzini (*1878,1947), der im Itala-Wagen des Fürsten Scipione (Luigi Marcantonio Francesco Rodolfo) Borghese (*1871) am Rennen teilnimmt und als Sieger ziemlich verdreckt, übernächtigt und durchgefroren nach 60 Tagen in Paris ankommt. Für alle Neugierigen hier nun eine zusammenfassende Bilddokumentation : "Gentlemen, start your engine!"

. Publikation: l La meta del mondo vista da un'automobile. Da Pechino
a Parigi in sessanta giorni.
.
. Luigi Barzini
U. Hoepli, Mailand 1908
Mit 126 Textabbildungen, 1 Porträtfoto und 13 Abbildungen
auf 14 Tafeln, 1 farbige Karte. 523 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Peking-Paris im Automobil. Eine Wettfahrt durch Asien
und Europa in sechzig Tagen.
. F. A. Brockhaus, Leipzig 1908
Mit 168 Abbildungen und einer Karte. 558 Seiten
1907

tritt der französische Historiker, Geograph und Gelehrte Jacques Bacot (*1877,1965) von Tali-fou [Dali] im Südwesten der chinesischen Provinz Yunnan eine sechsmonatige Reise ins tibetisch-chinesische Grenzgebiet an. Nach einem kurzem Stück am Yangtse stromauf wechselt er über die Gebirge nach Westen in die Schluchten des Mekongs und noch einmal weiter zum Saluen. Sein nördliches Ziel ist Batang. Auf dem Rückweg umrundet er den 6.000 Meter hohen Dokerla zwischen Mekong und Saluen. Über Bhamo reist er im Dezember schließlich nach Burma aus und nimmt seinen tibetischen Führer Adjroup Gumbo für seinen einjährigen Aufenthalt in Frankreich mit nach Hause. 

. Publikation: l Dans les Marches Tibétaines. Autour du Dokerla. .
. Jacques Bacot
Librairie Plon Hachette et Cie., Paris 1909
Mit 8 Abbildungen und 2 Karten. 217 Seiten

 
1907

tritt der Züricher Karl Schoch seine Ausbildung zum Missionsdienst für die Basler Mission in Südchina an. Nach Ankunft in Hongkong im Frühjahr startet er von dort aus am 7. Juni und nimmt das Dampfschiff über Tung-kon den Ostfluss stromauf, bis er am 6. Juli die nördlichst gelegene Missionsstation im Dorf Lokong erreicht.

. Publikation: l Von Hongkong nach Lokong. Reise-Erinnerungen aus China. .
. Karl Schoch
Verlag der Basler Missionsbuchhandlung, Basel 1908
Mit 11 Abbildungen und einer Karte. 72 Seiten

 
1907 - 08

bemüht sich der Däne Frits Holm (*1881,1930) um die Ausführung eines ungewöhnlichen Vorhabens: In der nordchinesischen Provinzhauptstadt Sian-Fu [heute: Xian] will er eine Kopie der berühmten Nestorianer-Steinstele herstellen lassen und diese ins Metropolitan Museum of Art nach New York bringen. Der Gedenkstein, der von Nestorianern im Jahr 781 zur Zeit der Tang-Dynastie angefertigt wurde, gilt als ältestes Zeugnis christlicher Missionsarbeit in China und wurde erst 1628 wiederentdeckt. Von Tientsin reist Holm mit Boot, Übersetzer und Boy den Kaiserkanal nach Süden und dann am Gelben Fluss entlang gen Westen bis Sian-Fu. Mit Ausdauer und Geschick umgeht er die Hinder- und Widernisse seitens Helfern und Behörden und benötigt danach noch volle acht Monate dafür, die zwei Tonnen schwere Kopie sicher nach New York zu bringen.

. Publikation: l My Nestorian Adventure in China: A Popular Account of the Holm-Nestorian Expedition to Sian-Fu and Its Results. .
. Frits Holm
Fleming H. Revell Company, New York 1923
Mit 35 Abbildungen und einer Karte. 335 Seiten

 
1907 - 08

reist Emily Georgiana Kemp durch die chinesischen Provinzen Schantung, Chili, Hupeh, Szechwan und Yünnan und hält ihre Reiseeindrücke in Wort und Bild fest. "The journey was one long series of pleasant surprises, and my friend expressed the feeling of both of us when, on crossing the frontier into Burma, she exclaimed: «If only we could turn round and go all the way back again!» If any one is induced by reading this book to make personal acquaintance with China, it will not have been written in vain."

. Publikation: l The Face of China. Travels in East, North, Cenral and Western China. With some Account of the new Schools, Universities, Missions, and the old Religious Sacred Places of Confucianism, Buddhism, and Taoism. .
. Emily Georgiana Kemp
Chatto & Windus, London 1909
Mit 47 Zeichnungen und 17 farbigen Abbildungen. 276 Seiten

 
1907








                   1908



                   1909

bereist die Engländerin  A. S. Roe mit ihrer Freundin Deborah das chinesische Kaiserreich. Sie erreichen im Mai Shanghai, besuchen die Hafenstädte Chefoo [Yantai] und Teng-Cheo Fu auf ihrem Weg nach Peking, erreichen Hankow [Wuhan] im November und treten von dort aus eine 32tägige Bootsreise an, den Yangtse stromaufwärts über Ichang [Yichang] nach Ch'ong King [Chongqing]. Von dort geht es über Land zur Provinzhaupotstadt von Sichuan, Chentu [Chengdu]. Die Rückreise nach Shanghai verläuft im Folgejahr den Min-Fluss und Yangtse stromab mit einem englischen Dampfer ab Ichang. Nach einem sechsmonatigen Abstecher nach Japan, reist A. S. Roe dann ab September
erneut von Shanghai aus alleine durch die Provinz Shanxi und besucht dort Tai Yüen Fu [Taiyuan] und Ping Yao. Per Schiff nach Shanghai zurückgekehrt, fährt sie mit der neu eröffneten Eisenbahnlinie im Dezember nach Nanking, besucht Yangcheo [Yangzhou] und im Januar
schließlich die Stadt Hangcheo [Hangzhou] am idyllischen West-See.

. Publikation: l China as I saw it. A Woman's Letters from the Celestial Empire. .
.

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A. S. Roe
Hutchinson & Co., London 1910
Mit 40 Abbildungen. 331 Seiten


 
1907
 

                   1912



                   1916

                   1917



macht sich der Amerikaner Fred Meyer Schroder (*ca. 1882,ca.1977) von Alaska nach China auf und wird dort für die British-American Tobacco Company tätig. Nach dem Sturz der Kaiserdynastie wird er
in Kalgan eingesetzt, an der chinesisch-mongolischen Grenze, von wo aus er im Folgejahr eine Handelskarawane nach Urga, der Hauptstadt der Mongolei führt. Kurz darauf begleitet er mongolische Aufständische zum tibetischen Tashi Lama ins Kloster Kumbum.
jagt er Tiger in der Mandschurei und begleitet den Zoologen Arthur de Carle Sowerby, der für das Smithsonian Museum Sammlungen zusammenträgt.
führt er im Auftrag des Roten Kreuz eine Kamelkarawane durch die Mongolei nach Sibirien und unterstützt danach den chinesischen General Chang Hsun, der am 1. Juli einen Staatsstreich durchführt, die junge chinesische Republik stürzt und den 1911 abgedankten Kind-Kaiser Pu-Yi wieder inthronisiert. Die Restauration schlägt jedoch schon nach wenigen Tagen fehl und Schroder muss als Mitbeteiligter vorerst in die Mongolei fliehen.

. Publikation: l China Caravans. An American Adventurer in Old China. .
. Robert Easton
Capra Press, Santa Barbara (California) 1982
Mit 32 Abbildungen und einer Karte. 155 Seiten
ISBN: 0-88496-179-6



 

Am 2. Dezember 1908, ein Tag nach Ableben der Kaiserinwitwe, wird der dreijährige Pu Yi, ältester Sohn des Prinzen Tschün, als neuer chinesischer Kaiser Hsüan Tung inthronisiert.

1908

erhält der Amerikaner Oskar Eckstein (*1879) den Ruf, als Professor an der neu gegründeten chinesischen Reichsuniversität in Peking zu lehren. Er verbringt dort vier Jahre und muss seine Tätigkeit dann vorzeitig aufgeben, da die einsetzenden innenpolitischen Wirren nach dem  Zusammenbruch der Kaiserdynastie einen weiteren Aufenthalt unmöglich machen.

. Publikation: l Sonne über Peking .
. Oskar Eckstein
Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich 1942
Mit 21 Photographien sowie Zeichnungen im Text.
197 Seiten

 
1908

rüstet sich Professor Dr. Philipp Bockenheimer aus Berlin für eine Reise 'rund um Asien'. "Ich hatte den Vorzug auf meiner ganzen Reise von drei Grafen begleitet zu sein, einem Photografen, Kinematografen und Phonografen." Seine Vorbereitungen trifft der Weltreisende mit deutscher Gründlichkeit: "Beim Packen der Koffer ist darauf zu achten, daß kleine Gegenstände in Kisten und Schachteln untergebracht werden und man jedem Gegenstand seinen bestimmten Platz anweist, den er für die ganze Reise beibehält"... "Jagdanzüge läßt man sich vor Ort und Stelle machen, da man sich dort am besten orientiert, welche Farbe man zu wählen hat" ... "Eine Studienreise nach den ferneren Weltteilen sollte man erst dann auszuführen, wenn durch das fortgeschrittene Alter eine gewisse geistige Reife die nötige Grundlage für eine derartige Reise gewährleistet. Die 30er Jahre dürften sich am besten für eine solche Studienfahrt eignen." In denen sich Professor Dr. Bockenheimer anscheinend befindet. Mit dem Schiff gelangt er nach Indien, Indochina und Anfang Mai schließlich nach Hong Kong. Er besucht Kanton, Shanghai, die deutsche Kolonie Kiautschou, Peking, Port Arthur und Mukden, bevor es weitergeht nach Korea, Japan und die Umrundung Asiens mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Berlin ihren Abschluss findet. "Das Herz lachte uns, als wir zum ersten Mal wieder unsere strammen deutschen Beamten an der Zollstation mit ihrem energischen sicheren Auftreten bewundern konnten." Sein Buch schließt mit drei anscheinend sehr wichtigen Bildbeigaben und dem Satz: "Gerne bin ich bereit, jedem meiner Leser, falls er Lust verspürt, mit dem interessantesten Weltteil nähere Bekanntschaft zu machen, meine Ratschläge zu erteilen und ihn in meinem asiatischen Heim, in dem ich oft von meiner unvergleichlichen schönen Reise, von Pagoden, Buddhas, Tänzerinnen und Geishas  träume, mit einem Glase chinesischen Tees nach echt orientalischer Sitte zu bewirten."

. Publikation: l Rund um Asien .
. Professor Dr. Philipp Bockenheimer
Verlag von Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1909.
Mit 198 Abbildungen und einer Karte. 479 Seiten

 
1908

hat der aus Wiesbaden stammende Alfons Paquet (*1881,1944 ; Biographie) sein Studium der Philosophie, Geographie und Volkswirtschaft mit der Promotion zum Dr. phil. erfolgreich abgeschlossen und unternimmt eine längere Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch das russische Reich bis in dessen äußersten Osten, nach Wladiwostok. Der bereits als Redakteur und Schriftsteller tätige Paquet (er wird später noch Vorsitzender des Bundes Rheinischer Dichter und eine nicht unerhebliche Anzahl von Gedichten, Erzählungen, Romanen und wissenschaftlichen Studien herausgeben) reist von der Japanischen See weiter nach China und besucht Peking sowie Tsingtau im "deutschen Pachtgebiet Kiautschou". Doch er stimmt dort nicht in den üblichen "Hurra-Patriotismus" seiner Zeit ein, sondern entwirft ein differenzierteres Bild von China. Mit dem alten konfuzianischen Begriff des Li verweist er auf die kulturellen Werte Chinas und erhebt seinen Reisebericht so zu einer anspruchsvollen Reflexion über das "Land der Mitte". Seine wach-kritische Einstellung zum Zeitgeschehen zeigt sich auch später, denn er tritt nach der Machtergreifung Hitlers 1933 aus der Preußischen Akademie aus und verweigert die Solidaritätserklärung.

. Publikationen: l Asiatische Reibungen .
. Alfons Paquet
Verlags-Gesellschaft, München 1909
112 Seiten
. l Li oder Im neuen Osten .
.

Alfons Paquet
Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1912
318 Seiten


 
1908

bricht der Deutsche Robert Brunhuber (*1878,1909) im November von Burma zu einer Expedition ins schwer zugängliche tibetische Grenzgebiet am Oberlauf des Salween auf. Das Gebiet gilt wegen der dort ansässigen halbwilden Stämme der Lissu, Karen und Kaschin als äußerst unsicher. In seinem Tagebuch beginnt die Reise mit einem Kapitel "Was mich nach Tibet zog", worin er die bisherigen Ergebnisse der Tibet-Forschung in diesem Gebiet umreißt und die verbliebenen Aufgabestellungen darlegt. Im Januar des nächsten Jahres wird Brunhuber und sein Begleiter Schmitz nahe der tibetischen Grenze von Lutzus, einem besonders gefährlichen Volksstamm am Oberlauf des Salween, ermordet. Eine Strafexpedition findet nur noch das Expeditionsgepäck und die Tagebücher Brunhubers. Hierauf basiert die

. Publikation: l An Hinterindiens Riesenströmen A*
. Robert Brunhuber
Dr. Franz Ledermann, Berlin-Friedenau 1912
Mit einem Vorwort von Sven Hedin, 2 Portraits,
30 s/w Abbildungen und 1 farbige Karte. 120 Seiten

 
1908

verbringt der Maler T. Hodgson Liddell (*1860) von Frühjahr bis Herbst in China, reist von Hongkong nach Kanton, Macao, Shanghai, Soochow, Hangchow, Tientsin und Peking und hält seine Eindrücke in Aquarellbildern fest.

. Publikation: l China. Its Marvel and Mystery. .
.

 
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T. Hodgson Liddell
George Allen & Sons, London 1909
"With 40 Illustrations in Color by the Author". 203 Seiten

 
1908

besucht Henri Borel (*1869,1933) die Hauptstadt des Chinesischen Reiches und berichtet ausführlich über die Kapitale: ihre Sehenswürdigkeiten, das europäische Gesandtschaftsviertel sowie die Begräbniszeremonie nach dem Tod der Kaiserin-Witwe Tz'u-hsi [Cixi]. Borel ist holländischer Dolmetscher für die chinesische Sprache und hat bereits andere Schriften über China publiziert. Nachdenklich registriert er den Wandel im Reich der Mitte.

. Publikation: l (Englische Ausgabe:)
The New China. A Traveller's Impressions.
.
. Henri Borel
T. Fisher Unwin, London/Leipsic 1912
Mit 58 Abbildungen. 282 Seiten

 
1908

hat der Amerikaner William Edgar Geil die Möglichkeit, die gesamte Länge der Großen Mauer entlang der ehemals chinesisch-mongolischen Grenze zu bereisen, von Shanhaikwan an der Küste des Gelben Meeres bis zu ihrem Ende bei Kiayükwan, dem westlichen Tor nach Chinesisch Turkestan. 

. Publikation: l The Great Wall of China .
.

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William Edgar Geil
John Murray, London 1909
Mit 89 Bildtafeln und einer Karte. 351 Seiten

 
1908 - 09

leitet der Amerikaner Robert Sterling Clark (*1877,1956) die von ihm finanzierte "Clark Expedition" in Begleitung des Zoologen Arthur de Carle Sowerby (*1885,1954) an. Am Endpunkt der Eisenbahnlinie von Peking wird in T'ai-yüan Fu die Expeditionsausrüstung und Begleitmannschaft zusammengestellt. Zweck der Unternehmung ist eine genaue geographische Routenaufnahme durch die Provinzen Shensi und Kansu nach Lan-Chou Fu am Gelben Fluss. Von dort aus will man dem tibetischen Grenzverlauf nach Süden bis Ch'êng-tu Fu folgen, der Provinzhauptstadt von Ssuch'uan. Die Rückreise soll dann den Min-Fluss entlang bis zum Yangtse nach Shanghai erfolgen. Doch es kommt ganz anders. Nachdem Clark und Sowerby die Provinzhauptstadt Hsi-an [heute: Xian "Westlicher Frieden"] und Umgebung erkundet haben und zur Hauptkarawane zurückgekehrt sind, wird ihr mohammedanischer Topograph und Dolmetscher in Lan-Chou Fu von der misstrauischen chinesischen Bevölkerung umgebracht. Eine Weiterreise ist somit nicht mehr möglich und die Expedition muß abgebrochen werden.

. Publikation: l Through Shên-Kan. The Account of the Clark Expedition in North China, 1908-9. .
.

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Robert Sterling Clark , Arthur de Carle Sowerby
T. Fisher Unwin, London/Leipsic 1912
Mit 6 farbigen Abbildungen, 69 s/w-Abbildungen und zwei Karten. 247 Seiten 

 
1908 - 09

findet unter der Leitung von Pjotr Kuzmitsch Kozlow (*1863,1935) (H*) eine Expedition der Russischen Geographischen Gesellschaft in die Mongolei und nach Nordost-Tibet statt. Über die russische Grenzstadt Kiachta am Baikalsee und die mongolische Hauptstadt Urga führt ihr Weg quer durch die Wüste Gobi zur antiken Ruinenstadt Chara-Choto. Dort lässt Kozlow zehn Tage lang Ausgrabungen durchführen. Anschließend ziehen sie weiter nach Süden in Richtung Ssinin [Xining], der Provinzhauptstadt von Gan-Ssu [Gansu]. Mehrere Wochen verbringt die Expedition dann am Kuku Nor, dem Blauen See und unternimmt eine Überfahrt auf die von drei Lamas bewohnte Insel in seiner Mitte. Vor der Rückreise nach Russland besucht Kozlow die tibetischen Klöster Lawran [Labrang] und Gumbum, wo sich den von Peking nach Lhasa zurückreisenden 13. Dalai Lama aufhält, der ihm eine Audienz gewährt.

. Publikation: l Zur toten Stadt Chara-Choto. Die Expedition der Russischen Geographischen Gesellschaft nach der Mongolei, Amdo und Chara-Choto. A*
. Pjotr Kuzmitsch Kozlow 
Verlag Neufeld & Henius, Berlin 1925.
Mit 129 Abbildungen und 4 Karten. 306 Seiten

 
1908 - 12

unternimmt der Zoologe Arthur de Carle Sowerby (*1885,1954), Lehrer am Chinese College in Tientsin [heute: Tianjin] mehrere wissenschaftliche Reisen in China, eine davon ist die zuvor erwähnte Clark-Expedition. Mit dem Duke of Bedford führt ihn eine andere Erkundung nach Nord-Shensi, die Ordos-Wüstengebiete und West-Shansi, alleine reist er später nach Kalgan, an der mongolischen Grenze, und weiter bis nach Lama Miao. 

. Publikation: l Sport and Science on the Sino-Mongolian Frontier .
. Arthur de Carle Sowerby
Andrew Melrose Ltd., London 1918
Mit 34 Abbildungen. 295 Seiten

 
1909

kommt Dorothea Soothill Hosie (*1885,1959), Tochter des englischen Professors William Edward Soothill, nach Peking, und eröffnet als Lehrerin im Oktober 1911 eine Schule für wohlhabende chinesische Mädchen und Frauen. Doch einen Monat später bereits bricht die chinesische Revolution aus, stürzt den Mandschu-Adel und macht alle ihre Pläne zunichte. Die nächste Zeit verbringt sie bei chinesischen Freunden in deren Großfamilie und lernt so noch das alte klassische Familienleben kennen.

. Publikation: l Two gentlemen of China. Anintimate description of the private life of two patrician Chinese families, their homes, loves, religion, birth, sorrow & many other aspects of their family life. .
. Dorothea Soothill Hosie
Seeley, London 1924
(Deutsche Ausgabe:)

. Menschen in China. Die politische und soziale Umwälzung in China von dem täglichen Leben zweier chinesischer Patrizierfamilien aus gesehen. .
. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin, Leipzig 1926.
Mit 25 Abbildungen. 394 Seiten

 
1909

bekennt der in Singapore lebende Journalist Edwin John Dingle (*1881,1972)"My sole object in going to China was a personal desire to see China from the inside. My trip was undertaken for no other purpose." Er fährt den Yangtse hinauf bis Chung-king, um von hier aus über Land die Grenzstadt Bhamo in Britisch-Burma, zu erreichen. Für die Durchquerung der wenig erschlossenen chinesischen Provinz Yünnan, durch das Gebiet kriegerischer Grenzstämme, in der Zeit kurz vor dem Ausbruch der Revolution, über 1600 Meilen Berg und Tal, mit gebrochenem Arm und Malariaanfällen benötigt er schließlich zwölf Monate. 

. Publikation: l Across China on Foot. Life in the Interior and the Reform Movement. .
. Edwin John Dingle
J. W. Arrowsmith Ltd., Bristol 1911
Mit 106 Abbildungen und einer Karte des Reiseweges.
446 Seiten
1909

kann Commandant de Lacoste fünf Monate lang auf Kosten der französischen Regierung im Gebiet der Mongolei nach Altertümern suchen. Vom sibirischen Kiachta aus startet er im Mai erst nach dem südlich gelegenen Ourga und zieht von dort westwärts über Khara Koroum, Saït Van Kouré und Kobdo, um bei Obi schließlich wieder die Trasse der Transsibirischen Eisenbahn zu erreichen. Man photographiert, gräbt, zeichnet und versucht festzuhalten, was von dem einst so mächtigen Volk der Mongolen noch übrig geblieben ist.

. Publikation: l Au pays sacré des anciens Turcs et des Mongols .
. Commandant de Bouillane de Lacoste
Émile-Paul, Paris 1911
Mit 82 Abbildungen in s/w und 2 in Farbe sowie drei Karten.
232 Seiten
1909 - 10

geht Lieutenant Percy Thomas Etherton ein ganzes Jahr lang auf Jagd. Von Kaschmir aus führt ihn sein Weg nach Yarkand und Kaschgar in Chinesisch-Turkestan, dann hinein in die Himmelsberge [Tian Shan], entlang der russischen Grenze nach Tschugutschak und auch noch in die mongolischen Ausläufer des Altai-Gebirges, bevor er die russische Grenze überschreitet, um mit der Transsibirischen Eisenbahn wieder nach England zurückzukehren. 

. Publikation: l Across the Roof of the World. A Record of Sport and Travel Through Kashmir, Gilgit, Hunza, the Pamirs, Chinese Turkistan, Mongolia and Siberia. .
. Percy Thomas Etherton
Constable and Company, London 1911
Mit 130 Abbildungen und einer Karte des Reiseweges.
437 Seiten
1909 - 10

unternimmt der französische Historiker, Geograph und Gelehrte Jacques Bacot (*1877,1965) seine zweite Reise durch das chinesisch-tibetische Grenzgebiet, begleitet von dem Tibeter Adjroup Gumbo, den er von seiner ersten Erkundungsfahrt 1907 für ein Jahr mit nach Frankreich genommen hatte. Von Tatsienlou zieht die Expedition westwärts in die Berge, auf der Suche nach dem sagenhaften Königreich Pome oder Poyul, das irgendwo versteckt in den Falten der hohen Gebirge liegen soll. Sie erkunden den Oberlauf des Yangtse, des Mekong und des Salween und finden schließlich die Quelle des Irrawady. 

. Publikation: l Le Tibet révolté. Vers Népémakö, la terre promise des Tibétains. .
 

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Jacques Bacot
Librairie Hachette et Cie., Paris 1912
Mit 60 Abbildungen und 7 kolorierten Routenkarten.
365 Seiten

 
1909 - 10 

begleitet der englische Zoologe Francis Kingdon Ward (auch: Frank Kingdon-Ward; *1885,1958) eine Expedition nach Westchina. Um an dieser für ihn ersten Expedition teilzunehmen, lässt er sich von seiner Tätigkeit als Lehrer in Shanghai kurzerhand freistellen und reist im Oktober den Yangtse stromaufwärts. Die vom Duke of Bedford finanzierte zoologische Expedition startet an der Einmündung des Han [Hankou, heute Wuhan] und führt ins nördliche Bergland. Dort macht man sich mit Unterstützung der Einheimischen an eine Bestandsaufnahme der Kleinnagetiere - zum großen Erstaunen der Chinesen, die sich das Aufkaufen von Ratten und Mäusen durch die Langnasigen Teufel nur schwer erklären können. In Xian wird im Dezember kurz Station gemacht, bevor der Weg nach Westen ins tibetische Grenzgebiet über Chengdu und Ta-tsien-lu [Kanding] weiterführt. Nach der Ersteigung des Berges Omi endet die Expedition im September in Chung-king [Chongqing] am Yangzi.

. Publikation: l On the Road to Tibet .
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Francis Kingdon Ward
The Shanghai Mercury Ltd., Shanghai 1910
"Reprinted from a series of articles in the Shanghai Mercury". 141 Seiten
1909 - 10

unternehmen der französische Marinearzt Victor Segalen (*1878,1919) und sein Freund Auguste Gilbert de Voisins (*1877,1939) eine Exkursion durch China teil. Während de Voisins mit der Eisenbahn über Sibirien und die Mandschurei nach Pékin [Beijing] kommt, sammelte Segalen bereits ein Jahr zuvor erste Erfahrungen mit China, als er in der Mandschurei medizinische Unterstützung bei einer Pest-Epidemie leistete und sich dann entschied, vor Ort die chinesische Schrift und Sprache zu erlernen. Nun startet er zu einer Reise, bei der er als Übersetzer fungiert und die von Pékin [Beijing] südwestlich über Pao-ting [Baoding] und Tai-yuan [Taiyuan] nach Si-ngang [Xi'an] führt, von dort nach Westen bis Lan-tcheou [Lanzhou] am Gelben Fluss und wieder südöstlich zur Provinzhauptstadt von Sichuan Tcheng-tou [Chengdu]. Silvester erreichen sie Tchong-King [Chongqing] am Yangzijiang und nehmen ein Boot stromab bis Chang-hai [Shanghai], wo die Reise im Februar endet.
Während de Voisins anschließend mit dem Schiff nach Europa zurück reist, bleibt Segalen noch für insgesamt fünf Jahre in China stationiert und lässt seine Familie aus Frankreich nachkommen. Er zieht nach Peking. 1914 wird er erneut für eine geographisch-archäologische Expedition eingesetzt (Expédition Segalen-Lartigue-de Voisins), welche Grabanlagen der Han-Dynastie erforscht. Die Expedition wird jedoch auf halbem Wege durch die deutsche Kriegserklärung an Frankreich abgebrochen. Als sich Frankreich im Jahr 1917 entschließt, Chinesen zur Verstärkung der französischen Bodentruppen anzuheuern, wird Segalen erneut als Übersetzer losgeschickt. Er nutzt die Chance und lässt sich anschließend beurlauben, um Gräberanlagen der Han- und Tang-Dynastie in der Nähe von Nanjing zu studieren. 1918 kehrt er endgültig nach Frankreich zurück.

. Publikation: l Lettres de Chine .
. Victor Segalen
Librairie Plon, Paris 1967
Mit 33 Abbildungen und einer Karte des Reisewegs.
278 Seiten

. l Écrit en Chine .
. Gilbert de Voisins
Floury, Paris 1913
304 Seiten
(Neuausgabe: Les Éditions G. Crés et Cie., Paris 1923/24
2 Bände. Mit 11 bzw. 10 Abbildungen. 230 bzw.195 Seiten)

 
1909

                 
1917,

kommt Karl August Balser (*1887,1957) als Dolmetscheraspirant an die deutsche Gesandtschaft nach Peking. Bis zum Jahr
als China auf Druck der Westmächte dem deutschen Kaiserreich den Krieg erklärt, bleibt Balser im diplomatischen Dienst.

. Publikation: l Ost- und westliches Gelände. Unser Leben in Ost und West den Enkeln erzählt. .
. Marie Balser  
Von Münchowsche Universitätsdruckerei, Giessen 1958 
Mit mehreren Fotografien und einer Karte. 195 Seiten

 

1910. Der 13. Dalai Lama ist gerade aus seinem mongolischen Exil nach Lhasa zurückgekehrt, als chinesische Truppen weite Teile Ost-Tibets besetzen und danach auch Lhasa einnehmen. Der Dalai Lama flieht diesmal unter britischem Schutz nach Darjeeling in Indien. Die Tibeter können die Chinesen schließlich wieder vertreiben. Als Folge dieses Vorfalls findet eine spürbare Verbesserung der Beziehung zwischen Tibet und England statt.

1910                 

kommt Lic. Johannes Witte (*1877,1945) im Auftrag des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins zu einer Inspektionsreise in den Fernen Osten. "Die Welt des Ostens hat die sittlichen Kräfte des Christentums nicht, es herrschen dort Religionen, die in ihrer müden Lebensverneinung dem Emporringen und Vorwärtsstreben ihrer Völker keine lockenden Ziele geben und den Völkern nicht herausgeholfen haben aus dem Tiefstand der Gebundenheit in unedle und schlechte Gewohnheiten, die das Mensch- und Völkerleben vergiften und verderben." Mit der Eisenbahn quer durch Russland, Sibirien und die Mandschurei erreicht der Lizentiat Anfang Dezember Peking, verbringt längere Zeit im deutschen Schutzgebiet Kiautschou, reist dann ein Stück den Yangtse hinauf nach Nanking und Schanghai, bevor es dann nach Japan weitergeht. Sein Interesse an Asien entspringt ganz unverhohlen der Sorge, es "brechen die schwarzen Gestalten aus ihren dunklen Höhlen hervor und verheeren das eben aufsprossende junge Grün der Aussaat unserer westlichen Kultur." Oder noch schlimmer: "Wenn da draußen sich eine äußere Scheinkultur aufbaut, in der die Lebenskräfte des Christentums fehlen, in der die schlimmen Laster des Osten sich ungehemmt ausbreiten, wenn diese Flut des schlechten Geistes der gelben Rasse dann zu uns herüberdringt mit elementarer Wucht, wenn sie alle jungen Söhne unserer Völker in ihre so lockenden und doch tödlichen Arme schließt, dann werden diese Völker uns ein Verderben sein." Nun ja .... Dieses und Mehr nachzulesen in seiner

. Publikation: l Die Wunderwelt des Ostens. Reisebriefe aus China und Japan. .
. H. Witte
Protestantischer Schrifenverlag, Berlin-Schöneberg 1912.
Mit 22 Bildern nach eigenen Photographien des Verfassers. 166 Seiten

 
1910                 

trifft Julius Dittmar im Rahmen seiner Weltreise in der Mandschurei ein. Ein halbes Jahr vor Ausbruch der Revolution besucht er Mukden, Tientsin, Peking, Kiautschou, Shanghai, Hong Kong und Kanton und beobachtet den offensichtlichen Niedergang des Reichs der Mitte.

. Publikation: l Im neuen China. Reiseeindrücke von J. Dittmar. .
. J. Dittmar
Hermann & Friedrich Schaffstein, Cöln [o.J. 1912]
Reihe: Schaffsteins Grüne Bändchen
Mit 22 Photographien. 118 Seiten


 
1910 - 11

führt Douglas Carruthers eine Expedition ins unbekannte und entlegene Gebiet der Westmogolen und Dsunganen durch, an der Grenze der Mongolei zu Sibirien. Es ist ein faszinierender Landstrich der Extreme: Dschungel und Sümpfe, Wüsten, Gletscher und Hochgebirgssteppen liegen hier dicht beieinander, russische Einflüsse durchdringen die chinesischen und mohammedanischen Siedlungen, zwischen denen sich die mongolisch- en Nomaden mit ihren Herden bewegen. Ein Schmelztiegel der Völker, kurz vor dem Zusammenbruch sowohl des Russischen wie auch des Chinesischen Reiches. "It may safely be wagered that this book describes the two happiest years of his life", schreibt Lord Curzon, ehemaliger englischer Vizekönig von Indien, in seinem Vorwort. Schwerpunkt der Forschungsreise bildet der Oberlauf des Flusses Yenisei. Carruthers erforscht und kartographiert den nordwestlichen Zipfel der Mongolei mit viel Hingabe und Akribie: Flora und Fauna, geologische und ethnographische Fakten, alles wird registriert und aufgezeichnet. Man reist mit Kamel, Pony und Esel, zu Fuß, im chinesischen Ochsenkarren und russischen Pferdegespann, manchmal zu Boot, manchmal auch auf Erkundung per Kanu. Eine beeindruckende Leistung, mit langer Anreise durch Russisch Sibirien und mühsamem Rückweg über Chinesisch Turkistan, den Karakorum, Ladakh und Indien. Die Royal Geographical Society sieht das ähnlich und verleiht ihm 1912 für seine Forschungsarbeit die Goldmedaille.

. Publikation: l Unknown Mongolia. A Record of Travel and Exploration in North-west Mongolia and Dzungaria. .
.

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Douglas Carruthers
Hutchinson & Co., London 1913.
2 Bände mit zusammen 168 Illustrationen, Photopanoramen, Zeichnungen und 6 Karten. 318 / 341 Seiten

 
1910









                   1911

wird Sir Alexander Hosie (*1853,1925) damit beauftragt, die Reduzierung des Opiumanbaus in China zu kontrollieren. Vier Jahre zuvor war vom Kaiserhaus der Erlass verkündet worden, dass der Opiumanbau in China in zehn Jahren völlig verboten sei und die Anbauflächen in diesem Zeitraum jedes Jahr um ein Zehntel reduziert werden müssen. Sir Hosie hat nun die Aufgabe, diesen Rückbau zu kontrollieren - doch nicht im Auftrag Chinas sondern für die englische Regierung. Denn diese hatte sich im Gegenzug dazu verpflichtet, auch den britischen Export von indischem Opium nach China im gleichen Verhältnis zu reduzieren. Auf diesen einträglichen Geschäftszweig will man aber nur verzichten, wenn sich in China dadurch auch wirklich etwas ändert! Als erstes bereist Sir Hosie die Provinzen Shansi, Shensi und Kansu, im Jahr
dann die südlicheren Hauptanbaugebiete in Szechuan, Yünnan und Kueichou. Seine Inspektionsreise ergibt, dass die offiziellen Berichten der Provinzgouverneure zwar alle geschönt sind, der Opiumanbau aber doch deutlich zurückgegangen ist. (Durch den unmittelbar darauf stattfindenden Sturz des Kaiserhauses werden jedoch all diese Erfolge wieder zunichte gemacht.)  

. Publikation: l On the Trail of the Opium Poppy. A Narrative of Travel in the Chief Opium-Producing Provinces of China. .
. Alexander Hosie
Small Maynard & Company, Boston 1914
2 Bände mit 26/15 Abbildungen und 1/1 Karten
300/308 Seiten

 
1910

                  
1911

                  
1912

reist Heinrich Friedrich Hackmann (*1864,1935) im Oktober von Berlin nach Moskau und weiter mit dem Zug nach Kiachta, Urga, Kalgan bis Peking. Das Jahr
verbringt er mit Reisen in Schantung, fährt nach Schanghai und Hankou, zum Hengschan, Wutaischan, von Hongkong aus dann nach Siam und kehrt
wieder per Schiff nach Triest zurück. 

. Publikation: l Welt des Ostens .
. Heinrich Hackmann
Verlag von Karl Curtius, Berlin 1912. Mit 1 Landkarte.
448 Seiten

 
1910
 










                   1912

schlägt sich die "Mission A.-F. Legendre" durch Chinas Süden. Im Auftrag der französischen Regierung soll der Militärarzt Aimé-François Legendre (*1864) das Yalong-Becken im Grenzgebiet zu Tibet erkunden. Die Teilnehmer, darunter der Leutnant Jean Dessirier (1915), haben sich weit gespannte Ziele gesetzt, denn neben geographischen, morphologischen und geologischen Aufgaben interessiert man sich ebenso auch fürs Ethnologische, die Flora und die Fauna. Mit der Eisenbahn gelangt man vom Hafen Haiphong in Französisch-Indochina nach Yun Nan Sen, der Hauptstadt der südchinesischen Provinz Yunnan. Während die Expedition in den nächsten Monaten von der Welt völlig abgeschieden ihren Aufgaben nachgeht, gerät China durch den Zusammenbruch der Kaiserdynastie außer Kontrolle. Aufständische und Banditenbanden durchziehen das Land und liefern sich schließlich auch mit der Expedition erbitterte Kämpfe, woraufhin
der Rückzug angetreten wird. 

. Publikationen: l Mission A.-F. Legendre. Au Yunnan et dans le massif du Kin-Ho (Fleuve D'Or). .
. A.-F. Legendre
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1913
Mit 20 Abbildungen und einer Karte.425 Seiten

 
. l A travers les marches révoltées. Ouest-Chinois; Yun Nan - Se-Tchouen - Marches Thibétaines. .
. Jean Dessirier
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1923
Mit 61 Abbildungen. 316 Seiten

1910 - 42  

verbringt der Deutsche Carl Emmo Vissering (*1901,1981) mit kurzen Unterbrechungen in China, anfänglich in Kanton, dann in Schanghai. Fragmente aus seinen Tagebuchaufzeichnungen veröffentlicht er später in seiner

. Publikation: l Aus dem Erleben eines China-Deutschen .
. Carl Emmo Vissering
Eigenverlag des Verfassers, Peking 1943
242 Seiten

 

Das Jahr 1911 stürzt China in die Revolution. Nachdem regionale Proteste der Bevölkerung vom mandschurischen Militär brutal niedergeschlagen werden, entwickelt sich eine landesweite Erhebung, in deren Verlauf sich bis Jahresende siebzehn Provinzen von der Kaiserdynastie lossagen und ihre Unabhängigkeit erklären. Ein mächtiger Feldherr, von der Mandschu-Regierung herbeigerufen, entscheidet sich in letzter Minute für die Seite der Aufständischen. Damit endet eines der wesentlichsten Merkmale der chinesischen Kulturgeschichte: Das Regierungssystem der Kaiserdynastien. Die Abdankung des letzten Kaisers erfolgt offiziell am 12. Februar 1912.
Sun Yat-sen gründet im gleichen Jahr als Revolutionsregierung die Nationale Volkspartei (Kuomintang) und wird erster Präsident der von ihm ausgerufenen "Chinesischen Republik".
Mit dem Zusammenbruch des mandschurischen Kaiserhauses erklärt der 13. Dalai Lama die Unabhängigkeit Tibets von China. Die chinesischen Truppen werden aus Tibet vertrieben und der Dalai Lama kehrt 1913 aus Nordindien nach Lhasa zurück. Die Konferenz von Simla, in der Tibeter, Briten und Chinesen eine friedliche Lösung über Gebietsstreitigkeiten entlang der tibetisch-chinesischen Grenze verhandeln, scheitert am Einspruch Chinas.

1911 

hat sich Lieutenant Frederick Marshman Bailey (*1882,1967) schon zwei Jahre vom Dienst in der britischen Armee beurlauben lassen "and while I spent my savings faster than was wise", bereitet er sich darauf vor, um auf eigene Faust jenes unbekannte Stück Gebirge zwischen dem tibetischen Tsangpo und dem indischen Brahmaputra in Assam zu erkunden, das ihn seit Jahren schon reizt und das immer noch als weißer Fleck in allen Himalaya-Karten verzeichnet ist. Mit der Transsibirischen Eisenbahn reist er nach China, fährt mit dem Boot den Yangtze bis Wanhien hinauf und kämpft sich über Chengtu und Tatsienlu nach Batang durch, ins tibetische Grenzgebiet der Provinz Yünnan. Doch das Schicksal ist gegen ihn. Durch den Sturz der Mandschu-Dynastie brechen heftige Kämpfe zwischen Tibetern und Chinesen aus, so daß seine Pläne nicht durchführbar sind. 

. Publikation: